Die Uhr steht. Sie hängt nicht. Sie ist aufgestellt zum fotografieren. Für diesen BLOG. Was will sie uns sagen? Wie Löwe, der Musiker mit seiner Ballade. Vielleicht.

Das ist meine Geschichte, meine Story, mein Plot. Jeden Montag oder Dienstag oder Mittwoch oder Donnerstag oder Freitag – ich weiss es nicht mehr – die vielen Änderungen – bin ich in den Keller der Kirche gegangen, gebeten worden, um dort eine Andacht zu halten, für die Woche, den Tag, den Monat, das Jahr.

Wir haben kleine italienische Maschinen gekauft für die Holzbearbeitung. Es kamen Männer von der Straße, die angeleitet wurden von einem Meister, der mit Holz umgehen konnte. Sie hatten regelmässige Zeiten zu absolvieren. Therapie.

Es wurden aber auch Väter mit ihren Kindern eingeladen, um in der Holzwerkstatt einen lange gehegten Wunsch zu erfüllen: Vogelhäuser und viellicht solche Uhren zu bauen. Puppenhäuser und all das.

Es gab nur kleine Kellerfenster in der gotischen Kirche für diese Werkstatt. Aber eine Holztür mit schmiedeeiserner Halterung. An der Tür stand: HOLZWERKSTATT.

Die Diakonie hat sie getragen, wie man so schön sagt. Sie war die TRÄGERIN. Weil wir immer ein gutes Verhältnis gehabt haben: DIAKONIE UND KIRCHENGEMEINDE ALTENBURG IN THÜRINGEN.

Also, ich bin hinunter gegangen und habe biblische Geschichten erzählt von Joseph, dem Schreinermeister, der ganze Städte mit aufgebaut hat, der der Maria treu geblieben ist. Und der auf fast jedem Weihnachtsbild zu sehen ist.

Das haben sie dann auch umgesetzt und Krippen gebaut. Der ganz besonderen Art. Eine habe ich zu Hause im Ruhestand und stelle sie in dem säkularisierten Berlin vor die Tür auf einen Hocker, damit alle Kinder sie sehen.

Und Erwachsene.

Bis MARIA LICHTMESS.

Säkularisiert ist übrigens nicht das richtige Wort. Das klingt so schön grossartig. Es ist schlimmer. Die Leute wissen nichts von GOTT. Sie sind durchaus in Ordnung, aber mit Religion wollen sie nichts am Hut haben.“Ick bin Berliner. Das reicht“, hat mir einmal ein Handwerksbursche in Köpenick gesagt, als ich ihn um eine Unterschrift bat, damit in Berlin Regulärer Religionsunterricht Volkes Wille wird. Leider schief gegangen. Die Westberliner waren zu faul. Ihre Stimmen haben gefehlt. Dann bei der Abstimmung, nachdem wir sie durchgesetzt haben. Eben mit Unterschriften.

Also jahrelang, bis die Diakonie ein anderes Raumkonzept verwirklichen wollte in Altenburg und die Holzwerksatt verlegte, bin ich als Brüderkirchpfarrer ziemlich regelmäßig in den Keller gegangen und habe die Woche eröffnet mit den Kumpels. Oder den Tag gefeiert. Die Bibel läßt sich viel besser auslegen, wenn die Zuhörer in ihren Tischlerschürzen das Radio abdrehen und tatsächlich einen Vers mitsingen, den wir vorher gelernt haben.

Sie haben zugehört.

Und ich habe ihnen auch zugehört.

Oh ja.

Die Uhr hat eine Batterie und geht, wenn man sich darum kümmert. Sie hing 13 Jahre in unserer Laube im Kleingarten in Zschortau bei Leipzig. Über unseren Liegen. Ich habe sie in meine digitale Galerie aufgenommen, weil der Meister wusste, wie wichtig die Musik ist in der Brüderkirche.

Deshalb hat jemand die Orgel hinein gemalt. Es gab sicher ein Talent unter den Arbeitern, die betreut wurden.

Ein richtige Männer-Uhr.

Mit Liebe zu meinem Geburtstag.

Wie auch die Weihnachtskrippe vom Heiligen Abend bis Maria Lichtmess.

Danke. Nochmals.

Liebe Brüder im HERRN.

Vom Süd-Ostrand Berlins.

Spree in Treptow-Köpenick

Veröffentlicht von famwohlfarthtonlinede

Jahrgang 44 Lieblingsbeschäftigung:Schreiben und Predigen.Sehnsuchtsort Ostsee. Wohnort Berlin, Heimat Thüringen. Wenn Du mir schreiben willst, bitte über michael.wohlfarth@t-online.de; https://kaparkona.blog; michael-wohlfarth.jimdo.com; michaelwohlfarth.wordpress.com

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