
Damit hat es begonnen. 1988 zu meinem Geburtstag habe ich ein sackleinenes Tuch an der Trennwand Taufhalle/Kirchenschiff in meiner Predigtkirche aufgehängt. Es war eine Zeitungsschau wie ich sie kannte aus meiner Tischlerlehre in Themar/Kloster Vessra/Südthüringer Möbelwerke. Nur etwas anders sicher vom Inhalt her. Die Leute haben sie gelesen und der zuständige Mitarbeiter des Rates des Kreises Altenburg auch. Es gab ein Gespräch. Nach diesem Auftakt in meiner neuen Pfarrstelle Brüderkirche II in Altenburg/Ostthüringen haben wir uns zusammengetan mit einem älteren Lehrerehepaar, einem Katholischen Berufsschullehrer, unseren Freunden Fritjof und Beathe Tostlebe, Kerstin Hoppe und ihrem Mann Peter und anderen, denen es wichtig war, dass es so nicht weiter gehen kann. Wir nannten das dann Altenburger Akademie und besuchten die Referenten, die wir einladen wollten zu Vorträgen, die uns weiter helfen konnten zu dem Thema: WELTBILD, GOTTESBILD, MENSCHENBILD.
Für die STASI gab es einen CODE: Charis, Kairos, Metanoia. Das war für mich so etwas wie für die Sklaven post xrestos in der pax romana: Jesus Christus Sohn Gottes Retter der Welt, auf griechisch und digital verschlüsselt aufgebaut mit den Anfangsbuchstaben dieser Worte der Befreiung. Die ergeben dann den berühmten FISCH. DAS FISCHZEICHEN.Alle meine Schüler nach 89 und Konfirmanden schon immer fanden das grossartig. „Geheimnis und stark.“ Die Altenburger Akademie arbeitete bis zum Sturz der Regierung Honecker und eigenltich dachten wir: Wir haben unsere Aufgabe erfüllt. Der Katholische Pfarrer Wantzeck fand das nicht. Er regte an: weitermachen und holte sich dazu die Unterstützung meines Bischofs, Roland Hoffmann, der gerade seine Antrittsbesuche in allen Gemeinden und Superintendenturen machte. Auch in Altenburg. – Wir machten weiter, bis eines Tages, Ende der Neunziger, Birgit Kriesche, eine junge Lehrerin an der ehemaligen Karl-Marx-Oberschule, mich ansprach: Das kann doch nicht so weitergehen. Siehe oben 1988. Schule mit Bekenntnis? CONFESSIO? ÖKUMENISCH! Wir bildeten einen Arbeitskreis im Rahmen der ALTENBURGER AKADEMIE, auch wenn der damalige Superintendent fand, das ganze Unternehmen sei doch nur eine Privatsache von Bruder Wohlfarth. Er hat dann kirchenamtlich die Schule (CONFESSIO, OIKOS,ÖKUMENE), das CHRISTLICHE SPALATIN-GYMNASIUM ALTENBURG ERÖFFNET (Schlagzeile LEIPZIGER VOLKSZEITUNG, die vorher unsere Solidität in Zweifel gezogen hat).
Meine Predigt dazu vom Baum.
Sie müsste im BLOG zu finden sein.
Meine Schwiegertochter ANKE ROMANOW hat einen Anstecker zu diesem Anlass entworfen, einen tanzenden SPALATIN.
Begonnen haben wir im schönsten Schulgebäude der Stadt, nahe am Bahnhof. Das war wichtig. – Viele Kinder kamen später auch von auswärts, auch aus Sachsen.– Es waren 15 Kinder, Schüler und Schülerinnen aus Altenburg, dem Altenburger Land. Unsere erste 5.Klasse. Dank an die Eltern, die mitgemacht haben, an die Lehrer und Lehrerinnen, die unterrichten wollten. An Frau Dr. Inge Tietz-Matuszack von der Nordseeküste, die mit ihrem Mann auf sinnvolle Arbeit hoffte, im Osten Thüringens. Eine Historikerin und Buchautorin. Birgit Kriesche, Russisch-und Englisch-Lehrerin an der ehemaligen Karl-Marx-Oberschule in der Geraer Strasse wurde unsere Direktorin mit Unterstützung von Monika Voigtmann, einer erfahrene Mathematiklehrerin und Stadträtin (SPD) im Altenburger Stadtparlament. Alle Oberbürgermeister nach 89 standen sehr positiv zu dem Experiment: in einer ehemaligen Residenzstadt mit WISMUTEINSCHLAG ein Christliche Schule aufzubauen. Der damalige OB hat uns geholfen zu dem Haus zu kommen, das buerotechnisch unbedingt eine Schule bleiben musste und vorher die Ernst-Thälmann-Schule war, nun aber wegen der geringen Geburtenrate aus finaziellen Gründen schließen musste. Wenn das Haus eine Schule bleibt, egal in welcher Trägerschaft, gibt es für die Stadt keine Probleme.
ALSO WIR.
Hoffnung. Unabhängig. Auch von der Geburtenrate und den Struktureformen. Die Schule wächst. Die Schulleiterin musste ein Sabbatjahr nehmen und konnte nun mit vielen Menschen 25 Jahre feiern. Ich nur von ferne, weil die Mitbegründerin Margard Wohlfarth leider sehr krank geworden ist. Michael und Margard Wohlfarth sind sieben Jahre golden verheiratet und und ist wichtig, dass wir die richtigen Entscheidung treffen in unserem Alter. Unser jüngster Sohn Hermann-Friedrich Wohlfarth hat uns vertreten: heute am 5.September zum Festgottesdienst in der Brüderkirche zu Altenburg mit anschließendem Empfang. Hier mein Grußwort in der Choreografie des Dankgottesdienstes, entworfen vom Schulpfarrer Felix Kalder. Frieder hat es an meiner Stelle verlesen und dazu einen Stein mitgebracht aus Leipzig und auf den Altar gelegt:
Dankwort in dem Gottesdienst 25 Jahre Christliches Spalatin – Gymnasium Altenburg am 5.September 2026 um 10.30 Uhr, von Michael Wohlfarth, Gründerpfarrer des Gymnasiums und Ehrenmitglied des Gremiums: Leitung
Liebe Brüder und Schwestern in Altenburg, in der Brüderkirche, meiner fast zwanzigjährigen Predigtkirche!
In den Ostergeschichten der Bibel fragen die Frauen, die JESUS einbalsamieren wollten: UND WER WÄLZT UNS DEN STEIN VOM GRAB?
Aber der Stein war weg und sie hörten die Frohe Botschaft.
Ich lebe in Berlin in der dankbaren Erinnerung, dass immer wieder Steine weg waren, die uns den Weg versperrt haben und wir nicht wussten, wie weg damit: in der Freiheitsgeschichte nach 1989. Die ja auch noch nicht zu Ende ist.
Das war auch so in den Zusammenhängen und Diskussionen, die zu einem ökumenischen Gymnasium, dem Christlichen Spalatingymnasium, führen sollten.
Aber weil Engel die Steine dann weggerollt haben, hatten wir letztlich Bahn frei.
Als ehemaligem Jugendpfarrer in dieser Stadt fällt mir dazu immer wieder der Name einer englischen Band ein: ROLLING STONES.
Gott sei Dank und allen, die geholfen haben, den Weg freizuschaufeln!
Im Sinne von Sören Kierkegaard: „ES WIRD ALLES GUT, weil Christus auferstanden ist“ und wir AMEN sagen können und SHALOM.
Michael Wohlfarth, Ehrenmitglied im Schulgremium
Pfarrer in Altenburg von 1988 – 2007
Lieber/Liebe …,
Dr. Inge Titz-Matuszak Alexander Le Juliane Kipping Michael Wolfarth Annette von Biela André Neumann Dr. Carsten Morsch
Am 5. September feiern wir in einem Festgottesdienst um 10:30 Uhr in der Brüderkirche in Altenburg den 25. Geburtstag unserer Schule. Es soll vor allem ein Dankgottesdienst sein, für alles, was in diesen 25 Jahren gewachsen ist und für den Segen, der darin wirkt.
Damit der Dank vielstimmig und bunt sichtbar und hörbar wird, haben wir uns folgende Form überlegt: Wir bitten sechs Menschen in einem kurzen Wortbeitragt zu erzählen, was sie mit dem Christlichen Spalatin-Gymnasium verbinden und wofür sie dankbar sind, wenn sie an unsere Schule denken. Dazu bitten wir sie einen Gegenstand mitzubringen, der symbolisch für diese Dankbarkeit steht und den sie im Gottesdienst auf den Altar legen – ein bisschen wie die Erntegaben zum Erntedankfest.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie eines dieser Dankesworte in unserem Festgottesdienst sprechen.
Der Beitrag soll:
möglichst persönlich formuliert sein
den Fokus auf Dankbarkeit richten…
nicht länger als 90 Sekunden dauern! Die zeitliche Begrenzung der einzelnen Beiträge ist nötig, damit wir die Fülle und die Vielstimmigkeit aller sechs Perspektiven gut wahrnehmen können.
Sobald wir den Ablauf des Gottesdienstes im Einzelnen geplant haben, senden wir Ihnen den Ablauf zu, in dem sie sehen, wann genau Sie mit Ihrem Beitrag dran sind.
Bitte geben sie uns bis zum 15. August eine Rückmeldung, ob Sie an diesem Tag mit einem Dankeswort dabei sind.
Für alle Rückfragen zum Gottesdienst melden Sie sich gern bei:
Felix Kalder felix.kalder@ekmd.de
Wir grüßen Sie herzlich und freuen uns auf Ihre Antwort!
Birgit Krische
Ablauf des Dankgottesdienstes am 5.9.26 Brüderkirche Altenburg
Vorspiel Posaunen + Orgel
Votum + Begrüßung Birgit Kriesche, Ulrike Sterzing
Lied – „Lobe den Herren“ Chöre, Gemeinde
Psalm Felix Kalder
Hinführung Kyrie Felix Kalder
Kyrie Kinderchor
Hinführung Gloria Felix Kalder
Gloria Jugendchor
Hinführung Dankesworte Felix Kalder
Musik – „Für die Schönheit dieser Welt“ Kinderchor
2 Dankesworte Michael Wohlfarth,
Ingeborg Titz-Matuszak
Musik – „Imagine“ Jugendchor
3 Dankesworte Annette v. Biela,
André Neumann,
Juliane Kipping
Musik – „Herr, unser Herrscher“ Chöre, 5. Klassen
2 Dankesworte Carsten Morsch,
Alexander Le
Musik – „Be though my vision“ Jugendchor
Predigtimpuls Felix Kalder
Lied – „Wir pflügen und wir streuen“ Gemeinde
Fürbitten + Vater Unser Felix Kalder, Ulrike Sterzing
Annette v. Biela
Musik – „I offer you peace“ Chöre
Abkündigungen Birgit Kriesche
Lied – „Verleih uns Frieden“ Chöre, Gemeinde
Sendung + Segen Felix Kalder
Nachspiel – „Dona nobis pacem“ Chöre
