Heile Welt
Eine Rezension
Michael Wohlfarths Werk spiegelt – manchmal wie ein Fiebertraum – das Seelenleben und Empfinden eines tief im christlichen Glauben verwurzelten Menschen wider, der im Spannungsfeld der Nachkriegszeit in der DDR seinen eigenen Weg finden musste, der die friedliche Revolution aktiv mit begleitet hat und nach der Wende bis heute seinen kritischen (Weit-) Blick nicht verloren hat.
Wohlfarth ist Pfarrer und gelernter Tischler, arbeitete mit Jugendlichen in der DDR und hinterfragt in seinen Texten stets die Realität, so wie es wohl auch die ihm anvertrauten jungen Menschen stets getan haben.
Leider gibt es auf viele komplizierte Fragen keine einfachen Antworten, wenn es überhaupt solche gibt… Dies gilt sowohl für die Zeit vor als auch nach 1989 und wohl besonders der Wende selbst.
Wohlfarths große Leistung besteht darin, in einer ihm eigenen sehr komplexen, ja gar kafkaesken Lyrik und Metaphorik dem Leser eben nicht einfache Antworten zu liefern, die der Komplexität seiner behandelten Thematik sowieso nicht gerecht werden könnten, sondern vielmehr ein zum Teil beklemmendes und oft vordergründig verwirrendes Gedankengemälde zu erzeugen, bei dessen Betrachtung der Leser zumindest eine Spur von Wohlfarths Gefühlsleben zu ergründen vermag.
Wenn die Leserin oder der Leser sich darauf einlassen, dann nimmt er uns auf steinigem abgründigem Weg mit auf eine Reise in seine Welt, die uns direkt und ungeschminkt eine Ahnung vom Erfahrenen vermittelt.
Und in den darin enthaltenen Gefühlen liegt dann vielleicht auch ein Hauch von Antwort und Verständnis auf all die unverstandenen Fragen, die Ost und West entzweien.
Michael Wohlfarths Text ist somit eine ungeschminkten Analyse eines genauen und authentischen Beobachters, eines gläubigen Menschen und selbst Betroffenen, der es geschafft hat, seine Selbstzeugnisse in einer ihm eigenen komplexen Sprache so zu verfassen, dass die Gefühlsebene des geneigten Lesers direkt erreicht wird:
In aller ungeheuren Absurdität und Banalität des erlebten Lebens, in aller Subjektivität, oft mit Zweifel aber stets mit soviel Stärke und Hoffnung auf das für einen Menschen Wichtige:
Seinen Glauben.

Heile Welt – Berliner Erzählungen im Verlag auf der Warft. Die dazugehörige Rezension hat ein Freund aus dem self- publisher -Verband geschrieben.
Sie ist unbestellt.
Zum 3.Oktober 2024
Gestern am Breitscheidplatz gewesen, wo ich schon oft genug war – eigentlich. Das erste Mal eine Pro-Israel-Demonstration. Schon ziemlich lange her mit Rednern aller Couleurs aus dem Deutschen Bundestag. Vor der Pandemie und vor der Gründung der AfD in Berlin. Ich erinnere mich, wie eine Jüdin aus Russland/Sowjetunion zwei sympathischen Gymnasiastinnen aus Neukölln das Plakat aus der Hand gerissen hat, auf dem stand: Nie wieder Deutschland. So wie ich es gelesen habe auf den Dächern von Friedrichshain als ich das erste Mal nach unserem Umzug von Altenburg nach Müggelheim (Südost-Rand Berlin) auf der Brücke stand/ Warschauer Straße. Ich war erschüttert und habe Anzeige erstattet. Wegen Überlastung und an Hand mehrerer Anzeigen, die in die gleiche Richtung gingen, wurde die Anzeige nicht bearbeitet, wie mir mitgeteilt wurde: Der Regen würde das schon erledigen. Auch wegen dieses Vorganges wusste ich, warum die AfD solchen Zulauf hat und das Geschichtsbewußtsein für sich in Anspruch nimmt. Weil die anderen Parteien geschlafen haben. Nation ist nur gefährlich, wenn sie unterdrückt wird!! Auch im Disput und im Diskurs, der übrigens schon lange nicht mehr stattfindet.
Also gehe ich auf die Straße zum Nationalen Feiertag und komme dort in‘ s Gespräch. Besser als der nichtssagende Rummel, denn ich erlebt habe am Brandenburger Tor. Immer wieder. FRIEDEN und FREIHEIT, um die es da geht angesichts einer sehr ernsten Bedrohung. Von wem auch immer ausgelöst mit aller Geschichte und Vorgeschichte des Krimkrieges, dem DONBASS und der „Spezialoperation Wladimir Putins“, die in Wirklichkeit ein nicht erklärter Krieg ist, den Russland führt mit dem Ziel, die Nato aus der Ukraine heraus zu halten und inzwischen noch viel mehr. Nach zweieinhalb Jahren Zermürbungskrieg, in dem Tausende von Menschen sterben. Völkerrechtlich gesehen ein unerlaubter Angriffskrieg.
Ich laufe vom Breitscheidplatz, wo meine Erzählung: Vom Osten kommend endet in dem Buch HEILE WELT – BERLINER ERZÄHLUNGEN mit dem genialen Cover des Verlages AUF DER WARFT: Eine Grünpflanze kämpft sich durch den Spalt des Betons – bei Jesaja ist es ein Spross am abgehackten Baum. Wenn Sie genau hinschauen: Auf dem Bild ist es Pflaster, nicht Beton. Ich hätte Einspruch einlegen sollen. Pflaster ist zu urgemütlich – wie das alte Berlin. Beton entspricht meiner Wirklichkeit aus der ich komme: Die DDR, die Diktatur des Proletariats nach sowjetischem Muster und mit kommunistischen deutschen Träumen ausgestattet. Unter 46 Jahren sowjetischer Besatzung.
Daher unsere menschliche Nähe zu Russland mit einer Kirche jetzt, in der ein gewaltiges Auferstehungsbild den Raum bestimmt. In der Sowjetunion unvorstellbar. Ich habe dieses Bild verhöhnt gesehen im Internet: „… und das soll den Soldaten wohl die Kraft geben? Ha, ha, ha!“ Sie verhöhnen die Menschen, die glauben. Es ist schlimm. Gerade auch weil ich Matthias Grünewald liebe und sein Bild von der Auferstehung Jesu Christi (als Pestbild).
Ich laufe und laufe unter Trommelklang in einem Fahnenmeer ROT, sogar mit Hammer und Sichel, Schwarz-Rot-Gold mit dem Emblem der DDR, als dem besseren Staat, wie es auf einem Plakat heißt.
Mit vielen hochgehaltenen Schildern unserer Buchstabenwelt: alle Argumente im Austausch in einer Zeit des Krieges und der Inflation, wie der Tagesspiegel schreibt.
Ich laufe mit wegen FRIEDEN MIT RUSSLAND.
Wegen meines Buches „ACH DOSTOJEWSKI“.
WEGEN DER RUSSOPOHBIE die ausgebrochen scheint.
Hoffentlich wollen da nicht einige sich rächen wegen Stalingrad.
Habe ich oft gedacht.
Sie wissen es selber nicht.
Ihre Großväter haben die Panzer gefahren, bis sie im russischen Schlamm steckengeblieben sind.
Wer hat das angerichtet: den Wortbruch.
Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein, weil es Deutsche gibt, die es verdienen, auf sie stolz zu sein. Hans-Dietrich Genscher z.B.. Er hat sein Wort gegeben als Hallenser, damit es zur deutschen Wiedervereinigung kommen konnte: Die NATO wird nicht über die Oder gehen, geschweige über die Weichsel. Die Russen sind abgezogen. Die Amerikaner ganz und gar nicht. RAMSTEIN. Warum wohl gibt es diesen Auflauf? Unter diesem Namen.
Das Wort ist gebrochen worden. Gekauft worden. Verkauft worden. Kein guter Stern für die Wiedervereinigung Deutschlands. Kein guter Stern für die zerfallende Sowjetunion.
Wenn wir von Korrektheit reden, von Recht und Völkerrecht, muss auch und gerade davon gesprochen werden. Über was sonst.

Tagebuch
Endlich wieder zurück von unseren Reisen. Wie fing das an? – du hast keinen Kontakt bekommen nach Polen. Du bist nicht weltläufig genug. Man hat mir gesagt: Fahr doch einfach hin. Es ist doch nicht weit.
1.
Nun, ich bin hingefahren nach Landsberg. So hieß die Stadt, in der ich meinen Geburtstag feiern wollte. Mit meiner Familie. Meiner Frau Margard. Meinen Söhnen Sebastian, Martin, Friedrich- Hermann und Schwiegertöchtern Melanie, Anke Romanow, Susanne, den Enkelinnen Helene und Julia, den Enkelsöhnen Max, Peter und Joseph. Ich kannte Landsberg. Schließlich bin ich dort geboren. 1944 am 18.06 im Krieg. Mein Vater hat mich dort getauft. Die Silberschale steht auf der Anrichte in unserer Berliner Wohnung in Müggelheim, dem Dorf im Kiefernwald. Meine Eltern haben dort geheiratet in der Konkordienkirche. Friedrich Schleiermacher soll dort Vikar gewesen sein. Landsberg ist nicht weit von Berlin. Zwei Autostunden entfernt, so ähnlich wie Leipzig, nur eben Richtung Osten. Und das macht es aus. Dort geht die Sonne auf. Und das Abendland hört auf, allmählich, nach der polnischen Grenze zu Weißrussland hin, zur Ukraine hin. Oder auch nicht: siehe KRIEG !
Landsberg heißt jetzt Gorzow und das Wort Berg kommt auch in dem jetzigen Namen zum Tragen. Die Berge nach Norden hin. Von der Warthe aus gesehen. Landsberg an der Warthe. So steht es in meinem Personalausweis. Stand in der DDR. – Ich dachte immer, ich bin ein Flüchtlingskind. Aber das stimmt nicht. Meine Mutter ist auf Anraten meines Vaters vor meiner Geburt nach Mitteldeutschland gezogen, nach Thüringen, in ein Dorf bei Jena, Kreis Stadtroda: Mörsdorf. Dort war ein Großonkel von mir Pfarrer und in dem Pfarrhaus war noch Platz. Allerdings ist sie dann zurück zu ihren Eltern in die Stadt, in der sie ihre Jugend verbracht hat. Ich bin in einer Privatklinik unweit von der Wohnung meiner Großeltern mütterlicherseits in Landsberg an der Warthe in der Neumark, jetzt Polen, geboren worden.
Nach der Taufe, als der 2. Weltkrieg immer näher kam, fuhr meine Mutter mit mir zurück in ihre Wohnung in Ostthüringen. Meine Großmutter Theodora Arter begleitete uns. Fuhr dann aber zurück zu ihrem kranken Mann Dr. Friedrich Arter, meinem, unserem Großvater mütterlicherseits.
Ich habe noch 7 Geschwister.
Also Gorzow. Das Hotel, um welches es geht, steht in der Nähe der so genannten Freiheitsglocke, gespendet von der AG Landsberg mit der ich auch assoziiert bin. Wir haben zu meinem Geburtstag dort unseren ersten HALT gemacht, als er wir unsere Stadtwanderung unternommen haben in Richtung Warthe und darüber hinaus. Ein großer Platz, auf dem auch die Vereidigungen der Armee vorgenommen werden unter Teilnahme der Bevölkerung. Eine Brigade ist ganz in der Nähe stationiert und legt großen Wert darauf, dass es eine Voksarmee ist und bleibt. Zur Vereidigung in diesem Jahr, ausgerechnet in der Zeit unseres Familientreffens, strotzt die Großstadt nur so von Panzern, schwerem Gerät und Mannschaftswagen aller Art. Der evangelische Geistliche erzählte uns Einiges darüber nach dem sonntäglichen Gottesdienst in seiner Kapelle auf dem ehemaligen Friedhof der deutschen Stadt, jetzt KOPERNIKUS-PARK.
Das Hotel ist nur ein paar Straßen entfernt von der ehemaligen Steinstraße in Landsberg an der Warthe, in dem meine Großeltern mit ihrer Familie gewohnt haben, nachdem Großvater Arter in Landsberg sich als Rechtsanwalt nieder- gelassen hat. Die Kanzlei besuchten wir ebenfalls en tour am Sonnabend dem 6. Juli anläßlich meines 80.*Tages, weswegen der Familienausflug geplant worden war. Bevor wir über die Brücke gingen und das Stadtmuseum in Augenschein nahmen. Leider hat einer der Nachfolger meines Großvaters aufgegeben oder sich einen anderen „Stellplatz“ gesucht. Jetzt ist das Ganze unkenntlich bis zum geht nicht mehr. Nebenan ein SEXSHOP im katholischen Polen. Die Kathedrale oberhalb der Gasse lässt grüßen mit dem Bischof vor der Tür, überlebensgroß in Bronze gegossen wegen SOLIDARNOSC. Die Kathedrale heißt Marienkirche und ist größer als die Marienkirche in Berlin.
Es gibt viele Orte zum HALT MACHEN, zum Stillehalten und der Besinnung.
ZUM GEBET.
Es ist ein geschichtlicher Ort für unsere Familie. Ein bedeutender Ort, weil meine Großmutter von hier aus floh, mitten hinein in die sowjetischen Truppen, die schon längst weiter waren als sie und Freunde, die die Stadt dramatisch verließen mit schwerem Herzen.
Einem Pfarrer soll hier ein Denkmal gesetzt werden. Pfarrer Grün, der bis zuletzt gewartet hat. Er hat die letzten Beerdigungen vorgenommen. Er hat sich einen Wagen genommen mit dem Kutscher und die Toten zum Friedhof auf den gegenüberliegenden Berg gefahren, um sie in Würde zu beerdigen. Mein Großvater wurde dorthin gelegt, wo schon mein Onkel Friedrich lag, um auf den Auferstandenen und zum Himmel Gefahrenen zu warten, wenn er wiederkommt auf die Erde, um zu richten die Lebenden und die Toten. Sie zu sich zu nehmen als die Gerechten und Ungerechten. In das Licht und die Finsternis.
Es sind Menschen gekommen, die Dr. Arter geholfen haben in seiner Krankheit, die ihm Nahrung gebracht haben, um zu überleben. Es gab dankbare Menschen, die bezeugt haben, wie ihnen der RA geholfen hat im nationalsozialistischen Staat: Juden und Jüdinnen; Männer und Frauen der bekennenden Kirche.
Der ehemalige Bürgermeister von Hohensalza vor dem 1. Weltkrieg und kurz danach, als seine Tochter Annemarie eine Kugel traf im polnischen Aufstand; der ehemalige Bürgermeister von Pößneck in Thüringen (meine Mutter Angela wurde dort geboren) war ein sozial denkender Mensch, der in beiden Städten dafür gesorgt hat, dass dort menschenwürdig gewohnt werden konnte. Zusammen mit seinem Partner, dem bekannten Architekten Heinrich Tessenow, der dem Bauhaus nahestand.
Als die Russen kamen und Landsberg als Festung, die von niemandem verteidigt wurde, niederbrannten, dort plünderten und vergewaltigten, kamen sie auch in die Wohnung in der Steinstraße und nahmen ihre Mützen ab, wenn sie zu VÄTI geführt wurden, der krank darniederlag. Nur die Uhren nahmen sie mit. Sonst taten sie niemandem etwas. Das Kreuz meiner Großmutter hat ihnen Respekt eingeflößt. Und sie bekamen Achtung vor den Verlierern, die sie gerade dabei waren zu demütigen. – Was ist endgültig, frage ich heute im September 1924 am Ostrand Berlins, 80 Jahre danach. Wärend der Krieg im Osten der Ukraine tobt.
Allerdings belegen Briefe, die meine Schwester Christine gefunden hat und aufbewahrt, wie aktiv unsere Großmutter auf den Krieg reagiert hat. Sie hat die Mädchen mit Kohle schwarz angemalt und im Keller versteckt, in Schränken. Sie ist von Haus zu Haus gelaufen und hat Mut gemacht.
Landsberg/Gorzow- jetzt Großstadt, damals eine Mittelstadt vergleichbar von der Größe her mit Altenburg in Thüringen, wo ich 20 Jahre als evangelischer Pfarrer mit meiner Frau Margard zusammen gearbeitet habe.
Eine brandenburgische Mittelstadt, um mit Ausdrücken von heute zu agieren.
Ich habe diese Stadt besucht nach meinem Geburtstag am 18.6.24, den ich in der Müggelheimer Kirche und im Cafe gegenüber gefeiert habe mit Berliner Freunden und Bekannten, mit unserem ältesten Sohn aus Stepfershausen in der Rhön und Max, dem Abiturienten, seinem Sohn, meinem ersten Enkel; meinem Berliner Bruder Ehrenfried und seiner Frau Anita, Anne-Katrin, der Tochter meiner Cousine Anneliese, Therese, der Tochter meiner Cousine Renate.
Frau Pfarrer Schwedusch-Bishara wollte es so, dass es einen richtigen Gottesdienst gibt mit Segenspenden mitten in der Gemeinde, die auch zahlreich erschienen war.
Mein Sohn meinte aber, nun müßte ich aber doch nach Gorzow fahren, um von Angesicht zu Angesicht zu klären, ob unsere Anmeldung und anschließende, fast ausschließlich einseitige Korrespondenz zum Familientreffen Früchte getragen hat und wir vom 5.- 7. Juli wirklich willkommen waren im Hotel GRAZJA.
Ich habe das gemacht, bin vorbeigefahren an dem Delta der Warthe zur Oder hin. Allerdings seit Längerem kein Wasser zu sehen. Trocken gelegt? Die Waldstrecke, neue Straßen mit Kreiseln und wieder Gorzow in Sichtweite. Irgendwo davor Lagerung. Fettbrote oder so ähnlich. Alles in solo. Ankunft gegen Mittag. Stellplatz wieder neben der Freiheitsglocke, die ich zuletzt erlebt habe im Januar des vorherigen Jahres mit der AG Landsberg zusammen. Von daher kannte ich das Hotel und war begeistert vom Schwimmbad mit fitness.
Die Telefonnummer großartig angebracht über dem Eingang, der über ein Brückchen führt wegen dem Bächlein, an dem meine Cousine Renate angeblich vor und nach dem Kindergarten gespielt hat, als sie mit ihrer Mutter mit in der Wohnung meiner Großeltern wohnte. In Kriegszeiten. Ja, dort gab es Enten, die entweder in den Parks herumgeisterten oder schwammen und tauchten.
Ankunft an der Theke. Alles gut, alles gut. Viel mehr war nicht und die Bitte, sich an den und den zu wenden an dem Familienwochenende, weil der Manager, er selber, da Urlaub hat. Also doch eine Information und die traurige Erkenntnis: DDR-Bürger. Hinterwald. Osten. Null, Null, Null. Die Zahlenreihe. Algorithmus. 00 Polen, Hotel. Ein Lustspiel sondergleichen. Also nach Hause. Nicht einloggen, möglichst über NORDEN, nicht weiter nach OSTEN wie im vorigen Jahr, als meine Frau und ich nach der Anmeldung keine Lust hatten sofort nach BERLIN zu fahren.
Sondern nach Danzig.
1.Sonntag im Herbst 24
Am ersten Sonntag im Herbst 24
Wenn ich in Israel gereist bin, habe ich immer gehört: die christliche Welt. Damit meinte der israelische Lotse die Welt aus der wir kamen, die Christliche Welt. Ja, diese unsere Welt ist durch das Christentum das geworden, was sie ist mit ihren Idealen:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Das sind die leuchtenden Begriffe dieser Welt, Europas. Hoffentlich nicht nur Leucht – Reclame, sondern wirklich die Kraft und die Stärke derjenigen, die getauft sind und versuchen ihren Glauben zu leben, um danach die Welt, ihre Welt, ihre Beziehungen zu gestalten.
In unserem für heute vorgeschlagenen Predigttext lesen wir:
Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt (damit) Christus angezogen (wie ein Taufkleid).
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau;denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.
Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.
1.Da bin ich gleich wieder im Bus, der durch Israel fährt und höre Chanan (Hans), der überlebt hat in einer holländischen Familie, als Nazi-Deutschland Holland besetzt hat.
Christliche Welt.
Die Welt auch Abrahams.
Denn wir sind ja auch Abrahams Kinder, wie die Juden und Muslime.
Ja – und dann ist auch die Welt Israels nicht unchristlich.
Bestimmt nicht, weil wir deswegen ja dort sind.
Wegen dem Christus, auf den ich getauft worden bin von meinem Vater im Fronturlaub im damaligen Landsberg an der Warthe in der brandenburgischen Neumark. Im Wohnzimmer meiner Großeltern mit Wasser aus der Silberschale, die jetzt auf der Kommode steht zu Hause bei uns hier in Müggelheim in der Philipp-Jacob-Rauch-Strasse.
Jüdisch-Christliche Tradition.
Wir warten, dass ER wiederkommt. Unsere jüdischen Brüder und Schwestern warten, dass ER kommt. DER MESSIAS.
Wir warten nach der Schrift. Wir warten nach der Verheißung.
Nach der Verheißung, nach der Zukunft: Als Erben sogar, als Erben des Reiches Gottes. Als Söhne und Töchter Gottes in Christus.
Reich Gottes, welches schon hier beginnt, wenn wir uns als Brüder und Schwestern nahe sind und aus einem Kelche trinken, von einem Brot essen, dem Brot des Lebens. Die familia DEI, die Familie Gottes s i n d.
2. Warum betont Paulus zum Schluss seines 3. Kapitels im Galaterbrief in den Versen 26 – 29 so vehement (noch einmal lesen s.o.- je nach Situation) die Einheit der Christen.
Die Ökumene?
So sehr?!
Die Einheit der Kirche, an die wir glauben in unserem Glaubensbekenntnis, auch in diesem Gottesdienst?
Und wo liegt denn eigentlich Galatien? Und wer sind die Galater?
Sie lebten in Zentral–Anatolien, in dem Gebiet der heutigen Türkei. Paulus war mehrmals in der Gegend rund um das heutige Ankara herum, Kleinasien. Zuerst ging er als gebürtiger Jude bei seinen Missionsreisen immer in die Synagogen und hat das Evangelium von Jesus dem Gekreuzigten und Auferstandenen dort gepredigt.
Mit Erfolg.
Die jüdischen Gemeinden waren im damaligen Sinne auch weltweit verstreut. Als Diaspora. Die Welt war multikulturell. Aber nicht nur Juden hat er getroffen, im Gegenteil; er war der sozusagen patentierte Heiden-Missionar und bekam durch die differenzierte Zusammensetzung der Gemeinden die Fragen Jude oder Heide, Mann oder Frau, welche Religion auch immer, Sklave oder Herr „auf den Tisch, die er beantworten musste. Menschen, die Verantwortung tragen müssen Fragen beantworten, sonst sind seine Gemeinden in Gefahr, die er begründet hat mit seinen Mitstreitern. Und er wird immer wieder die Begründung für seine Antworten mitliefern. Für seine Verantwortung: Eins in CHRISTO.
3. Im Einzelnen: Die bekehrten Juden meinten, ihre jüdischen Gebräuche seien heilsnotwendig auch wenn sie an Jesus Christus als Heiland der Welt, als Messias und Erlöser glaubten. Und die Heiden (Ethnes), also Nicht-Juden müssten diese Sitten mit annehmen und praktizieren wie sie. Und ihre Sitten und Gebräuche ablegen.
Kernthema: Beschneidung.
Paulus zu den bekehrten Heiden: Ihr müsst nicht mosaisch werden.
Paulus zu den Juden: Ihr sollt Juden bleiben, aber ihr dürft die anderen nicht nötigen, erst Juden zu werden, damit sie Christen werden können.
Abraham ist unser Kronzeuge. Er ist durch den Glauben ABRAM zu ABRAHAM geworden, zum Vater des Glaubens und ihm sind durch den G l a u b e n und nicht durch die Einhaltung irgendwelcher jüdischer Rituale die Verheißung, die Zukunft zuteil geworden, die auch unsere Verheißung und unsere Zukunft ist.
4. Wie schön wäre es, wenn auch wir in unseren Streitigkeiten zuerst das sehen, was uns verbindet und nicht das, was uns trennt. Im Gemeindekirchenrat, in den Konventen. In der Ökumene, wo orthodoxe, römische und protestantische Christen sich begegnen.
Wie schön wäre es, wenn wir unsere Traditionen und Denkschulen positiv einbrächten und nicht zu Grenzzäunen machen.
Sondern uns freuen, wenn uns „die andere Seite“ die Schönheit ihres Glaubens zeigen.
Wie schön wäre es, wenn der Glaube an den einen HERRN Vereinnahmungen ideologischer Art und Weise überflüssig macht.
Dann ist der Glaube an Jesus wirklich revolutionär, weil er den Grund legt nicht für die Gerechtigkeit für mich alleine, sondern für die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.
Zur Freiheit für die tätige Liebe aus Glauben ruft er die Galater auf.
Ein zänkisches Bergvolk, keltischen Ursprungs,wie ein Ausleger bemerkt.
Schenke es Gott uns allen, dass unser Glaube an Jesus nicht erstickt wird in den Dornen des Alltags, sondern Früchte des Geistes tragen wird, die der Apostel zwei Kapitel weiter benennt:Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte. (Kapitel 5, 22).AMEN
Mit freundlichen Grüßen
Michael Wohlfarth
Gemeindeabend Ostkirche – ein Nachtrag.
Die Pfingstkirche ist die größte aller christlichen Kirchen und die, die am meisten wächst. Die charismatische Weltbewegung war die Antwort auf die Geistvergessenheit in den Kirchen. Selbst die Berliner Mauer und der ungarische Stacheldraht konnten sie nicht aufhalten im Kalten Krieg. Pfingstkirche heißt nicht unpolitisch sein. Im Gegenteil. In Südamerika und Afrika bemühen sich Regierungen und Parteien, Impulse dieser Bewegung aufzugreifen. Oder auch abzuwehren. Wobei „links“ und „rechts“ infrage gestellt werden. Pfingstkirchen sind in Mega-Städten zu Hause, damit sie ein zu Hause werden. Das ist ein Anspruch, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die charismatische Bewegung ist gleichermaßen in der katholischen Kirche zu finden wie auch in der lutherischen. Sie bewegt sich unabhängig von den Lehren zum Heiligen Geist, die die jeweiligen Kirchen vertreten. Die charismatische Bewegung ist keine Denkschule und verkörpert keine Traditionslinie im herkömmlichen Sinn.
Die Charismatische Weltbewegung macht deutlich, die Pfingstkirchen machen es deutlich, dass es mit der Theologie des Heiligen Geistes nicht um Formeln geht, die man eigentlich genauso gut vergessen kann und man höchstens froh war, sie ansagen zu können, wenn man danach gefragt wurde z.B. in einem theologischen Examen. – Aber auch schon in einem landeskirchlichen und akademischen Kontext wird deutlich – im Koexistieren verschiedener Religionen – , dass es eine große Täuschung ist, zu glauben, nichts vom Heiligen Geist wissen zu müssen und nichts von der Lehre der Trinität im christlichen Glaubensbekenntnis. – Mir sehr erinnerlich Bischof Bedford-Strohms Bemerkung in multikultureller Absicht, damals leitender Bischof der EKD: Fragen Sie einen Christen, eine Christin über das Wesentliche des christlichen Glaubens. Meinen Sie, sie bekommen zu hören: Die Trinität? – Zitat Ende.-
Im Gegenteil, innerhalb der monotheistischen Religionen, der abrahamitischen Religionen, ist es um der Redlichkeit Willen wichtig die Dogmatik der eignen Religion zu kennen.
Gott schenke es, auch zu glauben.
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Die alten Kirchen hatten das Glaubensbekenntnis bezüglich des Heiligen Geistes, dass er gleichermaßen vom Vater ausging wie der Sohn, Christus, selber. Dieser Satz wurde im Osten der Kirche betont und weiter getragen in die Geschichte, bis auf einmal der Zeitpunkt gekommen war, dass es zwei Sätze gab: Die Herkunft des Geistes ist als vom Vater zu beschreiben. Die Herkunft des Geistes ist als vom Vater u n d dem Sohn zu beschreiben. Den ersten Satz betonte so die Kirche des Ostens. Bis sie es aufschrieb als Dogma für sich. Den zweiten Satz betonte die Kirche des Westens. Bis sie es aufschrieb für sich und ihr Selbstverständnis und dann auch als Machtanspruch.
DAS ABENDLAND. Die Trennung nannte man folglich DAS MORGENLÄNDISCHE SCHISMA. DER ZEITPUNKT EINTAUSENDVIERUNDFÜNFZIG (1054) ! Siehe dazu das Nicaenische Glaubensbekenntnis in unserem Gesangbuch. Dort wird es ganz deutlich. Nicht im apostolischen Glaubensbekenntnis, dass wir meistens im Gottesdienst beten und damit Gott loben.
Heute hat man den Eindruck, dass das alte Schisma wirksamer ist als das neue: Die Trennung in römisch/katholisch und evangelisch/protestantisch.
Der Osten und der Westen. Im sogenannten Kalten Krieg war das viel einfacher zu buchstabieren durch Politik und Ideologie.
Der Osten war kommunistisch. Der Westen kapitalistisch.
Der oberste Seelenhirte der ROK (Russisch – Orthodoxe Kirche) sagt heute nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Krieg in der Ukraine von sich, dass er besser mit dem Islam zurecht käme als mit dem Westen. Der Osten ist orthodox und asiatisch. Der Westen ist demokratisch. Das alte Schisma gewinnt an Bedeutung in der jetzigen Auseinandersetzung zwischen autoritär und liberal. Besonders durch die Führung Russlands unter Kyrill und Putin.
Dogmengeschichte ist also aktuell. FILOQUE: UND DER SOHN, VON DEM A U C H U N D G L E I C H Z E I T I G DER HEILIGE GEIST AUSGEHT. Nicht nur vom Vater. Von Beiden. Wir erinnern uns an Moltmann mit seiner Art von Gruppendynamik zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist. Und indem RUACH als das Weibliche angesehen wird, RUACH, der Geist, der über den Wassern schwebte, als noch nichts passiert ist in der Schöpfung spielt natürlich bei Moltmann das Femininum in seiner Trinitätslehre eine Rolle. Die Sexualität dann ein gefundenes Fressen für jedwede Form der französischen Satire im Ausspielen der verschiedenen Religionen auf französischem Boden. Vielleicht der wirkliche Grund für Kyrill vom Untergang des Abendlandes zu sprechen, des WESTENS. Bestimmt hat er nichts gegen das Johannesevangelium, besonders gegen die Kapitel, in denen sich Jesus verabschiedet von seinen Jüngern und ihnen den Heiligen Geist verheißt als Tröster und Beistand (PARAKLETOS). Damit auch seinen Geist, den der Vater und der Sohn sind eins.


Sprache des Glaubens
Tagebuch: Gestern abend Vortrag und Gespräch zum Thema Ostkirche.
Bitte BLOG Ostkirche aufrufen (Februar 24) und die Ergänzungen bzw. Anhänge lesen, die nötig geworden sind und aufgefallen sind beim Nach-Gespräch und z.T. heftiger Diskussion zum Thema Osten und Frieden. Ich danke für alle Aufmerksamkeit und bitte darum, dass wir nicht in unserem Narzismus verharren, sondern das FEINE, dass wir nötig haben in unseren Beziehungen gesellschaftlicher und privater Natur in der Theologie finden. Allerdings einer Theologie, die nicht die Kirche zersetzt, sondern ihr dient ( Klaus Berger). Kirche verstanden als EKKLESIA, die Herausgerufenen. Einer Theologie, die gebetet wird, wie Wolfgang Lory+ uns sagte auf meinem ersten Konvent in Thüringen (Schmölln).
Dass wir glauben, was wir beten und wir beten, was wir glauben (ein anglikanischer Kollege tief im Sozialismus; Tagung Potsdam, Hermannswerder).
Einer Theologie, die Trost spendet, wie mir eine Schriftstellerkollegin sagte – und empfohlen hat. Einer Theologie eben wie der Spötter Bertolt Brecht trotzdem und vielleicht gerade deshalb wusste: Sie ist das Subtilste. Er hat sie scheinbar geschätzt. Sonst hätte er es nicht gewußt.
Was wissen wir?
Buchempfehlung Erhart Kästner: Die Stundentrommel vom heiligen Berg Athos.
„Endlich keine Theologie. Endlich Glauben.“ – Wandern auf dem Athos.
Evangelisches Gesangbuch Lied 124 für Pfingsten: „Nun bitten wir den Heiligen Geist, um den rechten Glauben allermeist, dass er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis.“- Lied zur Handauflegung und Segnung der Konfirmanden in Ostthüringen. – 13. Jahrhundert. Die folgenden Strophen von Martin Luther.

Einsamkeit
1
Ein mir wichtiges Sommerevangelium war die Geschichte mit Jesus, wo sie ihn zum Schluss zum Brotkönig machen wollen, weil er das Brot so wundersam vermehrt hat, dass alle satt wurden; mehr noch, dass es Körbe gab, die voll gesammelt wurden mit den Resten, die nicht gegessen werden konnten von den 5000.
Vielleicht waren es mehr. Vielleicht waren es weniger.
Jesus floh, als er merkte, dass sie ihn zum Brotkönig machen wollten (Johannes 6 1-15).
Jesus flieht oft – in die Einsamkeit. Seit dem fliehen Viele – in die Einsamkeit. Die Mönche, zuerst der heilige Antonius, der – in der Wüste – seine Höllenfahrt erlebte – und überstand.
Wir nennen das Aus – Zeit. Pause. Einmal aus Allem `raus. Urlaub.
Wer weiss, was sie mit uns machen wollten. Etwas gutes oder etwas Schlechtes.
Wir sind froh einmal aus dem gnazen Trubel heraus zu kommen. Aber auch ohne Urlaub und die Sehnsucht auszusteigen gehört es zu unserer Kultur, wenigstes einen Moment zu finden im grellen Licht des Tages, der uns selber gehört. Damit wir immer wieder die Kraft finden weiter zu machen, die Aufgaben zu erledigen, die auf uns warten. Was man heutzutage so grossartig Momentum nennt, ist eigentlich d a s.
Und wenn wir diesen Moment nicht finden, dann sind wir unzufrieden. Und haben nicht die nötige Freiheit, die wir benötigen, um den Tag, die Woche, das Jahr gestalten zu können.
2
Um so mehr bin ich erstaunt, dass Einsamkeit jetzt ein Thema ist. Ja, dass überlegt wird, eine Regierungsstelle zu schaffen, die sich mit dieser Frage beschäftigt: Einsamkeit.
Ein gesellschaftliches Problem. Zu viele Menschen sind einsam. Ein relevantes Thema. Auch sicher zum Thema geworden durch die Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie Corona. COVID.
Ehen sollen darüber kaputt gegangen sein.
Familien.
Es gibt Klage und Anklage.
Und Verteidigung.
Rechtfertigung.
3
Ja, es ist wirklich wahr, wer keine selbstverständliche Gemeinschaft in der Gemeinde Jesu hat, wird sicher kaum eine solche Einsamkeit mit Gott kennen, wie ich sie oben beschrieben habe an Hand des Sohnes Gottes, der die Menschen flieht, seine Anhänger und Jünger, die Populisten, um im Angesicht des Vaters Atem zu holen, Kraft zu schöpfen.
Auf einem Berg.
In einem Garten. Zum Beispiel Getsemani.
4
Einer der bekanntesten Theologen des 20. Jahrhunderts war Karl Barth. Er war Dorfpfarrer in seiner Heimat, in der Schweiz. Über seine Auslegung eines Briefes des Apostel Paulus an die christliche Gemeinde in ROM ist er von heute auf morgen zu einem der bekanntesten Ausleger und Deuter der Heiligen Schrift geworden. Er hat im Laufe seiner Karriere eine vielbändige Dogmatik geschrieben. Wenn man so will ein Lehrbuch über den christlichen Glauben. Zum Schluss hat er seinen Studenten erklärt, wie einsam ein Pfarrer und eine Pfarrerin sein können. Ja, vielleicht müssen. Er kannte die Berge der Schweiz und die Wege, auf denen man die Einsamkeit sucht und findet.
5
Blaise Pascal, ein Mathematiker und Philosoph des 17. Jahrhunderts hat seine Zeitgenossen und -Genossinnen wissen lassen: dass das eigentliche Grundübel seiner Zeit und seines Erachtens darin bestünde, dass die Menschen es nicht länger als zehn Minuten alleine in ihrem Zimmer aushielten. Dann müßten sie hinaus stürmen und die Welt erobern.
6
Als meine Frau und ich 1988 von unserem evangelisch-lutherischem Pfarramt Thonhausen mit den umliegenden Dörfern Mannichswalde, Wettelswalde, Schönheide wegzogen, weil mein Gehalt im Sozialismus so schmal war, dass meine Frau Angst hatte, es reicht nicht für uns und unsere Kinder und sie müsse in ihrem Beruf als Theater-und Kulturwissenschaftlerin etwas dazu verdienen, haben wir in unserer neuen Stelle in der Theater-und Kreisstadt Altenburg die Brüderkirche a u f g e m a c h t, damit a l l e in ihr eine Herberge erkennen könnten für gute und schlechte Zeiten. Komischerweise funktionierte das. Ein Lehrer als erster erschien auf unseren Aushang hin und hat uns seine Hilfe angeboten. Noch andere kamen.
Die Offene Kirche und die Friedliche Revolution waren für uns eine Einheit. Und die Stadt-Community hat das auch immer so verstanden.
Und für sich in Anschlag gebracht.
Die Offene Kirche war gleichzeitig ein Ort der Gemeinschaft – bis dahin, dass Menschen in ihr gesund geworden sind – und sie war ein Ort der Einsamkeit, der Fluchtbewegung: ASYL. Wie eigentlich immer in Krisen-Zeiten der deutschen Geschichte.
Die Spannung von Gemeinschaft und Einsamkeit mit Gott und den Menschen ist die eigentliche Dynamik, die eine christliche Gemeinde ausmacht in ihrem Kern. Die so genannte Kerngemeinde.
7
Und was hält diese beiden Dinge Gemeinschaft und Einsamkeit zusammen, bezw. läßt sie uns aushalten?
Das Gebet.
Das Vaterunser.
Unser Glaubensbekenntnis.
Das Sprechen lernen im Gebet zu Gott hin, das Sprechen lernen im gemeinsamen Lösen einer Aufgabe. Vieler Aufgaben, die auf uns warten.
Im gemeinsamen Auslegen der Heiligen Schrift.
Wir hatten und haben ein großes Holzkreuz im Altarraum stehen. Daran hingen an den Nägeln die Gebete der Besucher der Offenen Kirche. Wenn ich nicht wußte, was ich sonntags predigen soll an Hand eines vorgeschlgenen Textes, bin ich an dieses Kreuz gegangen und habe diese Gebete gelesen.
In großer DEMUT. Denn sie standen da ohne jeden Datenschutz, manchmal mit Name und Adresse.
So viel Vertrauen!!!
8
Die Kirche, die Gemeinde hat also ein Angebot zu machen, wenn jetzt das Thema Einsamkeit ein Thema der Politik wird.
Ist es so schlimm geworden? Die Einsamkeit, die Isolierung, der Egoismus, die Gier nach Geld und Macht.
Bitten wir für unsere Kirche, dass sie nicht nur für sich selber da ist, sondern in der Lage ist Antworten zu geben. Und nicht nur Fragen zu stellen, wenn sich Menschen aufmachen, Gott zu suchen und den Nächsten.
Beides oft gleichermaßen verloren.

Umzug 1988 von Thonhausen nach Altenburg

Lebensfreude auf dem Land

Aus der Stille, der Kontemplation in die Aktion: Schulgründung 2000, 16. Jahrgang SPALATINGYMNASIUM Altenburg

Das Buch der Offenen Kirche…in jedem Portal, Müggelheim(Berlin) nach der Heimreise vom Fischland am 5.Sept.24 M.W.
Achtung: morgen am 11. September `24 in 12559 Berlin -Müggelheim, Ecke Müggelheimer Damm/Ludwigshöheweg, erste Bushaltestelle (69) um 19.00 Uhr (KITA/Gemeindeeingang) „Ostkirche- Orthodoxie“ Impuls Bilder, Musik, Erlebnisberichte.(Pfr.i.R. Michael Wohlfarth-s.a. Blog weiter unten.)
Prosa im Sommer oder doch GEDICHT?
GEBROCHEN DEUTSCH
Gedicht in 13 Versen
Vers 1
Neulich schrieb mir eine Kollegin im Vorlesen, sie möchte auch Schriftsteller werden.
Wir müssen hier nicht auf Endungen achten. Sie ist aus Thüringen. Weimar. Das sagt alles.
Also sie schrieb, dass sie noch viel vor hat. Sie ist gut im Organisieren.
Nur der schläfrige Verleger reagiert nicht.
Sie möchte ihr Erstlingswerk in die Homepage des Verlages bringen. Sie hat gute Leute. Aus Köln jetzt. Wo der Dom ist.
Da ist alles aufstrebend – gewesen.
Mich ermuntert das – so lange nichts Besonderes passiert – nach der Lesung in Leipzig – an diesem deutsch-deutschen Roman weiterzuschreiben, wo keiner weiß, wohin er uns führt. Amerika oder Russland?
Vers 2
Auszug aus einem Brief:
„… ach, Dostojewski, jetzt machen sie dich auch noch schlecht: Gute Literatur ? – ja, aber deine Weisheiten?
Wie bei deinem Bruder Tolstoi.
Behalte sie doch lieber für dich.
Inzwischen gibt es Einiges, wo über dich so gesprochen wird.
In angesehenen Tageszeitungen, Kultur-Kolumnen aller Art.
Ich möchte keine Namen nennen.
Du weißt schon.
ACH DOSTOJEWSKI, komm heraus aus deiner Hütte in Tirol.
Oder sitzt du schon auf dem Felsenvorsprung am Berg und wartest auf den Bergrettungsdienst.
Auf den Heli, wie die jungen Sportler sagen.
Die Eventisten.
Also, besser bleibe darinnen.
In deiner Hütte, Höhle oder wo
immer.“
Vers 3
Es ist schon ein Problem.
Das Fernsehen taugt nicht zur
Unterhaltung.
Die Krimis werden immer ernster.
Oder lustiger,
die Toten sind nicht mehr tot,
sondern Material für den Slapstik.
Vieles wirkt kindlich wie
CHRISTINE SUCHT DEN
LIEBEN GOTT.
Ohne Gott.
Immerzu wird mir erklärt, warum es so kommen muß.
Das Schreckliche.
Alles ist Zufall.
Nicht einmal mehr peinlich.
Jeder kann es sein.
Jede kann es sein.
Ist ja wahr.
Wo ist das alles nur abgeschrieben?
Aus dem Internet?
„Jetzt wollen wir dem Feminismus frönen“, rufen sie.
„Es gibt keine Schuldigen mehr!“
Es gibt nur eine Friedhofskapelle, wo die Toten aufgehoben werden, in der das Vaterunser nicht gesprochen wird, sondern das entscheidende Gespräch „zwischen den entscheidenden Parteien.“
„Aus denen die Komplizen kommen.“
Es ist alles nur ein Unfall gewesen.
Tragisch wie bei Kleist:
die Schuldig-Unschuldigen.
„Ach ja, Dostojewski, wir sind
alles Kinder ohne Vater.“
„Eine Spur von Geschlechterkampf vielleicht?“
„Bitt‘ schön, der Herr.“
„Bitt‘ schön, die Dame!“
Oder umgekehrt.
Das Gebot: DU SOLLST NICHT TÖETEN wird illustriert, indem die Polizei sich darum kümmert.
„Das kann so nicht weitergehen, Dostojewski!…..“
Vers 4
Wo bist du?
Im Schatten des Abends?
Wer bist du, in der Morgensonne?
Du bist da, wo wir alle sind.
Im Gewühl der Großstadt.
Versteckst du dich?
Bist du nackt?
Heißt du auch Adam.
Wie wir alle.
Du ziehst von einem Ort zum anderen.
Von einer Kraft zur anderen
im Tal?
Von einem Event zum anderen.
Von einem Diskurs zum anderen.
Mit fadem Beigeschmack.
Vers 5
Beschreibung eines Glasfensters
in einer Kirche am Markt:
Rückbesinnung
Wie sie da herumsitzen
um das Kind Jesus.
Und er belehrt sie.
Aber werden sie klüger?
Einige wenigstens?
Sie sehen gut aus.
Ein Nazarener hat es entworfen –
das Bild –
und ein Kunstschmied in Mosaike zusammengefaßt.
Nach Norden gerichtet.
Wenig Sonne.
Aber genügend Altenburger Tag,
wo Skat gespielt wird
zum Feierabend,
weil es hier erfunden wurde.
Wie vieles andere.
Auch Brockhaus ein Altenburger.
Das Gericht ist nach der Wiedervereinigung wieder hier.
Das Spielgericht: SKAT.
Und die guten Lehrer sollen von da kommen, sagt der Alte Fritz,
wenn es nicht so gut ging
mit seinen Unteroffizieren
mit einem Arm oder Bein
und sie die Kinder geprügelt haben,
damit es gute Preußen werden.
Nur Prügeln geht nicht.
Vers 6
Viele rufen: „Hosianna,
Hosianna, gelobt sei, der kommt
im Namen des Herrn!“
Und: „Kreuzige ihn!“
Nicht auf meinem Kirchenfenster in einer immer kleiner werdenden Mittelstadt in Ostthüringen.
Chor: „Durch die Abwanderung nach Westen und Süden.
Weil Uran noch im Boden ist.
Aber nicht gefördert wird
der Vergiftung wegen.
Durch die Russen nicht
und durch die Amerikaner nicht.
Durch niemanden.“
Gegenchor: „Und die Braunkohle ist auch nicht Ebbe.
Sondern ziemlich weit oben.
Aber sehr eingeschränkt im
dezidierten Abbau
in unserer Gesellschaft,
die wir 1989 errungen haben .“
Einzelner: „Ich auch. Zu Recht.
Und ohne Blutvergießen.
Nicht wie heute in der Ukraine.
Die ist uns sehr nah.“
Nicht auf meinem Kirchenfenster rufen sie: „Hosianna, Hosianna,
gelobt sei, der da kommt
im Namen des Herrn!“
Und drei Tage später: „Kreuzige ihn!“
Nein, es wird gesungen.
Immer singen am Abend die Chöre von den „lieb Engelein“.
Sie singen die Passion Christi
nach dem Evangelisten Johannes von Johann Sebastian Bach.
Wenn du in dieser Kirche sitzt am Abend und das bunte Glas leuchtet im Licht der untergehenden Sonne, oder später für sich ohne Tag, dunkel in der Nacht.
Und ich höre sie singen: HOSIANNA und wenn die drei Tage um sind: KREUZIGE.
Gibt es auch Bilder von d i e s e m Geschrei?
Von diesem Volk?
Aufgerührt von diesen Gelehrten auf meinem Fenster: Pharisäer und Schriftgelehrte, Sadduzäer, Griechen, Lateiner und Orthodoxe.
Die Kopten und Äthiopier, Kämmerer und Oligarchen, Russen und Syrer, Aramäer, Katholiken und Lutheraner. CALVINISTEN.
ÄGYPTER.
Von Nazarenern gemalt, Rudolph Schäfer,
Schnorr von Carolsfeld, von Schmieden
um die Jahrhundertwende vor dem 1. Weltkrieg
geschweißt und gelötet zum TRANSPARENT ?
So wie Lehren durch Lernen und Lernen durch Lehren.
Der 12-jährige Jesus im Tempel.
Ein Konfirmandenbild.
Ein Pädagogenbild.
Universitas.
Pestalozzi und Fröbel.
Vielleicht.
Ich weiß es nicht.
Ich bin kein Forscher.
Halt, aber ganz sicher in Rom.
Und überall, wo die Hochkirche zu Hause ist.
Die Renaissance, das Christliche Abendland vor seinem Untergang, die Christliche Kunst, die den Papst gerettet hat und Rom.
Das barocke Europa.
In jeder Predigt, die malen kann zum Palmsonntag.
In allen christlichen Kirchen.
Vers 7
Die Kinder waren nicht Jesus
Wir haben sie gespielt diese Szenen.
Die Kinder waren nicht Jesus.
Aber Palmen, die sich wiegten im Wind,
als Jesus kam und die Berge tanzten und alle riefen HOSIANNA, weil er den Tod besiegt
und Lazarus ruft in seinen Gewändern.
Und die Schriftgelehrten sich beratschlagen,
was sie machen sollen bei so viel Begeisterung.
„Wie ungut ist das!“ haben sie untereinander gesagt –
und sind beiseite gestanden.
Das haben wir gespielt.
Vers 8
Wir waren gerade in den weißen Städten
ohne die spitzen Hexenhausdächer nördlich der Alpen,
damit der Schnee rutschen kann.
Sie haben alle den Stein berührt, die Millionen und Abermillionen, so dass er glatt ist.
Alle sind sie KREUZFAHRER und stellen sich an,
um das Heilige Grab zu berühren, zu küssen, enthusiastisch. Welche Liebe ist in den Frauen. Und wie gefährlich
ist Religion, sagen die Protestanten.
Sonst müßten sie ja auch Knüppel in die Hand nehmen oder Knuten, um einzupeitschen, oder auszupeitschen.
Wer soll das regulieren.
Vers 9
Comenius
du wurdest die Stationen geführt.
Du vertraust auf IHN.
Du hast dich ABM schreiben lassen und ziehst los.
Pilgrim.
Es wird Zeit, dass wir das würdigen. –
Suchst du ein Mädchen?
Wie im 19. Jahrhundert die Romantiker?
Bist du schwul?
Oder lebst du deine Kulturpubertät aus,
die es seit Sartre nicht mehr geben soll,
weil sie eine bürgerliche Krankheit ist: JUGEND.
Wir sind gespannt. Ich bin mehr als gespannt.
Ich kann es kaum erwarten.
Aber da sehe ich dich auch schon den Berg hinaufkommen
in Thüringen. Wie lange ist das her.
Und vor dir liegt ausgebreitet das Tal.
Dort ist die Kirche, in der du Dienst tun wirst
und die Steine anpredigen, damit sie lebendige Steine werden
zur Auferbauung der Gemeinde.
Es ist die Barmherzigkeit, die über dich kommt
beim Anblick des Dorfes.
Du siehst mit den Augen des Christus. Im Rennen hinunter den Berg.
Das Gehöft neben der Kirche ist nicht der Pfarrhof,
das Haus auf gleicher Höhe nicht das Pfarrhaus,
sondern es sind Bauern und Arbeiter, die hier wohnen.
Weil du vom Dorf bist, hat du keine Scheu,
einfach in den Hof zu gehen und zu fragen.
Was sagen sie dir, als du fragst?
Nichts?
Doch.
Nicht Weihnachten ist das schönste und öfter.
Sondern der Dank.
Der ERNTEDANK.
Vers 10
Das wissen sie nicht mehr
wem der Dank gebührt.
In der Stadt.
Oder?
Es kann nur der Herzog sein, dem gehuldigt wird,
wenn die Bauern reiten in ihren eng anliegenden Kostümen.
Und erst die Bäuerinnen von damals.
Sie winken.
Natürlich winken sie dem Herzog, dem Publikum jetzt.
Sie waren stolz, sie brauchten den Herzog
und umgekehrt.
Sie wussten, wem Ehre gebührt und die Steuer.
Und sie waren abhängig.
Aber nicht absolut.
Sie waren schlau.
Schlitzohrig,
weil sie das wussten.
Und hatten
ein gesundes Misstrauen.
Wer hat das heute noch.
DAS BAUERNREITEN.
DER ERNTEDANK.
DIE HULDIGUNG auf Augenhöhe.
Die Untertanen auf dem Pferd.
Vers 11
Die Große Stadt
wo sie herumsitzen und streiten
wo sie herumgehen, die Peripathetiker und fuchteln
mit ihren Händen und spielen mit ihren Füßen
oder dem Ball den entscheidenden Drive geben für das Tor.
Wenn sie treffen.
Das ist übrigens immer noch das Beste.
Suchen sie die Wahrheit.
Einer bestreitet sie.
Weil sie stört zu leben, angeblich.
Zur Wahrheit braucht es die Liebe.
Bekommen wir sie?
Nein, wir müssen darum bitten, uns ganz klein machen.
In Demut.
Und nicht nur so tun in unserem Großen Spiel.
Vers 12
Berlin
Ah, endlich gefunden
das Buch der Lieder mit Genricha Geine
der auf dem Stein sitzt am Weinberg
wo kein Wein wächst.
Der bei Gorki sitzt
gedoubelt,
weil der etwas von ihm halten möchte
auch weiterhin?
Aber jetzt endlich in die Galerie
in die Rumpelkammer der Geschichten in Kunst.
Da ist der Schraubenkönig
ha ha ha
er macht es möglich.
Was ist da?
Das Jüngste Gericht.
Es mutet russisch an.
Blockwartmäßig und wie eine Festung
im amerikanischen Westen,
als dort die Indios noch zu Pferde saßen,
um es dem weißen Mann zu zeigen.
Nein, wie eine russische Holzkirche.
Du musst nur nahe genug sein
dem Material.
Aber die Marien, die lieblichen
die Schönen, das Kindlein auf dem Arm?
Ikone, was haben sie aus dir gemacht?
Dich ausgezogen, Maria
in ein Kondom gesteckt
und aus war der Traum.
Vers 13
Das alles ist lange her.
Aber jetzt?-
Jetzt reitet Comenius mit einem Skelett von Gaul an die See, um in See zu stechen, wie man es in Seemannsdeutsch ausdrückt. Wenn die Ebbe vorbei ist und keine Sturmflut in Aussicht. Er ist völlig vergessen worden bei all den Beschreibungen der Überfahrt einer Gräfin, der Moderatorin und ihrem Reportertross.
„Das schwarze alte Pferd, dass nur noch einem Skelett vergleichbar ist, schwamm in der Welle dem alten Frachter hinterher..“
„Nein, nein“, ruft der Chor der Meerjungfrauen dazwischen: „Es ist ja gar kein alter Frachter, er wäre auch nicht tauglich für die See – es ist doch das berühmte Segelschulschiff mit den Lehrern und Lernenden, mit den Gärtnern und Pflanzern, Biologen, Botanikern an Bord – und mit A. Die nun endlich die verfluchte alte Welt zu verlassen wünscht und einen Neuanfang sucht.“
„Und er ist auch nicht dem Frachter, der keiner ist,
hinterhergeschwommen, auch nicht auf dem Rücken von tausend Pferden. Nicht einmal mit seinem „Skelett“.
Das hat er angebunden an einen alten Laternenpfahl im Hafenviertel und hat sich sachte in die Gruppe gemischt, die auf das SEGELSCHULSCHIFF strebte.“
Sagt später ein alter Fischer, der ihn kannte.
„Sein Matrosenanzug war vorzüglich.“
Ein anderer an einem Tisch des Zielhafens: „Hau Ruck und Nur zu! – das waren seine ständigen Sätze, wenn es vorwärts gehen musste. Und es musste ja vorwärts gehen. Bei Flaute und bei Sturm. Mit den Segeln, mit den Jungs, den Mädchen, den Gärtnern u.s.w.“
Was für ein Fuhre.
Welche Fracht.
Warum haben wir C. vergessen, übersehen.
Vorabdruck aus GEDICHTFORM epubli berlin 24
Nach dem 16. Abiturium
Ich habe vor über 20 Jahren in Altenburg/Thüringen zusammen mit meiner Frau (Kultur-und Theaterwissenschaftlerin) und einer promovierten Lehrerin aus dem Westen und einer jungen Anfängerin aus dem Osten (von mir konfirmiert und getraut) die erste Schule gegründet mit einem christlichen Menschenbild – in der ehemaligen DDR/Ostthüringen! Die Plattform war die von uns initiierte Altenburger Akademie mit ihrem Motto kairos (wer zu spät kommt, den bestraft das Leben- Bibel/Gorbatschow),metanoia (wer die Gefahr sieht und nicht umkehrt, ist selber dran schuld – Bibel, Bergsteigen), charis (Freude-Bibel).
Zeitpunkt nicht verpassen, Busse, Freude. Für Philosophen beigefügt der Untertext: Menschenbild, Weltbild, Gottesbild.
Für die Altenburger Akademie-Offenen Kirche habe ich und meine Frau 500 Seiten STASIAKTEN bekommen, für die ich vor 6 Wochen rehabilitiert worden bin vom Freistaat Thüringen. Das Verfahren für meine Frau ist noch anhängig.
Vor der Gründung der Altenburger Akademie war ich 7 Jahre Kreis – Jugendpfarrer im Kirchenkreis Schmölln mit der STASIAUFLAGE OPK/Operative Personenkontrolle. Für die Akadmiegründung 1988 habe ich und meine Frau bekommen: OV/Operativer Vorgang. Mit dem Ziel Zuchthaus/Abschiebung. Ich verschweige das nicht, weil heutzutage die DDR verharmlost wird und gleichzeitig PUTIN als Diktator beschimpft wird, der immerhin Wahlen abhält, die mit DDR – Scheinwahlen verglichen werden s o l l t e n, aber bitte nicht gleichgesetzt. Da fängt die Verharmlosung an. So viel für heute.
Unsere Schule gibt jährlich ein sehr schönes Jahrbuch heraus. Sie heißt Christliches Spalatingymnasium Altenburg. Die Leiterin ist die ehemalige junge Anfängerin (Geschichte/englisch).

Als Ehrenmitglieder im Vorstand der Schulfördrung sind meiner Frau Margard Wohlfarth und mir mit freundlichen Grüßne dieses und andere Bilder zum Thema Bildung zugeschickt worden.
Vielen Dank!
Ich habe den oben stehenden Text für das Netzwerk : Schule, Direktoren, Führung beigesteuert und sehr viele Aufrufe dafür bekommen. Deshalb wollte ich das meiner BLOGGEMEINDE nicht vorenthalten. Und danke für ihre Treue.
M.W.
Zwei Bibelstellen in einer Reiseerzählung
1
Anne dachte nicht an den Unfall hinter der Biege,
sondern an Amerika.
Als sie umstieg in den Zug nach Hamburg, war es
bereits gegen Mittag und die Herbstsonne meinte es
gut mit dem Vergolden der Blätter. Und dem Lächeln
der Menschen war sie förderlich, als sie den Park nutzten
und die Wirte noch einmal draußen deckten.
Und im Zug nach Norden wieder dein blasses Gesicht
DOSTOJEWSKI.
Endlich taucht es auf, damit die
Versöhnung ihren Lauf nimmt und nicht nur das.
Nur wir sehen es, wenn wir es erzählen, diese deutschen
Geschichten aus der Gegenwart und Zukunft. Wiedergeben
diesen Film.
Hohe Stirn. Blass. Tiefliegende Augen. Hinter Glas gemalt.
Aquarell. Die Bäume fliegen vorüber. Die Dörfer.
Die Häuser. Bilderbuchlandschaft in Deutschland.
Warum will jemand nicht hier bleiben.
Warum nicht diese Heimat lieben. Warum fahren Züge
mit den Flüchtenden. Warum fliehen sie?
Anne weiß, warum sie nach Amerika geht. Sie hat ein
Angebot bekommen, dort zu studieren. Das möchte sie
wahrnehmen.
Sie haßt nicht ihr Land. Sie hält keine Plakate hoch, auf
denen zu lesen ist „Nie wieder Deutschland! “Sie möchte
ganz einfach ihre Chance suchen in dem großen Land der
unbegrenzten Möglichkeiten. Sie möchte dort reisen. Die
berühmten Routen.
Sie ist sehr gespannt und freut sich auf die lange Reise mit
dem Schiff, dass sie buchen konnte, weil ihre Großmutter
ihr geholfen hat, einen solchen Schiffsplatz bezahlen zu
können.
Sie wird kaum wieder so schnell Eisenbahn fahren, wie
jetzt vom Westerwald nach Hamburg, weil die
Pullmannwagen vielleicht nicht mehr die Bedeutung
haben wie in amerikanischen Kurzgeschichten.
Aber hier ist der Schatten der Vergangenheit präsent.
2
Fjodor setzt sich zu ihr und beginnt zu erzählen
die Geschichte von den Unglücklichen. Von den
Sündern und Heiligen.
Er stellt sich vor.
Wie aus heiterem Himmel fängt er an zu erzählen, was ihn bewegt.
Vielleicht weil Sonntag ist. WOSKRESSENIE.
Es ist eine biblische Geschichte.
Ein Gleichnis. Viele kennen es: Das Gleichnis von der Gerechtigkeit Gottes.
“Weißt du, da ist der Markt. Die buckligen Häuser ringsum. Die
Läden, die aufgeklappt werden, sobald die Sonne aufgeht.
Und da kommen sie, die Tagelöhner, die Tagediebe, die
Betrunkenen am frühen Morgen, die nie schlafen können,
weil sie ihr Gewissen plagt. Die Weinenden,
die ihre Familie nicht ernähren können, weil die Barmherzigkeit ausgestorben ist und die Gerechtigkeit Gottes auf sich warten lässt. Da ertönt ein Signal und alle wissen, er kommt persönlich. Der HERR. Das Warten hat sich gelohnt. Gestern kam niemand.
Heute soll er wirklich kommen? Sie drängen sich, die
Ausgemergelten, die Zerrütteten, die Greise, die Huren,
die zu alt geworden sind, um sich zu verkaufen. Alle rufen:
“Herr, wir sind hier! Hilf uns!“ – Aber der Herr verzieht.
Scheinbar reitet er um die Stadt herum, um sich ein Bild zu machen, was
die Wohlhabenden aus ihrer Stadt gemacht haben. Er gehört in gewisser Weise ja auch dazu. Jetzt kommt er wirklich ohne Signal. Reitet mitten auf
den Markt und ruft: “Wer möchte in meinem Weinberg
arbeiten?“ Alle sind erschrocken. Davon war nie die Rede.
Arbeiten? Sie meinten, sie bekommen die Ration. Deswegen sind sie da.
„Das muß eine Neuerung sein, “murmelten sie. Einige
melden sich doch, nicht viele. Drei. Er nimmt sie mit.
Er steigt ab von seinem Pferd und führt sie zur Stadt
hinaus durch das südliche Tor zu den Bergen.
Er hätte auch vorausreiten können, denn jeder wusste in
dem Gebiet, wo der Weinberg des Herrn lag. Aber er ließ
es sich nicht nehmen. Er hätte ja auch genauso gut einen
Fest – Angestellten, dem er einigermaßen vertraut, in die
staubige Stadt schicken können. Brauchte er wirklich
Arbeiter in seinem Weinberg?
Es waren ja wirklich immer Menschen auf dem Markt,
die dort herumlungerten wie nach einer durchzechten Nacht, um angeheuert zu werden.
Bettler auch, die auf Almosen hofften. Von den Dreien war einer ein
Bettler. Irgend etwas an diesem Morgen, als die Sonne im
Osten empor stieg, erinnerte ihn an ein Lied seiner
Kindheit, welches seine Mutter sang, wenn sie zur Arbeit
ging.“
3
Hier brach der Erzähler ab und schaute versonnen auf die
vorbei fliegende Landschaft. Er ließ die Zuhörerin allein im Abteil
und verschwand.
Wohin.
Ich weiß es nicht.
Ins MITROPAABTEIL? Toilette. Gang. Fenster runter und Wind, Fahrtenwind im Gesicht, weil es so schwül ist im Abteil.Fenster geht nicht herunter zu ziehen. Es ist ein INTERCITY. Viel zu schnell.
Das war damals, wenn wir von Ort zu Ort gefahren sind und unsere Freiheit dumpf war, in der wir lebten und voller Freude einem Ziel entgegenfuhren auf der Scheibe, die wir Erde nannten. Und unser Land, DDR. Zigaretten. Ach ja, Zigaretten. Verqualmt alles. Tief eingezogen die Luft, die einem entgegen blies. Fenster runter! Jetzt alles rauchfrei. Fjodor, du musst nicht zum Fenster stürzen. Meistens klemmte es übrigens. –
4
Wo ist Fjodor?
Nein, er ist nicht zum Fenster gegangen, um frische Luft zu schöpfen in einem verräucherten Abteil. Er ist ausgestiegen. Er war darauf angewiesen zu sehen und zu hören.
Es war Sonntag.
Er hatte Glück. Der Zug ist nicht durchgefahren und
machte Station zwischen dem Westerwald und Hamburg,
wo die großen Schiffe anlegen. Auch die von Übersee.
Er hatte Glück, dass der Bahnhof eine Bahnhofsmission
hatte und einen Saal in der Nähe, wo die Heilsarmee zu
Hause war und die Evangelien predigte. Der Gottesdienst
hatte bereits begonnen – der Prediger bereits die Bibel
aufgeschlagen und in die Kanzel getreten.
Es waren eigenartige Gestalten in dem Saal.
Ähnlich wie in der nicht zu Ende erzählten Geschichte, würde ein DDR-Pfarrer denken: Volksmission in Sachsen, in der alten Textilmetropole Crimmitschau. In DDR-Zeiten. Ich weiß nicht wie es heute dort aussieht. Der Glamour des Westens wird sie auch erreicht haben, diese Stadt, in der der erste moderne Textilarbeiterstreik organisiert wurde um die vorvorige Jahrhundertwende.
„Liebe Gemeinde,
wir haben uns heute hier versammelt zum Sonntag
Sechzig Tage vor Ostern, lateinisch Sexagesimä.
Dieser Sonntag – wie schon der vorherige – kündigt
einen Perspektivwechsel an, den wir alle dringend
benötigen.
Die Perspektive heißt Ostern. Ostern, das bewegliche Fest.
Das in seinem Zeitpunkt sich nach der Stellung des
Mondes zur Sonne richtet.
Liebe Brüder und Schwestern,
wir haben uns heute hier versammelt, weil Sonntag ist, auf
russisch Woskresenie. Zurückübersetzt ins Deutsche
AUFERSTEHUNG. JEDER SONNTAG HEISST AUFERSTEHUNG.
Sie haben das Gleichnis vom vierfachen Acker gehört und nur ein Viertel des Samens fällt in den Schoss der Erde und bringt Frucht.
Jeder von uns fragt sich, wer bin ich.
Bin ich der Weg? Sind wir die Dornen? Wer ist der Fels?
Und wer das gute Land. Wir wollen alle das gute Land sein,
dass Frucht bringt. Oder etwa nicht. Aber alle denken an
die Sorgen. Die Dornen des Lebens.
Die Großen und die Kleinen. Laßt uns Gott bitten, dass
die Sorgen nicht unseren Glauben ersticken, das unser Glauben auf den breiten Straßen dieser Welt nicht zertreten wird, die
Begeisterung für das Gute anhält und der Regen nicht
alles, was wir gehört haben wegspült. AMEN.“
5
Eine sehr kurze Heilsarmeepredigt. Dachte F. Aber okay.
Es wurde noch ein Lied gesungen und dann löste sich die
Versammlung auf.
Ah- die russischen Chöre. Wo sind sie.
Sonntag.
Auferstehung?
Der Westen ist so kurz angebunden.
Na, ja. Er nahm sich ein Hotelzimmer in der Nähe des Bahnhofs.
Aus: hereinspaziert – die sonderbaren welten des herrn panther epubli.de 2016 Berlin michael wohlfarth Kalendergeschichten und Anne im Zug. Das sind Reisegeschichten. Ja, doch auch, wenn Du zu HAUSE bleibst in diesem typisch deutschen Sommer. Warm, heiß, Dusche, Regen, Donner, Blitz. Die Pflanzen sind dankbar. Die Wiesen sind grün. Seid DANKBAR, dasse kein Dürresommer ist. Bittet für die, die unter Überschwemmungen leiden, oder unter einer Dürre, so wie sie in der Bibel beschrieben werden.

Die Geschichte von Anne im Zusammenhang könnt Ihr lesen in „Ach, Dostojewski“.

Zum heutigen Datum Sonntag d.4.August 2024, 10. Sonntag in der Trinitatiszeit: Und vergesst nicht: heute ist ISRAELSONNTAG und gestern? – gestern war Schabbat, die Juden warten auf den Messias und lassen die Türe nur angelehnt, dass er eintreten kann. Wenn sie feiern und eine Kerze anzünden. Seht Euch unbedingt den Ostseefilm an: Die Herrlichkeit des Lebens. Ich kenne keinen Besseren. Googelt!
KOMM HERR JESUS, SEI DU UNSER GAST UND SEGNE WAS DU UNS BESCHERET HAST. SAGEN WIR UND WARTEN DASS ER WIEDER KOMMT WIE DIE MÖNCHE AUF DEM ATHOS WENN SIE SCHWEIGEND AN IHREN TISCHEN SITZEN UND IHRE SUPPE LÖFFELN. UND NICHTS SAGEN. SIE WARTEN AUF DIE WIEDERKUNFT DES HERRN. Sagt Erhard Kästner in seinen ATHOS-ERINNERUNGEN.
DER UNTERSCHIED ZWISCHEN CHRISTEN UND JUDEN: BEI UNS KOMMT ER WIEDER.
Bibelstellen Fjodor das Gleichnis Von den Arbeitern im Weinberg nach zu erzählen(Matthäus 20 1 ff.). Der überraschende Schluss bei Matth.20, 8 – 16. Bibelstelle zur Predigt im Saal der Heilsarmee Matthäus 13 1 ff. oder Lukas 8, 4 ff.