Galerie Vergangenheit

1

Zirkus im Wald auf meinem Wackeltisch aus Ebenholz das Furnier und beschädigt. Aber der Zirkkus im Wald echt und nebenan auf der Kirchenwiese, die jetzt per Format und Adresse auf den Plakaten angegeben wird, nicht mehr als Kirchenwiese. Ich denke an CHRISTINE SUCHT DEN LIEBEN GOTT, mein Kinderbuch aus den Tagen und Nächten und Abenden und der Liebe zu Gott und dem Nächsten.

Länger her: WALD NOCH EINMAL UND IMMER WIEDER NICHT NUR DER HIER UM DIE ECKE NEIN DER IN THÜRINGEN BAYERN RHÖN UND SONST WO

NATÜLICH AUCH DER IN ITLAIEN UND SÜDTIROL

AN DER OSTSEE

AN DER NORDSEE GIBT ES KEINEN

NUR FLUT WENN DIE EBBE VERGEHT.

Seht Ihr die Leidenschaft. Die Flammen der Liebe. Es zündelt wie ein beginnender Waldbrand. ROT WIE BACKSTEIN. Nicht nur. Zinnober Rot.

Heisst es so?

UND BLAU WIE DIE FERNE.

DAS HABE ICH GELERNT VON KERSTIN HOPPE: MALERIN, DICHTERIN. Lange her. An der Ostsee, wo es auch gerade k e i n e n Wald gab. Doch, Kiefern, ganz oben, Rügen. Wenn man auf die höchste Düne am Bodden kletterte, sah man sie – und das Meer.

Seht Ihr das?

Und das Weiss?

Lasst Euch nicht stören von der Eierkiste aus Pappe. Alles ist Pappe, vergänglich. Meine Pappenreste, auf die ich Bilder bringe und aufhebe, bis sie zur Galerie werden, zur Galerie der Vergangenheit.

Kalenderblatt aus dem Jahr 2017 Binz, Goethestrasse

WENN DU AUS DEM WASSER GESTIEGEN BIST

NACHT

DIE SONNE GEHT AUF

GOLDENE BRÜCKE

GOTT

DU KANNST NICHT DARAUF LAUFEN

Wiese, Fluss und Waldberge in Bayern in Oberammergau im Ammergebirge. Das war März/April vorigen Jahres mit Sonne und Regen und Schnee auf den Bergen, vom Winter noch. Hier gerade nicht. Oder kaum zu sehen.

2

Der zerschossene Wald, wie in Kriegsfilmen. Es ist das Titelbild von SPUTNIK. Es ist Russland. Es ist die Erinnerung an meinen Vater und sein Wissen um Dankbarkeit, dass er heimkehren durfte aus russischer Gefangenschaft und nicht umkam dort. Sondern im Gegenteil: Zuvorkommenheit erlebte, Johann Sebastian Bach am Morgen zum Aufstehen, Geschicklichkeit der russischen Ärztin beim Herausoperieren einer russischen Kugel, damit er gut laufen konnte. Gespräche mit Freunden, die er traf, weil sie auch in Gefangenschaft gekommen waren. Gute Gespräche für die Zukunft des Glaubens und des Lebens. Die uns Vorbild wurden.

3

Goldgerahmte Bildertafel zum Aufklappen. Die Kirche in Kosma bei Altenburg von aussen und von innen zu sehen. In unserem Wohnzimmer. –

Ein Bauer erzählte mir von seinem Enkel, der in Afghanistan eine ganze Kaserne gerettet hat, weil er instinktsicher erkannt hat wer auf ihn zukommt in dem Jeep, der voll mit Sprengstoff geladen war.

Er war schnell im Schießen wie ein echter Dorfjunge, sagt sein Großvater und ist stolz auf ihn.

Schießen war damals aber eigentlich nicht erlaubt. Im öffentlichen Bewusstsein. Kann man fast so sagen.

Heute hagelt es nur so von Kriegsberichten aus allen Kriegen.

Heute wäre der Junge aus Kosma ein Held.

Damals war mehr schamhaftes Schweigen.

Wie verlogen ist das eigentlich?

Das sage ich als jemand, der für die Freiheit eingestanden ist und sie nicht verschwiegen hat in der FRIEDENSLÜGE, Kampf für den Frieden.

Es war Kampf für die Freiheit. Das hat die verschiedensten Menschen zusammen gebracht: Konservative, Progressive. Aber ich bin mutiert. Deutschland ist undankbar und feige geworden. Sie hätten den Amerikanern erklären müssen, dass es Grenzen gibt, auch für die Freiheit. Der ehemalige Oberbefehlshaber der Ukrainischen Armee hat es auch gewußt: Wir haben die Russen provoziert indem wir die Nato als Ziel in unsere Verfassung geschrieben haben.

Auch Freiheit hat ihre Grenzen: Den Frieden. Ich war nie ein so genannter Friedenspfarrer, sondern habe es ausgesprochen:Freiheit.

Jetzt spreche ich das andere Wort deutlich aus: FRIEDEN. Dafür müssen wir j e t z t kämpfen.

Dank an meine Mitstreiter in Altenburg/Thüringen von damals, dass wir das gemeinsam so sehen und nicht anfangen diesem Schwindel und der Hetze zu erliegen.

Dank an Klaus von Klaus von Dohnanyi und an seinen Gesprächspartner von Witzleben. Beide Familien sind miteinander nicht nur blutsverwandt, sondern auch in ihrem Willen zur Freiheit und zum Frieden. Auch zum Frieden mit Russland.

In Europa.

Heiliger Abend, erster Feiertag, zweiter Feiertag, dritter Feiertag im gemütlichen Pösneck/Thüringen in den frühen 50iger Jahren

Heilig`Abend

1.

Nun haben wir vielleicht schon alle guten Wünsche zur Kenntnis genommen, die in‘ s Haus geflattert sind, alle Gebete gesprochen und gesungen, die wir als Kinder gelernt haben und als Erwachsene versuchen, ja nicht zu verlieren, denn dann verlieren wir unsere Kindheit.

Um Gottes Willen nicht.

Und wenn?

Um so wichtiger: Sich zusprechen lassen, dass wir alle Gottes Kinder sind, weil Jesus in die Welt gekommen ist. Und auch angefangen hat als Kind, als Kind der Maria, als gehorsames Kind des Joseph, als dessen Sohn, der den Beruf des Vaters lernt, in seine Fusstapfen tritt, wie es sich gehört, um der Stabilität der Familie zu dienen.

2.

Joseph, der Zimmermann, Jesus der Jungfrauen Kind, Maria die Himmelkönigin, die Gott geboren hat für diese Erde. Die die Mondsichel betritt wie eine Schaukel und über allem schwebt.

„Maria breit‘ den Mantel aus“, singen sie, die gläubigen Katholiken, wie ich sie erlebt habe.

„Wir wollen umhüllt werden in unserem Glauben“.

„Ja, beschützt“.

Durch die Mutter Gottes.

2.

Wir fliegen in die Türkei, um das Haus Mariens zu besuchen, das Haus der erfahrenen Ratgeberin in den heiligen Dingen. Für die feigen Jünger, die sich dann doch zusammenraufen und sich an ihren Auftrag erinnern und wandern und verkündigen bis ins Osmanische Reich. – Gestern.

Sie wurde so verehrt.

In den ersten Tagen.

3.

Und heute… Haus der Maria.

„..Diesen Boden zu betreten. Dieser Linie zu folgen …“ Begeistert und erschüttert erzählt sie mir ihren Trip in diese Türkei, als ob es das Heilige Land sei. Und nicht das Land der Blauen Moschee, der ehemaligen Kirche von Konstantinopel, der HAGIA SOPHIA.

Was ist heute weise? In Istanbul? In Berlin? Im Gebüsch der Familiengeheimnisse, der Offenlegungen aller Erklärungen, die die Theologie so zu bieten hat. In der Verstrickung des Verrats und der Angst, um jeden Preis der Erste zu sein. Und ja nicht der Letzte. Um Gottes Willen – nicht.

Erster Feiertag, ein Donnnerstag in diesem Jahr 2025

Da ruhen wir uns aus und gehen nicht in die Kirche, weil wir am 4. Advent abends in der Gedächtniskirche waren. Kaiser-Wilhelm-Gedächnis-Kirche am KuDamm/Zoo in West-Berlin, sage ich Ossi immer noch. Ich kann nicht anders. Es ist so eingefleischt. Muss man gerade zu Weihnachten sagen dürfen. Man wir ja auch immer älter und tattriger. Aber das ist fester Boden unter den Füßen: Wo komme ich her? Wer bin ich?

Nicht: Was bin ich ?- wie diese Spielsendung aus dem WEST-FERNSEHEN. Wie haben wir uns das angesehen! Nein, nicht Hans Rosental, aber der war auch gut, aus München.

Also live WESTKIRCHE KuDamm. Was war denn da? Englischer Chor Berlins. 9 Lesungen, Choräle dazu.

Erste Lesung Sündenfall, Erstes Buch Mose: WO BIST DU ADAM? WER HAT DIR GESAGT, DASS DU NACKT BIST?

„Ich musste mich verstecken, als Du gerufen hast, weil ich nackt bin.“ Im Gebüsch. Da ist sie wieder: Die Dornenhecke, gut für Singvögel, die Angst haben vor Katzen und anderen Tieren. Für alle, die Angst haben und sich verbergen wollen und müssen. Gut, dass es sie gibt. Aber nicht im Paradies. Es war zu schön, um wahr zu sein. Da musste die Schlange kommen und das Gespräch suchen mit Eva, der schönen Frau Eva im Paradies.

„Sollte Gott wirklich gesagt haben?“

Ja, er hat gesagt. Aber Eva hat es sich einflüstern lassen und auch Adam davon abgegeben, geteilt. Genau diesen Apfel, von diesem Baum, von dem sie nicht essen dürfen.

„Damit sie nicht werden wie wir,“ spricht der Herr zu seinen himmlischen Heerscharen. Zu den Engeln, Gabriel, Raphael, Michael.

„Eva ist daran schuld. Sie hat mir davon abgegeben, sie hat mich verführt. ALs ob es nichts wäre“.

„Gott ist doch so groß. Wie kann er solche Verbote aussprechen.“ Sagt die Schlange zu Eva. Sie hat es weitergesagt, um Adam damit beruhigen zu wollen.

Es galt das Verbot auch für ihn und er hätte NEIN sagen können. – SÜNDENFALL.

Zweite Lesung Jesaja – wie wir es auch kennen.

ER HEISST RAT, KRAFT, HELD, WUNDERBAR.

Der ganze Aufbau A Festival of Nine Lessons and Carols 2025 erinnert mich heftig an unseren 2. Gottesdienst nach dem Krippenspiel in der Brüderkirche zu Altenburg in Thüringen an jedem Heiligen Abend. Ein Superintendent hat ihn aufgeschrieben und er wurde in allen Kirchen für die“Erwachsenen“ verwendet. Das war die 18.00 Uhr Vesper. Ich habe diesen Ablauf mitgenommen nach Berlin. Er ist eingeordent bei meinen Sing-Büchern.

Im Zentrum der weiteren Lesungen und Gesänge BETHLEHEM.

Und der Abschluss – wie die Lesung am zweiten Feiertag: JOHANNES-EVANGELIUM. Die zweite Schöpfungsgeschichte.

Ein weiter Bogen, sagt die Pfarrerin.

Unser Biblisches Weltbild – Gottesbild – Menschenbild – der Untertitel der Altenburger Akademie, gegründet 1988 eben im Sprengel der Brüderkriche zu Altenburg. – Griechisch das Motto für die damalige Zeit: Metanoia, Charis, Kairos. Busse, Freude, versäume nicht den richtigen Zeitpunkt.

Dass die Schöpfungsgeschichte zu solchen Anlässen i m m e r eine Rolle spielt, ist n ic h t ungewöhnlich. Zum Beispiel auch in den Lesungen zum Jahreswechsel.

Ja, es hat ja schließlich alles einmal angefangen. Und wie!!!

Zweiter Feiertag

Da geh` ich in die Müggelheimer Kirche. Am süd-Ost-Rand von Berlin. Sehr gut angezogen mit Hut und Mantel und eigenem Gesangbuch. Es ist kalt.

Und das ist gut so, sagte der Schmied in unserem Dorf. Wegen des Ungeziefers. Da gibt es kein Jammern.

Und: Jedes Wetter ist gut. Da gibt es nichts zu meckern.

Wir werden sehen, was kommt.

Der Lektor hat dankenswerter Weise den Frieden nicht vergessen, wie ich das heuzutage oft den Eindruck habe. – Ich rede altväterisch, ich weiss. Das hat auch seinen Grund. -Ausführliches Friedensgebet also auch am Stephanustag.

Ungewöhnlich, dass in der evangelischen Kirche so daran gedacht wird: MARTYREIN – ZEUGNIS GEBEN VON DER HERRLICHKEIT GOTTES AUF DIESER ERDE. – ZU WEIHNACHTEN!-

Denn Stephanus sieht den Himmel offen…

Die römisch-katholische Kirche gedenkt ganz offiziell am 2.Feiertag des Weihnachtsfestes ihres ersten Märtyrers. Der Lektor weiss das und zitiert einen Tageshinweis zum 2. Feiertag im Deutschlandfunk. Ja, es stimmt – die Weltkirche hat die Welterfahrung und das Wissen, dass es nach Stephanus noch viele andere gibt, die leiden und sterben für ihren Glauben an JESUS. In vielen Ländern. Und nicht nur in alten Zeiten.

Heute!

Dritter Feiertag- was ist das?

Das ist das gemütliche Pössneck in Thüringen wie ich es als Kind erlebt habe, wenn meine Mutter mit mir eine Tante besucht hat, in einer Familie war, wo ich den Hochzeitsmarsch gespielt habe. Bum, Bum, Bum. Da wurde vom Dritten Feiertag gesprochen, der kein staatlicher Feiertag war, aber ein innerstädtischer. Allerdings – der Bäcker wird wohl sein Geschäft aufgemacht haben für eine Stunde. Oder so. Ich habe mir alte Ritterbücher angeschaut und Mundharmonika gespielt. Auf einer Fensterbank sitzend.

Da war die Schwester der Tante, dieses alte Haus mit den knarrenden Dielen.

Jetzt ist alles anders- oder wieder so.

Wer weiss.

Neulich haben wir auf der anderen Seite des Flüsschens eine Villa gesucht und gefunden, in der wir übernachten konnten. Die Villa gehörte einem Fabrikanten, jetzt als Schnäppchen vor über dreißig Jahren von einem Hallenser gekauft und möbliert mit uralten Stücken. Z.B. am Himmel des Ehebettes herzoglicher Herkunft eine Taube. Sehr ungewöhnlich aber beeindruckend. Ich kenne diese Taube nur von Taufsteinen her oder als Mitbringsel aus einer Tiroler Schitzerei. Was bedeutet das? – Der neue Besitzer wußte es nicht, das war unser Eindruck. Auch seine Frau nicht, aus der Ukraine zu uns gekommen. Beide betrieben nun dieses Hotel mit den wunderlichen und wunderbaren Habseligkeiten. Und Möbeln aus uralten Zeiten. – Ja, da war es wieder: Pössneck in Thüringen, wo es einen dritten Feiertag gab. Kindheitserinnerungen. Oder umgekehrt dieser Tag in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr bringt mich zurück in meine Heimat – Thüringen. Und auf die Frage, wer bin ich, wo komme ich her, wo gehe ich hin (vergleiche Blog PÖSSNECK).

Ankommen. Zu Hause ankommen. Heimat ist dort, wo meine Toten auferstehen (Joseph von Eichendorff). Bleibe aber du vertraut in dem, wo dir Vertrauen entgegen gebracht wurde (Saint – Exupery).

„In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen“, sagt JESUS DER HERR und ist mit uns, wo wir auch seien. „Wo ich an Christus glaube, ist meine Heimat“, sagt Luther. – Das hat mir ein Kirchenlehrer in meine AGENDA geschrieben, nach der ich immer noch Gottesdienste halte – wo auch immer: auf den Dörfer, in den Städten, am Rand von Berlin.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie gesegnete Feiertage gehabt haben. Und Weihnachten leuchtet das ganze Jahr. Auch 2026 !

Ihr

Michael Wohlfarth, Pfr.i.R.

SAKRAMENT DES BÜFFELS UND DES LAMMES

FORTSTSETZUNGSROMAN DANACH MIT KAPITEL 25

…Damit schlief sie ein mit dem Kind in ihrer Schiffskabine.

Oliver nebenan.

Sie wollten zusammenbleiben.

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Der nächste Morgen bringt Wind in die aufgehende Sonne. Die Besatzung schläft nicht. Jedenfalls der Teil, der um diese Zeit Dienst hat. Es ist ja kein Windjammer, sondern das Segelschulschiff, dass Anne sich schon für die Überfahrt in das ehemalige gelobte Land ausgesucht hatte. Es liegt unkündbar im Plan von Ausbildung und Resozialisation von Jungen und Mädchen, die mit dem Meer zurechtkommen wollen, mit seinen Ungetümen, seinen Riesenwellen, der Angst davor, die rechte Seeleute werden wollen. Die anderen, die nicht Seeleute werden wollen oder Marinesoldaten, werden mitgenommen, um mit dem Wellengang da draußen auf dem Meer des Lebens fertig zu werden. Wenn sie wieder zurück sind von ihrer Reise.

„Alles Übung“, sagen dann die Berliner, andere sagen es anders.

Eine schöne Kombination jedenfalls plus dem Angebot Reiselustige einsteigen zu lassen, mitfahren zu lassen, Begleiter und Begleiterinnen.

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„Es ist komplex“, sagt Anne zu sich selber. Nach ihren Erfahrungen.

Steht auf und geht hinunter in den Speisesaal, um sich Frühstück zu machen in der Selbstbedienungsküche nebenan.

Der Zettel hängt immer noch an der Theke, bei festlichen Anlässen auch besetzt.

„Tagebuchblätter gefunden – der Besitzer möge sich melden!“ Beim Kommandanten.

Ihr fallen die vielen Briefe ein, die sie sich die Zeit genommen hat auf der Hinfahrt zu lesen.

Ihr fällt ihre Freundin ein, die in Deutschland geblieben war und ihr unter dem Siegel des Vertrauens diese Briefe einer Mitschülerin mitgegeben hat.

Eine Opfergeschichte.

Eine Lamm-Geschichte würde der Dichter Heinrich Böll gesagt haben.

Und auch diese Gespräche, das sie zufällig bei You Tube gehört hatte:

Lamm-Geschichten DAVOR UND – DANACH, wie sie in jedem System spielen kann, würde ich nicht sagen, wenn mir der Herzstillstand eines gejagten Bischofs einfällt, den sie rassistisch genannt haben, weil er vor seiner Bekehrung in Berlin als Jura-Student deutsch-nationale Artikel veröffentlicht hat und Mitglied in einer studentischen Verbindung war. Er hat das wohl nach Meinung der Gutachter nicht genügend ausgebreitet, als man ihn fragte, ob er Bischof werden wollte.

Inzwischen Studiosus der Theologie, dann Gemeindepfarrer im Vogtland, verheiratet mit einer Theologin, Kinder.

Ja, was ist eine Bekehrung? Vielleicht hat er gemerkt: erst Gott, dann das Vaterland oder die Verbindung.

Er ist ein sehr frommer Mann geworden. Die Hoffnung für viele Christen, die an Gott glauben, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.

Wie haben sie ihn vor sich hergetrieben. Verachtet. Ja, vielleicht hat er von dem Sakrament des Büffels gekostet mit seiner Narbe. Er hat es bereut. Besser: er hat einen anderen Weg eingeschlagen.

Gilt Bekehrung des Apostel Paulus nicht mehr?

Dürfen sich Menschen nicht mehr bekehren und die Weisungen des HERRN empfangen, wie es geschrieben steht.

Der Hohe Rat hat ihn abgesetzt. Er hat natürlich darum gebeten.

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Nur formal vielleicht der Unterschied zu dem Mädchen, das nicht widerrufen wollte, JESUS als Vorbild in einem Aufsatz zu beschreiben mit dem Thema: Welches ist DEIN VORBILD.

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Seine Kinder haben es deutlicher formuliert: RUFMORD! Er darf jetzt für die osteuropäischen Lutheraner aktiv sein.

Herzstillstand? Welche Diktatoren?

Das war nicht in der DDR. Das war jetzt“.

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Die Geschichte in den Briefen, die Anne unbedingt lesen sollte und immer bei sich hatte auf dem Weg zum GRÜNEN SALON mit ihrem Seelsorger Harry, der sie auch kannte, war die Geschichte eines jungen Mädchens, die Jesus liebte, in Weimar, als es die DDR noch gab. Sie wurde gerichtet, getrieben, vertrieben, sie war nicht mehr sie selbst. Und brachte sich um in einem fremden Land. Vor Sehnsucht ist sie gestorben. Und vor Verzweiflung.

Das war außergewöhnlich. Das ist Terror.

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Ein weiteres Gespräch dazu bei You Tube: DAVOR – Eine Lamm-Geschichte – wie sie in jedem System spielen kann – wenn mir die Tischlerei einfällt in Bremen, in meiner Reisezeit – auf den Flügeln Martin Luthers 1983 – als mich meine Frau am BRD/DDR-Telefon zurück koppelte, dass sie gerade eine Sorte Käse bekommen hat, den letzten, den es im Dorf-Konsum gab.

Freude, die Du nicht hast in Deiner großen Auswahl“.

Ich habe nur zugehört…

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Ich bin Tischler und mein Gastgeber brachte mich in diese Bremer Tischlerei.

Alle Hölzer.

Großartig.

Es sah aus wie die Werkstatt in der von Handarbeit die Möbel und die gesamte Innen-Ausstattung einer Erich–Honecker-Jacht hergestellt würden.

Natürlich nicht.

Hier war der Kunde König und jeder, der es bezahlen konnte, durfte sich die „Mahagoni“– Hölzer aussuchen für seinen Wohnzimmerschrank.Ich wusste übrigens nicht, ob der Staatsratsvorsitzende solch ein Jacht besaß.

Sie wissen schon, was ich meine?“

Nicht abschweifen:„Christ sein? Was bedeutet das? Ist es nur in der DDR ein Heldenlied? Mitnichten“.

Wenn einer der Kumpels in der Holzbude NEIN gesagt hätte zu einem SCHMUTZIGEN GESCHÄFT, EINEM DEAL, weil er ein Gewissen hat, was wäre dann?“

Du bist ein Nestbeschmutzer!“

Du versaust die Norm und das Kollektiv“. Die Argumente legitimieren, egal wo.

Und diejenigen meinen es dann auch noch gut. Angeblich.

Und weiter:„Über Glauben und Geld spricht man nicht!“- eine alte Regel der Ost–West–Begegnungen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Es ist nicht einfach Christ zu sein auf der Welt. Lamm sein.

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Sakrament des Lammes und das Sakrament des Büffels:“Jetzt haben sie eine stille Frau zur Leitenden deutschen Bischöfin gemacht.

Die Mehrheit, sonst wäre sie es ja nicht geworden. Demokratie.

Sie wird nach kurzer Zeit im leitenden Bischofsamt der EKD angesprochen wegen eines Missbrauchsfalls, geschehen in der Zeit, als sie für einen bestimmten Kirchenkreis als leitende Pfarrerin zuständig war“.

Der Vorgang erinnert mich sofort an den Sächsischen Bischof aus Berlin-Spandau: „Ich bin rein vor Gott und meinem Gewissen“, sagt sie.

Das gilt nicht.

Politik.

Schmutzig a priori?

Weil die Welt böse ist und trotzdem regiert werden muss?“

Diskussionen, in der es um Frieden und Freiheit ging.

Und um Wahrheit.

Und dann kamen

rußige Gesichter

mit schrillem berechtigtem Schrei

aus den Gassen und Schluchten.

GEZEICHNET VON KÄTHE KOLLWITZ

ENTDECKT

von Weltverbesserern

lehren sie

zu singen die INTERNATIONALE

in den Chören der Vernunft

und der Arbeiterklasse

und das MENSCHENRECHT.

Wild um sich schießend.

Und gruben sich ein

um aufzubauen den

INDUSTRIELLEN

MILITÄRISCHEN KOMPLEX

WIE LENIN

sagt in seiner Schrift

BEWAFFNUNG DER ARBEITERKLASSE.

L E N I N !

DER NEUE GOTT.

DAS BRAUNE GOLD.

7

Nun stehen

nachdem alles vorüber

in über hundert Jahren

die Kräne und schlafen

wenn keine Besucher da sind, sie zu wecken.

Eine Kulisse aus der ehemaligen zukünftigen Zeit.

Wie Vieles.

Aus ZEITLOS – GEDICHTE VON MICHAEL WOHLFARTH

Oliver findet angeblich weitere Tagebuchseiten von wem auch immer -Fortsetzung des Romans DANACH

Februar 24.2.22 und davor – seit dem verschwiegenen Krieg*.

*Propaganda der Gegenseite.

RUSSISCHE SPRACHE – UKRAINISCHE SPRACHE. 2014.

S. a. Jugoslawienkrieg.

Die Krimbesetzung ist die Fortsetzung der Geschichte von 1945. Befreiung durch die Sowjetarmee.

Ich höre ihn tönen: Friedrich von Weizsäcker. Im Deutschen Bundestag.

Ich höre den Applaus in Berlin für WLADIMIR.

MIR heißt Frieden.

Die Sehnsucht nach Versöhnung mit dem Reich im Osten, ob STALIN oder von weiter her.

Dzierzynski, Rosa Luxemburg, Clara Zetkin und andere.

Der russische Weg des Heils.

Der Weg STALINS.

Der Heilsweg.

Die Eschatologie.

Die Sonne geht im Osten auf.

Russland und Deutschland vereinigen sich.

Lies die Reden Zetkins im Reichstag“.

Frauenchor: „Wir sind Kommunisten“.

Männerchor: „Brüder zur Sonne zur Freiheit, zum Lichte empor“.

Politnik: „Wir auf dem euroasiatischen Festland im Unterschied zu den britischen Inseln.“

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Der Pfarrer zu Hause im Gespräch: „Theologie, Pastoralpsychologie. Autorität ist etwas Gutes“.

Der Vater“.

Die Vaterlose Gesellschaft nach dem Krieg“.

Die Gesprächspartnerin: „Wo sind sie geblieben?“

Im Krieg, im Krieg!“- rufen die Geister der Verstorbenen und schweben über die Erde hinweg.

Deshalb: „Der Vatertag. Der Muttertag, die Gedenktage. Sie sind gut, wenn sie uns anregen, darüber nachzudenken“.

Was ist Autorität. Was ist Kollektiv?“

Autoritär?“

Was ist das?“

Ungarn, Türkei, Russland. Da wird nur gewählt“.

Polen ist populistisch“.

Kommentar: Die Kirche darf keine Autorität sein.

Sie m u s s zerschlagen werden.

Es ist alles nicht wahr.

Wahr ist, dass wer nicht den libertinistischen Freiheitsbegriff von Gysi bis… verteidigt, ist kein Patriot.

Dabei hat dieser libertinistische Freiheitsbegriff ganz genau alles ausgehöhlt, was uns verbinden könnte: Nation, Europa, Ethos, Eros, wissenschaftlichen Eros.

Das Wort Patriot zu benutzen, verbietet sich unter diesen Umständen von alleine, weil wir nur noch Sex haben.“

Einmal am Tag“.

Wie Kennedy sagte“.

Kommentator: Das reicht. Das kann aber nicht reichen. Denn wir haben auch Kinder und Enkel. Wir haben eine Welt, für die wir verantwortlich gemacht werden eines Tages im Himmel und auf Erden.

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Stimmengewirr

1.Stimme: „Kommen Sie bitte nicht mit AMERIKA!“

2.Stimme: „Mit den Gemeinden dort, die ihre Pastoren wählen je nach Geldbeutel.“

3.Stimme: „Und dann vielleicht noch falsch!“

4.Stimme: „Wie meinen Sie das?“

5.Stimme: „Wie soll ich das meinen? Man nimmt den Besten.“

6.Stimme:“Wer ist der Beste?“

5.Stimme: „Der oder die. Wer die richtige Theologie hat.“

6. Stimme: „Was ist die richtige Theologie?“

5. Stimme: „Wo Inhalt und Form zusammenpassen und keinen Gegensatz darstellen.“

Lange Pause im Dialog.

1.Stimme: „Jetzt bin ich echt gespannt.“

2.Stimme: “Und das ist bezahlbar?“

5.Stimme: (sehr leise) „Letztens Endes: natürlich nicht, weil man das erst hinterher merkt. Ob das, was gepredigt wird, mit dem Leben des Predigers und – mit dem Bemühen des Predigers in seinem eigene Leben – ü b e r e i n – s t i m m t.“

Alle im Chor: „Wenn das, was der Prediger predigt mit seinem Leben gedeckt ist.“

4.Stimme: „Das gilt doch dann für alle Konfessionen. Für Amerika und Russland. Überall, wo es Gemeinden gibt, die an Jesus glauben.“

Community s? “

Ja, Communitys”.

Gemeinden. Ja.“

Pause im Stimmengewirr.

Orthodoxie – Gemeinde?“

Sie ist stark im Gebet.“

Gehen sie auf den Athos und erleben Sie, wie gebetet wird.“

Das sind Mönche.“

Ja, sie bitten für das Gleichgewicht der Welt. Was der Riese nicht geschafft hat.“

25

Oliver und Anne hatten die Betten zusammen gestellt aus Kabine 22 und 23 und lasen beide bis Anne die Augen zugefallen waren. Wie weiter, was werden ihnen die Tage bringen.

Versöhnung, sonst können sie nicht stark sein und Verantwortung übernehmen.

Für ihre Tochter Sophie

Für den Anfang in dem Land, wo alles begonnen hat.-

„Morgen legen wir an“, denkt Anne und nimmt ihr Kind in den Arm.

„Es wird sicher alles gut.“

Fortsetzungsroman DANACH

„Wie sagt man heute?“ fragte sie sich laut: „Wir leben alle auf einem Planeten.“

„Auf einem Planeten, ja, ja in der Zeit der Mondfahrer und Gefährten, die den Mars tangieren sollen und auf ihm landen sollen schließlich, wenn das Tempo stimmt zum Anfliegen und Landen“. Ihr Mann dazu von nebenan, wo das Kindchen schläft , um das er sich kümmert, damit Anne in Ruhe lesen kann.

„Schläft sie ?“

„Alles gut. Die Seeluft tut ihr gut.“

„Ich habe noch ein Blatt “, sagt der Geheimdienstmann.

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Mai 22. Tagebuchblatt

Betrifft Anschluss an den Westen. Ukraine – WEST.

Junge Generation wie im „Osten“(DDR) 1989. Mehr nicht.

Aber auch nicht weniger.

Wir wollten FREIHEIT“, rufen die weißhaarigen Bürgerrechtler im Keller des Hauses, in dem sie sich wöchentlich versammeln um zu beratschlagen, wie es weiter gehen soll: „Was sollen wir machen?“

Eine Frau nach einer solchen Versammlung zu Hause: „Wir müssen doch auf die Straße. Es brennt. Es geht abwärts.“

Sie ist wirtschaftsorientiert. Ihre Familie hatte ein Hausimperium im Leipzig aus der Sicht ihres Mannes, aus einer armen Pfarrersfamilie stammend.

Sie war Staatssekretärin für Familie, Frauen und Jugend. Sie hat praktische Politik gemacht.

Sie war in der Mühle und ist ausgestiegen, als das Vaterland sich vereinigt hat.

Sie hatte zu wenig an sich gedacht.

Zu wenig an ihre Familie. Die wäre gerne mit nach Berlin gegangen. In das Zentrum.

Sie hat nicht einmal ihren Titel als Urkunde abgeholt in der allgemeinen Überstürzung damals vor über dreißig Jahren. Als sie aufgehört hat.

Sie hat die Deutsche Demokratische Republik mit beerdigt.

Wir wussten zum Teil nicht, was wir tun.

Jetzt ist die AfD stark.

Alternative für Deutschland.

Meine Frau, Margard Wohlfarth in Oberammergau im März 2025.

Kultur-und Theaterwissenschaftlerin, Bereichsassistentin an der HU bis kurz vor unserem Umzug 1975 von Berlin nach Thonhausen in Thüringen. Dort Pfarrfrau, erkämpfte Anstellung beim Landestheater Altenburg. Deswegen Umzug 1988 in die Skatstadt Altenburg, Bürgerrechtlerin, Staatsekretärin für Familie, Jugend und Frauen 1990 in der letzten demokratisch gewählten DDR-Regierung. Nach der Wiedervereinigung Abgeordnete im Stadtparlament Altenburg/Th. und Kulturbürgermeisterin.

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Juni 22 Tagebuchblatt handgeschrieben

Ich sage: „TERROR ist das Schlüsselwort für Diktatur. Autoritär ist etwas ganz anderes.

Sogar in den farblichen Darstellungen by Stoere wird so unterschieden“.

Ticker nennen wir diese Infos.

Und finden uns großartig, weil wir uns dann so fühlen, als wären wir auch Journaille und gucken auf die Fernschreiber“.

ROTER TERROR – SOZIALISMUS wie wir ihn erlebt haben“, flüstert ein Bürgerrechtler im Keller“.

Als Hintergrund, an den man sich gewöhnt hat, wie an ein Bild“, pflichtet ihm ein Rentner bei, früher Dokumentarfilmer.

Pause.

Selbst wenn „nur“ noch psychologisch gehandhabt“.

Von besseren Psychologen als in Westdeutschland (alte BRD)“, lacht die Gruppe.

Ha, Ha, Ha.“!

Der Literaturexperte:“DZIERZYNSKI, das Vorbild für unseren Deutschen Geheimdienst in der Deutschen Demokratischen Republik.“

Für den gesamten Ostblock“, pflichtet ihm sein Freund, der Physiker bei.

Ach, was sind wir doch alle alt geworden“, lachen sie wieder im Alt – Männer-Chor.

Wir sollten ein Kabarett aufmachen: Wühlmäuse oder so aus dem Osten, wo die Sonne aufgegangen ist. Schon immer. Jeden Tag. Und nicht unter, wie uns manche Schlaumeier aus dem Westen neuerdings weiß machen wollen“.

Sagen sie.

Hin und wieder.

Wenn es besonders spaßig wird.

Jetzt aber mal die Luke auf“, ruft die einzige Frau, die an diesem Abend anwesend ist. Sogar eine Jüngere.

Sie ist neugierig.

Was war die Antwort auf den Roten Terror in der Geschichte der ruhmreichen Sowjetunion, in der Geschichte Russlands? Der die Welt nicht verändern, sondern die Partei erhalten wollte?“, fragt der Redner im Keller, der für heute bestellt war.

Antwort der WEISSE TERROR.“ Der wollte nicht die Welt verändern. Sondern die Partei der Bolschewiki abschaffen: Die Kommunistische Partei Lenins.“

Ein Fragesteller: „Siehe DER STILLE DON?“

Jedenfalls in der Fortsetzung“.

Damit wären wir mitten im BÜRGERKRIEG eines ehemaligen Landes mit der Grundlage: Furcht und Schrecken. Dostojewski hat das zur Genüge beschrieben“, fuhr er fort. –

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Kranzniederlegung 2023 auf den Friedhöfen in Gorzow (Landsberg/Warthe) mit Kadetten der Polnischen Armee. Hier der Neue Friedhof in Gorzow, auf dem auch deutsche Staatsbürger umgebettet wurden, nachdem der alte Landsberger Friedhof entwidmet wurde. Auf diesem Friedhopf gibt es polnische und russische Soldatengräber aus dem 2.Weltkrieg. Die Zeremonie im Park (ehemals deutscher Friedhof) und auf dem Neuen Gorzower Friedhof fand anlässlich des Tages der Versöhnung im Januar statt.

DANACH

ESSAYISTISCHER ROMAN, Fortsetzung aus dem 24. Kapitel

Michael Wohlfarth, unveröffentlicht.Privatdruck. Bei Interesse bitte melden.

michael.wohlfarth@t-online.de

Blick von der bb (BUCH BERLIN) Treptow.

Danach

In Deutschland, haben sie sich vorgenommen, werden sie gewisse Dinge aus Amerika nicht vergessen oder der Anpassung unterwerfen. Es wird ihnen erst hier klar werden, wenn sie an Land gegangen sind – wie aus einer Arche, wer und was sie eigentlich zusammengebracht hat. Nicht eine augenblickliche Idee, oder eine große Not, ein zufälliges Treffen bei einem Fußballspiel oder in der Pause während eines Theaterbesuches als sie plötzlich beide ein Glas Sekt in der Hand hielten und gar nicht anders konnten als anzustoßen und zu sagen: „Na denn.“ Zusammenbringen ist das falsche Wort. Zusammenhalten ist schon besser. „Was sie gehalten hat“ – am besten.

Trotz aller Ausflüchte und Versuchungen sich in Wohlstand und Glück einander aufzugeben und das Weite zu suchen. Die Einsamkeit auszuloten als Existenzgrundform der Post–Moderne.

Ja, was hat sie zusammengehalten? Der Glaube?

Die Grundform aller Bedürftigkeit nach Gott und dem Heiland der Welt. Damit wir froh werden und bleiben können.

Wo ist ihnen der Glaube geschenkt worden.

Oder genauso gut: bewusst geworden – eine Gottesgabe zu besitzen.

In der Baptist Church. Nebenan in der großen Stadt New York.

Das werden sie nicht vergessen, wenn sie deutschen Boden betreten und die Mutter von Oliver am Kai steht und winkt. Henry, der Amerikaner aus Magdeburg und seine Frau werden ihnen helfen.

Wenn sie die Welt nicht verstehen, werden sie ihn anrufen.

Aber jetzt ist erst einmal die Überfahrt. Oliver und Anne und das Meer und Sophie. Sie wird sich wundern, wenn die Schiffsfahrt zu Ende gegangen ist und die Freiheitsstatue nicht winkt und Amerika nicht der Strand heißt, sondern ein Land, welches sie nicht kennt.

Gut, dass sie nicht die Einzigen sind, die Kinder mitgebracht haben, so dass sie zusammen spielen können auf dem riesigen Deck, wenn die Sonne glänzt über den Wassern. Und die Gischt eine Schönheit ohne Schrecken ist.

Das sind die Eindrücke, die gesund werden lassen an Leib, Seele und Geist.

21

Er erzählt seiner Frau an einem sonnigen Nachmittag auf Deck, dass er ein Tagebuch gefunden hat.

Sie: „Ein Tagebuch?“

Er: „Ja, ein Tagebuch.“

„Kannst du mir das zeigen?“

„Ja, sicher… aber ich habe es nicht bei mir – so etwas kann man nicht einfach mit sich herumtragen auf solch einem Schiff. Dann kommt der Sturm und weht es mir aus der Hand. Und es ist nicht einmal meins, sondern das eines russischen Soldaten, der kämpft auf russischer Seite in dem gegenwärtigen Krieg… weswegen wir ja auch Amerika verlassen um uns zu vergewissern: Deutschland ist unsere Heimat. Oder?“

„Eben.“

„Hast du es gelesen?“

„Ich traue mir das nicht“. Schweigen.

Nur das Plätschern, dass sie nun schon wochenlang begleitet um zur Ruhe zu kommen.

Dann sie, die Mutter, die voll in der Verantwortung steht, sonst hätte sie ihren Mann ja nicht zurück geholt aus dem Dickicht der Selbstfindung, der literarischen Exposees und Kostproben, veranstaltet von einem gutgelaunten Prekariat, welches sich in den Dienst der Nation stellen wollte nach dem Motto: Wir dürfen es uns von der Seele schreiben. Dann geht es uns besser und dem Volk auch. Und sie kommen auf keine dummen Gedanken.

Alles in dem Grünen Salon.

Also sie:

„Ich glaube, wir müssten das melden, damit der Besitzer sich melden kann nach einer entsprechenden Bekanntmachung“.

„Ich wollte genau darüber mit dir sprechen.“

„Ja, dann tu das. Und dann werden wir weitersehen. Ob der Tagebuchschreiben sich dazu bekennt. Ich bin schon neugierig in diesen Zeiten… Und russischer Soldat? Hier mitten auf dem Ozean zwischen den Welten.

Das Kind spielt wie die Weisheit auf den blank gescheuerten Dielen.

22

Eine Traube in der Nähe der Theke im großen Saal der Gesellschaft vor einem Aushang. Was erregt die Neugier der Reisenden? Ein Aufruf wie zu Zeiten der Revolution in ziemlich großen Buchstaben.

TAGEBUCH GEFUNDEN VON EINEM RUSSISCHEN SOLDATEN! DER BESITZER MÖGE SICH BEI :::::::::::::::::::::: MELDEN HANDYNUMMER :::::::::::::::::::: ODER BEI DER LEITUNG DES SCHIFFES!

KULTUR UND ORGANISATION „PAX AMERIKA“ ES LEBEN DIE NATO UND

IHRE FRIEDLIEBENDE VERTEIDIGUNG DER FREIHEIT UND DER DEMOKRATIE.

UNTERSCHRIFT

::::::::::::::::::::::::::::

Ein Getuschel und Gewispere in allen möglichen Sprachen, fast wie das Rauschen des Meeres. „Gut, dass kein Sturm ist, sonst hätten wir ganz andere Sorgen,“ sagt eine Dame im Rollkragenpullover. Alle drehen sich nach ihr um. Und schauen sie mit giftigen Blicken von oben bis unten an.

Auch die Männer.

Gerade die.

23

Es hat sich niemand gemeldet auf den Aushang hin. Oliver liest sich fest in dem Tagebuch, welches er gefunden hat. In einem Schiffswinkel.

Der geübte Agentenblick hat es entdeckt.

Jetzt hockt er in seiner Kabine neben der Kabine von Anne und ihrem Kindchen Sophie.

Aus dem Tagebuch:

Im Februar 2022 rücken russische Truppen vor bis an die Grenze Kiews. Biden fragt an, ob er einen Hubschrauber schicken soll, um Selenskyi zu evakuieren – und seine Familie.

Selenskyi lehnt empört ab und will kämpfen.

Die Ukraine ist ein selbständiger Staat und der Angriffskrieg Russlands ist in keinster Weise gedeckt durch das Völkerrecht. Im Gegenteil: weite Kreise der politischen Klasse werden fordern, dass Putin vor dem Internationalen Gerichtshof erscheinen muss. Allen voran Selenskyi, der gewählte Präsident der ukrainischen Republik.

Angeblich gibt es Verhandlungen in Istanbul bei den herausgekommen sein soll: ein Verhandlungsfrieden.

Der Vormarsch wird gestoppt und Kiew ist vorläufig außer Gefahr. Die Bilder von Butscha gehen um die Welt und alle schlimmen Dinge russischer Kriegsführung fallen den Kindern der Soldaten im Zweiten Weltkrieg wieder ein. Wenn man sie nicht davor bewahrt hat.

Aber das war wohl gar nicht möglich.

Aus dem ethnischen Konflikt wird ein antikommunistischer Konflikt heraufbeschworen. Das ist sträflich und vollkommen unangemessen.

Als Bürgerrechtler sage ich NEIN dazu. Das ist eine Fälschung. Europa muss das wissen. Den Amerikanern kann man es kaum übelnehmen. Sie kommen von der Freikirche her und es gäbe sie ohne die Große Erweckungsbewegung im 18. Jahrhundert überhaupt nicht.

Pax america.

Pax sowjetica.

Die Sowjetunion gibt es nicht mehr. Amerika gibt es noch.

Wird Amerika seiner Verantwortung als Supermacht gerecht? Nein.

Als Ordnungsmacht? Nein.

Die religiöse Komponente in dem Konflikt Ukraine/Russland wird ausgeblendet. Beziehungsweise – und das ist noch viel schlimmer – sie muss ausgeblendet bleiben, weil der säkularisierte Westen so stolz auf seine Trennung von Staat und Kirche ist, dass er v e r – blendet ist und nicht mehr in der Lage ist, die andere Seite zu sehen. Wer keine Religion hatte, konnte Russland nie verstehen. Das ist ein Unglück für die Beziehungen des wiedervereinigten Deutschlands zum größten Land der Erde. Vor allen Dingen paradoxerweise für den Osten des Landes/DDR mit ihrem diktierten Atheismus – selbstredend hervorgegangen aus der Diktatur des Proletariats. Lebensgefährlich: das alles zu vergessen. Und sich rückhaltlos einer Macht anzuschließen, die überhaupt nicht von europäischen geschweige deutschen Interessen ausgeht.

Es ist wie mit den muslimischen Flüchtlingen.

Helfen können nur die, die selber wissen was Glaube bedeutet. Sonst gibt es kein Verstehen.

Nur Politik.

Und Politik ist Geld.

Das kann gute Politik sein und schlechte.

Ich zitiere die TAZ: Putin will kein Weltreich zurück. Er möchte einen Nationalstaat. Ich finde, dass ist sein gutes Recht. Dann erst kann man sehen, so aber geht es nicht. Damit es aber so nicht geht, hätte vor dem Einmarsch gehandelt werden müssen.

Verantwortungsbewusst ohne machtpolitische Hintergedanken. Das ist nicht geschehen.

Mitleidlos.

Die Vorgeschichte wird ausgeblendet. Der Bundestag wird ausgeblendet.

Wie froh wir waren, dass niemand Atomwaffen bekommt, der sie nicht bekommen darf. Wir waren froh, dass jemand sich darum gekümmert hat.

Der Westen hat versagt in Folge, wie in SUEZ – ÄGYPTEN. Wie in Ungarn.

Wie in Deutschland 1953 am 17. Juni. Um des Friedens willen.

Und jetzt?

Sie wissen nichts vom heiligen Russland. Hoffentlich haben sie wenigstens Rilke gelesen und Barlach angeschaut.

Und Tolstoi?

Sie haben die Ökumene außer Kraft gesetzt, wo es gerade auf sie ankäme.

Gott sei Dank hat im Ökumenischen Weltrat niemand auf die Stimmen gehört, die forderten, die ROK auszuschließen.

Kyrill ist vom Teufel“.

Er muss ausgeschlossen werden.“ Feige (Bischof in Magdeburg) sagt: Kyrill kann gar nicht anders, weil es um das Heilige Russland geht. Dafür fühlt er sich verantwortlich.

Die Orthodoxe Kirche betet sogar für den Teufel, den gefallenen Engel.

Verstehe ich auch nicht auf Anhieb, aber macht mich nachdenklich wegen unsres Fausts, dem Himmelssaal, wo er auftritt, der Versucher, der Diabolus, der Durcheinanderbringer und Mephisto wird auf Erden.

HA SATAN.

Ich sah den Satan vom Himmel fallen.

Nach dem Krieg ist vor dem Krieg.

Schonung. Verschont bleiben. Nicht hundertfältig vergewaltigt worden sein von ganzen Kompanien, die mit Heißhunger nach Todesangst und der Gier zu leben sich auf jede Frau stürzten wie auf den Feind, um ihn zu vernichten. Wie schön ein Bild von einem Westberliner Filmmann, das eine junge Frau zeigt, die vorübergeht. Ein Spalier sitzender fröhlicher Soldaten in sowjetischer Uniform. Worauf sitzen sie? Auf den Trümmerresten mitten im zerstörten Berlin. Charmant. Ein schönes Bild.

Und Butscha? Der Zweiten Weltkrieg? Der Sieg? Das Hissen der Fahnen? T-34. Unbesiegbar. Kalaschnikow.

Ostpreußen. Die Nackte, die ans Kreuz genagelt wird. An das Scheunentor.

Im Kleingarten in Berlin.

Dann sterben sie.

Leichtsinn, nicht zu wissen, mit wem man es zu tun hat.

Mit dem Tier in uns immer.

24

Anne schüttelte sich, nachdem sie auch die fliegenden Blätter überflogen hatte, die OLIVER seiner Frau weiter gegeben hat mit der Bemerkung: „Schau doch einmal hinein, damit du dich an die alte Welt gewöhnst.“

Er hatte es nicht ausgehalten und an ihre Kabinentür geklopft auf die Gefahr hin, dass Sophie schläft und Anne zornig wird, wenn sie wach wird durch sein Klopfen. Aber hier ging es ja auch um die Zukunft von Sophie.

Sie kam in seine Kabine, um zu lesen.

Oliver ließ sie in Ruhe und ging in Annes Kabine.

„Wie wird es werden“- fragt sie sich in der Kabine, als ihr klar wird, dass die Welt nicht nur aus den Vereinigten Staaten besteht, auf die sie sich so gefreut hatte und dort Oliver kennen gelernt hat , ihren Mann und mit ihm zusammen eine Familie gegründet hat im Vertrauen auf ihre innere Stimme und im Gespräch mit ihrer Familie zu Hause und mit der baptistischen schwarzen Gemeinde, wo sie und Oliver sprechen gelernt haben über Glauben, Liebe und Hoffnung. Und dass sie überhaupt einen haben: GLAUBEN. Und Liebe, viel Liebe.

Sie musste nach oben, das Meer sehen, den Himmel, die Sterne.

Es war längst dunkel über dem Meer und ein leiser Nachtwind machte deutlich, dass wir auf einer Erde leben. Ob in Russland oder Amerika, Deutschland oder Indien, China oder Afrika. Südpol. Nordpol, Australien.

Sie geht die Schiffstreppe unruhig hinunter.

„Wie wird es werden“- fragt sie sich wieder und immer wieder in der Kabine ihres Mannes – als ob er es hören sollte.

Ausschnitt aus dem Buch DANACH, erhältlich bei Michael Wohlfarth mail:michael.wohlfarth@t-omline.de

Bild, englischer Maler in Altenburg

DANACH UND SEINE VORLÄUFER: Ach Dostojewski; America; Der Grüne Salon. In allen Buchhandlungen.

Predigt

Liebe Gemeinde, alles hat seinen Ort.

Zum Beispiel gibt es im Neuen Testament den Ort des Berges, von dem aus Jesus wirkt. Zuerst denke ich da jedenfalls an die Bergpredigt, die berühmteste Predigt der Christenheit überhaupt. Der Berg – der Ort der Seligpreisungen und der Überspitzung all dessen, was wir denken wollen und können: die Feindesliebe. Liebet Eure Feinde steht da tätsächlich im Evangelium des Matthäus. Das haben wir weniger vorgelesen in unseren Fürbittandachten wärend der Friedensdekade des Schicksal-Herbstes 1989. Wir haben die Seligpreisungen gelesen wie auch zum Reformationstag. Feinde gab es nicht. Haben wir gesagt.

Natürlich gab es sie auch, aber wir haben sie nicht so genannt. Aus taktischen Gründen, wenn man so will. Wir wollten ja alle eine Friedliche Revolution, deren wesentlicher Auslöser die vom sozialistischen Staat unabhängige Kirchliche Friedensbewegung war. Eben festzumachen an der DEKADE. Den 10 Tagen für den Frieden. Freiheit war damals auch erst einmal tabu, um keine schlafende Hunde zu wecken. Selig sind die, die Frieden stiften, das genügt. Dachten wir. Und für damals reichte das auch.Es war alles, wenn auch riskant so doch sehr konstruktiv, könnte ich jedenfalls im Rückblick nach 36 Jahren sagen, einem halben Menschenleben.

Und Heute?- heute hier in dieser Kirche zur Eröffnung der Friedensdekade 2025 in Müggelheim?

Der Ort in der Bibel ist ein anderer: ein Feld. Der Berg war zum Ruhe finden, zum Gebet, zur Berufung der Jünger mit Name und Adresse. Aber die Predigt fand auf dem Feld statt. Vielleicht sogar ein weites Feld, vielleicht so groß wie ein Schlachtfeld, oder so klein wie das Stück Land in dem der Schatz liegt um dessentwillen jeder, der es weiss, dieses Feld kaufen würde.- Das muss ein großer Schatz sein. Ist es auch, jedenfalls einBild dafür: Das Himmelreich, die baseleia theou. die mögliche Liebe untereinander im Namen Gottes, des Allmächtigen und Barmherzigen, der die Welt geschaffen hat und sie erhält, wenn wir nach seinen Geboten leben und handeln in der Nchfolge seines Sohnes Jesus Christus.

Es war ein großes Feld, denn viele waren gekommen vom Meer, aus Judä und Jerusalem, sehr viele, denn sie wollten alle gesund werden an Leib, Seele und Geist. Sie wollten ihn berühren, denn von ihm, dem Christus, XRESTOS, ging ein Kraft aus. Das spürten sie. Und die anderen waren auch da, die mit hinunter gekommen waren vom Berg, wo sie sich gesammelt hatten und berufen wurden.

Ja, alle haben die FELDPREDIGT GEHÖRT. Das Feld war der Ort. Das weite Feld. Vielleicht das Schlachtfeld. Oder einfach das Feld auf dem gesät und geerntet wurde. Da werden sie selig gesprochen, die Hungrigen, die Weinenden, die Verfolgten um des Herrn Jesus willen. Sie sollen satt werden, sagt er ihnen, lachen und eine Zukunft haben.

Und dann das, worüber wir nicht gepredigt haben damals vor jeder Demonstration: Liebet Eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen, segnet, die euch verfluchen, bittet für die, die euch beleidigen. Seid so zu den Leuten, wie ihr wollt, dass sie zu euch sind, Haltet die GOLDENE REGEL!

Heute tun wir das. Jedenfalls ich. Sie sicher auch, angesichts nicht nur der Weltlage, sondern angsichts der nächsten Generationen, die auf uns zukommen und die Zukunft haben sollen. In einer Zeit. wo ein tiefer Riss durch die Gesellschaft geht, auch vor den Gemeinden nicht halt macht, wo wir alle den Heiland suchen, der u n s anrührt, damit wir gesund werden an Leib, Seele und Geist. In der Vielfalt der Meinungen, in der Diversität der Haltungen im Leben und im Sterben.

Und damit der Rote Lautsprecher auf dem Plakat der diesjährigen Friedensdekade Worte des Friedens findet und nicht des Hasses, mehr noch, Worte, die in der Lage sind Frieden zu stiften, Verhandlungen zu befördern und nicht zu behindern. Dass der Chor des Friedens anschwillt, nicht zu einem Bocksgesang, sondern zu einem Weckruf, aufzuwachen und bei sich selber anzufangen, Recht zu schaffen, Bitte, Gebet und Fürbitte zu üben, dass wir wieder lernen zu vergeben und nach Wegen des Friedens zu suchen, damit wir leben können.

Der Evangelist Lukas, der Evangelist der Weihnachtsgeschichte, wie wir sie lieben und kennen, legt uns die Worte in den Mund, damit wir mit ihnen beten können und den Dreieinigen Gott anrufen können: Herr erbarme Dich in aller Ungewissheit und gib uns ein feste Herz und einen gewissen Geist. Er bringt uns den Tenor bei, in dem wir reden sollten. Nicht Hetze und Kriegsgeschrei, sondern Barmherzigkeit mit uns selber und mit unserem Nächsten. In der Nähe und in der Ferne.

Dazu helfe uns der Herr über Leben und Tod, der Erlöser von all unseren Sünden, Jeus Christus, der sich um des Friedens zwischen Gott und dem Menschen und den Menschen untereinander dahin gegeben hat und der Heilige Geist, der uns führen wird in allen Lebenslagen, wenn wir ihn darum bitten. AMEN.

Predigt für den 9. November* 2025, Text Lukasevangelium Kapitel 8, 27-38

*Tag der Erinnerung: Novemberrevolution 1918, Progromnacht in Deutschland 1938, Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989.

Bellizisten… zwei Kapitel weiter… aus DANACH

1.Buch, KAPITEL 15 fortgesetzt Michael Wohlfarths Blog lt.EINTRAG DANACH(https://kaparkona.blog) bis einschließlich Kapitel 17

Aus D A N A CH von Michael Wohlfarth (Privatdruck), bei Interesse Bestellung über michael.wohlfarth@t-online.de, Preis 20.-Euro incl. Porto.

„…Verherrlicher des Krieges“.

„Der Krieg, der Vater aller Dinge“.

„Mein Kampf“. – Ein Stimmengewirr sondergleichen.

Unheimlich.

Das war der wahre Grund, warum der Spezialagent Oliver Thielemann zurückwollte nach Europa, nach Deutschland. Er konnte nicht von ferne zusehen.

Anne teilte seine Ansichten und meinte auch, dass die Deutschen erst noch lernen müssten, sich selber zu bestimmen. „Sie können nicht ihre Interessen definieren“. Das richtet großen Schaden an (von Dohnanyi).

Selbstbestimmung.

Das, was sie dauernd für andere Völker und Ethnien einforderten. Marionetten brauchen wir nicht, sagte sie immer und ihr Mann wunderte sich über seine Frau. Er meinte immer, mit Politik habe sie nicht viel zu tun.

Es klang eigentlich ganz natürlich. Sowohl wie Oliver sich ausdrückte als auch seine Frau.

Anne war wach geworden durch das Erlebnis mit dem Grünen Salon und der Sehnsucht ihres Mannes nach mehr als Business im Rahmen der amerikanischen Möglichkeiten. Vielleicht war es auch eine Sehnsucht nach Heimat und Sprache, die man die Muttersprache nennt. Nicht ohne Grund. Sehnsucht nach der Mutter, die er kaum kannte. Eigentlich gar nicht kennen konnte.

Ein Bodelschwingh-Bild: „Weihnachten ist nach Hause kommen“.

„Die Feste wieder feiern wie früher. Kindheit, Jugend. Karfreitag, Ostern, Pfingsten.

Weihnachten. In der Familie“. So haben sie gesporchen.

Familie? Die kleine Familie. Ja, die haben sie. Anne auch die große Familie. Aber Oliver? Familie, wenn es sie auch gar nicht gibt.„Ist das die Lösung?“„Ja, gerade diese Familie, die es gar nicht gibt, ist die Lösung. Die Weihnachtsfamilie. Maria und Josef. Das Kind in der Mitte. Es ist paradox. Die Paradoxie des Glaubens“. Henry predigt wieder.

„Weihnachten ist, wenn wir nach Hause kommen“. (Friedrich von Bodelschwingh)

„Werden wir ein zu Hause haben. Sind wir eine Familie?“ Das sind die Gedanken von Anne und Oliver.

„Wir gehen zurück“, sagten eines Tages Oliver und Anne zu Lissy und Henry, nachdem sie tagelang und nächtelang über alles gesprochen hatten, was es zu sagen gab.

„Lasst und aufbrechen, nicht in die Zukunft aber dorthin, woher wir gekommen sind“, sagten sie zu sich selber.

Und sie brachen alle Zelte ab, die sie mühsam errichtet hatten, liefen tausend Wege, um an das Ziel zu kommen. Der Arbeitgeber musste überzeugt werden. Die Kollegen besänftigt. Ein paar riefen VERRAT. Aber schließlich soll man Reisende nicht aufhalten, auch wenn sie nur zurückwollen. Bleiben ist etwas anderes. Die Schiffskarten mussten gelöst werden. Sie wollten wieder so gehen, wie sie gekommen waren. Jedenfalls Anne. Oliver nicht. Der flog gerne und wäre auch gern zurückgeflogen. Aber Anne wollte die Wellen des Ozeans.Sie wollte getragen werden. Und Sophie nahmen sie zwischen sich: Engel, Engel: flieg. Das Kind geboren im Staate New York.

Es gibt eine Umkehr. Wie wenn ich auf Gebirgstour bin. Nein kein Gewitter, bei dem ich rennen muss, um eine Hütte zu finden oder den Berg hinunter in das Quartier, wenn das noch geht und dich das Unwetter nicht überrascht hat am Hang. Noch schlimmer am Fels.Es gibt eine Umkehr. Ein besseres Beispiel: Du siehst die Spitzen der Wipfel unter dir und schaust weg, damit du keine Zustände bekommst und die Angst wie ein Habicht über dir kreist. Und dir fällt Sören Kierkegaard ein, der Däne. Du bist tapfer und gehst weiter. Auf dem schmalen Weg. Dann wird es eine Gratwanderung und dir begegnen frohgemute Leute mit ihren Stöcken.Du erkennst dich selber und weißt, in dem Stil kommst du nicht über die Berge.Selbst wenn deine Frau bei dir ist, schämst du dich nicht und kehrst um. Das ist nicht nur eine vernünftige Überlegung.Wer nicht umkehren kann, begibt sich in Gefahr.Er versündigt sich gegen sich selber.

„Risikogesellschaft. Ich möchte nicht grundsätzlich werden. Aber Umkehr predigen, wenn es sinnvoll ist. Und natürlich ist. Keine Gewalt. Auch nicht gegenüber sich selbst“.Dieses waren die Worte des Predigers und Seelsorgers Henry aus Magdeburg, der in Amerika bleibt.

Er hatte sie gesprochen vor der Wende in der DDR. Von der Kanzel. Vom Pult. Niemand hat ihm an der Kirchentür gesagt, dass die Predigt schlecht war. Sie war gut. Das spürte er. Und auch seine Frau, auch aus Magdeburg. Eine Amerikanerin, mit der er dann wirklich auswanderte in die Staaten, nachdem alles vorbei durch die Wende.

Und nun? Die neue Wende, die angekündigt wird durch den derzeitigen Bundeskanzler: der Krieg mit Russland. Russland, einst die große ruhmreiche Sowjetunion, die den Krieg nicht den 2.Weltkrieg nennt, sondern den Großen Vaterländischen Krieg, der aus Popen Jagdflieger und Panzerfahrer machte, denn die die große ROK steht naturgemäß nicht dem Staat gegenüber. Nein, sie ist der Staat, sein innerstes Wesen. In Harmonie, so eine Theorie aus den ersten Jahrhunderten des Christentums. Die ersten Christen waren Orthodoxe. Naturgemäß. In Bethlehem gibt es orthodoxe Christen, schon immer. Die Spaltung kam in der Entwicklung. Ost und West entfremdeten sich. Die einen wurden Rom. Die anderen blieben Konstantinopel, später Kiew und Moskau. Den Bussgang von Canossa kann man sich im Osten nicht vorstellen. Aber in der Lateinischen Welt! Immer.

Im Kommunismus war das auch so? Nein, mehr wie eine Wolke aus der Zarenzeit/Kaiserzeit. Wie eine Vergangenheit, die wirkt… Strukturell ist es aber doch so vorangelegt, auch im Sozialismus. Gerade im Stalinismus, als der Georgier die Kirche, seine Kirche, wiederentdeckte, nachdem er in seiner Datsche von Hitler überrannt wurde an der völlig instabilen Grenze. Da hieß es plötzlich nicht mehr Gesellschaft, sondern Volk. Die Grenzen waren heilig. Der Krieg auch. Und sie gewannen ihn. Die Russisch-Orthodoxe Kirche mit. Es musste den Machthabern sehr schlecht gegangen sein durch den Überfall auf die Sowjetunion. So schlecht, dass die Ehen nicht mehr so einfach aufgelöst werden konnten mit einer Postkarte an das Bürgeramt – würden wir in Berlin heute sagen. Oder an den Dorfbürgermeister.

Und die Kirche hat nur darauf gewartet, wieder ernstgenommen zu werden.Es ging um Tod und Leben. Nicht um gemütliche Nachmittage oder sangesfreudige Gruppenabende. Es ging darum, dass der Staat erhalten geblieben ist. Es ging um Russland – auf einmal wieder. Es ging um die Auferstehung Christi. WOSKRESSENIE. Die Auferstehung Russlands, falls es unterzugehen trachtete durch Selbstzerstörung und Ohnmacht.

Die Auferstehung Polens auch! Weißt Du das? Deshalb waren und sind die Kirchen so voll. Die Auferstehung Süd-Amerikas.

Gerade weil ein Bischof während der Austeilung der HOSTIE aus nächster Kommunikantennähe erschossen wurde im Freiheitskampf. Weißt Du das?

Die Vereinigten Staaten haben sich so herausgebildet in der Großen Erweckung.

Es ging um das, was einen Staat zusammenhält. Was ein Volk ein Volk sein lässt. Eine Ehe eine Ehe.Es geht immer um das EINE Gemeinsame. Sonst geht es nicht. Weisst du das? Haben wir das vergessen?

Ja, wir haben Rilke gelesen und von seiner Reise in das Wohnzimmer des lieben Gottes gehört. Von Barlach. Wir haben Bondartschuks Filme gesehen und geahnt: Die Erde ist Gottes und gehört nie irgendeinem Grundstücksspekulanten. Sonst ist es aus. Die Chöre.Aber die rostigen Schiffe auf den Wellen der Ostsee. Wann gehen sie unter? Die furchtbaren Bilder der Frauen, die vergewaltigt werden, weil Menschen zu Tieren werden und sich Grausamkeiten angewöhnen.Die Bilder des Zweiten Weltkrieges, den die Russen den Grossen Vaterländischen Krieg nennen, damit sie ihn gewinnen konnten.

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Er blieb, Henry. Und konnte gar nicht zurück.

Aber er gab seinen begründeten Segen dem Oliver und der Anne mit ihrem Kind, als sie aufbrachen in die deutsche Vergangenheit, um dort zu bestehen und nicht auseinanderzudriften mit den gegenseitigen Beschuldigungen in ihren gequälten Herzen. Weil ihnen die Heimat fehlte. Die Erinnerung. Henry ihr geistlicher Vater blieb. Sie gingen zurück. Wie auf dem zu hohen Berg und dem zu schmalen Grat. Es war eine Frage des Überlebens.

Henry hatte in einer seiner Predigten das Beispiel aus dem Gebirge mit seinen unabwägbaren Wanderwegen gewählt in seiner flach- und tiefgelegenen Heimatregion Magdeburg. Das haben die Leute trotzdem verstanden und keinerlei Frömmelei dahinter vermutet. Er konnte das auf der Straße erzählen u n d auf der Kanzel. Es stimmte überall. Und es traf … in einer Zeit… in der Vorsicht geboten war. Jetzt auch. Wie weit traust du dich hinaus zu gehen? Wann ist es besser umzukehren und das Gleichnis vom verlorenen Sohn zu erzählen und zu hören! Von den Dirnen und den Treben. Von den Sündern und Gerechten.Wann ist die Zeit dafür?Umkehr. METANOIA.

„Unseren gefallenen Helden im 2. Weltkrieg, 1945“. Der Schaukasten hängt an der Kirchenmauer einer bayerischen römisch-katholischen Dorf-Kirche, nahe der Grenze zu Österreich (Salzburg).

16

Es ging auch um die Mutter von Oliver. Sie war ein Rätsel. Sie wollten auch deshalb in ihrer Nähe sein. Keine allzu große Zuneigung gab es da von Annes Seite aus gesehen. Aber Solidarität.

Wenn jemand entwurzelt ist, ist er besonders gut zu manipulieren. Auch zu regieren, sage ich mir (schlag nach bei Simone Weil im Blog).

Die Wurzeln von Oliver liegen in Deutschland. Deswegen will er zurück, da wo seine Mutter lebt. In Frankfurt am Main. Seine Mutter hat sich dort nach ihrem Zuchthausaufenthalt und dem Amerikabesuch bei der Familie ihres Sohnes eingemietet, um ihrem Auftrag gemäß von dort aus ihren Pflichten als Spionin nachzukommen. Ihr Auftraggeber hatte sich für ihren Lebenslauf interessiert, der abenteuerlich genug war, um politisches Kapital daraus zu schlagen – so das Dossier, welches ihrer Einstellung zugrunde lag. – So wie die Dinge auch bei Oliver lagen.Geheimdienstliches Kapital kann man ganz neutral sagen. Die Russen hätten das ebensogut gesagt. Oder die Franzosen, die Engländer.

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Mit den Russen wollte sie nichts zu tun haben. Abgesehen davon, dass sie längst ausser Landes waren und mit Maus, Mann und Kegel in den Steppen ihres riesigen Landes abgeladen wurden nach der Friedlichen Revolution in der DDR. Man sagte, mit Unterstützung von Helmut Kohl und seinen Milliarden. Eigentlich ein dunkles Kapitel und auch nicht vorstellbar. Jedenfalls für mich nicht, den Schreiber dieser Zeilen. Ich weiß es noch genau: Jugendliche haben in diesen heißen Zeiten Plakate im Übermut der Revolution geklebt, auf denen genau das zu lesen war: sie gehen. Ein Jahr später ist es passiert. In Wirklichkeit. Wir haben getanzt mit den Frauen der Offiziere in unserer Kaserne des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Altenburg in Ostthüringen. Beziehungsweise mit den Offizieren die Frauen unserer Bewegung.- Manche haben geweint, hat mir eine Pfarrerin in Berlin erzählt, deren Gemeinde nahe an dem Wald gelegen war, in dem die Pioniere in der DDR ihre hauptstädtischen Feste feierten: WUHLHEIDE.

Als wir noch in Berlin-Mitte wohnten, in tiefen Sozialismuszeiten, 8 Jahre nach dem Mauerbau, haben wir aufmüpfig: Schwul-Heide formuliert. In der Zeit der sehr kurzen Röcke, selbst zu Hochzeiten als Aufstand und Anpassung zugleich: Aufstand gegen Ulbricht aus dem tugendhaften Sachsen, wo die schönen Mädchen wachsen. Und Anpassung an das Westradio und das Westfernsehen, wo uns alle möglichen und unmöglichen Moden gegen Karl-Eduard von Schnitzler zur Begeisterung für die Freiheit animierten. Ja, ja, es war alles etwas animalisch. Anima – die Seele und das Tier Animus. Der Bazillus flog – und die Klänge vom Waldstadion herüber zu uns in den Osten. Von Woodstock ganz zu schweigen. Aber die BEATLES waren die BEATLES für viele, ganz viele.

Manche haben geweint wegen der Russen.„Sie taten uns leid,“erzählte sie.

„Sie standen in ihren Paradeuniformen am Waldesrand von WUHLHEIDE und säumten die Allee, die hinein nach Berlin führt. Zur Verabschiedung. Jeder konnte jedem die Hände drücken und Blumen überreichen“.

„Wie lange haben wir zusammengelebt.“

„Wie waren wir durch unser Schicksal zusammengeschweißt.“

„Wie russisch sind wir geworden.“

„Die Literatur.“

„Die Musik.“

„Und das Größte: Ballett. Nussknacker. Dornröschen“.- Jeder konnte dazu etwas sagen.

Zum regelmäßigen Tag der Versöhnung im Januar in Landsberg an der Warthe, meine Geburtsstadt, jetzt GORZOW, jenseits der Oder, in der so genannten Neumark. Kadetten der in den unmittelbaren Nähe von Gorzow gelegenen Kaserne (Ausbildung) legen zur Erinnerung Kränze nieder für gefallene polnische und sowjetische Soldaten.

17

In Altenburg in Thüringen haben die Leute erzählt, wie sie Schreie gehört haben hinter den Mauern der Kaserne. Schreie von Frauen.

Die Landbewohner haben Essen gebracht, wenn der Russe an der Ecke des Fachwerkhauses saß am Straßenrand der alten Heerstraße auf dem Fuchsberg bei Crimmitschau. Er konnte sich nicht melden mit seinem Feldtelefon. Aber er konnte Befehle empfangen. Er wartete auf den Durchmarsch der Kolonnen während der Übung. Die Befehlshaber wussten, dass die Frauen ein mitleidiges Herz hatten und den jungen Männern, die ihre Söhne hätten sein können, Essen bringen, damit sie nicht verhungern oder Schlimmeres angefangen hätten: nämlich zu stehlen.

Diese alte Soldatenregel: Das Land ernährt euch, wenn ihr es erobert.

Sie hatten es ja erobert beziehungsweise ausgetauscht mit den Amerikanern, damals.

Das war aber eine Ausnahme: Thüringen, Sachsen zum Teil.

Dort wurden schließlich die Männer erschossen hinter den Kasernenmauern, die immer noch vergewaltigten und sich das nicht abgewöhnen konnten, was man ihnen mindestens gestattete wenn nicht befohlen hatte, wie einige Untergrundmuseen das belegen wollen und behaupten.

Vergewaltigung als Strategie wie bei den Fremdenlegionären. Übrigens, selbst der Kriegspremier des Königreiches und Weltreiches England soll solche Dinge für möglich gehalten haben.

Nicht nur Stalin.

Schicksal.

Das alles verbindet.

Es hat eine Geschichte, was die Eltern erzählen und die Großeltern und was ich erlebe.

Was ich höre, dass mit nacktem Oberkörper die jungen Soldaten in Deutschland Gräben ausheben und der Unteroffizier schlägt zu mit der Peitsche, wenn sie sich ausruhen wollen.

Zur Unzeit.

Natürlich haben wir Dostojewski gelesen, um besser zu verstehen. Oder wir haben plötzlich verstanden.

Das große Mitleid.

Das große Verbrechen bei den Helden um Sonja im Raskolnikow–Roman.

Unsere Eltern haben sich abgefunden und trösten lassen. Manche sind weiter geflohen. Immer weiter. Nach Westen. Sogar viele.

Bis zuletzt.

Der Sog war unwiderstehlich.

Wir haben uns nicht mehr trösten lassen, wir haben den Sender gepeilt – WEST.

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Der Text beinhaltet ein Gedicht gegen den Krieg von Werner Bergengruen, einem Dichter aus Ostpreußen.

In Vorbereitung für die Friedensdekade 2025. Busstag. Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag (Totensonntag).

Ein Gottesdienst zur Eröffnung der Friedensdekade mit Heiligem Abendmahl findet am 9. November um 10.00 Uhr in der Dorfkirche zu Berlin-Müggelheim statt. Herzliche Einladung dazu. Vielleicht sehen wir uns ja. Das Thema des Gottesdienstes, die Spitzenmeldung der Bergpredigt JESU: LIEBET EURE FEINDE...

Hinweis: Lesung aus dem Vorgängerbuch zu DAMALS:“ACH DOSTOJEWSKI – IN DEN HÄUSERN DES LEBENS UND DES STERBENS“ JETZT SCHON VORMERKEN 18.August 2026 in der Gedenkbibliothek für die Opfer des Stalinismus. Beginn 18.00 Uhr im Lessinghaus/Nicolaiviertel Berlin.

Mit freundlichen Grüßen zum Reformationstag am 31.10.2025 Michael Wohlfarth

Jürgen Habermas

Ich lese, dass der Vater aller derzeitigen lebenden Denker in Deutschland, zweite Generation Frankfurter Schule, Jürgen Habermas, Pfarrer und Pfarrerinnen daran erinnert, wozu sie eigentlich da sind. Nämlich das Wort Gottes zu verkündigen, damit die Leute es hören und verstehen. Dann können sie es auch beherzigen.

Gerade dann ist die Welt in Gefahr, wenn das Christentum sich nicht mehr als Religion begreift mit all den Zumutungen, die eine Religon so in sich birgt. Das ist das Risiko.

Das Risiko ist aber um ein Vielfaches größer, wen man meint, man müsse dieses Risiko umghehen und könne den Menschen nicht mehr zumuten, das Glaubensbekenntnis ihrer Kindheit und Jugend, ihrer Eltern und Großeltern „nachzubeten“. Denn dann ist Leere und Ödnis, ja Wüste, die so viel heraufbeschworen wird, in der religionslosen Apokalyptik. Schlimmer noch: Wodurch unterscheidet sich dann Kirche von allen anderen Wohltätigkeitsorganisationen und humanitären Einrichtungen. Der Allerweltssatz: Der Glaube stirbt zuletzt“ taugt vielleicht für einen Thriller oder Kriegsroman, aber nicht als Alleinstellungsmerkmal des Christentums.

In seiner Festschrift für einen seiner Schüler, Thomas Schmidt, glaubt er nicht, dass es genügt in irgendeiner Form die Hoffnung trotz alledem nicht zu verlieren. Da ist auch keine Reduktion von Inhalten. Reduktion gibt es nur, wenn noch etwas da ist. Es ist nichts da. Kein Inhalt. Inhaltsleer. Der alte weise Mann erklärt erst recht von links, dass es Unsinn ist an etwas zu glauben, was es nicht gibt. Die Hoffnung muss es geben in der Person Jesu Christi. Man höre und staune. Ich tue es jedenfalls und bin dankbar, dass der entscheidende Anstoß von einer Seite kommt, ja, die Hilfe, die Rettung möchte ich pathetisch sagen, von der ich es nie erwartet hätte. Ich muss mich korrigieren. Richtig l i n k s denken braucht das Gegenüber. Nicht irgend eine Idee, die auch vergeht, wenn die REALITÄT VERLOREN GEGANGEN IST. Es geht um die Realität der christlichen Verkündigung als Gegenstück zu aller Religion, die keine ist, nur eine Wohlfühlreligion, ein Dampf, ein Kosmetik-Hauch. Eine Sache zum verwechseln ähnlich mit allem, was es sonst noch so gibt. Ohne Konsequenz.

Die FAZ überschreibt ihren Artikel dazu mit:“Aufgepasst, Bischöfe.“ – In Preußen hat ab und zu der preußische König darauf geachtet, wenn etwas übertrieben wurde. Zum Beispiel mit der Freiheit oder mit der Humanität – statt christlichem Glauben. Das wäre dann sozusagen die berühmte Sache: Von oben, nicht von unten. Vielleicht sogar ein bisschen russisch.

Ich wünschte mir, heutige Herrscher würden auch ab und zu einem Bischof in s Gewissen reden und auf die Folgen aufmerksam machen, die eine falsch verstandene Freiheit nach sich zieht und i m m e r die Erniedrigten und Beleidigten letzten Endes noch niedriger macht und das Leiden noch mehr verschlimmert.

Nun, wir haben keinen König. Die Regierenden stimmen zwar einmütig ein in den Gesang: Wie wichtig sind die Kirchen. Aber sie trauen es sich nicht zu sagen wie der Philosoph. Der letzten Endes weiss, dass Philosophie und Theologie eben nicht zu trennen sind. Jedenfalls nicht, wenn es drauf ankommt. Da helfen keine Ausflüchte mehr. Ohne Jesus Christus geht es nicht. Weder die Kirche, noch die Verkündigung, gerade wenn sie menschlich sein will. Habermas traut es sich zu sagen. Ja, das Evangelium muss entmenschlicht werden, wenn es wirken soll. Mir hat ein sibirischer Bischof das so erklärt: Nichts hinzutun, nichts weglassen. So nur geht die Gratwanderung mit den Abgründen auf beiden Seiten. Das Evangelium ist von Gott. Das darf nicht vergessen werden. So würde ich das sagen. Gottes Wort! Wenn das unmenschlich ist? – Dann sollten wir ehrlicher Weise die Kirche zu machen.

Wir können nicht aus den Gerichtsworten Jesu Gute-Nacht-Geschichten machen um der Freundlichkeit Gottes willen. Auch mit den Gerichtsworten seines lieben Sohnes Jesus Christus, mit den klärenden Worten der Heiligen Schrift wird die Liebe gestiftet, die wir brauchen zum Leben.

Danke an Jürgen Habermas.

Danke an die wirkliche Philosophie, die das Denken in Gefahr sieht, wenn das Gegenstück zu aller Welt fehlt. Den Glauben in Gefahr sieht, wenn das Wort Gottes fehlt, Jesus Christus.

Das Evangelium, das keine Welthaltigkeit, von welcher Seite auch immer, benötigt, weil es schärfer ist als ein Schwert und Wirkung zeigt, wenn es verkündigt wird landauf landab. Wieder! Nicht mehr und nicht weniger als das fordert der alte weisse Mann, der ein Weiser ist von der ganz anderen Seite. Wie gut ist Gott und wie treu. Danke! Ein Weckruf!!!

Pfr.i.R. Michael Wohlfarth

Lohengrin

Mein lieber Schwan!

Das kenne ich als geflügeltes Wort: Mein lieber Schwan, pass auf. Oder es gibt eine Verwunderung. Es kann sehr ernst gemeint sein. In einer sehr ernsten Situation, aber in einer intimen. Ein Beitrag in einem Dialog, einem Zweiergespräch. Sogar am Biertisch, einem kultivierten. Oder Wein?

All` das könnte ich von Richard Wagner sagen: Mein lieber Schwan. Du Schwerenöter, Du. Ihm scheiben in einem Brief. Als Freund. Nicht feindlich. Überhaupt nicht.

Mein lieber Schwan. Wenn er da erscheint wie die Erlöserfigur, am Theaterhimmel, über der GRAUEN SEE.

Vorher, beim Vorspiel das BERLINER BÜHNENBILD DER DEUTSCHEN OPER, wo Götz Friedrich nach seinem Übertritt über die deutsch-deutsche Berlin-Berlin-Grenze gewirkt hat mit seinem Glauben an die Oper, an das Werk schlechthin: Wir leben in Kriegszeiten, jedenfalls ungeteilt noch am 4. Oktober, dem Aufführungstermin, dem wir beigewohnt haben – so möchte ich es ausdrücken bei RICHI, wie schwärmerische Teenager, die jetzt um die 80 sind, DDR-Aktivisten an Leipzigs Bühnen im Kleindarstellerformat, es ausgedrückt haben- ihr Liebe zur Oper, besonders zu RICHI.Richi hier und da und sogar in Bayreuth nach dem Mauerfall.

Ich habe vor dem Mauerfall von Thüringen aus WAGNER GESEHEN UND GEHÖRT!!! Als Dorfpfarrer aus der WISMUTGEGEND BEI RONNEBURG IM ALTENBURGER LAND, oder war es schon Altenburg, der Stadtpfarrer, kurz v o r dem 7. Oktober und 9. Oktober 1989. Egal, kann ich sagen. Ich war begeistert von einer Wagneroper, diesmal nicht in der DEUTSCHEN OPER BERLIN, nein Staatsoper Berlin, Ost, Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik. BAROCK,BAROCK. Am meisten vom Publikum aus dem WESTEN. Noch nie erlebt, nur aus Büchern bekannt:Sie standen auf, die hinteren Reihen – und überschlugen sich vor Begeisterung.

BRAVO,BRAVO. BRAVISSIMO.

Das hätten wir uns doch nie getraut. So aus sich herauszugehen. Wie im Film.

Aber es war nicht nur das.

„Psychologie der Deutschen, ihre Tragödie, ihr Wahn, ihre Treueschwüre, ihr Reinheitsgebot. Niebelungentreue. Bis zuletzt“.

Es war eine Offenbarung innerhalb der GRAUEN DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK.

GRAUEN.

Vor der Wende, aber die Friedliche Revolution war schon längst zu Gange, untergründig, hintergründig.

Vordergründig auch.

Lesen Sie meine Stasi-Akten, kann ich da nur sagen. Wenn Sie stöbern, finden Sie etwas. Mindestens das Heft: „Altenburger Akademie“, heraus gegeben von der Leitstelle Erfurt in Zusammenarbeit mit einer Historikerin.

Das wusste ich also von Wagner, den Nibelungen. Den deutschen Heldensagen. Diesmal, 35 Jahre nach der Deutschen Einheit, ein Geschenk. Für mich und meine Frau, der Kleindarstellerin in Leipzig, der Assistentin als Praktikantin bei HERZ wärend ihres Studium vor vielen, vielen Jahren, auch in Leipzig, wo sonst. Mit gedecktem Pausentisch im Stehen. Resignation, GAZA. UKRAINE. Ein Grosser Dank an die Theater-Regie, Wagner ist THEATER, was sonst: Die herrliche Einführungsmusik. Ja, ja. Da können einem die Augen nass werden. Nass. Sie hat es gekontert. Man durfte trotzdem in` s Theater gehen. Sogar in die Oper.

Da liegen sie, die die Toten, auf der Bühne der Weltliteratur, der Weltgeschichte.

Schlachtfeld.

ANTIK.

Und wie ANTIGONE, erscheint die ERSTE am Horizont. Klagend, klagend sie und die anderen , die ihr folgen, in ganzer Breite des BÜHNENBILDES(!). Mütter, Ehefrauen. Liebste. Junge Frauen, alte Frauen. Sie schauen sich die Toten an. Ob sie sie erkennen. Ob sie es sind. Ob er es ist: ihr Mann, ihr Liebster, ihr Sohn. Manche müssen gewendet werden. Sie klagen den Toten in das geliebte Gesicht. Sie wehklagen.Die Musik spielt weiter. Der Vorhang fällt. Danke, Regie!

Dann die vielen anderen Fragen der Saga, wer wen verhext in den Schwan. Wer woher kommt. Und wer er ist. Der Graal und der Graalshüter. In der Mitte: das Gottesurteil. Jeder fleht zu Gott. Zu seinem Gott? Hilf! „Gott mit uns!“-Die Bitte auf den Koppelschlössern in den Kriegen. „Bitte hilf uns , Gott. Uns! Wir sind doch die Guten. Wir haben doch Recht. Für Frieden und Freiheit. Die anderen haben Unrecht. Sie sind nicht für die Freiheit. Sie sind Tyrannen. Das haben wir schon immer gewußt.“Mal sehen wie es ausgeht. Wir wissen nicht wer recht hat. Der König weiß es auch nicht und auch nicht sein Herold.“Unsere Weissheit ist Einfalt,“ sagt der König.Die Unterlegene Ortrud beugt sich nicht dem Gericht Gottes. Dem Gottesurteil. Weil es ihrer Meinung nach Zauberei war. Nicht ihr Gott, der das Urteil gesprochen hat!

Jetzt wird es ein Krieg zwischen Christentum und dem, was vorher war. Die Götter der Erde. Wotan. Reya. „Auf sie schwören wir“, sagt Ortrud zu ihrem Mann Telramund in seinem Elend, weil gegen ihn Recht gesprochen wurde, der Gott der neuen Religion Gericht gehalten hat. Er war der Unterlegene in dem Krieg, in dem Kampf zwischen Lüge und Wahrheit. Er lag am Boden und LOHENGRIN schenkte ihm das Leben. Welche Schande. Fluch. Fluch.

„Ich bin verflucht.“ Wie die Heimkehrer aus dem Weltkrieg. Sie haben ihn verloren. Nicht nur sie, auch der Gegner hatte ein Koppelschloss mit der Behauptung: Gott ist mit uns. In Wirklichkeit eine Bitte. Gott sei mit uns. Er war es nicht. Sondern mit den anderen. Welch ein Elend.

Da hilft nur Transparenz. Bis in s Letzte, nachdem die Beschwörerin der Götter und Göttinnen der Erde ORTRUD ELSA VON BRABANT HINEINGEZOGEN HAT IN DIE NEUGIER:Wer bist Du LOHENGRIEN? NIE SOLLST DU MICH BEFRAGEN, die Bedingung, dass er gekämpft hat für sie, die angebliche Mörderin ihres Bruders, damit sie den Thron erbt und nicht er. Das wird ihr im Auftrag von Ortrud vor dem König zur Last gelegt. Der Hauptmann mit den anderen Hauptmännern macht das bei einem Fahnenapell zur Kriegsertüchtigung. Es ist dieses böse Shakespeare-Paar. Aushecken, was schlimm ist:“Wir bekommen den Ehrenpreis. Niemand sonst, wenn ELSA, die rechtmäßige Erbin weg ist“. Ihr Bruder ist ja schon weg gehext. „WIR WERDEN HERRSCHEN. WIR HABEN ES VERDIENT.“ Aber die Rechnung geht nicht auf, die Fürsten trollen sich, nachdem der, den sie aufgehetzt hat, nicht aufzugeben, fällt: LOHENGRIN wird nicht das Opfer eines nachträglichen nächtlichen Überfalls auf offener Straße.

Aber Ortrud hat es geschafft, sich in das mitleidvolle Herz der angeblichen Freundin einzuschleichen. Elsa von Brabant bricht ihr Versprechen und fragt auf dem Ehebett in der Hochzeitsnacht nach dem feierlichen Gepränge vor dem Dom zu Brabant Lohengrin: WER BIST DU. Aus der Hochzeitsnacht wird nichts, Lohengrin fordert Aufklärung jetzt selber, aber nicht im Bett, von Ohr zu Ohr geflüstert, sondern öffentlich. Es wird ihm gewährt. König, Herold, die Fürsten alle, Ortrud müssen hören. wer er ist. Der Sohn des Graalshüters Parzival im hohen Norden über dem Meer. Er kann nun nicht bleiben. das Geheimnis ist gelüftet. Die Ehe wird nicht vollzogen.Aber die Hoffnung – der böse Zauber der Ortrud bricht. Die Hoffnung kann wieder auf dem natürlichen Nachfolger des Herrschers von Brabant liegen.

Mir fiel wieder ein, was meine Großmutter erzählte: „Mit Mann und Ross und Wagen, so hat sie Gott geschlagen.“ Das war Napoleon, den sie meinte.

Und:“Mein Junge, es ist Gericht!“ Sie meinte die Katastrophe Deutschlands, wenn wir darüber geredet haben. Sie hatte eine Erklärung. Das war ihr Frieden, ihre Vergebung, ihre Auferstehung, ihr Trost nach der Flucht quer durch die russischen Linien, nachdem sie ihren Mann, meinen Großvater in Ehren begraben hat in meiner Geburtsstadt Landsberg an der Warthe..

Eben: Die Wahrheit des Kreuzes Christi.

Ich finde die germanischen Sagen nicht so schlecht, wenn sie uns die Wahrheit und damit die Weissheit der Bibel in Erinnerung rufen.