Predigt zum Sonntag Quasimodogeniti
Predigttext Jesaja 40,26-31(nach Reisemission Lpz.)
Liebe Brüder und Schwestern,
wenn ich durch die judäische Wüste fahre- wie ein Mondlandschaft bei Leipzig nachdem die Braunkohlebagger still gelegt wurden- fallen mir zuerst die Versuche des Teufels ein, einen jungen Mann von seiner Mission abzubringen durch allerlei Angebote: aus Steinen Brot zu machen, sich von den Zinnen eines Turmes zu stürzen-ohne Verletzung selbstverständlich, die Welt zu regieren.Die Fastenhzeit hat es eben in sich- vor allen Dingen die in der Wüste.Dann fallen mir die Räuber ein bis in die Neuzeit, die die Wüstenwege belagern und vermeintlich Wohlhabende ausrauben-und verbluten lassen-falls nichgt ein Samariter vorbei kommt. Und zuletzt JESAJA, der große Prophet des alten Bundes, des ersten Bundes mit Gott, Jahwäh genannt von den Israeliten.

Wüste ein Fluchtort, ein Fluchort, der zum Segen führt?
Jesaja, der Sohn des Amoz, tröstet im Auftrag seines Herrn Könige und Bettler, Frauen und Männer in den Zeiten des Krieges und des Existenzkampfes Judas.Er erinnert in Zeiten der Politik und der Diplomatie an die Heilsgeschichte und verheißt den Messias, den König der Könige, der kommen wird, um alles in Oednung zu bringen und zu heilen.

Hebt Eure Augen in die Höhe…
Geht aufrecht, auch wenn alle krumm gehen, Gott schenkt Euch die Kraft dazu.
Und vor allen Dingen seht.
Seht die kleinen und großen Dinge des Lebens, die euch Feude machen und verachtet sie nicht als etwas Alltägliches, sondern seht die verborgenen Wunder in Allem.Gott ist das Geheimnis der Welt.Zerstört nicht das Geheimnis des Lebens- und zerredet es nicht. Verfallt nicht dem Machbarkeitswahn. Bleibt Menschen, Ebenbilder Gottes, nur um ein Weniges weniger als ER selber und mehr als die Engel, wenn es darauf ankommt.
Bleibt Teil der Schöpfung und zerstört sie nicht in selbstzerstörerischer Weise.
Gott hat Dich geschaffen und mit Namen ausgestattet und gerufen. Du bist sein. – Der Sinn der Taufe, dass wir das nicht überhören!!!“Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen , DU bist mein.
Ja, sicher heißt das auch sich in der Zeit des Winters und des Sommers zu erfreuen, sich seiner Kinder zu freuen, in der Familie leben, mit Freunden, in der Gemeinde, auf Reisen in der Erfahrung und im Austausch gegenseitigen Erkenntniszuwachses.
Ja, sicher heißt das den 1. Artikel des Kleinen Katechismus ernst nehmen und nach Möglichkeit auswendig lernen: Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat.
Und, ja sicher, fällt mir dazu Paul Gerhardt ein, Matthias Claudius, geschmückte Altäre zu den schönen Festen des Herrn. Die Schönheit der Welt, nicht nur ihr Fluch. Ihre Vergänglichkeit, ja sicher, auch.
Der Nachthimmel, die Erhabenheit der Berge und die Unendlichkeit der See.
Die Wüste, wenn sie blüht, wie es nur die Bewohner dort wissen.

Und auch die Gewalt des Sturmes und die Unverletzlichkeit der Korallen, die die Fähigkeit haben, sich anzupassen in allen Klimalagen.
Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat nach seinem Bild, der mich ins Leben ruft und in sein Reich führt, wenn es uns graut und wir erschauern, wenn uns die
Abgründe des Lebens entgegen gähnen –und wir einen Halt suchen. Wenn wir sagen: Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber.
Es gibt eine Gerechtigkeit, die sich uns nicht gleich erschließt. Und es gibt einen Frieden, der höher ist als alle Vernunft. Die Rätsel Gottes sind befriedigender als die Antworten der Menschen, lese ich auf einer Spruch-Karte zu einem englischen Philosophen.
Ja, im Wald spazieren gehen, auf Berge klettern, den Schöpfer preisen: Gott loben ist unser Amt(Luther). Natürlich bieten sich die großen Dichter an, die Musik, die uns ermuntert in den Tönen SEINER Schöpfung zu jubeln. SOLI DEO GLORIA. Er schenke uns die Sprache und das Lied, einzustimmen in SEINEN HYMNUS.
In BITTE GEBET UND FÜRBITTE.
Ich laufe gern Langlaufski.
Je länger ich laufe und mich einbringe in den Rhythmus von Landschaft, Schnee und Sonne, je mehr klingt das Wort Gottes, welches mich sprechen lehrt: Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.
Wenn Sie einmal in Halle an der Saale vor den Frankeschen Stiftungen stehen sollten, wird Ihnen dieser Spruch besonders auffallen, den sich August Hermann Franke ausgesucht hat für sein Werk.
Ich wünsche mir und Ihnen, die Ausdauer und
Erfahrung im Leben des Glaubens und der Teilhabe an der Welt,in Höhen und Tiefen, dass uns dieser Vers nicht verloren geht, dieser Trost des Ewigen.
Und damit der prophetische Auftrag der Kirche Jesu Christi. AMEN

Unsere Reise ist inzwischen 12 Jahre her und immer noch hoch aktuell.
Chrestos woskress
SHALOM
M.W.