Zwei Predigten: Letzter Sonntag in der Epiphaniaszeit und davor

„Malen ist wie BETEN“.

Ausstellung der „Zeichenstunde“ in der Mittelpunkts-Bibliothek Berlin-Köpenick Januar 2023.

Predigt Lutherkapelle Uhlenhorst (Köpenick-Nord) Januar 24

Liebe Gemeinde,

Was sind das heute wieder für Epiphanias-Texte, die uns aufgegeben sind?

Epiphanie. Erscheinung des Herrn.

Da ist der ewig brennende Dornbusch, dem sich der Hirte MOSE nähert. Seine, unsere Gottesoffenbarung für alle Religionen in unserem Kulturkreis: Judentum, Christentum, Islam.

Feuer. Feuer. Feuer. Feuer auch des HEILIGEN GEISTES.

Dann die Gemeinde in Korinth, dieser Hafenstadt in allen Facetten des Hungers nach Leben, die PAULUS besucht hat, um dort zu predigen: „Kommt her, die ihr hungrig seid, ich will euch satt machen, die ihr durstig seid, spricht der HERR , sein HERR und GOTT. „Hier ist das Wasser des Lebens umsonst“.

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

Und:JESUS, der Weg.

Ja, die quicklebendigen Korinther haben eine Gemeinde gegründet und bauen sie noch immer auf und bedürfen deshalb der Führung und Leitung durch ihren Missionar.

Von Ferne.

Noch besser, wenn er gegenwärtig ist, zum Anfassen.

PAULUS weiß das.

Aber er hat noch mehr christliche Gemeinden zu begleiten, ist auf den Straßen der pax romana unterwegs: hungrig und durstig , ein Narr in CHRISTUS, wie er den queren und woken Korinthern schreibt.

Er hungert um CHRISTI Willen, er leidet Durst um Gottes willen, er folgt seinem HERRN, ist den Griechen ein Grieche, den Juden ein Jude, den Heiden ein Heide und den Orthodoxen ein Orthodoxer.

Er trägt das Kreuz seiner undefinierbaren Krankheit, die wie ein Seil sich immer wieder um ihn legt.

Er bittet Gott, dass er ihn gesund macht.

Und freut sich wie alle Zeugen des Evangeliums über die, die in der Wahrheit wandeln und nicht in der Lüge und im Schein.

Das hellt auf.

„Daran genesen wir, an der Freude in GOTT“, habe ich gelesen bei einer berühmten modernen Nachfolgerin.

Es gab immer Menschen, die einen ähnlichen Weg gingen und gehen in der Christenheit. Frauen und Männer. Heilige und Sünder, bis der HERR sie fand.

Wie der Hirte in der Wüste, der das Verlorene sucht – und findet.

PAULUS war nicht mit auf dem Berg, von dem wir gehört haben im Evangelium.

Wo PETRUS und JOHANNES sagen:lasst uns bleiben und Hütten bauen.

Hier ist es schön.

Der Apostel hat andere Erlebnisse mit dem HERRN JESUS.

Als der ihn fragt, warum verfolgst du mich…

Er, der Feind der Christen, wird zum Werkzeug seines HERRN und geht für ihn in s Gefängnis, lässt sich schlagen, verspotten.

„Wir sind der Welt ein Schauspiel geworden.“

„Narren in Christus“.

Der Dornbusch, der brennt. Der Berg der Verklärung, auf dem Jesus sich offenbart und die Jünger stärkt, dass sie an den SOHN GOTTES glauben können!

Und wir? …

…Tragen das Licht der Erscheinung Gottes in Jesus Christus wie ein Weihnachtsgeschenk, wie einen Schatz mit uns in unseren dürftigen Gefäßen, wie der Apostel Paulus schreibt. Können es mitnehmen in dieses Neue Jahr 2024.

Ja, wir können sogar Licht sein für viele andere Menschen auf diese wunderbare Weise. Gerade in dieser Zeit, in der wir nicht wissen, was sie bringt. Frieden, Krieg, Wohlstand oder Absturz. Gesundheit oder Krankheit, Tod oder Leben.

„Wir haben aber diesen Schatz (wie) in irdenen Gefäßen… wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserem Leibe, damit auch das Leben Jesus an unserem Leibe offenbar werde“.

Der Apostel ist ein Zeuge für die Gemeinde Jesu in der Hafenstadt am Mittelmeer – und für uns, unsere Kirche und Gemeinde. Dass wir nicht den Mut verlieren! Weil wir als Gerufene und Getaufte das Licht Jesu wie einen Schutzschild um uns haben.

Gott segne uns alle.

AMEN.

Winter in Köpenick, Ausstellung des Zeichenzirkels „ZEICHENSTUNDE“ in Berlin – Köpenick 2023 im Januar

3. Sonntag nach Epiphanias

Predigt Müggelheim (Berlin) Januar 24

Liebe Gemeinde, ein Text aus der Bibel, die Jesus gelesen hat, die seine Bibel war. Die jüdische Bibel. Theologen reden heute gerne vom 1. Testament Gottes an sein Volk. Wir haben das 2. Testament also nicht das alte, sondern das neue, so unser Sprachgebrauch.

Altes und Neues Testament. Das eine in hebräisch, das andere in griechisch. Weswegen Leute, die die Heilige Schrift in der Ursprache kennen lernen wollen, warum auch immer, beide Sprachen lernen müssen. Sonst können sie nicht Theologie studieren. Jedenfalls nicht in diesem klassischen Sinne.

Heute ist es das Buch 2. Könige. Also ein Königsbuch. Nach dem Zusammenbruch des Davidischen

Großreiches mit dem abschließenden Glanz des König SALOMO, einem Sohn des Harfespielers und Liederdichters DAVID, zerfiel das Reich in Diversität und Patchwork. Es wirkte wie ein Flickenteppich und Juda und Israel verkamen zu Spielbällen der mächtigen Babylonier und anderer

ambitionierter Mächte um die Staaten der 12 Stämme Israels herum. Insofern ging es Israel/Juda/Samaria nicht anders als anderen Reichen in der Weltgeschichte bis auf den heutigen Tag. Die Theologen des alten Bundes deuten das natürlich auf ihre Art: Abfall von Gott, dem Herren, Vielgötterei. Die Moral bis hinein in den Klerus schwindet. Die Wahrheitsliebe. Die Lüge kriecht aus allen Fugen, wenn überhaupt noch etwas aus Fug und Recht besteht.

Aber Gott wendet sich nicht ab von Seinem Volk.

Und beruft Propheten und Ratgeber, um die Stimme der Weisheit zur Geltung zu bringen. Der Weisheit letztendlich des Schöpfers von Himmel und Erde, wie sie und wir es auch in unseren Glaubenszeugnissen singen, beten und bekennen.

Der eigentlich Sinn eines jeden Gottesdienste.

2.Könige 5 9-15, 19a

9 So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas. 10 Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden. 11 Da wurde Naaman zornig und zog weg und sprach: Ich meinte, er selbst sollte zu mir herauskommen und hertreten und den Namen des HERRN, seines Gottes, anrufen und seine Hand über der Stelle bewegen und mich so von dem Aussatz befreien. 12 Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Abana und Parpar, besser als alle Wasser in Israel, sodass ich mich in ihnen waschen und rein werden könnte? Und er wandte sich und zog weg im Zorn. 13 Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, würdest du es nicht tun? Wie viel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein! 14 Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein. 15 Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes samt seinem ganzen Gefolge. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe, nun weiß ich, dass kein Gott ist in allen Landen außer in Israel; so nimm nun eine Segensgabe von deinem Knecht.

19 Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden!

Ausgerechnet der König von Aram, der gerne auf Raubzügen in Israel unterwegs ist mit seiner Soldateska, schreibt für seinen kranken Hauptmann einen freundlichen Geleitbrief, weil der Hauptmann ihn bittet ausgerechnet nach Israel reisen zu dürfen, um dort Heilung zu finden. Allerdings nicht bei dem israelischen König, sondern bei dessen Propheten und Ratgeber ELISA, dem Nachfolger von Wundermann ELIA.

Das hat sein Dienst-Herr nicht so richtig kapiert – scheinbar – und ist lieber auf seiner Königs-Ebene geblieben, sehr zum Verdruss des Kollegen in Israel: “Bin ich Gott, dass ich töten und lebendig machen könnte, dass er zu mir schickt, ich solle den Mann von seinem Aussatz befreien? Merkt und seht, wie er Streit mit mir sucht?“ Es steht wieder Krieg in den Sternen und ein Nachfolger der großen Königs-Dynastien Israels zerreißt seine Kleider. Das bedeutet Zorn und Schande.

Ein guter Prophet kennt die Stimmung in dem Land und stopft seine Ohren nicht zu, wenn es um Krieg und Frieden geht: “Lass ihn zu mir kommen, den Hauptmann Naaman, den Oberbefehlshaber der Aramäer!“

Und er geht, der König hört auf, seine Kleider zu zerreißen und gibt einen Wink. Der Heide, ja der Feind Naaman setzt sich in Bewegung mit seinen Gastgeschenken in Richtung Samaria, wo der Prophet zu Hause ist. Der Mann Gottes – wenn es auch der falsche Gott ist – bleibt die Hoffnung.

ER hält an mit seinem ganzen Tross, mit seinem ganzen Pomp, mit all seiner Glorie und hofft auf den alten Glanz seiner Haut.

Aber der Prophet macht sich rar. Er erscheint nicht.

Sondern ein Bote richtet ihm aus, er soll das und das tun.

„Da wurde Naaman zornig und zog weg…unverrichteter Dinge.“

Warum diese Schande in Israel, Juda, Samaria. Die Ziele seiner Kriegszüge. Womit er punkten kann in seiner Hierarchie. Jeder Sieg, jedes junge Mädchen als Sklavin ein Pluspunkt in der Politik seiner Karriere. Wobei das eigentliche Wunder eben genau solch ein junges Mädchen aus dem Lande Israel war. Es wurde gut behandelt in der Küche der Familie. Sie war der Anlass der Hoffnung.

Und half den Sorgen auf der Familie: “Ach, dass mein Herr wäre bei dem Propheten in Samaria! Der könnte ihn von seinem Aussatz befreien.“ Da war kein Hass, aber Nächstenliebe, nicht Feindesliebe, würde ich behaupten. So weit sind wir noch nicht. Wir sind im alten Testament. Noch nicht in der Bergpredigt. Christus ist die Zukunft.

Aber Vernunft und guter Wille sind trotzdem, sind immer gefragt. Alle Dinge, die dem Frieden dienen und der Freiheit des Lebens und seinem Wohlstand: SHALOM nennt das der Israelit, die Israelitin. Das brachten sie mit in jede Gefangenschaft und haben das Wohl der Stadt, des Dorfes gesucht mit ihren Gebeten, ihrem Segen, der von Abraham auf sie gekommen ist.

Deswegen hat der Hauptmann die Schande auf sich genommen und ist nicht als kraftstrotzender Militär, sondern letzt endlich als Bettler in Samaria erschienen, vor der Tür des Propheten, der in nicht all zu ferner Zukunft die Aramäer in die Irre führen wird, wenn sie wieder habgierig werden. Aber nie in ihre Vernichtung. Der immer den Frieden, SHALOM, im Blick hat in der Lebensgeschichte seines Volkes, von Gott geliebt und damit in seiner eigenen. Der zum Wohle seines Landes wirkt.

Die Leute um Naaman beruhigen ihn und ermuntern, es doch zu versuchen: in den glitzekleinen Jordan zu steigen sich zu waschen, wie es der Bote Elisas ausgerichtet hat.

Der Versuch lohnt. Er wurde heil.

Aber nun will er doch wenigstens umkehren auf dem Weg, der nun ein Weg der Heilung und des Friedens, der Gnade geworden ist …Er möchte seine Geschenke loswerden.

Wenn auch der Prophet ablehnt.

Er ist nicht käuflich.

Er macht es nicht für Geld.

Er hat einen anderen Lohn.

Erst recht ist da keine Korruption und keine Bestechung.

Dass der Diener des Elisa die schöne Geschichte verdirbt und heimlich die Geschenke dem Naaman abluchst für sich, versteht sich, tut der Heilstat des ELISA keinen Abbruch und dem Wunder in der Küche der Frauen zu Hause beim Hauptmann des Königs von ARAM. Wo Güte und nicht Zorn die Oberhand gewinnen. Denn – wir bleiben in einer unerlösten Welt und warten mit den Juden auf den Messias. Dass er kommt – sie-, dass er wiederkommt-wir.

Gebet: „Herr schenke uns den Glauben, dass wir überleben können und Deine Herrlichkeit verkünden. Wie Naaman. Mit ihm“.

AMEN.

Epiphanias heißt Erscheinung des HERRN…

und ist das ursprüngliche Weihnachtsfest in der Christenheit. In den ersten Jahrhunderten wurde Epiphanias für und vor Weihnachten gefeiert, habe ich neulich in einem Gottesdienst zur Einleitung der darauf folgenden Predigt gehört.

Erscheinung, Erscheinung des HERRN.

Epiphanie.

Die folgende Predigt, gehalten in einem Berliner Dorf im Südosten Berlins, greift das Thema auf eine ganz andere zwischenmenschliche Art auf. Da gibt es Güte, wo nicht erwartet. Licht, wo eigentlich Feindschaft, Räuberei und Grobheiten. Frieden wo Krieg. Wunder über Wunder. Aber auch Verschlagenheit, Blindheit und Borniertheit. Erlösung in einer unerlösten Welt in der Perspektive des CHRISTUS. In dem Volk Gottes.

3. Sonntag nach Epiphanias

Predigt Müggelheim (Berlin)

Liebe Gemeinde, wieder ein Text aus der Bibel, die Jesus gelesen hat, die seine Bibel war. Die jüdische Bibel. Theologen reden heute gerne vom 1. Testament Gottes an sein Volk. Wir haben das 2. Testament also nicht das alte, sondern das neue, so unser Sprachgebrauch.

Altes und Neues Testament. Das eine in hebräisch, das andere in griechisch. Weswegen Leute, die die Heilige Schrift in der Ursprache kennen lernen wollen, warum auch immer, beide Sprachen lernen müssen. Sonst können sie nicht Theologie studieren. Jedenfalls nicht in diesem klassischen Sinne.

Heute ist es das Buch 2. Könige. Also ein Königsbuch. Nach dem Zusammenbruch des Davidischen

Großreiches mit dem abschließenden Glanz des König SALOMO, einem Sohn des Harfespielers und Liederdichters DAVID, zerfiel das Reich in Diversität und Patchwork. Es wirkte wie ein Flickenteppich und Juda und Israel verkamen zu Spielbällen der mächtigen Babylonier und anderer

ambitionierter Mächte um die Staaten der 12 Stämme Israels herum. Insofern ging es Israel/Juda/Samaria nicht anders als anderen Reichen in der Weltgeschichte bis auf den heutigen Tag. Die Theologen des alten Bundes deuten das natürlich auf ihre Art: Abfall von Gott, dem Herren, Vielgötterei. Die Moral bis hinein in den Klerus schwindet. Die Wahrheitsliebe. Die Lüge kriecht aus allen Fugen, wenn überhaupt noch etwas aus Fug und Recht besteht.

Aber Gott wendet sich nicht ab von Seinem Volk.

Und beruft Propheten und Ratgeber, um die Stimme der Weisheit zur Geltung zu bringen. Der Weisheit letztendlich des Schöpfers von Himmel und Erde, wie sie und wir es auch in unseren Glaubenszeugnissen singen, beten und bekennen.

Der eigentlich Sinn eines jeden Gottesdienste.

2.Könige 5 9-15, 19a

9 So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas. 10 Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden. 11 Da wurde Naaman zornig und zog weg und sprach: Ich meinte, er selbst sollte zu mir herauskommen und hertreten und den Namen des HERRN, seines Gottes, anrufen und seine Hand über der Stelle bewegen und mich so von dem Aussatz befreien. 12 Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Abana und Parpar, besser als alle Wasser in Israel, sodass ich mich in ihnen waschen und rein werden könnte? Und er wandte sich und zog weg im Zorn. 13 Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, würdest du es nicht tun? Wie viel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein! 14 Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein. 15 Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes samt seinem ganzen Gefolge. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe, nun weiß ich, dass kein Gott ist in allen Landen außer in Israel; so nimm nun eine Segensgabe von deinem Knecht.

19 Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden!

Ausgerechnet der König von Aram, der gerne auf Raubzügen in Israel unterwegs ist mit seiner Soldateska, schreibt für seinen kranken Hauptmann einen freundlichen Geleitbrief, weil der Hauptmann ihn bittet ausgerechnet nach Israel reisen zu dürfen, um dort Heilung zu finden. Allerdings nicht bei dem israelischen König, sondern bei dessen Propheten und Ratgeber ELISA, dem Nachfolger von Wundermann ELIA.

Das hat sein Dienst-Herr nicht so richtig kapiert – scheinbar – und ist lieber auf seiner Königs-Ebene geblieben, sehr zum Verdruss des Kollegen in Israel: “Bin ich Gott, dass ich töten und lebendig machen könnte, dass er zu mir schickt, ich solle den Mann von seinem Aussatz befreien? Merkt und seht, wie er Streit mit mir sucht?“ Es steht wieder Krieg in den Sternen und ein Nachfolger der großen Königs-Dynastien Israels zerreißt seine Kleider. Das bedeutet Zorn und Schande.

Ein guter Prophet kennt die Stimmung in dem Land und stopft seine Ohren nicht zu, wenn es um Krieg und Frieden geht: “Lass ihn zu mir kommen, den Hauptmann Naaman, den Oberbefehlshaber der Aramäer!“

Und er geht, der König hört auf, seine Kleider zu zerreißen und gibt einen Wink. Der Heide, ja der Feind Naaman setzt sich in Bewegung mit seinen Gastgeschenken in Richtung Samaria, wo der Prophet zu Hause ist. Der Mann Gottes – wenn es auch der falsche Gott ist – bleibt die Hoffnung.

ER hält an mit seinem ganzen Tross, mit seinem ganzen Pomp, mit all seiner Glorie und hofft auf den alten Glanz seiner Haut.

Aber der Prophet macht sich rar. Er erscheint nicht.

Sondern ein Bote richtet ihm aus, er soll das und das tun.

„Da wurde Naaman zornig und zog weg…unverrichteter Dinge.“

Warum diese Schande in Israel, Juda, Samaria. Die Ziele seiner Kriegszüge. Womit er punkten kann in seiner Hierarchie. Jeder Sieg, jedes junge Mädchen als Sklavin ein Pluspunkt in der Politik seiner Karriere. Wobei das eigentliche Wunder eben genau solch ein junges Mädchen aus dem Lande Israel war. Es wurde gut behandelt in der Küche der Familie. Sie war der Anlass der Hoffnung.

Und half den Sorgen auf der Familie: “Ach, dass mein Herr wäre bei dem Propheten in Samaria! Der könnte ihn von seinem Aussatz befreien.“ Da war kein Hass, aber Nächstenliebe, nicht Feindesliebe, würde ich behaupten. So weit sind wir noch nicht. Wir sind im alten Testament. Noch nicht in der Bergpredigt. Christus ist die Zukunft.

Aber Vernunft und guter Wille sind trotzdem, sind immer gefragt. Alle Dinge, die dem Frieden dienen und der Freiheit des Lebens und seinem Wohlstand: SHALOM nennt das der Israelit, die Israelitin. Das brachten sie mit in jede Gefangenschaft und haben das Wohl der Stadt, des Dorfes gesucht mit ihren Gebeten, ihrem Segen, der von Abraham auf sie gekommen ist.

Deswegen hat der Hauptmann die Schande auf sich genommen und ist nicht als kraftstrotzender Militär, sondern letzt endlich als Bettler in Samaria erschienen, vor der Tür des Propheten, der in nicht all zu ferner Zukunft die Aramäer in die Irre führen wird, wenn sie wieder habgierig werden. Aber nie in ihre Vernichtung. Der immer den Frieden, SHALOM, im Blick hat in der Lebensgeschichte seines Volkes, von Gott geliebt und damit in seiner eigenen. Der zum Wohle seines Landes wirkt.

Die Leute um Naaman beruhigen ihn und ermuntern, es doch zu versuchen: in den glitzekleinen Jordan zu steigen sich zu waschen, wie es der Bote Elisas ausgerichtet hat.

Der Versuch lohnt. Er wurde heil.

Aber nun will er doch wenigstens umkehren auf dem Weg, der nun ein Weg der Heilung und des Friedens, der Gnade geworden ist …Er möchte seine Geschenke loswerden.

Wenn auch der Prophet ablehnt.

Er ist nicht käuflich.

Er macht es nicht für Geld.

Er hat einen anderen Lohn.

Erst recht ist da keine Korruption und keine Bestechung.

Dass der Diener des Elisa die schöne Geschichte verdirbt und heimlich die Geschenke dem Naaman abluchst für sich, versteht sich, tut der Heilstat des ELISA keinen Abbruch und dem Wunder in der Küche der Frauen zu Hause beim Hauptmann des Königs von ARAM. Wo Güte und nicht Zorn die Oberhand gewinnen. Denn – wir bleiben in einer unerlösten Welt und warten mit den Juden auf den Messias. Dass er kommt – sie-, dass er wiederkommt-wir.

Gebet: „Herr schenke uns den Glauben, dass wir überleben können und Deine Herrlichkeit verkünden. Wie Naaman. Mit ihm“.

AMEN.

Zitat:

Wo bleibt Gott, und was ist Glaube?

Fast ebenso alt wie der Rückgang der Mitgliederzahlen der christlichen Kirchen ist die Sprachlosigkeit ihrer Prediger. Gedanken zum Ort Gottes in einer Zeit tiefer Glaubenskrise

Sebastian Kleinschmidt

23.12.2023

Wo sind wir, wenn wir Musik hören? hat der Philosoph Peter Sloterdijk einmal gefragt. Er meinte nicht, im Konzertsaal oder in der Kirche. Er meinte, wo wir geistig sind.

Ehe wir das Rätsel auf die Religion beziehen und überlegen, wo wir sind, wenn wir von Gott reden oder hören, möchte ich es auf Johann Sebastian Bach anwenden. Wenn wir Oratorien, Passionen und Kantaten von Bach hören – dem Komponisten, den man den fünften Evangelisten nennt und dessen Klangwelt der schlagendste Gottesbeweis ist – und uns fragen, wo wir sind, wenn wir uns ihnen hingeben, bin ich versucht zu antworten: Im Himmel – mit Gedanken an die Erde. Auf Erden – mit Gedanken an den Himmel. In der Ewigkeit – mit Gedanken an das Jetzt. Im Jetzt – mit Gedanken an die Ewigkeit. In Gottes Brust – mit Gedanken an die Menschen. In der Menschen Brust – mit Gedanken an Gott.

Bis in solche Höhen weitet sich der Raum, bis in solche Tiefen dehnt sich die Zeit, wenn wir geistliche Musik von Bach hören. Die Welt, die in ihr aufsteigt und ihren Glanz verströmt, ist eine zweite, nichtreale Welt, ein Universum, das nur in unsrer Vorstellung besteht.

So viel zu Bach, der fast alle seiner Werke mit „Soli Deo Gloria“ unterschrieb. Und nun zu Gott. Wo sind wir, wenn wir Ihn vernehmen; wo, wenn wir auf Seine Stimme hören? Die Antwort lautet: gleichfalls in einer vorgestellten Welt, die jedoch vom religiösen Menschen als reale Welt geglaubt und an geweihten Orten in Kult, Gebet und Liturgie ehrfurchtsvoll vergegenwärtigt wird.

Doch wie dem Gott begegnen, wie von ihm sprechen? Dem Höchsten, den niemand sehen kann und niemand sehen darf und niemand je gesehen hat? Auch Moses nicht, auch Jesaja nicht. Moses vernahm nur Gottes Stimme, Jesaja sah nur Gottes Füße. Der auferstandene Christus sagt zu Thomas, dem zweifelnden Jünger: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“

Auf dreierlei Weise kann sich der Mensch auf Gott beziehen. In Gestalt seiner Realitätsbejahung, in Gestalt seiner Realitätsverneinung, im Exempel seiner Realitätsvermutung. Als These oder Antithese oder Hypothese. Im Modus des „Er ist“ oder des „Er ist nicht“ oder des „Als ob er ist“. Im Zustand des Glaubens, im Zustand des Unglaubens, im Status der Annahme.

Wahrhaftig existieren kann ein lebendiger Gott nur im Glauben und einem dadurch ermöglichten Raum der Imagination. Was aber, wenn der Glaube verblasst, wenn die Quelle religiöser Vorstellungskraft versiegt? Dann droht auch der Gott verloren zu gehen.

Prekäre Glaubensstärke
Die heutige Situation besonders in der evangelischen Kirche ist in punkto Glaubensstärke augenscheinlich prekär. Fast scheint es so, als wüsste der moderne, aufgeklärte, mehr und mehr säkularisierte Mensch mit dem Gottesbild der Christen nichts mehr anzufangen. Wie sonst sollte man sich die massenhaften Austritte aus der altehrwürdigen Institution erklären? Entweder brauchen die Menschen Gott nicht mehr oder sie wenden sich von der praktizierten Art der Gottesrede ab.

Und so stellt sich die Frage, ob und, wenn ja, warum der Mensch überhaupt der Gottesrede bedarf. Man macht sich die Sache nicht zu leicht, wenn man sagt, dass die Selbstreflexion des Menschen hinsichtlich seiner Stellung in der Welt nicht nur erfordert, sich im Spiegel der Tiere, das heißt im Spiegel der Wesen unter ihm zu betrachten, sondern auch im Spiegel des Wesens über ihm.

Dazu gehört, dass der Mensch anthropologisch so angelegt ist, dass er in Sachen Orientierung nicht allein aus seinem Wissen schöpfen kann. Denn er bewegt sich immer in zwei Welten, der real gegebenen und der vorgestellten. Das Wissen aber bezieht sich auf die wahrgenommene reale Welt, nicht auf die unsichtbare fiktionale. In deren Räumen dominiert der Glaube.

Kooperation mit Kunst und Poesie
Die Glaubenswelt der Religion ist mit der Aufklärung in die Defensive geraten. Durch ein energisches Korrelieren von Wissen und Glauben bekam das Wissen die besseren Karten. Glaube erschien plötzlich als defizitäre Erkenntnis. Es hat lange gedauert, bis es den Theologen dämmerte, dass man die Religion in eine Sackgasse bugsiert, wenn man sie in eine falsche kognitive Rivalität zur Wissenschaft stellt. In Wahrheit konkurriert Religion nicht mit Wissenschaft, sondern kooperiert mit Kunst und Poesie. Es gilt zu begreifen, dass das religiöse Bewusstsein nicht die wirkliche, sondern eine vorgestellte Welt bezeugt. Und dass die vorgestellte Welt orientierende Kraft hat für die wirkliche Welt. Dass sie Freiräume für Geist und Herz erschafft, die sich ohne „Illusion“ nicht ergeben.

Gott wird durch Argumente rationalen Wissens, durch Materialismus und historisches Bewusstsein in immer größere Ferne gerückt. Er kann uns nur durch eine wechselseitige Befruchtung von religiöser und ästhetischer Einbildungskraft wieder näherkommen. Wir müssen das „Unirdische“ der Religion von der Pflicht irdischer Beweise entlasten und auf diese Weise ernstmachen mit dem Gedanken, dass die Religion nicht die Kontrahentin der Wissenschaft, sondern die Schwester der Poesie ist. Der Streit zwischen Glauben und Wissen führt zu nichts. Allein das Erkennen der Verwandtschaft von Religion und Kunst weitet das Blickfeld.

Warum die Welt des Glaubens nicht im Konjunktiv betrachten? Als ob es Gott gäbe, als ob es Engel, Teufel und Dämonen gäbe, die Unsterblichkeit, die Auferstehung von den Toten, den Fluch und den Segen, das Gericht, die Gnade, die Erlösung und die Vergebung. Das gilt auch für den Gedanken der Geschöpflichkeit aller irdischen Wesen. Es mag ja sein, dass Gott eine Idee des Menschen ist. Aber zu dieser Idee gehört es, dass nicht Gott eine Idee des Menschen, sondern der Mensch eine Idee Gottes ist. Gerade durch diesen Blickwechsel vermag die Religion Sinn und Orientierung zu geben. Und Orientierung braucht der Mensch, auch wenn er Agnostiker oder Atheist ist. Er ist das einzige Geschöpf auf Erden, das sie braucht. Die Tiere haben den Instinkt. Sie wissen nicht, dass sie nichts wissen. Der Mensch, das sokratische Tier, weiß, dass er nichts weiß. Und über allem – so glauben die einen und bestreiten die andern – thront einer, der weiß, dass er weiß.

Klarheit über die Winkel des Herzens
Von diesem Wissen machen wir uns keine Begriffe, und können es nicht, da es unsere Geisteskapazität auf unvorstellbare Weise übersteigt. Was wir aber glauben, ist, dass das Wissen Gottes nicht zuletzt ein Wissen über uns ist. Und das bis hinein in die verborgensten Ecken unseres Innern. „Herr, der du aller Herzen kennst“ (Apg 1,24) lautet eine der Hauptstellen für den theologischen Topos der Kardiognosie, der Herzenserkenntnis Gottes. Gemeint ist, wie der Neutestamentler Klaus Berger kommentiert, „dass Gott lückenlose Klarheit über jeden Winkel des Herzens besitzt, denn er ist Schöpfer und Richter“. Dieses „denn du allein kennst das Herz aller Menschenkinder“ (1 Kön 8,39) ist eine der bedeutsamsten Aussagen, die der Mensch je über Gott gemacht hat. Und nicht nur im Indikativ, noch im Konjunktiv, im Als ob, hat sie Wahrheit und Kraft.

Wenn wir von der Geschwisterlichkeit von Religion und Poesie sprechen, braucht es Beispiele, am besten von heute. Der Dichter Christian Lehnert aus Leipzig ist ein solches Beispiel. Das für ihn entscheidende Bindeglied zwischen beiden Reichen ist die Epiphanie. Die eine widerfährt uns unirdisch, die andere irdisch. Augenblickshaft und flüchtig sind sie beide. Mit Begriffskonstruktionen ist hier nichts zu gewinnen, nur mit Glauben an das Kommen der Erscheinung. Der Dichter steht im Warten und Erwarten. Er betreut die Geduld. Er verrät nicht den Glauben an das Wissen. Er ist sicher: Schönheit und Güte des Menschen kommen von dem, was er glaubt, nicht von dem, was er weiß.

Was aber glauben wir? Das ist eine der großen Fragen, die Lehnerts Werk durchziehen. Doch ist es bei ihm weniger eine Frage des Zweifels als eine des Offenhaltens. Offenhalten, damit etwas einströmen kann. Alles Verweisen auf das Religiöse geschieht lautlos, wie im Verborgenen, in äußerster Diskretion. Die Poesie unterwirft sich nicht. Gott ist ihr ein unbewohnter Name, „ein reines, leeres Feld“. An einer Stelle heißt es: „Was ich glaube, ist ganz unverstanden.“ Im Gedichtband „Windzüge“ findet sich der Zweizeiler: „Der Gott, den es nicht gibt, in mir ein dunkler Riß, ist meiner Seele nah, sooft ich ihn vermiß.“

Lehnert ist einer, der erst spät zur Religion fand. Er ist gewissermaßen als Erwachsener in sie eingewandert. Einwanderer sind immer auch Auswanderer. Sie verlassen ihr Herkunftsland, weil ihnen dort etwas fehlt.

Was aber fehlt dem, dessen geistige Existenz ohne Gottesbezug ist? Lehnert würde sagen: Es fehlt ihm der Sinn dafür, dass etwas fehlt. Am Ende ist es ein Fehlen am Wort, dem religiösen Wort, dem reinigenden, heilenden, tröstenden, fragenden, verheißenden, verwandelnden Wort, an einem Wort der Zusage, einem Wort, das selig macht und nicht aus Menschenmund ist.

Zurück zum kraftvollen Wort
Zu solchem Wort muss die Kirche zurückfinden, wenn sie die Krise überwinden will, in der sie steckt, eine Krise, die durch weitere Politisierung und noch größere Nähe zum Zeitgeist nicht zu überwinden ist. Wenn es die Prediger nicht schaffen, aus tiefentheologischer Sprachlosigkeit und uninspirierter Gottesrede herauszufinden, helfen nur Poeten. Der Schweizer Pfarrer Kurt Marti sagte einmal: „Vielleicht hält Gott sich einige Dichter, damit das Reden von ihm jene heilige Unberechenbarkeit bewahre, die den Priestern und Theologen abhandengekommen ist.“

Vergessen wir nicht: Die Sprache des Glaubens ist ein großes Geschenk der Religion. Sie schafft Heimat in einer Welt, in der wir Gott die Ehre geben. Diese Welt reicht weit über das Ich des einzelnen Menschen und seinen Horizont hinaus. Religion ist außerweltliche Beheimatung des von innerweltlicher Unruhe getriebenen menschlichen Geistes. Sie kündet, um mit Blaise Pascal zu sprechen, vom „Glück des Menschen mit Gott“ und vom „Elend des Menschen ohne Gott“.

Für Ohren, denen das wie aus der Zeit gefallen klingt, sei daran erinnert, dass es eine Ehre des Glaubens ist, unzeitgemäß zu sein.

Dr. Sebastian Kleinschmidt ist Essayist und Verfasser zahlreicher Schriften zu Literatur, Philosophie und Religion. Er war u.a. von 1991 bis 2013 Chefredakteur der Literaturzeitschrift „Sinn und Form“ und ist Mitherausgeber der in der Evangelischen Verlagsanstalt erscheinenden Reihe „Georgiana. Neue theologische Perspektiven“. Zuletzt erschienen „Kleine Theologie des Als ob“ (Claudius Verlag) und „Lob der Autorität“ (Matthes & Seitz, beide 2023).
www.eva-leipzig.de


Dieser Artikel ist ein Beitrag aus der aktuellen Preussischen Allgemeinden Zeitung(PAZ). Weihnachtsausgabe 2023 . Der Autor ist assoziiert mit der evangelischen St.Georgsbruderschaft in Erfurt (Bonhoefferhaus).

Kommentare

sitra achra am 29.12.23, 13:20 Uhr

Das dogmenhermeneutische Modell des Christentums ist in seiner Komplexität und Universalität mit kosmischem Anspruch ein bemerkenswertes und bewunderungswürdiges kulturhistorisches Erbe…

Blog Michael Wohlfarth e-mail Adresse: Fam.Wohlfarth@t-online.de

Zum Herunterladen:

Titel-Bild Anthony Lowe Altenburg/Th.

Fotografie:Edgar Nönnig, Thonhausen

Leuchte mein Stern leuchte

Leuchte, mein Stern leuchte, führe mich zu den Ereignissen des Jahrhunderts, dass ich immer dort bin, wo viel los ist und ich nichts verpasse – das könnte die magische Beschwörung einer lebenshungrigen Generation sein – immer gewesen sein.

Oder ist es in Wirklichkeit der stille Glanz nicht der grellleuchtenden Sterne, sondern des einen von Bethlehem, der uns lehrt, dass im Unscheinbaren, ja oft in der Armut die Größe liegt. – Was haben wohl die gebildeten, die Magier, die Wissenschaftler, die Studierten, die Zauberer gesucht, als sie den Stern der Jahrtausende gesehen haben und ihm folgen? Sie haben Weisheit gesucht, Macht, Menschen zu beherrschen, Reichtum des Geistes, Wissen ist Macht, Esoterik, Spiritualität, Geheimwissen. – Und was haben sie gefunden? Das Einfache, das Schlichte, ja das Alltägliche war das Geheimnis des Lebens und des Glaubens, der Religion und Spiritualität. Das Kind wurde ihnen zum Gericht über alles Streben ihrer Eitelkeiten und sie sanken ehrfurchtsvoll auf die Knie und schämten sich ihres Hochmutes. Leuchte, mein Stern, leuchte, leuchte in meiner Dunkelheit und in der Dunkelheit meiner Zeit und aller Zeiten, der Zeit meiner Eltern und Voreltern, des Krieges, der Kriege, die Zerstörung, Unglauben und Wut produzierten, Hass und Klassenhass, Unbarmherzigkeit und Unfrieden auf Dauer, Stacheldraht für Andersdenkende und Andersglaubende, Rassenwahn und Größenwahn. Leuchte in Auschwitz, du gelber Davidsstern, leuchte in den Gefängnissen Stalins und Ulbrichts, du Stern Jesu, leuchte in unsere dunkle Vergangenheit, damit die Zukunft licht sei für uns und unsere Kinder. Zwei Dreiecke, gleichschenklige, gegeneinander gelegt, zwei Dreiecke, die das Auge Gottes symbolisieren, sind ein Stern, der Stern Judas, der Stern an Eisenbaums Jackett in Schindlers Fabrik, auf seiner Liste. – Du stehst auf dem Gottesacker und siehst dir die Gräber an, was siehst du? Du siehst einen Stern vor dem Geburtsdatum eines Menschen. Datum heißt auf Deutsch Geschenk. Es ist Lateinisch. Die Geburt eines Menschen ist ein Geschenk. Die Geburtsrate in der ehemaligen Zone ist dramatisch gesunken, einmalig in der Menschheitsgeschichte. Das ist ein totalitärer Vorgang. Es ist zuviel käuflich. Oder? Wir kommen damit nicht zurecht. Es ist nicht nur ein Gefühlsstau, ein Kulturstau ist das, ein Zivilisationsstau… Es ist Weihnachten. Der Stern von Bethlehem leuchtet wieder. Er lockt die Weisen aus dem Morgenland. Lockt er auch uns mit unseren Erfahrungen 40 Jahre Sozialismus, 5 Jahre Postsozialismus, vier Jahre Wiedervereinigung ? Und der Schock sitzt tief, der Kulturschock! Oder wiegen die Altlasten zu schwer, und wir können uns nicht mehr auf den Weg machen in den Wüstensand……? Das Wunder ist das Kind, vielleicht im Luxus noch größer als im Elend. Alltäglich eigentlich. Das ist der Trost. Wie oft haben das Eltern schon empfunden in Notzeiten, in guten Zeiten, in schlechten Zeiten. Das Wunder ist das Leben, das sich nicht selber genügt, das ewige Leben? Ein Wunder, sagen wir, wenn wir noch natürlich empfinden können und uns freuen können. – Der Stern sagt mehr. Gott i s t das Geheimnis der Welt. Der Stern über der Felsengrotte in Bethlehem sagt unendlich mehr, und deswegen kann er uns auch ermutigen. Das ist das Kind in der Armut, das Kind in der Krippe. Das Kind ist Jesus. Der Stern ist der Stern der Verheißung, der Hoffnung, der Rettung. Wir haben den Richter erwartet, eigentlich das jüngste Gericht, aber Christus ist gekommen, das Kind in der Krippe. Die Krippe ist aus Holz. Sehr irdisch, Kreuze sind auch aus Holz. Vor einem anderen Datum – gegeben – auf dem Stein, auf dem Holz. Wie die Geburt.

Stern und Kreuz verweben sich ineinander. –

Leuchte, mein Stern, leuchte, in der Dunkelheit des Aufruhrs, in der Abenteuerlust der Jugend, in der Unlust und dem Murren der Alten. In dem Besser – Wissen des Mittelalters. In der Herrschsucht der Männer und der List der Frauen. – Alle haben wir einen Lebensstern. Manche gucken nach dem Horoskop, um seine Bahn vorausberechnen zu können wie die Magier vor zweitausend Jahren und die Esoteriker von heute und die Sekten von vorgestern. Seit Christi Geburt, seit 1994 Jahren ist der Lebensstern der Stern Christi, ist unser Weg, an dessen Rand Kreuze zu finden sind, der Weg Christi. Sein Stern ist unser Stern, sein Kreuz ist unser Kreuz. Geheimnis des Glaubens, Geheimnis des Lebens, auch wenn es uns nicht bewusst ist. Ob wir es bejahen oder nicht. – Natürlich kann man da auch von einem Kulturkreis sprechen.

Aber nein, heute Abend wollen wir es so sagen. Wir wollen es uns wieder bewusst machen, das Geheimnis der Menschwerdung Gottes, an der wir teil haben durch unseren Glauben an Jesus Christus. GOTT will in uns Wohnung nehmen. JESUS bleibe meine Freude! – Das Geheimnis der stillen heiligen Nacht. Geheimnis der Weihnacht. Geheimnis des gläubigen Herzens. Gott schenke uns Frieden und Stärke und das Licht …. Leuchte, mein Stern, leuchte, leuchte in Russland und Jugoslawien aber besonders in mir, damit ich Frieden bringe, wo man sich hasst, Mut wo Angst ist, Leben, wo Tod.

Amen. Amen. Amen.

Diese Predigt wurde 1994 in der Brüderkirche zu Altenburg gehalten und soll heute besonders gelten in der Epiphaniaszeit 2024.

Also 30 Jahre später. Schreiben Sie mir, was sie sagen wollen. Wenn, ja wenn…

Michael Wohlfarth, diese Predigt ist abgedruckt in :“Predigen auf dem Markt“ epubli berlin und Frommverlag Saarbrücken. Folgend literarische Visitenkarte. Hergestellt nach BB (BerlinBuch)

Anthony Lowe, Altenburg oben : sagen wir New York und Perspektiven seiner Heimatstadt.

Und fotografiert

Edgar Nönnig

Winterbilder Thonhausen und Wettelswalde im Landkreis Altenburg (ehemals Schmölln), meine erste Pfarrstelle in Thüringen von 1975 bis 1988.

Altenburg von 1988 bis 2007.

Advent

Guten Morgen liebe Leser und Leserinnen,

wir wünschen Ihnen einen schönen 3. Advent.

Der 4. Advent wird gleichzeitig vom Datum her am Abend der Heilige Abend werden, auf den die Kinder so sehnlichst warten, weil es dann die Geschenke gibt. Das wissen sie und da sollen sie auch wissen.

Wir fahren heute in ein Pflegeheim, um dort Weihnachten vorzufeiern. Wir werden versuchen an die Weihnacht zu erinnern und damit herbei zu singen und zu beten durch die Lesungen in der Heiligen Schrift, die Zeugnisse der Bibel, dem Grundlagenbuch unserer geistigen und kulturellen Geschichte mit allen Gegensätzen und Harmonien.

Advent ist Busse. Das ist leider ganz und gar verloren gegangen. Eben Vorbereitung. Buße ist Hinleitung zur Freude, weil wir Gott alles übergeben können, was uns belastet durch den Kreuzestod seines lieben Sohnes Jesus Christus. Deswegen haben die Franziskaner die Krippe erfunden, die aus dem selben Holz geschnitzt ist wie das Kreuz. Das ihre Weihnachtsverkündigung.

Also wenn wir heute im Advent Gottesdienst feiern und die alten Geschichten hören, wie der Jungfrau Maria in der Tradition der Engel Gabriel in Nazareth verkündet, dass sie auserwählt ist, den Heiland in die Welt zu bringen oder die Begegnung der beiden Frauen Maria und Elisabeth mit einer weiten Wanderung durch die Wüste, schließlich die Geburt Jesu in Bethlehem mit Verkündigung an die Hirten auf dem Felde, dann werden wir das tun in Vorbereitung und Busse für Weihnachten, damit Christus geboren werden kann in uns und durch uns immer wieder in unserer Welt, gezeichnet besonders in diesem Jahr durch den Ukrainekrieg und dem Krieg in Gaza.

Ich möchte Ihnen diese Gebet mit geben, welches ich auf einer Karte der Deutschen Bibelgesellschaft gefunden habe:

Herr, unser Gott, der Krieg in der Ukraine hält weiter an. Wir bitten um Frieden. Öffne Augen, Ohren und Herzen derer, die Macht haben und Verantwortung tragen, dass sie sehen, was den Menschen und dem Wohl der Völker dient. Sei Kindern und Erwachsenen nahe, damit sie wieder Mut und Hoffnung für ihr Leben schöpfen. AMEN.

Die Predigt „Leuchte, mein Stern leuchte“ ist das erste Mal in meiner letzten Dienstgemeinde von mir gehalten worden. In Altenburg, in der Brüderkirche, in der die Friedliche Revolution in dieser thüringischen Stadt ihren Ausgang nahm. Wenige Jahre nach 1989. In einer Zeit der großen Unsicherheit: WAS SOLL WERDEN.

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass wir den Stern nicht aus den Augen verlieren der uns zurück bringen will, damit wir ein zu Hause haben, zurück in die Welt, die Gott geschaffen hat und so geliebt hat, dass er seinen eingeborene Sohn für sie gab.

Ihr

Parrer i.R. Michael Wohlfarth

Quelle: Michael Wohlfarth, „Predigen auf dem Markt“, Predigtreihe, epubli.

Bitte aufrufen in allen Portalen oder in guten Buchhandlungen bestellen. Falls Sie Interesse haben. Eben da „Glauben und Erkennen“.

Weihnachtspredigt in unsicherer Zeit

Zum Volkstrauertag

Predigt Matthäus 25


Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,


1


Den Volkstrauertag gibt es in der Bundesrepublik Deutschland offiziell seit 1952.


In der DDR gab es einen Tag im September, der in antifaschistischer Parallele als Tag des Gedenkens galt.


In den 20iger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde in der Passionszeit der Gefallenen im 1. Weltkrieg gedacht.


Wenn wir die Hitlerzeit nicht ausklammern, merken wir schon, wie schwierig es ist für ein Volk, mit seiner eigenen Geschichte umzugehen.
Allein an Hand dieses Kasus und eines entsprechenden würdigen Datums.


In Berlin und um Berlin herum beeindrucken mich am meisten die Gedenktafeln für die Opfer von Diktatur und Gewalt und die Gefallenen der Kriege am meisten, wo auch unsere Zeit von 45 bis 89 nicht verschwiegen wird: als Erinnerung an die Möglichkeit, dass wir leicht immer wieder zu Unmenschen werden und vergessen, dass Gott in unsere Herzen die Fähigkeit zu Treue und Glauben gelegt hat, um dem Nächsten zu dienen.


Und ihn nicht zu töten.


Wie einen Feind.


Insofern sind alle diese Erinnerungstage Bußtage, damit wir umkehren zu dem Bild Christi, dem eigentlichen Bild des Menschen, welches uns hilft vergeben und verzeihen zu können, damit froh sind in allem Leide.


Und leben.


2


Nicht umsonst stellt uns Christus in seinen Kreis.
In den Weltkreis.
Als Weltenrichter, als König mit den himmlischen Heerscharen.
Zur Linken und zur Rechten.
Zu den Böcken und zu den Schafen, wie ein Hirte in den Bergen.


Die eine Rede von IHM


Wo wart Ihr?
Ihr habt mich nicht besucht.
Wo wart Ihr?
Ihr habt mir nicht zu essen gegeben.
Wo wart Ihr?
Ihr habt mich nicht bekleidet, Ihr habt mir nichts zu Trinken gebracht, als ich am Verdursten war.


Ja, HERR, wann?
Wir haben Dich, HERR, nicht gesehen.
Wir haben niemanden gesehen, der am Verdursten war, am Verhungern, nackt und bloß.


Weil Ihr den Geringsten nicht kennt.
Nicht erkennt als den Gekreuzigten und Geschundenen.
Als den Christus, er euch erinnert an das Jüngste Gericht:


Dass es ein Recht gibt.


Einen Heiligen Ernst.


Weil Ihre Euch untereinander nicht kennt als die Elenden und Erniedrigten. Und Euch darum nicht helfen könnt als Nachbarn, Arbeitskollegen.
Im Alltag.
In Eurer Isoliertheit.
In Eurem Individualismus.
In Eurer Zanksucht und Rechthaberei.


Weil Ihr euch selber so verstellt, dass ihr selber nicht erkannt werden könnt als die, die ihr seid. Und die ihr sein solltet: Kinder Gottes. Brüder und Schwestern, die beieinander wohnen und das Mahl des HERR feiern als der eine Leib Christi.


Wir haben also eine Verantwortung, dass wir uns gegenseitig erkennen in der Liebe Christi, in der Vollmacht des Leidens Jesu am Kreuz und in der Kraft SEINER AUFERSTEHUNG.


Die andere Rede von IHM:


Und Ihr zu meiner Rechten, ihr habt mich besucht, erkannt, gekleidet, wart gastfreundlich zu Armen und Elenden an Leib, Seele und Geist.


Ja, HERR, wann?


Ihr wart im Gefängnis und habt euch nicht gescheut dort hin zu gehen und zu fragen und Antworten zu hören, die euch erschreckt haben.


Ihr wart bei den Jungen, die Durst hatten nach Liebe und dann in Entziehungskuren gelandet sind.


Ihr wart bei den Pandemie-Kranken, die auf Besuche gewartet haben.
Bei denen, die Gott suchen und die verspottet wurden.
Bei denen, die nicht zurecht kommen mit der Schuld ihrer Vorfahren, die sich Vorwürfe machen wegen Not, Krieg und Elend in der Welt und die Paläste stürmen wollen. Bei denen, die einen Vater brauchten. Bei denen, die den Verlockungen der Freiheit erlegen waren und jeden Halt verloren haben.


Bei denen, die hungrig sind nach Leben und nie satt werden.


Ihr seid die Gesegneten des HERRN.




Wann haben wir die getröstet, die müde und matt waren, die voller Scham waren, auf die alle mit Fingern gezeigt haben.
Wann haben wir sie besucht?
Es war für euch selbstverständlich.
Deshalb habt ihr es vergessen.
Jedenfalls in der Aufzählung der guten Taten.
Ihr seid gesegnet.


3


Die Möglichkeiten der Gemeinde Jesu, seiner Kirche müssen genutzt werden, sagen auch die vorhergegangen Perikopen von den klugen und törichten Jungfrauen und von dem ängstlichen Mann, der seinen Schatz des Glaubens vergräbt, um nicht anzuecken, weder bei seinem HERRN nicht bei allen anderen, die ihm begegnen könnten.


So werden die klaren Gerichtsworte des Königs der Könige Wegweisung und Ziel und nicht Einschüchterung. In der Gemeinde Jesus findet die Umwertung aller Werte statt und aus Angst wird Hoffnung, aus Fluch Segen.


Gebet: HERR wir bitten dich, die wir mitten in der Geschichte unseres Volkes und unseres Lebens stehen, dass wir deinen Zuspruch hören und die Chancen wahrnehmen können, die du verheißt, wenn wir auf dich sehen und dir nachfolgen. AMEN.

Seligpreisungen

1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg. Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. 2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: 3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. 4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. 5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen[1]. 6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. 7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. 9 Selig sind, die Frieden stiften[2]; denn sie werden Gottes Kinder heißen. 10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. 11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen. 12 Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

Reformationstag 23 Berlin Köpenick St. Laurentius Abendgottesdienst mit

Heiligem Abendmahl

Evangelium und Predigt Matthäus 5 1 – 11

Weitere vorgeschlagene Lesungen:

Epistel Römerbrief Kapitel 3, Verse 21 – 28

Altes(Erstes) Testament 5. Mosebuch (Deuteronomium)

Kapitel 6, Verse 4 – 9

Liebe Gemeinde, liebe Brüder und Schwestern,

Am 9 Oktober haben wir nach 34 Jahren an den entscheidenden Umzug rund um Leipzig auf dem Leipziger Ring gedacht, wo der Ruf erschallt ist: REIHT EUCH EIN und nach dem Fall der Berliner Mauer die Bildzeitung titelte – ganzseitig – Hölderlin: SO VIEL ANFANG WAR NOCH NIE. Und: NUN DANKET ALLE GOTT.

Warum sage ich das, heute zum Reformationstag.

Vor über 500 Jahren hat Martin Luther der Überlieferung nach seine Thesen öffentlich gemacht. Vor genau 125 Jahren wurde in Jerusalem die Evangelische Kirche in Jerusalem unter Beisein des deutschen Kaisers und seiner Frau Auguste, Kirchenguste, eingeweiht. Sie erhielt den Namen ERLÖSERKIRCHE. Vor einigen Jahren musst die Berliner Politik entscheiden, ob sie den Reformationstag zum gesetzlichen Feiertag erklärt oder einen andern Traditions – Tag für eine andere Sache. Sie hat sich für die Frauen entschieden und den kommunistischen Frauentag am 8. März zum zusätzlichen Feiertag in Berlin erklärt.

Es ist uns aber unbenommen heute Abend der Reformation durch Martin Luther zu gedenken und an die Gründung damit des ersten Deutschen Pfarrhauses mit Katharina von Bora, der Unternehmerin im wahrsten Sinne des Worte an der „wirtschaftlichen Spitze“. Von ihrem Ehemann oft scherzhaft „Herr Luther“ genannt.

Die Bergpredigt, hervorgehoben die Seligpreisungen Jesu, als Spitzenpredigt des Christentums als Hauptlesung und Predigttext im Gedenken der Reformation.

Die Bergpredigt, hervorgehoben die Seligpreisungen Jesu, als Dauerlesung bei unzähligen Friedensandachten, die schließlich zur WENDE in der Weltgeschichte wurden, als Stärkung zur Durchführung und Organisation des Friedlichen Protestes von 1989 mit dem Kipppunkt am 9. Oktober auf dem Leipziger Ring. Die BERGPREDIGT im Rücken. In der Tradition der Reformation Luthers, Zwinglis, Melanchthons und Calvins im deutschsprachigen Raum. Diese LEISTUNG der Evangelischen Kirche wir heute gerne ein wenig hint an gestellt. Das ist ein großer Fehler und bedeutet übrigens auch die Weiterverantwortung der Evangelischen Kirchen in den neuen Bundesländern und auch ihr Mitspracherecht.

Scheinbar waren diese Überlegungen nicht gegenwärtig bei der Suche nach einem zusätzlichen Feiertag in der Hauptstadt des wieder vereinigten Deutschlands.

Ich finde das schade.

Und ich kenne auch den Berg im heutigen ISRAEL, auf dem Jesus der biblischen Überlieferung nach stand und seinen Nach-Folgern und Nachfolgerinnen zurief:

Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Was waren das für Menschen, die Jesus nachgefolgt sind, um ihn zu hören und ihn zu bitten:HERR LEHRE UNS BETEN, DAMIT WIR GLAUBEN KÖNNEN UND EINEN HALT HABEN IM LEBEN.

Das waren ganz einfache Leute. Fischer, Handwerker, Selbständige, Mittelstand aber auch die Oberschicht, Schriftgelehrte, Juden und Nichtjuden. Sie suchten Trost und waren verzweifelt wegen der vielen Enttäuschungen in ihrem Leben. Wegen des vielen Streitens unter Verwandten und Freunden, in den Familien , in der Nachbarschaft. Innerhalb der Gemeinde und der Kirche. – Wie heute.

„Das Herz ändert sich nicht“, habe ich gelesen bei Franklin Graham.

Vieles, sehr vieles hat sich geändert in 2000 Jahren, in 150 Jahren, in 34 Jahren: das Herz ändert sich nicht. Und dafür ist das WORT DES HERRN JESUS CHRISTUS: SELIG SIND DIE FRIEDFERTIGEN, denn sie werden Gottes Kinder heißen, gesagt und aufgeschrieben als das Wort Gottes, als die Heilige Schrift: gestern, heute und von Äon zu Äon.

Auch für uns in unserer Zeit des Krieges im Osten Europas, nicht weit von uns. Es ist der SCHALOM, der gemeint ist, den wir stiften sollen und es auch können in der Vollmacht des Heiligen Geistes, den der Sohn Gottes seinen Mitbrüdern und – Schwestern, den Kindern Gottes verheißen hat. Wenn sie um ihn bitten.

Frieden ist nicht einfach die Abwesenheit von Krieg, sondern die Anwesenheit Gottes, seines Heiligen Geistes, lese ich in einem Herrnhuter Losungs – Text dieser Tage, ausgesprochen von der Gründerin einer Schwesternschaft, Eva von Thiele Winkler und erfahren von vielen Christen und Christinnen. Also mitten im Krieg muss und kann auch der Frieden sein im Glauben an den Dreieinigen Gott. Aber dieser Frieden der Herzen, den Jesus verkündet und schenkt macht uns auch fähig, Frieden zu stiften in unserem Umfeld, im Alltag, ja, sogar in Kriegen. Macht uns fähig zu handeln – auch für den Welt-Frieden. Den Weltlichen. Für andere.

Deswegen beten wir für den Frieden für uns – und die Welt. ES bleibt uns auch gar nichts anderes weiter übrig. Auch darum zu bitten, dass Juden, Muslime und Christen im Frieden zusammen wohnen können, in einer Stadt, in einem Land. In Deutschland und Palästina.

Mit allen anderen Seligpreisungen ist dieses Wort vom Frieden zu uns gesprochen:

Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen . Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind, die Frieden stiften ; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen. Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

Und es verheißt uns Glück im Leben und Seligkeit im Sterben.

Es ist ein Gegenentwurf zu dem Üblichen: Krieg ist immer in der Geschichte der Menschheit, Frieden die Ausnahme. Das hat gerade unser deutscher sozialdemokratischer Verteidigungsminister erkannt und mitgeteilt angesichts der gegenwärtigen weltweiten Situation.

Christus ruft uns in die Gemeinschaft der Glaubenden, damit wir in all der Unruhe der heutigen Tage Zeit finden für Gott und seine Gebote und konstruktiv trotz aller Niederlagen im Glauben und im Leben an seiner Kirche bauen können. Die wir bekennen im 3. Artikel unseres Christlichen Glaubensbekenntnisses, um zu verhindern, dass die Gedanken des Friedens aufhören unter uns und unsere Pflicht als Christen vergessen.

Denn selig sind wir, wenn wir Gottes Wort hören und Glauben finden durch IHN, damit wir es auch tun können in dieser Welt. Amen.

Zur Linken und zur Rechten

Predigtgottesdienst am 29.10.2023

in Grünau Don Ugletti-Platz und Bohnsdorf Dorfplazt 9.00 Uhr und 10.30 Uhr

Berlin Treptow-Köpenick

Liebe Gemeinde, das ist unser Predigttext für den heutigen 21.Sonntag in der Trinitatiszeit, ein ganzer Tag trennt uns vom Reformationsfest.

„So zog Abram herauf aus Ägypten mit seiner Frau und mit allem, was er hatte, und Lot auch mit ihm in s Südland.

Abram war sehr reich an Vieh, Silber und Gold.

Und er Zog immer weiter vom Südland bis nach Bethel, an die Stätte, wo zuerst sein Zelt war, zwischen Bethel und AI, eben an den Ort, wo er früher den Altar errichtet hatte. Dort rief er den Namen des HERRN an.

Lot aber, der mit Abram zog, hatte auch Schafe und Rinder und Zelte.

Und das Land konnte es nicht ertragen, dass sie beieinander wohnten; denn ihre Habe war groß und sie konnten nicht beieinander wohnen.

Und es war immer Zank zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten von Lots Vieh. Es wohnten auch zu der Zeit die Kanaaniter und Perisiter im Lande.

Da sprach Abram zu Lot:Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten; denn wir sind Brüder.

Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von mir! Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten, oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken.

Da hob Lot seine Augen auf und besah die ganze Gegend am Jordan. Denn ehe der HERR Sodom und Gomorra vernichtete, war sie wasserreich, bis man nach Zoar kommt., wie der Garten des HERRN, gleichwie Ägyptenland..

Da erwählte Lot die ganze Gegend am Jordan und zog nach Osten. Also trennte sich ein Bruder von dem andern, sodass Abram wohnte im Lande Kanaan und Lot in den Städten am unteren Jordan. Und Lot zog mit seinen Zelten bis nach Sodom“.

Liebe Schwestern und Brüder, den letzten Vers diese Kapitels aus dem Ersten Mosebuch hat man weggelassen. Es ist Vers 13 aus Kapitel 13 und lautet:“Aber die Leute zu Sodom waren böse und sündigten sehr wider den HERRN“. Vielleicht hatten die Vorschlagenden dieses Predigttextes die Befürchtung, jemand käme auf die Idee und meint: Ein vergifteter Vorschlag von Vater Abraham, der damals noch ohne das zweit A geschrieben wurde für uns.

Vergiftet kommt oft vor in unserem Zeitungsdeutsch. Was alles vergiftet ist in der Politik unter sogenannten politischen Freunden – und Feinden.

In unserer Kriegspropaganda, wo man meint, es geht doch gar nicht um Berichterstattung und Wahrheit, sondern um Schlagzeilen und Lesergewinnung – eben auf vergiftete Weise.

Ja, die Redaktion dieser Erzählung wusste mehr als Abram. Sie kannte die weiterführenden Geschichten von Abram und Lot, von Sara(i) und Lots Frau.

Wir ja auch: Aus unserer christlichen Sozialisation mit Taufe, Christenlehre und Konfirmation.

Hoffentlich (SMAIL).

Und natürlich schrieb sie das mit hinein in das Erste Buch Mose.

Bitte also nicht missverstehen.

„Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir.“

Schön, wenn wir die Freiheit und den dazu gehörenden Mut haben uns nicht die Meinung zu sagen, wenn etwas nicht stimmt, sondern es auszusprechen, was uns belastet. Das ist schwer. Das kann nicht jeder.

Viel Arbeit für gute Seelsorger und Seelsorgerinnen in der Gemeinde aber auch in meinem privaten Leben.

Volle Anmeldelisten bei Psychatern und Psychaterinnen!

Um Frieden zu finden und endlich aufhören zu können mit Kriegen, wo es um Besitz geht, um Wohlstand, um das Wasser des Lebens – dann sind es Religionskriege- auch ganz persönliche: Wer hat die Wahrheit gepachtet. Wer nicht.

Die Geopolitik, die Infrastruktur in unserem ganz persönlichen Leben.

Dass die in Ordnung geht als Voraussetzung für alle friedensstiftenden

Bemühungen unsererseits, was die große Weltpolitik angeht, die zur Zeit einen Kriegszustand beschreibt. – Und wir sollen und wollen für den Frieden in unseren Herzen und in der Welt beten!

Das fängt natürlich zu Hause an. Das fängt in den Familien an, zwischen Geschwistern auf de Teppich des Wohnzimmers, wo um die Spielsachen gerade gekeilt wird. – Eine gewisse Trennung – verschiedene Kinderzimmer ist schon ein Beitrag!(SMAIL).

Da sind wir bei der Archaik unserer biblischen großartigen Kinderbibel.

„Wir sind doch Brüder!“

Das ist jetzt nicht ausschlaggebend, ob Abram und Lot Geschwister waren im Sinne einer Kirchenbucheintragung oder beim Standesamt. An anderer Stelle ist es der Onkel und der Neffe. Weil sie verwandt sind, wollen sie sich nicht zanken – und ihre Angestellten sollen es auch nicht in dem großen Familienbetrieb mit Hunderten von Mitarbeitenden. Darüber gibt es ganz gute Fernsehserien.

Oder gab es sie.

Abraham der zukünftige VATER DES GLAUBENS glaubt Gott und ist deshalb gesegnet – wir haben es gehört: mit allem, was das Herz begehrt.

Aber er ist nicht der Reiche Mann, der den Lazarus „verrecken“ lässt vor seiner Haustür.

Und der nicht sagt: „Iss und trink, liebe Seele – und morgen bin ich tot.“

„Du Narr, sagt der HERR zu ihm.“

– Ernte – Dank-Evangelium. Der ostpreußische Dichter Werner Bergengrün hat ein großartiges Gedicht dazu verfasst. Eines meiner Lieblingsgedichte.

Nein, er ist klug. Und hat die Gabe der Weissheit. Er schämt sich seines Glaubens nicht und auch nicht seines Alters gegenüber dem jungen und dynamischen Neffen. Er sagt es. Was es ist. Und wie es ist.

Da wird man gehört. Erstaunlich genug.

Sie gehen getrennte Wege und sind doch geeint.

Das nannte mein Vater geistlichen Verstand.

Abram und die von Gott geheiligte Vernunft. Die auch Familien gedeihen lässt. Auch die Familie Gottes. Die Gemeine Jesu Christi. FAMILIA DEI. SEINE KIRCHE, die wir bekennen in unserem Glaubensbekenntnis.

Das ist der Weg mit ihm. Das ist unser Weg, wenn es kompliziert wird.

Das geht, wenn wir in der Verheißung leben. In der Hoffnung.

Gott schenke es uns.

…wieder zu Hause…zum „Tag der Deutschen Einheit“

Robinsonate oder mein zu Hause nach Landsberg, Danzig und Kollberg…

hier ein paar Eindrücke der Berliner Buchmesse.

epubli/Eigenverlag Michael Wohlfarth/ Günter Schade EPUB-Satz und Lektorat DER GRÜNE SALON, Fortsetzungsroman von AMERICA (bei Fam.Wohlfarth@t-online.de als Druck erhältlich).

DER GRÜNE SALON als 2. E-BOOK -Ausgabe erhältlich in SHOP EPUBLI mit erhöhtem Gewinn für Autor und Herausgeber, aber auch in allen anderen einschlägigen Portalen.

https://kaparkona.blog; poesis-mugel-mugel-mugel;

Michael Wohlfarths Blog.

Nimm und lies! Die abendländischste Aufforderung.- Wenn man so wil

Wir freuen uns, wenn Sie mit uns in s Gespräch kommen.

Margard und Michael Wohlfarth

K DAMM 2 ARENA TREPTOW-KÖPENICK BERLIN BB d.i.BERLIN BUCH d.i. BUCHMESSE BERLIN vom 30.September bis 1.Oktober finden Sie Margard und Michael Wohlfarth und hoffentlich viel Käufer. Inter esse wäre auch schon gut! D.i.: DAZWISCHENSEIN, DAZWISCHENGEHEN, WENN ES DARAUF ANKOMMT!

Demnächst auch als e-book.

Kriegstagebuch – Aufnahme an einer bayerischen Dorfkirche 2023 im Sommer d. J. – Gedenken an die Gefallenen. – S. auch letzter Rundbrief der Kriegsgräberfürsorge in der Bundesrepublik Deutschland, Berliner Sektion (Jugenabteilung).

Die ganze Front.

Predigten zur Pandemie

In diesem Garten habe ich viel gesetzt, geschrieben und zurechtgezimmert – als die Bäume noch standen. Aufgrund der Aufhebung einer Schonfrist wurden wir gezwungen, die Bäume abzuholzen, damit der Garten abgegeben werden kann. Jetzt bewirtschaftet ihn eine ukrainische Familie .

Sie können protestieren beim Kleingartenverein Zschortau, beim Kleingartenverband Delitzsch und beim Bürgermeister von Zschortau in Sachsen, damit endlich die Kleinkarriertheit aufhört und Gärten nicht dem Statut, sonden denen gehören, die ihn gestalten nach Massgabe ihrer Möglichkeiten.- Das wäre dann Freiheit.

Berthold Brecht: „In diesen Zeiten ist es ja ein verbrechen über Bäume zu sprechen!“ (Aus einem Gespräch im 2, Weltkrieg)