Der 4. Advent wird gleichzeitig vom Datum her am Abend der Heilige Abend werden, auf den die Kinder so sehnlichst warten, weil es dann die Geschenke gibt. Das wissen sie und da sollen sie auch wissen.
Wir fahren heute in ein Pflegeheim, um dort Weihnachten vorzufeiern. Wir werden versuchen an die Weihnacht zu erinnern und damit herbei zu singen und zu beten durch die Lesungen in der Heiligen Schrift, die Zeugnisse der Bibel, dem Grundlagenbuch unserer geistigen und kulturellen Geschichte mit allen Gegensätzen und Harmonien.
Advent ist Busse. Das ist leider ganz und gar verloren gegangen. Eben Vorbereitung. Buße ist Hinleitung zur Freude, weil wir Gott alles übergeben können, was uns belastet durch den Kreuzestod seines lieben Sohnes Jesus Christus. Deswegen haben die Franziskaner die Krippe erfunden, die aus dem selben Holz geschnitzt ist wie das Kreuz. Das ihre Weihnachtsverkündigung.
Also wenn wir heute im Advent Gottesdienst feiern und die alten Geschichten hören, wie der Jungfrau Maria in der Tradition der Engel Gabriel in Nazareth verkündet, dass sie auserwählt ist, den Heiland in die Welt zu bringen oder die Begegnung der beiden Frauen Maria und Elisabeth mit einer weiten Wanderung durch die Wüste, schließlich die Geburt Jesu in Bethlehem mit Verkündigung an die Hirten auf dem Felde, dann werden wir das tun in Vorbereitung und Busse für Weihnachten, damit Christus geboren werden kann in uns und durch uns immer wieder in unserer Welt, gezeichnet besonders in diesem Jahr durch den Ukrainekrieg und dem Krieg in Gaza.
Ich möchte Ihnen diese Gebet mit geben, welches ich auf einer Karte der Deutschen Bibelgesellschaft gefunden habe:
Herr, unser Gott, der Krieg in der Ukraine hält weiter an. Wir bitten um Frieden. Öffne Augen, Ohren und Herzen derer, die Macht haben und Verantwortung tragen, dass sie sehen, was den Menschen und dem Wohl der Völker dient. Sei Kindern und Erwachsenen nahe, damit sie wieder Mut und Hoffnung für ihr Leben schöpfen. AMEN.
Die Predigt „Leuchte, mein Stern leuchte“ ist das erste Mal in meiner letzten Dienstgemeinde von mir gehalten worden. In Altenburg, in der Brüderkirche, in der die Friedliche Revolution in dieser thüringischen Stadt ihren Ausgang nahm. Wenige Jahre nach 1989. In einer Zeit der großen Unsicherheit: WAS SOLL WERDEN.
Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass wir den Stern nicht aus den Augen verlieren der uns zurück bringen will, damit wir ein zu Hause haben, zurück in die Welt, die Gott geschaffen hat und so geliebt hat, dass er seinen eingeborene Sohn für sie gab.
Ihr
Parrer i.R. Michael Wohlfarth
Quelle: Michael Wohlfarth, „Predigen auf dem Markt“, Predigtreihe, epubli.
Bitte aufrufen in allen Portalen oder in guten Buchhandlungen bestellen. Falls Sie Interesse haben. Eben da „Glauben und Erkennen“.
Den Volkstrauertag gibt es in der Bundesrepublik Deutschland offiziell seit 1952.
In der DDR gab es einen Tag im September, der in antifaschistischer Parallele als Tag des Gedenkens galt.
In den 20iger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde in der Passionszeit der Gefallenen im 1. Weltkrieg gedacht.
Wenn wir die Hitlerzeit nicht ausklammern, merken wir schon, wie schwierig es ist für ein Volk, mit seiner eigenen Geschichte umzugehen. Allein an Hand dieses Kasus und eines entsprechenden würdigen Datums.
In Berlin und um Berlin herum beeindrucken mich am meisten die Gedenktafeln für die Opfer von Diktatur und Gewalt und die Gefallenen der Kriege am meisten, wo auch unsere Zeit von 45 bis 89 nicht verschwiegen wird: als Erinnerung an die Möglichkeit, dass wir leicht immer wieder zu Unmenschen werden und vergessen, dass Gott in unsere Herzen die Fähigkeit zu Treue und Glauben gelegt hat, um dem Nächsten zu dienen.
Und ihn nicht zu töten.
Wie einen Feind.
Insofern sind alle diese Erinnerungstage Bußtage, damit wir umkehren zu dem Bild Christi, dem eigentlichen Bild des Menschen, welches uns hilft vergeben und verzeihen zu können, damit froh sind in allem Leide.
Und leben.
2
Nicht umsonst stellt uns Christus in seinen Kreis. In den Weltkreis. Als Weltenrichter, als König mit den himmlischen Heerscharen. Zur Linken und zur Rechten. Zu den Böcken und zu den Schafen, wie ein Hirte in den Bergen.
Die eine Rede von IHM
Wo wart Ihr? Ihr habt mich nicht besucht. Wo wart Ihr? Ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Wo wart Ihr? Ihr habt mich nicht bekleidet, Ihr habt mir nichts zu Trinken gebracht, als ich am Verdursten war.
Ja, HERR, wann? Wir haben Dich, HERR, nicht gesehen. Wir haben niemanden gesehen, der am Verdursten war, am Verhungern, nackt und bloß.
Weil Ihr den Geringsten nicht kennt. Nicht erkennt als den Gekreuzigten und Geschundenen. Als den Christus, er euch erinnert an das Jüngste Gericht:
Dass es ein Recht gibt.
Einen Heiligen Ernst.
Weil Ihre Euch untereinander nicht kennt als die Elenden und Erniedrigten. Und Euch darum nicht helfen könnt als Nachbarn, Arbeitskollegen. Im Alltag. In Eurer Isoliertheit. In Eurem Individualismus. In Eurer Zanksucht und Rechthaberei.
Weil Ihr euch selber so verstellt, dass ihr selber nicht erkannt werden könnt als die, die ihr seid. Und die ihr sein solltet: Kinder Gottes. Brüder und Schwestern, die beieinander wohnen und das Mahl des HERR feiern als der eine Leib Christi.
Wir haben also eine Verantwortung, dass wir uns gegenseitig erkennen in der Liebe Christi, in der Vollmacht des Leidens Jesu am Kreuz und in der Kraft SEINER AUFERSTEHUNG.
Die andere Rede von IHM:
Und Ihr zu meiner Rechten, ihr habt mich besucht, erkannt, gekleidet, wart gastfreundlich zu Armen und Elenden an Leib, Seele und Geist.
Ja, HERR, wann?
Ihr wart im Gefängnis und habt euch nicht gescheut dort hin zu gehen und zu fragen und Antworten zu hören, die euch erschreckt haben.
Ihr wart bei den Jungen, die Durst hatten nach Liebe und dann in Entziehungskuren gelandet sind.
Ihr wart bei den Pandemie-Kranken, die auf Besuche gewartet haben. Bei denen, die Gott suchen und die verspottet wurden. Bei denen, die nicht zurecht kommen mit der Schuld ihrer Vorfahren, die sich Vorwürfe machen wegen Not, Krieg und Elend in der Welt und die Paläste stürmen wollen. Bei denen, die einen Vater brauchten. Bei denen, die den Verlockungen der Freiheit erlegen waren und jeden Halt verloren haben.
Bei denen, die hungrig sind nach Leben und nie satt werden.
Ihr seid die Gesegneten des HERRN.
Wann haben wir die getröstet, die müde und matt waren, die voller Scham waren, auf die alle mit Fingern gezeigt haben. Wann haben wir sie besucht? Es war für euch selbstverständlich. Deshalb habt ihr es vergessen. Jedenfalls in der Aufzählung der guten Taten. Ihr seid gesegnet.
3
Die Möglichkeiten der Gemeinde Jesu, seiner Kirche müssen genutzt werden, sagen auch die vorhergegangen Perikopen von den klugen und törichten Jungfrauen und von dem ängstlichen Mann, der seinen Schatz des Glaubens vergräbt, um nicht anzuecken, weder bei seinem HERRN nicht bei allen anderen, die ihm begegnen könnten.
So werden die klaren Gerichtsworte des Königs der Könige Wegweisung und Ziel und nicht Einschüchterung. In der Gemeinde Jesus findet die Umwertung aller Werte statt und aus Angst wird Hoffnung, aus Fluch Segen.
Gebet: HERR wir bitten dich, die wir mitten in der Geschichte unseres Volkes und unseres Lebens stehen, dass wir deinen Zuspruch hören und die Chancen wahrnehmen können, die du verheißt, wenn wir auf dich sehen und dir nachfolgen. AMEN.
1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg. Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. 2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: 3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. 4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. 5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen[1]. 6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. 7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. 9 Selig sind, die Frieden stiften[2]; denn sie werden Gottes Kinder heißen. 10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. 11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen. 12 Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
Reformationstag 23 Berlin Köpenick St. Laurentius Abendgottesdienst mit
Am 9 Oktober haben wir nach 34 Jahren an den entscheidenden Umzug rund um Leipzig auf dem Leipziger Ring gedacht, wo der Ruf erschallt ist: REIHT EUCH EIN und nach dem Fall der Berliner Mauer die Bildzeitung titelte – ganzseitig – Hölderlin: SO VIEL ANFANG WAR NOCH NIE. Und: NUN DANKET ALLE GOTT.
Warum sage ich das, heute zum Reformationstag.
Vor über 500 Jahren hat Martin Luther der Überlieferung nach seine Thesen öffentlich gemacht. Vor genau 125 Jahren wurde in Jerusalem die Evangelische Kirche in Jerusalem unter Beisein des deutschen Kaisers und seiner Frau Auguste, Kirchenguste, eingeweiht. Sie erhielt den Namen ERLÖSERKIRCHE. Vor einigen Jahren musst die Berliner Politik entscheiden, ob sie den Reformationstag zum gesetzlichen Feiertag erklärt oder einen andern Traditions – Tag für eine andere Sache. Sie hat sich für die Frauen entschieden und den kommunistischen Frauentag am 8. März zum zusätzlichen Feiertag in Berlin erklärt.
Es ist uns aber unbenommen heute Abend der Reformation durch Martin Luther zu gedenken und an die Gründung damit des ersten Deutschen Pfarrhauses mit Katharina von Bora, der Unternehmerin im wahrsten Sinne des Worte an der „wirtschaftlichen Spitze“. Von ihrem Ehemann oft scherzhaft „Herr Luther“ genannt.
Die Bergpredigt, hervorgehoben die Seligpreisungen Jesu, als Spitzenpredigt des Christentums als Hauptlesung und Predigttext im Gedenken der Reformation.
Die Bergpredigt, hervorgehoben die Seligpreisungen Jesu, als Dauerlesung bei unzähligen Friedensandachten, die schließlich zur WENDE in der Weltgeschichte wurden, als Stärkung zur Durchführung und Organisation des Friedlichen Protestes von 1989 mit dem Kipppunkt am 9. Oktober auf dem Leipziger Ring. Die BERGPREDIGT im Rücken. In der Tradition der Reformation Luthers, Zwinglis, Melanchthons und Calvins im deutschsprachigen Raum. Diese LEISTUNG der Evangelischen Kirche wir heute gerne ein wenig hint an gestellt. Das ist ein großer Fehler und bedeutet übrigens auch die Weiterverantwortung der Evangelischen Kirchen in den neuen Bundesländern und auch ihr Mitspracherecht.
Scheinbar waren diese Überlegungen nicht gegenwärtig bei der Suche nach einem zusätzlichen Feiertag in der Hauptstadt des wieder vereinigten Deutschlands.
Ich finde das schade.
Und ich kenne auch den Berg im heutigen ISRAEL, auf dem Jesus der biblischen Überlieferung nach stand und seinen Nach-Folgern und Nachfolgerinnen zurief:
Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Was waren das für Menschen, die Jesus nachgefolgt sind, um ihn zu hören und ihn zu bitten:HERR LEHRE UNS BETEN, DAMIT WIR GLAUBEN KÖNNEN UND EINEN HALT HABEN IM LEBEN.
Das waren ganz einfache Leute. Fischer, Handwerker, Selbständige, Mittelstand aber auch die Oberschicht, Schriftgelehrte, Juden und Nichtjuden. Sie suchten Trost und waren verzweifelt wegen der vielen Enttäuschungen in ihrem Leben. Wegen des vielen Streitens unter Verwandten und Freunden, in den Familien , in der Nachbarschaft. Innerhalb der Gemeinde und der Kirche. – Wie heute.
„Das Herz ändert sich nicht“, habe ich gelesen bei Franklin Graham.
Vieles, sehr vieles hat sich geändert in 2000 Jahren, in 150 Jahren, in 34 Jahren: das Herz ändert sich nicht. Und dafür ist das WORT DES HERRN JESUS CHRISTUS: SELIG SIND DIE FRIEDFERTIGEN, denn sie werden Gottes Kinder heißen, gesagt und aufgeschrieben als das Wort Gottes, als die Heilige Schrift: gestern, heute und von Äon zu Äon.
Auch für uns in unserer Zeit des Krieges im Osten Europas, nicht weit von uns. Es ist der SCHALOM, der gemeint ist, den wir stiften sollen und es auch können in der Vollmacht des Heiligen Geistes, den der Sohn Gottes seinen Mitbrüdern und – Schwestern, den Kindern Gottes verheißen hat. Wenn sie um ihn bitten.
Frieden ist nicht einfach die Abwesenheit von Krieg, sondern die Anwesenheit Gottes, seines Heiligen Geistes, lese ich in einem Herrnhuter Losungs – Text dieser Tage, ausgesprochen von der Gründerin einer Schwesternschaft, Eva von Thiele Winkler und erfahren von vielen Christen und Christinnen. Also mitten im Krieg muss und kann auch der Frieden sein im Glauben an den Dreieinigen Gott. Aber dieser Frieden der Herzen, den Jesus verkündet und schenkt macht uns auch fähig, Frieden zu stiften in unserem Umfeld, im Alltag, ja, sogar in Kriegen. Macht uns fähig zu handeln – auch für den Welt-Frieden. Den Weltlichen. Für andere.
Deswegen beten wir für den Frieden für uns – und die Welt. ES bleibt uns auch gar nichts anderes weiter übrig. Auch darum zu bitten, dass Juden, Muslime und Christen im Frieden zusammen wohnen können, in einer Stadt, in einem Land. In Deutschland und Palästina.
Mit allen anderen Seligpreisungen ist dieses Wort vom Frieden zu uns gesprochen:
Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen . Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind, die Frieden stiften ; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen. Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
Und es verheißt uns Glück im Leben und Seligkeit im Sterben.
Es ist ein Gegenentwurf zu dem Üblichen: Krieg ist immer in der Geschichte der Menschheit, Frieden die Ausnahme. Das hat gerade unser deutscher sozialdemokratischer Verteidigungsminister erkannt und mitgeteilt angesichts der gegenwärtigen weltweiten Situation.
Christus ruft uns in die Gemeinschaft der Glaubenden, damit wir in all der Unruhe der heutigen Tage Zeit finden für Gott und seine Gebote und konstruktiv trotz aller Niederlagen im Glauben und im Leben an seiner Kirche bauen können. Die wir bekennen im 3. Artikel unseres Christlichen Glaubensbekenntnisses, um zu verhindern, dass die Gedanken des Friedens aufhören unter uns und unsere Pflicht als Christen vergessen.
Denn selig sind wir, wenn wir Gottes Wort hören und Glauben finden durch IHN, damit wir es auch tun können in dieser Welt. Amen.
in Grünau Don Ugletti-Platz und Bohnsdorf Dorfplazt 9.00 Uhr und 10.30 Uhr
Berlin Treptow-Köpenick
Liebe Gemeinde, das ist unser Predigttext für den heutigen 21.Sonntag in der Trinitatiszeit, ein ganzer Tag trennt uns vom Reformationsfest.
„So zog Abram herauf aus Ägypten mit seiner Frau und mit allem, was er hatte, und Lot auch mit ihm in s Südland.
Abram war sehr reich an Vieh, Silber und Gold.
Und er Zog immer weiter vom Südland bis nach Bethel, an die Stätte, wo zuerst sein Zelt war, zwischen Bethel und AI, eben an den Ort, wo er früher den Altar errichtet hatte. Dort rief er den Namen des HERRN an.
Lot aber, der mit Abram zog, hatte auch Schafe und Rinder und Zelte.
Und das Land konnte es nicht ertragen, dass sie beieinander wohnten; denn ihre Habe war groß und sie konnten nicht beieinander wohnen.
Und es war immer Zank zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten von Lots Vieh. Es wohnten auch zu der Zeit die Kanaaniter und Perisiter im Lande.
Da sprach Abram zu Lot:Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten; denn wir sind Brüder.
Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von mir! Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten, oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken.
Da hob Lot seine Augen auf und besah die ganze Gegend am Jordan. Denn ehe der HERR Sodom und Gomorra vernichtete, war sie wasserreich, bis man nach Zoar kommt., wie der Garten des HERRN, gleichwie Ägyptenland..
Da erwählte Lot die ganze Gegend am Jordan und zog nach Osten. Also trennte sich ein Bruder von dem andern, sodass Abram wohnte im Lande Kanaan und Lot in den Städten am unteren Jordan. Und Lot zog mit seinen Zelten bis nach Sodom“.
Liebe Schwestern und Brüder, den letzten Vers diese Kapitels aus dem Ersten Mosebuch hat man weggelassen. Es ist Vers 13 aus Kapitel 13 und lautet:“Aber die Leute zu Sodom waren böse und sündigten sehr wider den HERRN“. Vielleicht hatten die Vorschlagenden dieses Predigttextes die Befürchtung, jemand käme auf die Idee und meint: Ein vergifteter Vorschlag von Vater Abraham, der damals noch ohne das zweit A geschrieben wurde für uns.
Vergiftet kommt oft vor in unserem Zeitungsdeutsch. Was alles vergiftet ist in der Politik unter sogenannten politischen Freunden – und Feinden.
In unserer Kriegspropaganda, wo man meint, es geht doch gar nicht um Berichterstattung und Wahrheit, sondern um Schlagzeilen und Lesergewinnung – eben auf vergiftete Weise.
Ja, die Redaktion dieser Erzählung wusste mehr als Abram. Sie kannte die weiterführenden Geschichten von Abram und Lot, von Sara(i) und Lots Frau.
Wir ja auch: Aus unserer christlichen Sozialisation mit Taufe, Christenlehre und Konfirmation.
Hoffentlich (SMAIL).
Und natürlich schrieb sie das mit hinein in das Erste Buch Mose.
Bitte also nicht missverstehen.
„Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir.“
Schön, wenn wir die Freiheit und den dazu gehörenden Mut haben uns nicht die Meinung zu sagen, wenn etwas nicht stimmt, sondern es auszusprechen, was uns belastet. Das ist schwer. Das kann nicht jeder.
Viel Arbeit für gute Seelsorger und Seelsorgerinnen in der Gemeinde aber auch in meinem privaten Leben.
Volle Anmeldelisten bei Psychatern und Psychaterinnen!
Um Frieden zu finden und endlich aufhören zu können mit Kriegen, wo es um Besitz geht, um Wohlstand, um das Wasser des Lebens – dann sind es Religionskriege- auch ganz persönliche: Wer hat die Wahrheit gepachtet. Wer nicht.
Die Geopolitik, die Infrastruktur in unserem ganz persönlichen Leben.
Dass die in Ordnung geht als Voraussetzung für alle friedensstiftenden
Bemühungen unsererseits, was die große Weltpolitik angeht, die zur Zeit einen Kriegszustand beschreibt. – Und wir sollen und wollen für den Frieden in unseren Herzen und in der Welt beten!
Das fängt natürlich zu Hause an. Das fängt in den Familien an, zwischen Geschwistern auf de Teppich des Wohnzimmers, wo um die Spielsachen gerade gekeilt wird. – Eine gewisse Trennung – verschiedene Kinderzimmer ist schon ein Beitrag!(SMAIL).
Da sind wir bei der Archaik unserer biblischen großartigen Kinderbibel.
„Wir sind doch Brüder!“
Das ist jetzt nicht ausschlaggebend, ob Abram und Lot Geschwister waren im Sinne einer Kirchenbucheintragung oder beim Standesamt. An anderer Stelle ist es der Onkel und der Neffe. Weil sie verwandt sind, wollen sie sich nicht zanken – und ihre Angestellten sollen es auch nicht in dem großen Familienbetrieb mit Hunderten von Mitarbeitenden. Darüber gibt es ganz gute Fernsehserien.
Oder gab es sie.
Abraham der zukünftige VATER DES GLAUBENS glaubt Gott und ist deshalb gesegnet – wir haben es gehört: mit allem, was das Herz begehrt.
Aber er ist nicht der Reiche Mann, der den Lazarus „verrecken“ lässt vor seiner Haustür.
Und der nicht sagt: „Iss und trink, liebe Seele – und morgen bin ich tot.“
„Du Narr, sagt der HERR zu ihm.“
– Ernte – Dank-Evangelium. Der ostpreußische Dichter Werner Bergengrün hat ein großartiges Gedicht dazu verfasst. Eines meiner Lieblingsgedichte.
Nein, er ist klug. Und hat die Gabe der Weissheit. Er schämt sich seines Glaubens nicht und auch nicht seines Alters gegenüber dem jungen und dynamischen Neffen. Er sagt es. Was es ist. Und wie es ist.
Da wird man gehört. Erstaunlich genug.
Sie gehen getrennte Wege und sind doch geeint.
Das nannte mein Vater geistlichen Verstand.
Abram und die von Gott geheiligte Vernunft. Die auch Familien gedeihen lässt. Auch die Familie Gottes. Die Gemeine Jesu Christi. FAMILIA DEI. SEINE KIRCHE, die wir bekennen in unserem Glaubensbekenntnis.
Das ist der Weg mit ihm. Das ist unser Weg, wenn es kompliziert wird.
Das geht, wenn wir in der Verheißung leben. In der Hoffnung.
Robinsonate oder mein zu Hause nach Landsberg, Danzig und Kollberg…
hier ein paar Eindrücke der Berliner Buchmesse.
epubli/Eigenverlag Michael Wohlfarth/ Günter Schade EPUB-Satz und Lektorat DER GRÜNE SALON, Fortsetzungsroman von AMERICA (bei Fam.Wohlfarth@t-online.de als Druck erhältlich).
DER GRÜNE SALON als 2. E-BOOK -Ausgabe erhältlich in SHOP EPUBLI mit erhöhtem Gewinn für Autor und Herausgeber, aber auch in allen anderen einschlägigen Portalen.
Kriegstagebuch – Aufnahme an einer bayerischen Dorfkirche 2023 im Sommer d. J. – Gedenken an die Gefallenen. – S. auch letzter Rundbrief der Kriegsgräberfürsorge in der Bundesrepublik Deutschland, Berliner Sektion (Jugenabteilung).
Die ganze Front.
Predigten zur Pandemie
In diesem Garten habe ich viel gesetzt, geschrieben und zurechtgezimmert – als die Bäume noch standen. Aufgrund der Aufhebung einer Schonfrist wurden wir gezwungen, die Bäume abzuholzen, damit der Garten abgegeben werden kann. Jetzt bewirtschaftet ihn eine ukrainische Familie .
Sie können protestieren beim Kleingartenverein Zschortau, beim Kleingartenverband Delitzsch und beim Bürgermeister von Zschortau in Sachsen, damit endlich die Kleinkarriertheit aufhört und Gärten nicht dem Statut, sonden denen gehören, die ihn gestalten nach Massgabe ihrer Möglichkeiten.- Das wäre dann Freiheit.
Berthold Brecht: „In diesen Zeiten ist es ja ein verbrechen über Bäume zu sprechen!“ (Aus einem Gespräch im 2, Weltkrieg)
16. Sonntag in der Trinitatiszeit, Dorfkirche Müggelheim Gottesdienst am 24. September 2023 um 10.00 Uhr mit Heiligem Abendmahl. Predigt nach vorgeschlagenen Text 10.Kapitel des Briefes an die Hebräer , die Verse 35, 36, 39. Das Zitat des Briefschreibers steht bei dem Propheten HABAKUK 2. Kapitel, die Verse 3 und 4. Nach Septuaginta vom Verfasser zitiert, der damaligen griechischen Schriftform des sogenannten Alten Testamentes.
Darum werft euer Vertrauen nicht weg,welches eine große Belohnung hat.
Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.
„Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben. Wenn er aber zurückweicht, hat meine Seele kein Gefallen an ihm“
Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten.
Liebe Gemeinde, wer letzten Sonntag in der Kirche war oder im Fernsehen, Hörfunk, youtube u.s.w. eine Predigt zu dem Bund Gottes mit Abram gehört hat, wird sich erinnern können, was Gott zu Abram in der Offenbarung des HERRN sagt: Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn.
Heute nun wird dieser Faden weiter gesponnen. Dieser Goldene Faden möchte man sagen, aus dem das Kleid des Vertrauens, des Glaubens gewebt wird. Letzten Endes hat man etwas davon, wenn man glaubt.
Dieser Lohngedanke taucht immer wieder in der Heilsgeschichte auf.
Der Glaube ist ein Schatz.
Christus, in dem alle Schätze verborgen sind (Epheser).
Abram gehört zu den Gerechten, von denen die Welt lebt, ja er wird zum Vater des Glaubens, weil er dem HERRN glaubt. Er glaubt, dass Gott, der HERR, sein großer Lohn ist.
Durch Christus sind wir ihm verbunden und mit den israelitischen Kultgemeinden in einer spirituellen Weise.
Die ersten Christen haben es gelernt bei den Propheten, die sie immer wieder zitieren wie zum Beispiel den Propheten Habakuk. Sie haben erfahren, dass der Glaube an den HERRN JESUS sich bewähren muss. Ja, auf die Probe gestellt wird, wie der Glaube Abrams, später Abrahams.
Der Briefschreiber des Hebräerbriefes erinnert die Gemeinden, für die dieser Brief geschrieben wurde, an die Anfechtungen. An die Nachteile. Und Benachteiligungen. Ja, er spricht vom großen Kampf des Leidens.
Weil sie Christus bezeugt haben.
„Ihr seid zum Schauspiel geworden.“
„Ihr habt mit denen gelitten, die gelitten haben.“
„Ihr habt Mitleid gehabt!“
„Ihr habt den Raub Eurer Güter erduldet.“
„Ja, im Heiligen Geist, mit Freuden erduldet, weil ihr wusstet, dass ihr eine bessere und bleibende Habe besitzt.
Das ewige Leben.“
„Ihr habt das durchgehalten!“ Werft Euer Vertrauen nicht weg. Die Freude im Glauben an Jesus Christus. Setzt es nichts aufs Spiel für billige Einflüsterungen. Verlasst nicht das Fundament des Glaubens und des gegenseitigen Vertrauens auf dem ihr gegründet seid: Der Opfertod des Sohnes Gottes am Kreuz, damit wir Frieden hätten.
Dazu ist Geduld nötig.
Damit wir den Willen Gottes tun können und wir so in der Verheißung leben können und sie spüren und immer wieder neu empfangen.
Und glauben können wie Abraham, dass der HERR kommt in unsere Wüste und eben macht, was krumm ist und die Dinge zurecht rückt, die wir verbockt haben.
Dass er unterwegs ist zu uns, um Recht zu sprechen, wo Unrecht herrscht und Frieden bringt, wo Unfrieden ist.
„Vielleicht ist das der eigentliche Sieg unseres Glaubens, dass wir wissen, dass es einen Richter gibt nach all den Ungerechtigkeiten, die wir in unserem Leben erfahren und erdulden.
Dass er kommt.“
In unserem Wirrwarr von Meinungen und Haltungen hat das – für mich erstaunlicher Weise – eine Frau, die meine Tochter sein könnte, mir als facebook – Nachricht mitteilen wollen: die Generalsekretärin des Kirchentages, vorher Superintendentin in Altenburg/Thüringen, Kristin Jahn. Eine Bäckertochter aus dem Altenburger Land, mit meinem Sohn in dieselbe EOS gegangen.
Ja, vielleicht gerade jetzt in unserem Rechtsstaat ist diese Erkenntnis von Gustav Heinemann so wichtig: „Lasst uns der Welt antworten, wenn sie uns furchtsam machen will: Eure Herren gehen, unser Herr aber kommt!“
Dass Christus, für uns einstehen wird. Das ist das Glaubensfundament, welches im Hebräerbrief ausführlich beschrieben wird.
Wir sagen im Glaubensbekenntnis: ER KOMMT WIEDER.
Der Messias.
Warten wir auf den Heiland, dass eben wird, was krumm ist, die Tränen abgewischt werden und Freude wieder einkehrt.
„In dir ist Freude in allem Leide“, singt die Gemeinde, seit es sie gibt.
Nach diesen Geschichten begab sich’s, dass zu Abram das Wort des HERRN kam in einer Offenbarung: Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Abram sprach aber: HERR, mein Gott, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder und mein Knecht Elieser von Damaskus wird mein Haus besitzen. Und Abram sprach weiter: Mir hast du keine Nachkommen gegeben; und siehe, einer von meinen Knechten wird meine Erbe sein. Und siehe, der HERR sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein, sondern der von deinem Leibe kommen wird, der soll dein Erbe sein. Und er hieß ihn hinaus gehen und sprach: Sieh gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein! Abram glaubte dem HERRN und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.
Liebe Gemeinde, die schönsten Nächte sind die sternenklaren Nächte. Nicht zu kalt. Das hätte zwar auch seine Reize. Aber im August:Warm. Gestern hat es Gott sei Dank geregnet. Heute den ganzen Tag über Blauer Himmel für die Urlauber. Strahlende Sonne an diesem Wochenende. Vielleicht am Meer. Oder im Gartengrundstück. Oder im Hochgebirge.
So intensiv nun in der Nacht. So gegen drei.
DER HIMMEL ÜBER MIR.
Der Blick zum Himmel.
Der große Wagen, der Kleine Wagen, die Schlange, all die Sternen-Kreise.
Und Imanuel Kant aus Königsberg :
Das Gewissen in mir und der Sternenhimmel über mir.
Der Beweis, dass es einen Gott gibt.-
Nicht der Beweis, dass es keinen gibt, wie uns nach dem ersten Weltraumflug von Juri GAGARIN weisgemacht werden sollte von einem primitiven Atheismus sozialistischer DDR-Prägung.
Vor diesem Hintergrund habe ich die evangelisch-baptistischen Schwestern und Brüder in Tscherkassy/Sowjetische Ukraine im Spätsommer 1989 verstanden, die uns voll Begeisterung von einem Zahnarzt aus Wittenberg erzählten, der genau diesen Kant-Satz vor Jahren zum Inhalt seiner Gastpredigt im riesigen Baptistensaal der ukrainischen Großstadt Tscherkassy gemacht hat.
Das war für die Sowjetbürger mehr als nur Bildungsprotestantismus.
Wir durften dann – nach der Weiterreise von Tscherkassy auf die Krim nach einem Gottesdienst dem Taufzug vorangehen, als es dort die erste Massentaufe/Großtaufe (Beginn der Perestroika) im Schwarzen Meer gab.
Zum Schluss kam eine Delphin geschwommen.
Und der Blick auf die Erde?
Gott hat einen anderen Blick als wir: Warum noch schuften. Womöglich führen die Kinder unsere Arbeit nicht weiter. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Also vergeuden. Reisen. Genießen so wie es nur geht.
Es ist zum Verzweifeln.
Abram kannte das auch und trug das seinem HERRN vor.
Was soll’s?
Wir sind alt und haben keine Kinder.
Unser Knecht aus Damaskus bekommt alles.
Es ist nicht gerecht. – Es ist unser Schicksal.
Abram war reich.
Abram war gesegnet.
Er hatte keine Nachkommen.
Und es war klar, dass alles vorbei war.
Kein Sohn.
Keine Tochter.
Kein Erbe.
Erbe meint ja wohl mehr als Geld erben: sondern dass es weitergeht. Ein Stück Abbild der Ewigkeit Gottes im Himmel auf dieser unserer Erde.
„Du wirst ein Volk werden, so zahlreich wie die Sterne, die du siehst. So viel wie Sand am Meer.
Schau nach oben. Siehst du das Sternenzelt, dass ich über dich gespannt habe. Wie es leuchtet, dass dir die Hoffnung nie ausgeht?“-
…nach all diesen Geschichten… sie gehen weiter… und sie sind weitergegangen… die hellen Seiten …. und die dunklen. Bis in unsere Tage. Durch Christus sind es auch unsere Geschichten. Und können hell werden.
Nichts wird in den folgenden Bibelversen verschwiegen.
Wir können unsere Schicksale hinzufügen. Unsere Bilder, die uns belasten. Unsere schweren Schicksale. Unsere Offenbarungen und Begegnungen mit Gott in Christus JESUS.
Wir wollen so beten: „ HERR gib, dass wir lernen, die Zukunft deiner Leuchtspuren nicht aus den Augen zu verlieren. Lass uns die Zeichen der Zeit erkennen und die Zukunft in deine barmherzigen Hände legen.
So wie das A b r a h a m, der Vater des Glaubens, getan hat trotz allem Wissen mit allem Wissen um Vergangenheit und Gegenwärtiges. Und Angst vor der Zukunft.
Schenke uns deinen Frieden und die Nachhaltigkeit des Glaubens, der uns trägt in unserer Welt.
Herr schenke uns Glauben, damit wir mir dir rechnen können.“ AMEN.
Die Bibelstelle: GENESIS 15. Kapitel, die Verse 1 – 6 (Lutherübersetzung).
Predigt, gehalten in Martin-Luther-Kapelle, Berlin-Köpenick, Eitelsdorferstraße
am 15. Sonntag nach Trinitatis um 10.30 Uhr mit Heiligem Abendmahl.
gehalten in der Werner – Sylthen – Kapelle und in der Stadtkirche St. Laurentius
Berlin Köpenick um 9.00 Uhr und um 10.30 Uhr mit Heiligem Abendmahl am 20. August.
DAS GASTMAHL
Der Autor der Predigt war von 1964 bis 1966 Mitglied der Leipziger Spielgemeinde, vor seinem Aufbruch nach Berlin zum Studium der evangelischen Theologie an der HU. Die Leipziger Spielgemeinde ist das Pendant zu den Vaganten in Westberlin, die heute noch existieren mit Zuschüssen vom Senat und die vor Kurzem ein Jubiläumsjahr gefeiert haben.
In der DDR konnte so etwas nur die Sächsische Evangelisch – Lutherische Landeskirche tragen.
Unser offizieller Name im Eintrag des SVK- Versicherungsausweises war VOLKSMISSIONARISCHER MITARBEITER.
Der Lohn war ein Hungerlohn.
Das fromme Erzgebirge war der Hauptabnehmer.
„Weihnachten auf dem Marktplatz“, Stellvertreter“-(Lesung mit verteilten Rollen), „Johannes der Täufer“, „Vibia Perpetua“, „Mathilda Wrede“ waren „Renner“. Vor 1964 wurde auch DDR-weit Sartre aufgeführt. Dann kam die Einschränkung: Nur noch auf dem Gebiet der sächsischen Landeskirche!
Unter anderem bei Friedrich Luft in der Berliner Morgenpost. Falls das noch jemandem etwas sagt.
Stephan Behr,erfolgreicher Unternehmer und Christ. Der leidenschaftliche Manager kann mit seiner „pastoralen“ Art vermitteln und geschäftliche Auseinandersetzungen klären. Der Quarzglas-Hersteller „QSIL“ ist unter seiner Führung zum Weltmarktführer geworden.
(Hochgeladen über Online-Redaktion GLAUBE UND HEIMAT -Premium- von Michael Wohlfarth, Pfr.i.R. Berlin)
IT Spezialist: Wer im Internet nach Stephan Behr sucht, hat es schwer. Der Computer-Fachmann ist nahezu unsichtbar im weltweiten Web. Darauf ist er ein bisschen stolz. Willi Wild hat den Unternehmer „in echt“ getroffen und mit ihm über Bibel, Business und Bekenntnis gesprochen.
Sie kommen aus einem Pfarrhaus, aber Theologie zu studieren war nicht in Ihrem Fokus. Warum? Stephan Behr: Meine Geschwister und ich sind damals in Zeulenroda gehänselt worden. Da hieß es: „Ihr glaubt an Gott? Juri Gagarin war im All und hat ihn nicht gesehen.“ Ich wollte eher in die Medizin gehen. Mit weißem Kittel und Stethoskop begegnen mir die Menschen mit Respekt, dachte ich. Dazu brauchte ich aber Abitur. In der Schulklasse waren wir zu zweit, die nicht bei den Pionieren waren und die nicht zur Jugendweihe gingen. Das waren schon einmal schlechte Voraussetzungen. Bei der Auswahl für die erweiterte Oberschule, also das Gymnasium der DDR, hieß es dann, dass ich das falsche Elternhaus habe. Der Kreisschulrat meinte: „Bei uns gehen Pfarrerskinder in den Schweinestall.“ Ich habe dann Berufsausbildung mit Abitur gewählt, das ging. Ich hatte eine Affinität zu Elektronik. In der 10. Klasse bin ich dann allerdings schwer erkrankt. Ich musste die 10. Klasse noch einmal machen, und dann bekam ich glücklicherweise durch die Hilfe meines Vaters einen Ausbildungsplatz in Hermsdorf.
„Bei uns gehen Pfarrerskinder in den Schweinestall“
Am ersten Tag in der Berufsschule kam gleich die Frage, was der Vater von Beruf sei. In der Klasse gab es mit mir drei Pfarrerssöhne. Wir waren von Anfang an stigmatisiert. Der Lehrer, ein ehemaliger Polizei-Offizier, meinte: „Das kann ja was werden.“ Und wieder kam ein neuer Lackmustest für die Treue zur DDR: Die Voraussetzung, um vorbildliches Kollektiv im sozialistischen Wettbewerb zu werden – immerhin gab es für die Auszeichnung 100 Mark –, war, dass alle in der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (DSF) sind. Ich war der Einzige, der nicht dabei wahr. „Wegen dir fehlen uns jetzt 100 Mark“, sagten meine Klassenkameraden. Da habe ich mich dann schließlich dazu überreden lassen, die zwanzig Pfennig monatlichen Mitgliedsbeitrag zu bezahlen. Alle paar Jahre fielen den Obristen neue Tests ein. Wie heute.
Haben Sie die Entscheidung bereut? Na ja, ich will es mal so sagen: Es stört mich bis heute, wenn Menschen zu etwas verpflichtet werden, nur um dazuzugehören. Ich habe mein halbes Leben lang erfahren, dass ich immer wieder genötigt werden sollte, ein Treuebekenntnis abzulegen. Zum Teil erlebe ich das heute wieder in der Gesellschaft und auch in der Kirche, mit einem gewissen Absolutheitsanspruch, „wenn du nicht dafür bis, bist du gegen uns“.
Wie ging Ihr Lebensweg nach der Ausbildung zum Elektrotechniker weiter? Für das Medizinstudium fehlte mir Biologie im Abitur, und so habe ich Ingenieurwesen studiert, biomedizinische und technische Kybernetik.
Kybernetik habe ich im Zusammenhang mit Kirchen- bzw. Gemeindeleitung schon mal gehört. Aber das war es sicher nicht? Kybernos, das ist die Steuermannskunst. Kybernetik ist die Wissenschaft des Steuerns. Ein einfaches Beispiel: Was gehört dazu, dass ein Flugzeug in der Luft bleibt? Oder was braucht es, damit der Wasserdruck immer gleich hoch bleibt? Das hat alles mit Steuerung und Regelung zu tun.
Wie haben Sie die sogenannte Wende erlebt? Wie ging es für Sie weiter? Ich habe im November 1989 einen Artikel über den Personenkult um den rumänischen Diktator Nicolae Ceausescu in der Zeitung „Das Volk“ geschrieben. Anschließend bekam ich eine Vorladung zur Kriminalpolizei. Die Polizei zeigte mir einen Brief: das Todesurteil der rumänischen Securitate gegen mich. Darin stand: „Wegen Beleidigung des hochgeehrten und geliebten Führers, des Genossen Nicolae Ceausescu, wird Herr Stephan Behr zum Tode verurteilt.“ Den Satz vergisst man nicht. Da bin ich gewaltig erschrocken. Dieses Schreiben führte dann letztendlich dazu, dass ich mich doch nicht so stark im Neuen Forum engagierte, wie ich das eigentlich wollte. Ich hatte schlichtweg Angst um mein Leben. Als dann die DDR-Wirtschaft innerhalb von wenigen Monaten zusammenbrach, habe ich mich mit einem Kommilitonen auf das Wagnis eingelassen und mich selbstständig gemacht. Wir wussten zwar gar nicht, wie das geht, aber die Alternative, im Westen als Ingenieure zu arbeiten, war für uns mindestens genauso abenteuerlich.
In welcher Richtung haben Sie den Weg in die Selbstständigkeit eingeschlagen? Wir kannten nur Computer und wollten im IT-Bereich tätig werden. Wir haben dann angefangen, unsere ersten Computer zu schrauben, Software zu entwickeln und versucht, das zu verkaufen. Wir wussten nichts von Mehrwertsteuer oder Sozialversicherungsbeiträgen. Da haben wir am Anfang tüchtig Lehrgeld bezahlt.
Das klingt heute wie die Geschichte eines Garagen-Start-ups aus dem Silicon Valley in den USA. Genauso war das. Wir haben zu zweit die Firma am 28. Februar 1990 gegründet, und sie besteht bis heute. Die Firma Ibykus hat mittlerweile 300 Mitarbeiter und macht im Jahr 50 Millionen Euro Umsatz. Am Anfang hießen wir noch ICE, aber dann kam die Bahn und hat uns überrollt. Da habe ich Ibykus gewählt: „Zum Kampf der Wagen und Gesänge, / der auf Corinthus Landesenge / der Griechen Stämme froh vereint, / zog Ibycus, der Götterfreund.“ (F. Schiller, Ballade „Die Kraniche des Ibycus“, Anm. d. Red.). Das Management dieser Software-Firma habe ich im Jahr 2000 verlassen, bin jedoch bis heute einer der Hauptgesellschafter.
Hatten Sie da das „Heu“ drin? Konnten Sie sich, mit Anfang 40, schon zur Ruhe setzen? Ich arbeite nicht wegen des Geldes, ich bin leidenschaftlicher Manager und Unternehmer. Müßiggang würde mich krank machen. Mich sprach dann jemand an, ob ich nicht in einer Auseinandersetzung zwischen Gesellschaftern in einem Unternehmen mit meiner „pastoralen“ Art vermitteln könnte. Und so kam ich in Kontakt mit einer Firma in Ilmenau, die Quarzglas herstellt. Das wird beispielsweise bei Halogen-Scheinwerfern eingesetzt. Diese Firma ist ein Werkstoffspezialist und hat ein Alleinstellungsmerkmal. Das ist weltweit einmalig. Nachdem der Konflikt in fünf Jahren gelöst war, bin ich dort eingestiegen. Damals lag die Firma bei sechs Millionen Euro Umsatz. Heute sind es über 200 Millionen Euro. „QSIL“ gehört mittlerweile zu den Top 5 der unabhängigen Thüringer Unternehmen. Fünf Werke existieren in Thüringen mit 850 Mitarbeitern, 150 Arbeitsplätze in den Niederlanden, 200 Arbeitsplätze in Großbritannien.
Da ist ein gutes Händchen in Sachen Mitarbeiterführung gefragt. Allerdings. Ich bin keiner der Unternehmer, die auf einem hohen Ross sitzen. Ich spreche viel mit Menschen und nehme Anteil an ihrer Arbeit und ihrem Leben. Wenn mir ein Mitarbeiter an der Drehmaschine von seinen Sorgen und Nöten erzählt, dann stelle ich häufig fest, welche Kluft zwischen der arbeitenden Bevölkerung, die die Werte schafft, und dem Mainstream-Denken vorhanden ist.
Wie sieht Ihr ethischer Kompass aus? Welche Werte sind Ihnen wichtig? Mein Kompass ist der Bibel entlehnt und hat einen biografischen Hintergrund: „Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben.“ (Römer 1,16). Ich stelle heute nach 66 Jahren fest, dass mich diese Kraft in all der Zeit begleitet hat.
KI ist ein großes Thema. Da müssen auch ethisch-moralische Entscheidungen getroffen werden. Wie stehen Sie dazu? Eins sollten wir dabei beachten: KI kann kein menschliches Gehirn und schon gar nicht die menschliche Seele ersetzen. Der Computer hat keine Seele. Es gibt Entscheidungen, die nicht mit richtig oder falsch entschieden werden können. KI ist eine Hilfestellung, weil hier sehr schnell sehr viele Informationen verarbeitet werden können. Wir haben das doch heute schon im Flugzeug-Cockpit. Die Piloten müssen sich darauf verlassen können, was der Autopilot vorgibt. Aber das schließt die menschliche Komponente nicht aus.
„Wenn sich die Kirche voll und ganz auf ihren ›Markenkern‹, das Evangelium, konzentriert, dann hat die Kirche Zukunft“
Sie haben die Entwicklung Ihrer Unternehmen geschildert. In der Kirche geht es gerade in die andere Richtung. Haben Sie als Manager eine Empfehlung? Ich denke, das ist ganz einfach: Wenn sich die Kirche voll und ganz auf ihren „Markenkern“, das Evangelium, konzentriert, auf die Verkündigung des Wortes Gottes, und nicht einer „woken“ Kultur hinterherrennt, dann hat die Kirche Zukunft. Das Wort Gottes ist so kostbar und seit 3000 Jahren überliefert, da sollte man nicht daran rumbasteln, bis es einem passt.
Ist der Zeitgeist schuld am Mitgliederschwund? Ja, das glaube ich. Ich vermisse oft die Authentizität. Auf der Kanzel sollte mit ganzem Herzen das Evangelium von Jesus Christus verkündigt werden und keine Ideologie. Wenn es aber heißt, Gott wäre „queer“, dann halte ich das für Häresie. Und das sollte man auch sagen dürfen. Wo bleibt da die Ehrfurcht und der Respekt vor dem heiligen Gott, der von uns Menschen eben in keine Schublade zu stecken ist? Nicht, dass ich hier missverstanden werde: Ich bin nicht gegen Veränderungen und neue Gedanken. Als junger Mensch wollte ich auch die Welt aus den Angeln heben. Aber es sollte abgewogen werden, was zu bewahren ist, und was in der heutigen Zeit neu gedacht werden muss.
Sie sind seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Kirche engagiert. Warum? Weil mir das wichtig ist. Ich habe viele Erfahrungen in und mit der Kirche gemacht und ich möchte auch ein Stück davon weitergeben und mich für die Kirche mit meinem Glauben einsetzen.
Sie waren Gemeindekirchenrat, spielen im Posaunenchor und engagieren sich im Beirat der Deutschen Bibelgesellschaft. Was können Sie dort mit Ihren Fähigkeiten bewirken? Ich wurde gebeten, mich mit meiner unternehmerischen Expertise dort einzubringen. Dabei geht es darum, Medium und Inhalt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten so aufzustellen, dass viele Menschen erreicht werden können. Ich kann mitwirken bei der Verbreitung der besten Botschaft der Welt. Das ist doch eine schöne Aufgabe. – Ende des Interviews
Noch ein paar Bilder von unserer Rundreise Berlin, Bebra in Hessen, Heidelberg, Obertheisen nahe Salzburg.
Metanoia, Charis, Kairos d.i.:Umkehr, Gnadengabe/Freude,“Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“- die Übersetzung Michael Gorbatschows für den neutestamentlichen Begriff KAIROS.
Gefunden an der Außenwand einer Kirche im Berchtegadener Land – erschreckend aktuell in der Zeitenwende, jedenfalls für uns aus dem Osten Berlins unweit zu Polen. Meine Frau musste das fotografieren bei einer ihrer Spaziergänge durch das oberbayerische Oberetheisendorf. Vom Neuhauser Hof aus (an der Landstraße nach Salzburg).
Interview mit Stephan Beer ist Chefredakteur Willi Wild /Wochenzeitung der Mitteldeutschen Evangelischen Kirche „Glaube und Heimat“, Weimar, Magdeburg/ SOMMER – INTERVIEW Margard Wohlfarth: Fotografien 2023/7, Kerstin Hoppe: Altenburger Akademie, Grafik 1988/7