Das hat Oliver überzeugt. Sie ist in der Dunkelheit gekommen, hat eine Freundin gebeten, auf das Kind zu achten, um Oliver zu zeigen: Ich liebe dich. Du sollst zurückkommen nach den Stunden und Tagen. Sie ist in das billige Motel gekommen mit den Türen zur Straße in der Nacht.
Jetzt stehen sie wieder in dem Holzhaus und er nimmt sich vor, seine Arbeitsstelle zu kontaktieren, um zu fragen, ob er seine Auszeit abkürzen darf. Ob alles gut wird. Nicht, wenn er draußen bleibt. Es gibt zu viel Menschen, die draußen bleiben, weil sie die Welt bewegen wollten, aber in Wahrheit nicht mit ihr zu Recht kamen. Mit der Geschichte ihrer Welt. Vielleicht sollte er sich vielmehr von Henry helfen lassen. Er hatte sich angeboten unterwegs, als sie den Zug hinter sich ließen, den Grünen Zug, den Grünen Salon, den Club der Toten Dichter. Der sich in dem Moment in Luft auflöste, als die Kriegserklärung durch den Äther kam. Die Spezialoperation im fernen Europa/Ost.
Keiner hat geglaubt, dass es vorbei war mit der Sowjetunion. An den Zaren und sein Reich wollte niemand glauben. Dass es wieder kommt. Der Kommunismus war tot, es lebe die Nation. Die Weltrevolution bestand nur noch im Gegeneinander der Raketen mit Atomsprengköpfen. Wie hat Kennedy gesagt: unterirdisch geht alles weiter. Selbstfindung war gestern. Luxus auch. Luxus verteidigt man nicht. Das macht keinen Sinn, sondern nur Schuld. Weil nicht alle in Luxus leben können. Dann wäre es auch keiner mehr.
„Du hast deine Sachen nicht dabei?“
Anne schaut ihn mit großen Augen an.
„ Ist das nur einmal ein Besuch?“
Lange Pause
„Nein, ich habe den Motel-Schlüssel nicht abgegeben.“-
„Ich hatte nicht mit dir gerechnet.“-
„Du brauchst Zeit?“
„Ja.“
Fühlst du dich schuldig?“
„Ja.“
„Das musst du nicht.“
„Warum nicht?- Ich habe dir von Anfang an etwas verschwiegen. Meine Mutter ist im Gefängnis mit einer schweren Schuld, die sie aus Rache auf sich genommen hat. Sie hat die Liebe benutzt und meinen Vater einen Abhang hinunter gestoßen. Das ist immer noch die alte STASI-SCHEISSE. Und das weißt du. Wir müssen zurück in unsere Heimat.“
„Über den Ozean?“-
„Kein neues Leben hier in den Staaten?“
„Nein!“
„Keine Neue Welt?“
Schweigen.
6
Natürlich hat strukturell gesehen der FREIKIRCHLICHE WEG – american way of live – seine Wirkung auf Oliver nicht verfehlt. Warum hat er sich denn anwerben lassen, als er noch auf der Uni war und Betriebswirtschaft studierte. Seine Pflegeeltern, die er sehr liebte, fanden das am besten für ihn und sein Weiterkommen in dieser Zeit. Der FBI hatte nicht locker gelassen und den Judith-Plot nicht ruhen lassen. Ein Grenzübertritt mit tödlichen Folgen auf dem Boden der Deutschen Demokratischen Republik und die Rache danach von den Kindern des Opfers an dem Täter beziehungsweise dem Befehlshaber des Täters, der seinen Dienst an der Grenze versah. Das Dumme auch noch, dass der Offizier der Liebhaber ihrer Mutter war und seinen besten Freund mit ihr betrogen hatte. Er meinte, er hätte ein Recht darauf. Sie hatte ihn doch geliebt und nicht ihn. Die Kinder der Täter, Rächer müssen nun damit klar kommen.
Ein regelrechtes Angebot für Dienste, die nach Energien suchen, die unterirdisch graben und bohren.
Die neue Welt, die wir alle wollten. Die wir aber erst suchen mussten, als die alte zusammengebrochen war. Warum nicht gleich Amerika. Das ist doch wohl der Westen. Die stabilste Demokratie, wo die Freiheit so sicher ist, wie der Schuss aus dem Revolver im guten alten Western, den auch Leonid Iljitsch Breschnew so gerne gesehen hat.
Der kleine Mann neben Erich Honecker in der Karosse die Straße hinunter.
Vor dem Mauerfall.
Und – ach – der Kuss – an den Mauerresten.
Bunt.
Danach.
Und nun Krieg. Ausgerechnet jetzt, wo alle dachten es ist vorbei: Der kalte Krieg. Die Angst vor der Bombe. Wir konnten die Story nicht zu Ende erzählen. Der Plot ist uns im Halse stecken geblieben…
Aus DANACH Weiterführung von DER GRÜNE SALON (e-book) von Michael Wohlfarth/in Arbeitund auf Suche nach einem Verlag.Dann erst Veröffentlichung.
Der Sommer stürzt komplett ab– eine Erwiderung auf eine Kolumne von Viktoria Krummbeck im Münchner Merkur zum Sommer in diesem Jahr. Gefunden bei Edge heute am Montag d. 1. Juli 2024
Ich habe mich in Edge dazu geschaltet und habe mir die Meinungen zu dieser Kolumne auf dem Forum angeschaut und bin froh, weil alle Leute, die mitreden der Meinung sind, dass die gewollte Umweltkatastrophe eben in diesem Jahr so nicht stattfindet. Sie haben das natürlich viel aggressiver formuliert, als ich in meinem ostdeutsch gelernten Akademiker-Deutsch. Auch gut, denn Agressionen, solange sie gesagt bleiben und nicht 1 zu 1 in Faustkämpfe auf der Straße oder in Sälen führen, werden hoffentlich die berufsmäßigen Meinungsmacher zum Nachdenken bringen, es sei denn, sie wollen nur glänzen bei ein, zwei, drei Kollegen ihrer Zunft – und das genügt ihnen neben dem Honorar.
Aber geschichtslos ist gottlos: deshalb bitte liebe Kirche, sag doch etwas und höre auf die heutige Tageslosung: Schließe dich nicht einer Meinung an, weil sie von der Mehrheit geteilt wird. –
Sei es nun die Mehrheit in einer Verdienstgruppe, eines Berufsstandes, einer Partei, einer Generation. Habe Mut zur Minderheit zu gehören und verlass dich auf deinen Verstand, der dir von Gott gegeben ist.
Ja, von Gott geheiligt ist die Vernunft. Unsere Vernunft.Hier mein Beitrag:Auf Dürre-Jahre folgen Regenjahre. Wer die Bibel kennt, weiß das auch von dorther. Wer sie nicht kennt und Erfahrungen sammelt und etwas älter ist, erinnert sich an seine Kindheit.- In den wirklich heißen Jahren bin ich oft in kühle Kirchen gegangen und wusste wie gut wir es haben: keine Hungersnot, keine Bittgottesdienste wie bei Mendelssohn – Bartholdys ELIA: Der globale Ausbeutungsmarkt regelt das schon.- Aber ich hätte mir als Pfarrer i.R. gewünscht: Dankgottesdienste, weil es nun endlich wieder einen verregneten Sommer gibt. Vielleicht mehrere- wie „früher“. Gut für die Pflanzen, für das Grundwasser, für uns. Ja, wir machen das Wetter nicht, auch nicht durch die Hintertür der Propaganda. Genau genommen, wissenschaftlich genau genommen sind wir immer noch Opfer nie Täter, was das Wetter angeht. Wenn man so will. Da können wir uns auf den Kopf stellen. Wir sollten damit umgehen lernen. – Sorry, dass ich jetzt nicht die Begriffe benutze, die für mich zu einer Ideologie geführt haben, die mehr zerstört als erhält.- Schönen Sommer!
Hier mein Beitrag: Auf Dürre-Jahre folgen Regenjahre. Wer die Bibel kennt, weiß das auch von dorther. Wer sie nicht kennt und Erfahrungen sammelt und etwas älter ist, erinnert sich an seine Kindheit.- In den wirklich heißen Jahren bin ich oft in kühle Kirchen gegangen und wusste wie gut wir es haben: keine Hungersnot, keine Bittgottesdienste wie bei Mendelssohn – Bartholdys ELIA: Der globale Ausbeutungsmarkt regelt das schon.- Aber ich hätte mir als Pfarrer i.R. gewünscht: Dankgottesdienste, weil es nun endlich wieder einen verregneten Sommer gibt. Vielleicht mehrere- wie „früher“. Gut für die Pflanzen, für das Grundwasser, für uns. Ja, wir machen das Wetter nicht, auch nicht durch die Hintertür der Propaganda. Genau genommen, wissenschaftlich genau genommen sind wir immer noch Opfer nie Täter, was das Wetter angeht. Wenn man so will. Da können wir uns auf den Kopf stellen. Wir sollten damit umgehen lernen. – Sorry, dass ich jetzt nicht die Begriffe benutze, die für mich zu einer Ideologie geführt haben, die mehr zerstört als erhält.- Schönen Sommer!
Auf halber Höhe, Athosgebirge in der Mönchsrepublik (Foto Michael Wohlfarth)
DIGITAL CAMERA M.Wohlfarth,Urlauberseelsorge Tirol
Am Dienstag nach der Europawahl im Berliner Tagesspiegel:
Herr Grünewald, vor knapp zwei Monaten konstatierte eine Jugendtrendstudie, dass die jungen Menschen hinsichtlich ihrer Werteorientierung deutlich nach rechts gerückt seien. Jetzt hat die AfD tatsächlich bei den unter 25-Jährigen 16 Prozent geholt und sogar die Grünen (11 Prozent) überholt. Was ist Ihre Erklärung dafür? Angesichts der multiplen Krisen beobachten wir in unseren Studien eine eher resignative Grundstimmung in der Gesellschaft. Die Menschen ziehen sich in ihr privates Schneckenhaus zurück. Die globalen Probleme werden ausgeblendet, weil junge Menschen das Gefühl haben, sie könnten sowieso nichts verändern. Das kommt fast schon einer fatalistischen Endzeitstimmung gleich, weil die großen Krisen, Corona oder Klima, so überwältigend sind. Darunter leiden natürlich die Zustimmungswerte der Grünen, die schon immer eher für Aufbruch standen und dafür, dass man die ökologischen Herausforderungen annimmt.Die Tagesspiegel-App Aktuelle Nachrichten, Hintergründe und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Dazu die digitale Zeitung. Hier gratis herunterladen.
2019 hat noch jeder dritte Jungwähler sein Kreuz bei den Grünen gemacht. Gilt das Motto „Fridays for Future“ heute weniger? Die ökologischen Themen sind den jungen Menschen immer noch wichtig. Aber wenn man keine Geschichte vom Aufbruch mehr erzählen kann, sondern das Gefühl hat, wir können schon froh sein, wenn wir die Verhältnisse aus Kindheitstagen noch etwas aufrechterhalten können, sinkt die Bereitschaft, sich zu engagieren. Dafür braucht es eher Projekte wie die Energiesparmaßnahmen vor zwei Jahren, als man dachte, man kann einen sinnvollen Beitrag leisten. Wenn das Unterfangen allerdings zu abstrakt ist, verliert man schnell den Glauben an Selbstwirksamkeit und lässt es lieber ganz bleiben.
Der Experte
Stephan Grünewald ist Diplom-Psychologe und Mitbegründer des Rheingold-Instituts, das jedes Jahr mehr als 5000 Tiefeninterviews zu aktuellen Fragen aus Markt, Medien und Gesellschaft durchführt.
Welche Werte sind denn den jungen Menschen heute wichtiger? 17 Prozent für die CDU zeigen ebenfalls einen Trend in Richtung Konservativismus. Den Jugendlichen ist Harmonie wichtig. Das zeigen unsere Studien immer wieder. Was Kindern heute Angst macht, ist weniger, wie bei den 68ern, dass sie wieder in autoritäre Verhältnisse hineingeraten, sondern dass Familien auseinanderbrechen könnten. Sie möchten nicht in Armut, mit einer alleinerziehenden Mutter oder in gespaltenen Patchwork-Konstellationen aufwachsen und tun alles für den Zusammenhalt. Der Zank in der Ampel kostet daher sehr viel Vertrauen, da dies eine Grundangst wiederbelebt, dass Bindungssysteme auseinanderbrechen könnten. Und dafür wurden ja neben den Grünen auch SPD und FDP abgestraft.Falscher Umgang im Job mit der Gen Z „Warum sollten Jüngere etwas besser können, was Ältere schon lange machen?“
Mit einem traditionellen Familienbild wirbt ja auch die AfD. Macht das die Partei bei den Jungen attraktiv? Die Jugend sehnt sich jedenfalls nach Stabilität, das kann in der Familie begründet sein oder im Großen und Ganzen. Ein Versprechen der AfD ist ja die Rückkehr in die alten vertrauten Verhältnisse der Bundesrepublik. In die Zeit, als die Welt noch überschaubar war. Und in der beschriebenen Endzeitstimmung zieht ein solch rückwärtsgewandtes Versprechen natürlich. Die gute alte Zeit kann ja auch nur zehn Jahre zurückliegen. Und auf Tiktok punktet die AfD natürlich mit ihren sehr einfachen Botschaften.
Die Jugendlichen träumen vom Haus im Grünen und von festen Beziehungen.Stephan Grünewald, Mitbegründer des Rheingold-Instituts für Tiefeninterviews
Es gibt ja auch die These, dass das Erstarken der rechtsextremen AfD unter den Jungwählern eine Rebellion gegen das linksliberale Elternhaus ist. Ist da was dran? Unsere Studien zeigen eher das Gegenteil: Heutzutage fällt sogar die gewöhnliche Pubertätsrevolte oft aus, weil Teenager sehr systemstabilisierend unterwegs sind. Man möchte schließlich nicht, dass die Familie aufgrund der eigenen Revolte hochgeht. Außerdem profitieren Jugendliche auch davon, wenn ihre Eltern sie auf Augenhöhe behandeln und ihnen größere Freiheiten einräumen. Natürlich schaut sich jede Jugendgeneration trotzdem an, was macht meine Elterngeneration falsch und wo muss ich gegensteuern. Insgesamt konnten wir in unseren Studien aber keine sonderlich rebellische Grundhaltung bei den jungen Menschen finden, so wie sie früher üblich war.
War denn der Spruch „Wer jung und nicht links ist, hat kein Herz, wer alt und immer noch links ist, keinen Verstand“ jemals richtig? Wir haben sehr lange die Jugendbewegungen mit den 68ern gleichgesetzt, also mit jungen, rebellischen und langhaarigen Menschen, die durch die Institutionen marschieren. Seit den 1990ern hatten wir aber schon Jugendgenerationen, die wir als „Generation Kuschel“ oder „Biedermeier“ bezeichnet haben. Insgesamt sind Jugendliche wertekonservativer geworden. Seit zwei Jahrzehnten träumen sie in unseren Tiefeninterviews vom Haus im Grünen, von der heilen Familie. In festen Beziehungen ist ihnen Treue sehr wichtig. Selbst Beamtenverhältnisse und Lebensversicherungen gehören mittlerweile zum jugendlichen Wertekosmos.
Wer AfD wählt, ist tendenziell auch für Ausgrenzung. Wie kann man dem entgegensteuern? Ich finde, wir brauchen dringend Projekte, die an die Selbstwirksamkeit appellieren. Ich bin selbst Verfechter des sozialen Pflichtjahrs. Hier können junge Menschen ihren Horizont erweitern, soziale Schranken überwinden, in Kontakt mit anderen Menschen treten und sehen, dass sie selbst etwas bewirken können.
Notat Wieder Epheserbrief Hell – Dunkel, Gut und Böse, Rembrandt, Tizian, Ikonentradition, das Bild Christi tatsächlich weitergeben. Küssen. Schrift. Aufstehen von den Toten, s.a. Brecht. Hymnus. Vormals, jetzt. Getauft – ungetauft. S. a. Römer 5 (Taufe, Leben in der Auferstehung).
Sommer 2016 Fahrt nach Viareggio (Toscana) Sonntag d. 26. Juni von Stepfershausen (Rhön) mit Übernachtung in Feldaubrück bei Chur (CH), 27.6. Geburtstag Max, Via Mala, Italienische Schweiz, Seen, Mailand, Autobahn, Apenninen, Ligurisches Meer (Mittelmeer, Nähe Genua in R.FR.) Ankunft Viareggio/Malta Rosa. Strand 20 km. Lucka 1.7. mit Volto Santo, Dom. Florenz 2.7. Uffizien, Skulpturensammlung s.a. Lit. In diesem Zeitraum: Licht im August, W. Faulkner und Einstimmung Florenz, Mailand Triviales. Sonntag 3. Juli Bergkirchen, waghalsige Autofahrt, Kirchen offen, keine Messen, Pilgerkirche (?) ge-schlossen, Abfahrt Tal, Gottesdienst – Offizium, Fahnen, groß-artiger HallelujaChor, Markt. Buden. Priester rot. Schön wie Tizian. Neuer Typ. Sonst Strand, Meer, springende Fische.
Juli 2016 Posaunen Müggelheim Jericho – eigentlich ist ja alles gelaufen. Zehnmal um die Stadt. Leipzig ist nicht gefallen. Aber Berlin. Jedenfalls die Mauer des Krieges, den sie den kalten nennen. Jetzt mußt du dich warm blasen. Egal auf welchem Instrument
der letzte Sonntag hatte es in sich:Thema Klassenkampf. Der Arme und der Reiche. Sie erinnern sich vielleicht – wer die Lesungen verfolgt. Durch Gottesdienstbesuch oder die Lesungen in den Herrnhuter Losungen, die ja auch die Sonntagslesungen anzeigen.
Jedes Jahr um die ähnliche Zeit, je nachdem wie Ostern liegt, früher oder später, ist dieser aufwühlende Text an der Reihe.
Diesmal nicht der Arme Lazarus und der Abgrund zwischen ihm und dem Reichen Woken Mann. Wenn man so will und Jugendliche dieses Stichwort benötigen um neugierig zu werden.
Aber auch ARMUT, nicht Reichtum. Aber anders.
Da geht es nicht um den Einzelnen, sondern um ganze Gruppen, die kommen oder auch nicht, wenn sie eingeladen werden zum Großen Abendmahl. Der Mittelstand versagt, er kommt nicht. Er will Ochsen kaufen oder Autos. Freien oder gefreit werden. Verreisen oder zu einem Esoterikkurs. Was eben so in Mode ist. Nicht alles ist sinnlos.
Aber die Einladung Gottes auszuschlagen bedeutet ein Risiko an Leere und Sinnlosigkeit größen Stils. Bis dahin, dass es Leute gibt, die von reinigendem Gewitter sprechen – vormals wie heute – wenn es um Krieg und Kriegslüsternheit geht. Vielleicht, weil dann endlich wieder etwas los ist in ihrer Großen Langeweile (Pascal).
Ja, Gott lädt dann die anderen ein. Eben die Armen, wie den Lazarus, hinter den Zäunen der Stadt, auf den Landstraßen(Friedrich von Bodelschwingh). Die beiden Sonntage bergen Sprengstoff, auch sozialen.
Auch wenn wir heute sagen Prekariat statt Proletariat.
Und da hinein nun dieser Brief an die Epheser. In Ephesus gab es auch Arme und Reiche, die sogenannte Mitte, verschiedene Geistesströmungen. Ein Ort in Kleinasien, den Paulus durch seine Missionsreisen gut kannte, vielleicht dort sogar im Gefängnis gelandet war wegen seiner XRESTOS – CHRISTUS- Verkündigung. Eine Goldhändlerin sah ihren Devotionalienhandel in Gefahr und lief Sturm in Richtung Rathaus.
Die antike Welt war ein multikulturelle Welt mit verschiedenen Konkurenzen. Auch in geistlicher Hinsicht. Alles unter dem Friedensschirm der PAX ROMANA. Und dann erzählt dieser Paulus etwas vom Frieden Christi, den Nahen und den Fernen. Wie meint er das.
11 Darum denkt daran, dass ihr, die ihr einst nach dem Fleisch Heiden wart und »Unbeschnittenheit« genannt wurdet von denen, die genannt sind »Beschneidung«, die am Fleisch mit der Hand geschieht, 12 dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und den Bundesschlüssen der Verheißung fremd; daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. 13 Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe geworden durch das Blut Christi. 14 Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht hat und hat den Zaun abgebrochen, der dazwischen war, indem er durch sein Fleisch die Feindschaft wegnahm. 15 Er hat das Gesetz, das in Gebote gefasst war, abgetan, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache 16 und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst. 17 Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. 18 Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. 19 So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, 20 erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, 21 auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. 22 Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.
(Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017 )
Historisch gesehen ist das Thema des Heidenmissionars Paulus das Verhältnis zwischen Juden und den anderen Völkern.
Das ist sein Alleinstellungsmerkmal, dass er als bekehrter Christ keine Angst hast vor Berührungen mit den Anderen. Von seiner jüdischen Herkunft her wäre das anzunehmen. Seine Apostelkollegen waren da nicht immer so weltbürgerlich eingestellt.
Wenn man so will:Paulus war ein Ökumeniker. Noch mehr, er war in seiner Mission ein Beschenkter, der die Freiheit predigen konnte: Bestehet nun in der Freiheit, in die euch Christus gebracht hat.
Der Glaube an den einen HERRN ermöglicht Freiheit.
Das war unsere Theologie 1989.
Das klingt ja auch ganz gut. Aber ganz so einfach ist es in der Umsetzung dann doch nicht. Im Alltag der Gemeinde, die z.B.multikulturell zusammen gesetzt ist: Juden aus den Synagogen und so genannte Heiden aus der ganzen Welt, die in der pax romana, im römischen Weltreich, zusammen gefasst sind.
Auch und gerade in der berühmten Kulturmetropole und Genussregion EPHESUS.
Der Glaube an Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen stiftet nicht nur Freiheit, sondern auch Einheit in der Abendmahlsgemeinschaft.
Er erreicht die Fernen und die Nahen. Die, die schon immer im Gesetz Gottes gelebt haben und die, die erst durch Jesus Zugang zu diesem guten Gesetz des HERRN gefunden haben und jetzt in seiner Ordnung leben wollen.
Zuerst die Freiheit in Christus, dem anderen zu begegnen.
Das ist wahr.
Und dann?
Noch leben wir nicht im Himmel, sondern auf dieser von Gott geschaffenen Erde.
Wir sind Menschen mit unseren Eigenheiten und Gewohnheiten und Traditionen. Es sind die Gaben Gottes, die wir einbringen können in die Gemeinschaft zum Segen und zur Auferbauung seines Hauses. Aber wehe, wenn wir nicht um SEINEN Geist flehen, der uns leitet und führt, dann können sie umschlagen, die Begabungen und Traditionen und an und für sich guten Eigenschaften. Sie verkehren sich in ihr Gegenteil und füttern unseren Stolz, unsere Eitelkeiten.
Wir kommen zu der Selbsterkenntnis:Wir sind Sünder und bedürfen täglich der Vergebung.
Durch sein Blut sind wir erkauft zum Frieden, damit die verheißene Freiheit nicht in ihr Gegenteil umschlägt. So ist die Predigt, die der Apostel hält.
Christus ist unsere Freiheit.
ER ist aber auch und gerade jetzt unser Friede. Den wir brauchen zum Leben.In der Gemeinde, zu Hause, in der Welt. Wie sehr bekommen wir das gerade jetzt vorgeführt.
Dann wird das Haus des HERRN ein Haus des Friedens und nicht des Streites. Und wir bezichtigen uns nicht gegenseitig fremd zu sein. Sondern wir wissen, das wir durch Jesus Mitbürger werden in seiner Schöpfung.
Da muss niemand auf die Traditionalisten schimpfen oder umgekehrt auf die Progressiven. Niemand Feind sein dem anderen.
Die Feindschaft ist aufgehoben.
Gottes Hausgenosse zu sein ist schon etwas. Mitarbeiter in seinem Plan. Im Glauben an den Dreieinigen Gott. Ihm zur Ehre und zu seinem Lob.
Das ist dann auch Reichtum. Der nicht vergeht. Gott schenke es uns, dass wir das auch immer wieder erfahren dürfen und nicht kleinmütig werden, sondern mutig. Amen.
2024 2.Sonntag in der Trinitatiszeit in der Müggelheimer Dorfkirche um 10.00 Uhr, Linie 69
Liedvorschlag
Aus Tagebuch eines Predigers Erstausgabe epubli Berlin 2018
Lied zum Epheserbrief
Jesus will uns bau’n zu einem Tempel, als Wohnung für den heil’gen Gott. Dieses Haus des Herrn ist die Gemeinde, die Säule und der Wahrheit Grund.
Wie Edelsteine schön geformt, aus seiner Gnade durch das Wort. Wenn wir uns lieben uns vertrauen, (Halleluja!) dann wächst der Tempel mehr und mehr, dann wächst der Tempel mehr und mehr!
Aus:Unser Glaube 1998
Lieder für die ganze Gemeinde
256
Zur Ergänzung
Aus Tagebuch eines Predigers weiter
s.o.epubli 2018 Erstausgabe
Der geheimnisvolle Brief. Der Epheserbrief ist ein geheimnisvoller Brief, in dem das Licht und das Dunkel eine große Rolle spielen, das Geheimnis zwischen Mann und Frau beschrieben wird als ein Mysterium, welches widerspiegelt das Verhältnis zwischen Christus und seiner Gemeinde und wir ausgestattet werden sollen in dem Kampf zwischen Gut und Böse mit dem Schutz der Wahrheit und dem Panzer der Gerechtigkeit. Ephesus, eine „antike Welt“ – Stadt in Kleinasien, der heutigen Türkei, in der der Apostel Paulus Ärger bekam mit den Herstellern der Amulette, die eine Göttin darstellten und Schutz und Glück bringen und alles Unheil abwenden sollten. Die Händler beschwerten sich, weil die Käufer von ihnen „abfielen“. Das ist verständlich. Sie zetteln einen Aufstand an. Paulus wird verhört und seine Begleiter. Aber wieder auf freien Fuß gesetzt mit der unmißverständlichen Empfehlung, weiter zu ziehen. Die Gemeinde wächst. Sie wird aus der Ferne betreut, unmißverständlich. Das Briefgut des Testamentes Gottes in Christus Jesus gibt Zeugnis davon. Wichtigster Satz: CHRISTUS ist gekommen und hat verkündigt im Evangelium den Frieden euch, die Ihr ferne waret und Frieden denen, die nahe waren.
Ich bin jahrzehntelang ein und aus gegangen in diesen Residenzen, die früher schlicht Pflegeheime geheißen haben.
Oder gar Altersheim.
Oh- wie schrecklich.
Alt werden – was ist das?
Eine Residenz ist ein Schloss in dem ein König wohnt.
Der König ist der Kunde.
In diesem Fall der Rentner oder die Rentnerin, die ihren Aufenthalt in dieser Residenz bezahlen können und wollen. Und müssen.
Beileibe nicht alle Rentner und Rentnerinnen oder Pensionäre und Pensionärinnen, Ruhegehaltsempfänger und Ruhegehaltsempfängerinnen sind in solchen Residenzen aufgehoben. Sondern sie weigern sich standhaft dorthin zu gehen beziehungsweise das subsidiare Prinzip greift und die Familie findet einen Ausweg, wenn einer gesucht werden muss.
Natürlich ist es auch eine Geldfrage.
Ich bin – seitdem ich evangelischer Pfarrer bin – immer mit solchen Einrichtungen konfrontiert gewesen. D.h.: ich habe Gemeindeglieder besucht, die in einem Pflegeheim, Altersheim – oft neuerdings mit sehr schönen Namen – untergebracht waren.
In der DDR und erst recht in der BRD.
Gestern war ich als Ruheständler gefragt im Domizil in Baumschulenweg Treptow-Köpenick (Berlin) einen Nachmittag zu gestalten. Da hilft mir meine Frau Margard Wohlfarth und spielt Klavier. Wenn ich allein bin, nehme ich die Gitarre mit.
Gestalten?
Ja, gestalten. Eine Bewohnerin sagte mir bei der Verabschiedung, sie bedanke sich für die Gestaltung.
Vielleicht Dramaturgie.
Ein Volkslied.Ein geistliches Volkslied: Ich bin durch die Welt gegangen von Eleonore Reuss zum Beispiel, auch im Evangelischen Gesangbuch neuerdings zu finden.
Dieses Lied zehn mal gedruckt und verteilt. Gesprochen und gesungen, damit wir es lernen und singen können, auch wenn wir keine Bücher oder Liedzettel haben.
Danach dann die Liturgie, wie sie in der Landeskirche praktiziert wird.
Gebet, Schrift und Auslegung. Kelcheinholung zur Feier des Heiligen Abendmahles.
Alles im Stuhlkreis. In der Mitte der Tisch des HERRN.
Sein WORT UND SAKRAMENT.
Das Zeichen des Kreuzes und Licht.
Wir fassen uns an den Händen und bitten um den Segen Gottes.
Elemente der Katechese sollen diesen Gottesdienst auch zu einer Lehrveranstaltung machen.
Wir erinnern uns.
Plötzlich SO NIMM HERR MEINE HÄNDE und JESU GEH VORAN.
„Wenn ich das Klavier höre, fallen mir die Texte wieder ein.“
Nach dem Segen Musik, Gesang,
Wir erzählen von den wunderbaren Tagen, die wir erlebt haben und von der Nacht des Grauens, die wir durchmachen ohne Gott und Sonnenschein. Und das wir geborgen sind. Das ist dann schon der 2. Teil des Nachmittags.
Aufbruch.
Auf Wiedersehen.
AMEN.
SHALOM trotz und wegen der bösen Welt im Fernsehen.
Wir können das vor Gott bringen in den Gebeten unserer Kirche, die wir bekennen im Bekenntnis unseres Glaubens.
JESU GEH VORAN AUF DER LEBENSBAHN.
„Kommen Sie wieder!“
„Auf Wiedersehen.“
Meine Frau mit ihren Noten und ich gehen zum Auto und sind froh, dass wir die Vertretung übernommen haben.
AUF WIEDERSEHEN!
Dienstag 4. Juni 24 S. a. TAGEBUCH ISBN978-3-7450-8776-5 epubli besonders zu Hoffmannstraße Treptow in der Trägerschaft des Union-Hilfwerkes, 2. Stock 10..00 Uhr Pflegeheim.
Vater, Sohn und Heiliger Geist: Wir danken Dir, dass Du uns sprechen lehrst in Deinem Wort. Wir danken dir, dass Du unser Gebet bist für den Tag und die Nacht. Und die Melodie für gute und schlechte Zeiten. Bitte und Dank Herr, unser Gott, wir danken Dir, dass Du uns Leib, Seele und Geist, Sprache und Vernunft gegeben hast und dass Du unser Lied bist, das Deinen Ruhm verkündet, damit wir in Deiner Ebenbildlichkeit leben können und sterben und mit Dir auferstehen. Kyrie Eleison. – Bitte und Dank Herr Jesus Christus, wir bitten Dich, schenke uns Deine Liebe und Barmherzigkeit, damit Deine Kirche und Gemeinde glaubwürdig sei und wir nicht in Scheinheiligkeit und Heuchelei umkommen in der Gnadenlosigkeit der Zeit. Gib, dass Deine Ewigkeit der Grundton in unserer Lebenswirklichkeit werden kann. Und erlöse uns von allem Bösen. Kyrie Eleison.- 4 Bitte und Dank Heiliger Geist, wir danken Dir, dass Du für uns die Gabe der Musik bereitet hast, die uns erfrischt und erneuert und Weisheit lässt, wenn wir traurig sind. Wir bitten Dich, tröste uns und schenke uns den rechten Glauben, der uns trägt und weiter hilft. Kyrie Eleison.- Bitte und Dank Drei Einiger Gott, wir danken dir für alle Vollendung im Himmel und auf Erden durch Deine Güte und Treue zu uns. Danke für die Gewissheit, dass auch alles Fragile in unserem Leben durch das Leiden, Sterben und Auferstehen Deines Sohnes einen Sinn bekommt. Kyrie Eleison.- Bitte und Dank Vater wir bitten Dich für die Kinder, die in unserer Gesellschaft verwahrlosen oder verwöhnt werden zu ihrem Unglück und nicht zu ihrem Glück, für die Eltern, die nicht mehr wissen, dass sie Deine Mitarbeiter in der Schöpfung sind, für die Familien, die zerrissen sind. – Heile sie in Deiner Kraft und in Deinem Segen.
Kyrieleis.
AMEN
Aus „Andachtsbuch“ erscheinen bei epubli berlin, auch als OFFENE KIRCHE, herausgegeben von Margard und Michael Wohlfarth, Autoren Helga Rohwald(Gedichte), Gebete von Michael Wohlfarth und Briefe, Impulse, Bilder. Und den Besuchern der Offenen Kirche in Altenburg (Brüderkirche am Markt) von 1988 bis 2007 (Gästebücher, Gebete, Hlferufe, Bitten am Nagelkreuz, hergestellt von Andreas Gießler, damals Vikar, jetzt geschäftsf. Pfr.)