Ich habe mich verpflichtet am Sonntag über acht Tagen in meiner Dorfkirche zu predigen. Das heißt, ich werde mir die angebotenen Texte anschauen, die den Abendmahlsgottesdienst ausmachen sollen. Und in der Reihe, wie sie meine Kirche vorschlägt. Das ist sinnvoll:Vorgeschlagene Texte, nicht von mir ausgewählte. Also nicht meiner Stimmung gemäße Texte, meinem Unbehagen gemäße Texte, meiner Wut gemäße Texte, meinem Zorn gemäße Texte. Oder nach dem Motto: was ich schon immer einmal sagen wollte.

Sondern im Auftrag.

Es geht um die Heilige Schrift, die Bibel, das Alte und das Neue Testament Gottes, sein erstes und zweites sagen moderne Theologen heute, um nicht etwa die Hebräische Bibel als nur“alt“ zu apostrophieren.

Nein, ich wähle sie nicht aus, sondern schaue nach in meinem Losungsheft der Herrnhuter Brüdergemeine oder in meinem mir immer noch zugeschickten Amts- und Dienstkalender. Und möchte sie an meiner Vorbereitung teilnehmen lassen.

Unter Liedern steht ein Predigtlied: Evangelisches Gesangbuch 397 „HERZLICH LIEB HABE ICH DICH O HERR.“ Das Lied hat drei lange Strophen. Es werden noch mehr Lieder gesungen. Soweit bin ich aber noch nicht. Vielleicht haben Sie einen Vorschlag.

Unter Predigt steht dort: Brief an die Gemeinde zu Philippi.

Die Lieblingsgemeinde des Apostels. Einige Verse, die es – wie immer bei PAULUS – in sich haben und Leute dazu bringen außer sich zu sein, vor Freude, vielleicht aber auch im Gegenteil.

Unter Evangelium lese ich Matthäus, früher zumindest nannte man dieses Evangelium das eigentliche Kirchenevangelium. Nirgend wo ist die Spannung Gesetz und Evangelium so ausgebreitet und geht unter die Haut.

Und dann der Psalm.Im Vorschlag Lob und Dank, was mich gewundert hat. Denn der zweite Teil, der Schluss handelt auch von einer möglichen negativen Perspektive.

Dialektik.

Lobpreis und Sehnsucht Gott nahe zu sein in der Wüste, auf der Flucht vor denen, die ihn töten wollen: den Sänger, den König, DAVID.

Gottes Güte ist besser als Leben (Psalm 63 (1) 2-9 (10-12)
1 Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Juda war. 

2 Gott, du bist mein Gott, den ich suche. Es dürstet meine Seele nach dir, mein Leib verlangt nach dir aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist. 3 So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit. 4 Denn deine Güte ist besser als Leben; meine Lippen preisen dich. 5 So will ich dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben. 6 Das ist meines Herzens Freude und Wonne,[1] wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann; 7 wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach. 8 Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich. 9 Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.

10 Sie aber trachten mir nach dem Leben, mich zu verderben; sie werden in die Tiefen der Erde hinunterfahren. 11 Sie werden dem Schwert dahingegeben und den Schakalen zur Beute werden. 12 Aber der König freut sich in Gott. / Wer bei ihm schwört, der darf sich rühmen; denn die Lügenmäuler sollen verstopft werden. 

Und dann Altes Testament,der Prophet, JEREMIA: SEINE BERUFUNG! Vor seiner Zeugung!

Aus einer alten Priester -Dynastie stammend.

(Das wäre dann der Nachteil des ZÖLIBATES).

Und natürlich ziert er sich: zu jung u.s.w..

Wir kennen das.

Immer dasselbe.

Die Aufgabe ist ja auch zu mächtig gewaltig.

Vorstellung und Berufung des Propheten Jeremia (1, 4 – 10)

Dies sind die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, aus dem Priestergeschlecht zu Anatot im Lande Benjamin: 

Zu ihm geschah das Wort des HERRN zur Zeit Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, im dreizehnten Jahr seiner Herrschaft  und hernach zur Zeit Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, bis ans Ende des elften Jahres Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, bis Jerusalem weggeführt wurde im fünften Monat. 

Und des HERRN Wort geschah zu mir: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen. 

Das Evangelium nur drei Verse, zwei Sätze (Mt.13, 44 – 46):
Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft den Acker.  Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und da er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. 

Ja, das ist radikal. Die Radikalität am richtigen Sitz im Leben. Wenn es um das Ganze geht. Um den Sinn des Lebens.

Und nun der Predigttext, auch wie das Evangelium im Neuen Testament , der gleichzeitig als Epistel dient (Briefteil des Gottesdienstes). Wir finden ihn im Philipperbrief des Apostel Paulus, 3. Kapitel, (4b – 6) 7 – 14

Wenn ein anderer meint, er könne sich aufs Fleisch verlassen, so könnte ich es viel mehr, der ich am achten Tag beschnitten bin, aus dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer, nach dem Eifer ein Verfolger der Gemeinde, nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig gewesen.

Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, auf dass ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott kommt durch den Glauben. Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, 1damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.

Das Ziel

Nicht, dass ich’s schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich’s wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin. Meine Brüder und Schwestern, ich schätze mich selbst nicht so ein, dass ich’s ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.

Ja, das ist Leidenschaft. Leidenschaft in Christus Jesus, dessen Name über alle Namen ist. Das ist Argumentation. Nicht umsonst schätzen gerade Marxisten Paulus als d e n Philosophen (Agamben).Haben ihn geradezu entdeckt, für sich, für andere. Und als Jugempfarrer im Altenburger Land? In der Stadt und auf dem Land: „Ja, alles ist Scheiße, nur JESUS nicht.“Das ist keine Blasphemie, auch keine Anbiederung an den Zeitgeist. Und ja, es ist Jugendsprache. Jugendliche haben manchmal auch Recht! Auch und gerade in ihrer Sprache. Im Übrigen ist die Übersetzung so wie s.o.. So war Paulus mit seinem Lebensweg, der hervorragend Rabbi, der junge ehrgeizige Rabbe und Bibelausleger, der diese Sekte verfolgt, von einem gewissen Jesus inspiriert. Sie nennen sich Christen. Sie glauben, Jesus ist der Messias, auf den alle warten um die Welt zu erlösen. Uns alle, damals und heute. Der den Mantel hält für diejenigen, die Steine werfen auf Stephanus, bis er begraben liegt unter den Steinen. „Das geht alles nicht, das ist Gottes Lästerung.“ Aber aus dem Vorzeigegelehrten wird ein Mensch in seinem Wahn, der vom Pferd fällt und eine Erscheinung hat:“Saulus, warum verfolgst du mich?“ „Wer bist du?“ “ Ich bin der, den du verfolgst.“ Wir können das alles nachlesen in der Apostelgeschichte und Paulus selber erzählt es immer wieder.

Weil dieser ehemalige Saul oder Saulus eine Geschichte hat, die zu seiner Namensänderung führt, glauben ihm die Leute. Er weiss wovon er redet.

Soviel aus heutiger Sicht von mir aus gesehen zu den Texten des Gottesdienstes am 17. August d. J..

Mit ein paar Bemerkungen, die neugierig machen sollen, z.B. eine Predigt an zu hören, einen Gottesdienst zu dem Thema zu feiern, das es sich lohnt Christ zu sein.

Dass wir alles andere vergessen können, wenn es um ein erfülltes Leben geht im Glauben an JESUS Christus, um seine Wahrheit in und Gerechtigkeit.

So wie bei dem Kaufmann, der alles verkauft, um diese eine Perle zu bekommen, bei dem Bauern, der alles daran setzt, um den Acker zu haben, in dem der Schatz liegt. – Bitten wir Gott, dass alle Gottesdienste an diesem Sonntag schön werden und uns klarer wird, was wirklich wichtig ist, damit wir leben können. In seiner Güte und in seinem Auftrag!

In der Nachfolge unseres HERRN JESUS CHRISTUS, DEM HEILAND DER WELT.

Herzliche Grüße

Michael Wohlfarth, Pfr.i.R.

Der Gottesdienst findet in Berlin-Müggelheim in der Dorfkirche statt, leicht zu erreichen mit dem 69iger Bus. Und zwar um 10.00 Uhr am 17. August. Es ist ein Abendmahlsgottesdienst.

Veröffentlicht von famwohlfarthtonlinede

Jahrgang 44 Lieblingsbeschäftigung:Schreiben und Predigen.Sehnsuchtsort Ostsee. Wohnort Berlin, Heimat Thüringen. Wenn Du mir schreiben willst, bitte über michael.wohlfarth@t-online.de; https://kaparkona.blog; michael-wohlfarth.jimdo.com; michaelwohlfarth.wordpress.com

Hinterlasse einen Kommentar