Friedliche Revolution ist Arbeit und Mut
„Die Zeiten, als sich Arbeitsgruppen bei uns in der Brüderkirche in Altenburg trafen, um einen gesellschaftlichen Neuanfang zu wagen, sind m. E. noch lange nicht vorbei. Nur die Menschen sind andere, die Namen – nicht alle – die Ziele sind dieselben geblieben: Erneuerung! Nur die Formen sind vielleicht anders geworden, der Inhalt ist geblieben: Sehnsucht nach einer heilen Welt in einer kaputten Welt. Damals bildeten sich Arbeitsgruppen während der Friedensgebete. Heute ist das auch noch so. Nur: das Friedensgebet ist unter dem Namen MITTAGSGEBET bekanntgeworden. Und die Arbeitsgruppe könnte man nennen: Communität für den Tag, eine Initiative von Senioren für unsere Stadt. Es lohnt sich zu erinnern, um festzustellen: die Formen ändern sich vielleicht, nicht die Inhalte. Jedenfalls nicht die, auf die es ankommt in einem fruchtbaren Leben. Vielleicht meinen das die Juden wenn sie sagen, ERINNERUNG IST ERLÖSUNG. – Wenn ich mir die alten biblischen Geschichten anschaue, merke ich immer wieder, daß es nicht so viel anders ist, als damals, heute! Und ich nehme mich auch nicht mehr so wichtig in meinem Fortschritt, weil ich merke, die Liebe, die Hoffnung, der Glaube waren damals das tragende Lebensmotiv und sind es heute. Damals gab es Liebeskummer, Tod und Sehnsucht nach Vollendung. Und heute auch. Das geht mir nicht nur so mit der Bibel, sondern auch, wenn ich mir eine ausgegrabene Stadt anschaue. Alles da, vielleicht keine Autos. Das war es aber auch schon. So mein Eindruck. Geschichte ist gesund, um seinen Größenwahn aufgeben zu können. Das alles meint das Wort ERINNERN. Ein Sonntag, geneigter Leser und geneigte Leserin, hat für mich deshalb einen besonders schönen Namen. Er heißt REMINISCERE! Er fällt in die Zeit der Leidenschaften, der Passion, der Buße, der Auferstehung. ERINNERE DICH! – Wer sich nicht erinnern will, hat keine Geschichte und damit auch keine Werte für sein Leben, die ihn tragen! Wer sich nicht erinnern kann (nach einem Unfall: unzählige z. T. gute Filme handeln davon), ist schwer geschädigt. Wer eine Zukunft haben will, muß sich erinnern wollen und Gott danken, daß er es kann. Sicher auch das Geheimnis von „DRESDEN“ oder „So weit die Füße tragen“, falls Sie diese Filme gesehen haben. Erinnerung ist ERLÖSUNG? Ja, wir dürfen sogar GOTT daran erinnern, daß er uns Zukunft versprochen hat. Auch das ist ein Teil unserer Gebete im Christlichen Glauben. Und nicht nur sonntags. Einen gesegneten Sonntag mit guten Erinnerungen und Sammeln von Kräften für den Alltag morgen und übermorgen für Sie!“
- Ich habe mich entschlossen diese Kolumne aus meiner Thüringer Zeit in Altenburg in diesen BLOG zu stellen.
Vielleicht ist das hilfreich für alle, die verwirrt sind und nicht mehr wissen, wo es lang geht. Ja, am 3. Oktober d.J. gedenken wir vielleicht unter anderen Aspekten als z. B. zum 10. Jahrestag der DEUTSCHEN EINHEIT dieses im Grunde genommen ja sehr abstrakten Tages innerhalb der deutschen Geschichte. Ein bisschen wie die willkürliche Grenzziehung im Wüstensand 1949, als der Staat ISRAEL gegründet wurde. Vielleicht soll auf diese Weise von vornherein verhindert werden, dass die Emotionen hochkochen. Mehr als zu jedem Wahlkampf – oder doch gerade wie zu diesem Wahlkampf, wo man den Eindruck neuerdings hat: es ist immer auch Kultur, um die es geht. Und Kampf darum. Jeder hat eine andere Vorstellung davon.
Jedenfalls geht mir das nach jeder Presseschau so.
Wir haben die Altenburger Akademie-Offene Kirche am 17./18.Juni 1988 in der Brüderkriche zu Altenburg in Thüringen gegründet mit einer „etwas anderen Presseschau“ auf einem grauen Sack-Tuch, ausgebreitet und aufgehängt, dort wo jeder vorbeigehen musste n a c h einem Konzertbesuch – da kommen die meisten – n a c h einem Gottesdienstbesuch – da kommen in der Regel weniger. „Mit dem Rücken zum Altar, wenn die Sauerorgel aus dem Blickfeld geraten ist unter der Ost-Empore, gehst Du direkt auf die versenkbare Butzenglaswand zu, die die Taufhalle vom Rondell des Kirchenschiffes trennt“.
Dort genau hing sie, die etwas andere Presseschau. Das sprach sich herum. Der Zuständige für Kirchenfragen im Sozialismus des Kreises Altenburg tauchte sofort auf und interessierte sich. Die Akteneinsicht war nach 1989 möglich. Solches Echo hat uns immer wieder Mut gemacht und wir machten weiter mit Einladungen in den Kirchsaal, der zum Sprengel gehörte. Der erste Abend: „Weltanschauung“ – ein Dozent des Priesterseminars Erfurt.
Ja, tatsächlich: DARAN denke ich bei dem Begriff DEUTSCHE EINHEIT, ein Abstraktum aus der Politik des Kompromisses auf allen Ebenen. Eigentlich ja gut. Aber wen hat es erreicht im OSTEN?

Also bitte: Friedliche Revolution ist Arbeit und Mut. Und meine Freiheit wird begrenzt durch die Liebe zu meinem Nächsten und auch durch meine Sehnsucht nach dem Frieden. Und immer wieder neu infrage gestellt durch die Suche nach der Wahrheit, die uns ebenso ins Herz gegeben worden ist und in meinen Verstand. Von Gott – wie ich glauben möchte. Und von niemandem anders im Zeitalter der KI.
Deshalb dieses Bild, welches ich mir mitgenommen habe aus meiner letzten Dienstgemeinde an den östlichsten Rand von Berlin-Müggelheim. Es hängt dort, wo die Gebetsanliegen zu sehen sind. Menschen, die von uns gegangen sind. Auch und gerade viele Beter und Beterinnen. – Gott sei uns allen gnädig. AMEN. AMEN. AMEN. SCHALOM:
Hier die Buchauswahl, aus der die Zitate stammen:

