Liebe Lesergemeinde, nach Exaudi doch noch Himmelfahrt als Kolumne aus einem Buch nachgereicht, das meine Frau und ich zusammengestellt haben, nachdem wir Thüringen verlassen haben und am Südostrand Berlins Platz genommen haben für unseren Ruhestand, den wir hoffentlich verdient haben. Diese Kolumnen wurden geschrieben in einer Zeit, als wir voller Hoffnung waren, dass viele Menschen den Weg zurückfänden in die geistliche und geistige Heimat ihrer Mütter und Väter, nachdem sie im Machtbereich des Kommunismus verlernt hatten, nach Gott zu fragen oder wenigstens an ihm zu zweifeln. Es war Gewohnheit geworden, nicht mehr zu wissen, woher wir kommen. Es war Gewohnheit geworden, nicht mehr zu fragen, wohin wir gehen. Der Kommunismus war allwissend und wahr. Es war ja alles geklärt. – Die Jahre nach 1989 waren Aufbruchsjahre. Gewissermaßen konterkarierten sie die allgemeine Lähmung im Westen. Das Buch heißt PREDIGEN AUF DEM MARKT. An der Kolumnen-Reihe wurden später Christen und Christinnen beteiligt, die entdeckt haben, wie hungrig Menschen nach der Wahrheit des Evangeliums sind. – Man muss sich nur die Zeit nehmen und ein Stück mit ihnen gehen. Dann merkt man es. Die Aufsätze wurden geschrieben für den ALTENBURGER ANZEIGER, eine Gründungsinitiative der Friedlichen Revolution im Herbst 89 u.a. mit Ingo Schulze. In diesem Buch ist der Verfasser der Pfarrer an der Brüderkirche Altenburg/Th. Das bin ich und bedanke mich für Ihr Interesse. Sie können das Buch aufrufen und kaufen in jeder guten Buchhandlung und in allen Portalen.
Himmelfahrt
Das schönste Himmelfahrtsfest habe ich vor drei Jahren in der Nähe von Bamberg erlebt. Ich wohnte in einem fränkischen Gasthof, nebenan die Kirche.
Um 6 Uhr früh läuteten zum ersten Mal die Glocken. Ich habe mich nicht beschwert, sondern war neugierig und habe zum Fenster hinausgesehen auf die Straße. Die Leute strömten! – Um 8 Uhr habe ich mich anstecken lassen, als die Glocken wieder läuteten. Die Kirche war wieder voll. So ging das noch dreimal. Das Schönste: die Leute wanderten auch alle, wie wir in Altenburg und Umgebung. Die Gaststätten waren ebenso rappelvoll wie unsere Landgasthäuser auch im Altenburger Land. Aber eben die Kirchen auch – und es waren immer die gleichen Leute, und keiner saß allein und keine Bierleichen, auch unterwegs nicht. – Heile Welt, dachte ich, Gaststätten sind das, was sie sind: Sie haben viele Besucher und Gäste, die Gemeinschaft suchen, wie auch in den Kirchen, zwei Seiten derselben Medaille. Es war ein toller Honky-Tonk, tolle Touren. Kneipe sagen sie dort nicht, eher Schenke. Höchstens 200 km von uns entfernt! – Himmelfahrt wird gefeiert in den Städten und Dörfern auch im Altenburger Land. Viele Kirche und Gaststätten, die zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet haben, um Nahrung zu geben für Himmel und Erde.- Ich freue mich schon auf die Wanderung nach Kürbitz-Kosma, zum bayerischen Feldkreuz, an dem wir um 17 Uhr Gottesdienst feiern. A l l e können kommen, das Feld ist weit. Die Posaunen rufen. Hinterher kann es weitergehen nach Hause oder weiter in den Abend.
„Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden!“
Pilgern
Liebe Mitarbeiter an der Brüderkirche in der Evang.-Luth. Kirchgemeinde Altenburg, liebe Freunde der Altenburger Akademie und der Offenen Stadtkirchenarbeit! – Aus naheliegenden Gründen möchte ich Ihnen ein gnadenreiches Jahr des HERRN wünschen unter den Bedingungen des Apostel Jakobus. – Sie wissen inzwischen, wer dieser Apostel war ? Sie haben zumindest den Namen schon einmal gehört ? Wenn nicht aus der Bibel, dann über eine wieder modern gewordene Lebenspraxis…. Ich meine diesmal mit „Mode“ mit einer wieder modern gewordenen Lebensform – eine Form des Wanderns. Das PILGERN. Der berühmteste Wanderweg für Menschen, die das lieber Pilgern nennen möchten, ist der Jakobsweg quer durch Europa nach Spanien und Portugal. Auch Altenburger und Altenburgerinnen sind diesen Weg schon gegangen. In Santiago de Compostela ist das Ziel. Die Gebeine des Jakobus sind dorthin auf merkwürdige Weise durch Europa getragen und schließlich in einer Kirche „aufgehoben“ worden. Ein paar Monate müssen einkalkuliert werden für d e n Pilgerweg. Ich bin mir sicher: auch dieses Jahr haben sich viele Menschen vorgenommen, ihn zu gehen, um „mit den Füßen zu beten“. Sie wollen unterwegs sein. Sie wollen sich finden. Vielleicht erfüllen sie so gute Vorsätze – auf diese Weise. Sie wollen mit sich und der Welt ins Reine kommen – und mit Gott. Vielleicht legen sie das berühmte Wort des Jakobus für sich so aus, dass sie auf Wanderschaft für Gott, für sich selber gehen, um zu erfahren: Alles, was wir tun im Neuen Jahr, an welchem Ort auch immer, in welcher Mission auch immer, in welcher Sache auch immer, nur so: SO GOTT WILL UND WIR LEBEN, WERDEN WIR DIESES UND JENES TUN IM NAMEN DES HERRN. Aus dieser Erfahrung ist das lateinische geflügelte Wort geworden: SUB CONDITIONE JACOBIAE – UNTER DEN BEDINGUNGEN DES JAKOBUS (s.o.). – Diesen kleinen aber um so wesentlicheren Vorbehalt zu erfahren und zu erkennen, machen sich noch heute unendlich viele auf den WEG. – Das Verstehen des Lebens als einer einzigen Wanderschaft zu Gott hin hilft, die Dinge gelassen zu sehen, wo wir Hektik verbreiten. Hilft, Wege zu finden in Zeit und Ewigkeit, in der Angst und in der Freiheit. Damit sie zum Netzwerk Gottes werden, das uns hält. – Übrigens: bei aller Relativierung – eines steht fest: Die Nahrung und die Einkehr unterwegs nach Jerusalem, nach Rom, nach Compostela. Die Nahrung ist das Wort Gottes und die Gemeinschaft der Glaubenden, die mit uns wandern, wenn sie am Abend heimkehren und das Mahl des HERRN feiern und sich ihrer Taufe erinnern. – Dieses Jahr in Jerusalem? In Rom? In Compostela? Vielleicht. – Aber am wichtigsten ist es, hier bei uns Einkehr zu halten , bei sich selber anzukommen – und bei Gott. Wer Compostela dazu braucht, soll es tun. Unter den Bedingungen des Jakobus! Amen
Ökumene
2012 Griechenland, Mariapolis, Athos. Mittelmeer. Auf halber Höhe.
Es ist genug von den Autoren geredet worden. Oder haben sie es nötig.
Müssen Sie getröstet werden.
Hat es Fjodor Dostojewski aus dem alten Rußland so nötig.
Seine Tränen. Heiß.
Sie fließen in den Nächten.
Auch wenn du ihn verwendest. Gebrauchst.
Auch wenn du ihn vorkommen lässt in deinem Roman, der keiner ist.
Er ist im Club der toten Dichter. Die Tränen längst verdunstet.
Oder der Co-Autor.
Was geht er uns an.
Er soll seine Arbeit tun. Geistschreiber.
Mitschreiber. Mitläufer.
„Geh mit!“ – ruft der Chor dazwischen. Auf schaukelnden Wellen.
Im Wind.
Jetzt sehen sie Irland.
Der Luxusdampfer legt an. Grün.
Tiger.
Alles vorbei.
Wer jetzt kein Haus hat, findet keines mehr.
Und die Katholische Kirche. Die sanfte Mission.
Bitte jetzt nicht Odenwald.
Und auch keine Tonbandaufzeichnungen. Alles verjährt.
„Alles verjährt!“ – ruft der Männerchor dazwischen.
„Nein!“ – rufen die Erynien.
Die Nadel ist nicht gesprungen,
der Nordpol noch lange nicht erreicht. Und es ist ein Segelschulschiff.
Aber Irland. Irland ist erreicht Armer Böll.
Du und das Lindenblatt der Deutschen.
Alles von Bord. Anlegen bei Sturm.
Anne bleibt. sie mag nicht.
Sie wartet an Bord.
(Aus AMERICA e-book, amazon und Papier by epubli Berlin, über alle Portale und Buchhandlungen)
A
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TAGEBUCH
Heute ist Sonntag der 12.Mai 2024, Berlin-Müggelheim.
So wie die Bauern es früher wollten:Kühl.
Die Nässe kommt noch.
Keine Katastrophe.
Alle warten auf Frieden.
Mindestens unter vorgehaltener Hand.
Hoffentlich in den Hinterzimmern der Politik, wo sie ihr Gesicht nicht verlieren wollen.
Haben sie überhaupt noch eines. Wo sie es zugelassen haben, dass Völker aufeinander gehetzt werden. Und ausgerüstet werden. Um sich zu verteidigen, sagen sie.
Wo man es doch hätte verhindern sollen, den Krieg, haben sie ihn herbei gewünscht und prinzipiell gerechtfertigt.
Change.
Völker haben eine Geschichte.
Menschen auch.
Frauen.
Männer.
Sie sind hoffentlich keine Wechselstuben der Macht.
Spielball der Interessen.
Gott spricht: Krieg soll nicht sein.
Wie oft zitiert.
So oft, dass das Wort Freidenslüge kursierte. So ist das, wenn man ein Wort zu oft in den Mund nimmt.
Sündige nicht mit der Zunge.
Sagen sie, die Alten. In der Bibel.
Es gibt nur eine Weltmacht. PAX AMERICA. Das ist der Hintergrund des Stellvertreterkrieges in der Grenzregion zwischen OST und WEST. In der Ukraine.Früher waren wir das – in Deutschland. Wir müßten es doch kapieren. Auch unsere Regierung. Sie tut es. Aber sie traut sich nicht. Die Abhängigkeit. PAX AMERICA. PAX ROMANA. PAX SOVIETICA. Die Sowjetunion ist in sich zusammen gefallen. Übrig geblieben ist die Nation der Russen. Gut so. Helfen wir ihnen lieber mit der Verantwortung für die Bomben fertig zu werden, als sie am Boden zu zerstören. Das geht sowieso nicht. Immer ist das Handy griffbereit mit der Kombination aut.
Herr höre uns. Unser Gebet um Frieden in der Ukraine. Schaffe doch das Wunder, dass die Waffen schweigen und die Jäger am Himmel verschwinden, weil die Gleitbomben die ukrainischen Städte nicht mehr bedrohen. Schenke uns doch den Geist der Wahrheit und damit die Möglichkeit Frieden zu schaffen ohne Waffen. Und rette uns vor den Lügen. Auch vor unseren eigenen, die wir uns vorgaukeln lassen als die Wahrheit schlechthin.
Wir danken Dir, daß Du uns sprechen lehrst in Deinem Wort.
Wir danken dir, daß Du unser Gebet bist für den Tag und die Nacht.
Und die Melodie für gute und schlechte Zeiten.
Bitte und Dank
Herr, unser Gott, wir danken Dir, daß du uns Leib, Seele und Geist, Sprache und Vernunft gegeben hast und daß Du unser Lied bist, das Deinen Ruhm verkündet, damit wir in Deiner Ebenbildlichkeit leben können und sterben und mit Dir auferstehen. Kyrie eleison. –
Bitte und Dank
Herr Jesus Christus, wir bitten Dich, schenke uns Deine Liebe und Barmherzigkeit, damit Deine Kirche und Gemeinde glaubwürdig sei und wir nicht in Scheinheiligkeit und Heuchelei umkommen in der Gnadenlosigkeit der Zeit. Gib, daß Deine Ewigkeit der Grundton in unserer Lebenswirklichkeit werden kann. Und erlöse uns von allem Bösen. Kyrie eleison.-
Bitte und Dank
Heiliger Geist, wir danken Dir, daß du für uns die Gabe der Musik bereitet hast, die uns erfrischt und erneuert und Weißheit lässt, wenn wir traurig sind. Wir bitten Dich, tröste uns und schenke uns den rechten Glauben, der uns trägt und weiter hilft. Kyrie eleison.-
Bitte und Dank
Dreieiniger Gott, wir danken dir für alle Vollendung im Himmel und auf Erden durch Deine Güte und Treue zu uns. Danke für die Gewissheit, daß auch alles Fragile in unserem Leben
durch das Leiden, Sterben und Auferstehen Deines Sohnes einen Sinn bekommt. Kyrie eleison.-
Bitte und Dank
Vater wir bitten Dich für die Kinder, die in unserer Gesellschaft verwahrlosen oder verwöhnt werden zu ihrem Unglück und nicht zu ihrem Glück,- für die Eltern, die nicht mehr wissen, daß sie Deine Mitarbeiter in der Schöpfung sind,- für die Familien, die zerrissen sind. -Heile sie in Deiner Kraft und in Deinem Segen. Kyrie eleison.-
Schluß
Wir wollen uns beugen vor Dir, daß du uns aufrichten kannst.
Wir wollen vor dein Angesicht treten, damit du uns segnen kannst.
Wir wollen vor Dir bekennen, daß wir schuldig geworden sind, damit du uns freisprechen kannst. Wir wollen Dir lobsingen, damit Du uns heiligen kannst.
Ich bin dankbar dafür,
daß es uns allen so gut
geht, daß es so selbst-
verständlich ist, daß viele eine Familie, ein liebes Zuhause,
ein warmes Bett und so viele
schöne Sachen haben. –
Ich bitte Dich darum, daß jeder auf der Welt die Chance
bekommt, so ein Leben
zu führen.
Ich danke GOTT
für meine Heimat, meine
Gesundheit, meine tägliche
Nahrung und die Liebe,
die mir gegeben wird.
HERR, unser GOTT
schenke mir, daß ich
demütig und barmherzig
meinem Nächsten gegenüber
sein kann und daß andere
es auch mir gegenüber
sein können.
HERR, habe Dank,
daß Deine Barmherzigkeit
über alle unsere
Gerechtigkeit siegt!
HERR, ich danke Dir
Für Deine Güte und Barmherzigkeit
die Du meiner
Familie und mir zuteil werden
ließest.
HERR, ich bitte Dich
um mehr Gesprächsfähigkeit
der Menschen, über ihren Glauben
und ihre Glaubensbedürfnisse
mit anderensprechen zu können.
HERR, ich bitte Dich
um ein friedliches Miteinander
auf dieser unserer Welt.
Wir wollen DIR unsere Bitte
um Barmherzigkeit anvertrauen, daß wir mit uns selbst barmherzig sein können.
Wir wollen Dich bitten,
daß die Barmherzigkeit im Frieden,
den die Friedensstifter schaffen,
nie versiegt.
Wir wollen Dir danken,
daß wir dann seliggesprochen werden,
wenn wir auf den Wegen der barmherzigen Liebe gehen.
GOTT, wir wollen Dir danken, daß Du nicht ein
Konstrukteur dieser Welt bist
sondern Person
und aus Liebe und Barmherzigkeit handelst
wie Du es durch Jesus Christus bezeugt hast.
Wir danken Dir
daß Du uns Menschen nach Deinem Bilde gemacht
und uns in Freiheit die Erde und die Welt anvertraut hast.
Hilf uns, daß wir im privaten Bereich, in der Gesellschaft
und weltweit barmherzig
miteinander umgehen.
Gebet undGedichte von Helga Rohwald+.Langjährige Mitarbeiterin der Offenen Kirche in Altenburg/Thüringen.
Trost
Rat und Hilf soll Dir werden
wenn Dein Leben sich verändert
wenn der Lebenszeit Gewänder
nicht mehr hell und froh Dich kleiden.
Wenn sich Dunkel um Dich breitet,
Düsternis den Weg verhüllt,
wenn Dein Hoffen unerfüllt:
Dann vertraue im Gebet!
Rat und Hilfe wirst Du finden;
über abgrundtiefen Gründen
wird ein Steg den Fuß geleiten,
daß nicht straucheln soll Dein Schritt.
Denn die Liebe und die Gnade Gottes
Geh`n auf allen Deinen Wegen mit.
Oh, Maria, Mutter Jesu
Stehst am Kreuze Deines Sohnes,
weinst am Holze Seiner Pein.
Geopfert hat er uns Sein Leben,
das Du freudig Ihm gegeben,
auf daß von Schuld Er uns befreih’,
Mahnung soll Sein Kreuz uns sein,
nie zu vergessen Seine Liebe,
daß zum Segen sie uns gedeih.
Du, Maria,
die dies Kind Du hast geboren,
warst erkohren es zu tragen,
es zu hüten in Deinem Leib,
warst bereit, uns den Heiland zu gebären.
Sei gegrüßet hoch in Ehren,
sei gepriesen alle Zeit!
Gebet von Helga Rohwald+
Bitte
Ein fröhliches Gemüte
gib mir mein Herr und Gott.
Schenk’s mir in Deiner Güte
und laß mich weitergeben diese Gabe,
auch anderen zur Labe.
Wir brauchen soviel Liebe
Und Kraft für’s Dasein hier.
Für aller Menschen Leben,
für Vieh und all Getier.
Herr, sei Du mit uns allen
Zu aller Tag und Nacht,
schenk Gnade uns und Segen
auf allen unsern Wegen.
Und immer wieder
gibt es ein Heute,
das ausgefüllt mit
Lebensfreude,
mit gutem Mut
und frohem Hoffen:
denn der Himmel ist offen!
Freundliche Augenblicke
Geboren inmitten des Alltags,
herausgelöst, empfunden und gelebt
in dankbarer Freude.
Freundliche Augenblicke,
die den Tag verschönen, die Auftrieb geben
der müden Seele und Kraft dem Schlaf
des Herzens. Bis in die Spitzen der Finger
pulsieren Harmonie und Lebensfreude
hinein in die Strenge des Alltags.
Freudvolle Augenblicke,
die dem Glück so nah.
Weihnacht
Schweren Fußes schreitet der Mann,
mit ihm in Hoffnung sein Weib.
Ein Esel trägt sie, die müde und bleich,
stützt ihren hohen Leib.
Ihre Zeit ist nah,
kein Herberg, kein Haus,
kein friedvoll leuchtendes Licht.
Oh Joseph, lieber Joseph mein,
der Himmel so düster, so dicht!
Doch schaut, Gottlob!,
ein trockener, kleiner Stall, sie finden
ihn endlich, welch Freude!
Denn wisset, das holde Kindelein,
es wird geboren noch heute!
Und aufleuchtend strahlt ein heller Stern,
entzündet von der Allmacht
Gottes, des Herrn,
weiset den Hirten den Weg von fern,
kündigt das heilig’ Geschehen an:
das Heil,
mitten in der Heiligen Nacht,
das neugebor’n Kindlein
hat es gebracht!
Oh, Herr,
die Kraft zu lieben,
wenn das Böse übermächtig,
laß sie uns beschieden sein!
Laß uns fügen in die wechselvollen Zeiten
und uns leiten vom Geist des Guten,
das tief in uns ruht.
Öffne Herz und Sinn uns
für die Not auf dieser Erde,
daß ein neues Leben werde
all den hartgeprüften Seelen,
die sich stählten für ein unbarmherzig Sein.
Wie der Wind die Wolken lichtet,
wie das Aug’ sich ausgerichtet
auf das Schöne dieser Welt,
laß so die Liebe in uns wohnen!
Denn das Gute, das wir tun mit Freude,
kehrt zurück zu uns.
Laß es tun uns
noch heute!
Ein Blumenteppich schmückt das Land!
Oh, holder Lenz,
dein lichter Zauber mit leichter Hand
umgibt nun neu das blühende Land.
Seht, wie Frau Sonne wieder lacht:
Hat dem Winter Garaus gemacht!
Freundlichkeiten
Wie bunte Farbtupfer sind sie,
wie kleine helle Lichter im grauen Alltag:
Ein Blumenstrauß,
ein herzliches Willkommen für den Gast.
Ein heller Gruß,
ein Lächeln,
ein wohltuendes Wort,
Mitgefühl und Trost.
Freundlichkeiten, kostbar Zuwendungen
von Mensch zu Mensch.
Aus dem Andachtsbuch der Offenen Kirche Altenburg.Herausgegeben von Margard und Michael Wohlfarth.In allen guten Buchhandlungen zu erwerben oder über die bekannten Portale. (epubli Berlin)
Gemeinschaftsland mit der dritten Strophe eines Freiheits- und Liebeslieds
Nur weil wir Deutschland sind.
Damit wird keine Schuld besiegt.
Keine Individuelle.
Keine Kollektive, was auch die Gelehrten herausbekommen haben mögen.
2
Und wie sollen wir kämpfen, wenn es zum Kampf kommt, wie uns das Journal weismachen will, gar nicht in Wirklichkeit, sondern nur aus werbetechnischen Vorteilen im kapitalistischen System.
Die Bande.
Was ist das für ein Hass mit dem wir den Hass besiegen wollen.
Bestimmt nicht sollen.
So gut ist die Regierung auch wieder nicht.
Ohne Nation.
Ohne wiedergeboren zu sein.
Ohne Zukunft?
NATUS heißt schlicht geboren sein und eine Nation ist eine Gruppe, die archaisch gesprochen ungefähr am gleichen Ort geboren worden ist. Nicht mehr und nicht weniger. So habe ich das meinen Schülern im Weltanschauungsunterricht versucht klar zu machen. Lateinisch ist eine gute Sprache – und LOGIK. Und Sozialismus? Der Sozius , der zweite Platz hinten, wo man sicher ist, weil man sich klammern kann ohne den Motorradfahrer zu behindern? Das weiß jeder. Daher kommt Solidarität. Beides gibt es. Dafür muss man keine Partei gründen, weil es selbstverständlich ist. Wenn nicht, wird es gefährlich. Politisch, menschlich. Sozial und national in keinem Parteinamen. Beides muss anerkannt sein. Lasst dieses heikle Thema in den Schulen nicht aus. Gebt euch Mühe.
3
Das,
falls wir kämpfen sollen
gegen den Teufel.
4
Wer ist der Teufel?
Kyrill?
Amerika?
Im KGB waren Viele
auch in der STASI.
5
Was ist die Wende, die Zeitenwende?
Wann fing sie an?
Neunzehnhundertneunundachtzig im Herbst und davor,
das wolltet ihr nicht wahrhaben.
Immer noch nicht, sondern andere Daten vordergründiger Natur
schweben euch vor.
Ich bin für Europa, so wahr Tolstoi Europa ist und Turgeniew,
Aber die Wahrheit ist einfach und nicht so kompliziert
sagt Michael Scholochow
im Stillen Don.
Meine Lieblingslektüre in der Schule, in der ich russisch lernen sollte.
Anthony Lowe aus Altenburg hat mir die obenstehenden Bilder (Öl) in einer Mail-Nachricht gesendet, da ich ehemals von 1988 bis 2007 evangelischer Pfarrer an der Brüderkirche in Altenburg war. Ein Kollege von Ihm, Arnaud Malan, jetzt wieder Südafrika, lebte mit uns in einem Pfarrhaus, Brüdergasse 11, erbaut anno 1600 und hat künstlerisch unsere Arbeit in der Offenen Kirche begleitet und auch konzipiert.
Die Bilder von Lowe sind käuflich zu erwerben, bitte aufrufen. Ebenso Arnaud Malan.
Nicht kommentierte Bilder sind im Privatbesitz von mir: Michael Wohlfarth, Philipp-Jacob-Rauch-Str. 30; 12559 Berlin.
Ein Gruß aus der Vergangenheit 1991, Vorwort zum Altstadtfest Altenburg in Thüringen nach dem Vorbild von Unna, verantwortet von Kulturamtsleiterin Margard Wohlfarth zum Sonntag Kantate im Jahr 2024. Allerdings ist es verwunderlich, dass wir VERGANGENHEIT SAGEN, wo es doch unsere ZUKUNFT sein sollte 1989. Jetzt erst recht erzwungener Massen durch Krieg und Verzweiflung. Darüber, dass überhaupt wieder KRIEG sein kann und angeblich muss.
Gescannte Heftseiten zum Altstadtfest Altenburg, herausgegeben vom Kulturamt Altenburg. Vorwort HYMNEN wegen des Höhepunktes dieses Festes in der Brüderkirche: HYMNEN aus aller Welt. Auch die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland. Ausführende:Posaunenchor Altenburg. Leitung: Joachim Roth+
Briefe sind etwas Persönliches. Ich meine nicht words app. Einmal davon abgesehen, dass es in der Zeit um das Jahr Null herum keine Handys gab, sondern eben Schriftrollen, auf denen geschrieben worden ist. Pergamente, die dann sorgfältig versiegelt, einem Boten übergeben wurden. Und der musste vertrauenswürdig sein und gut zu Pferd, zu Schiff oder gar zu Fuß sein und : ermußte sein Ziel wissen.
Der Apostel Paulus – der Lehrer der Völker steht auf dem Sockel seines Denkmals vor der Kirche, die seinen Namen trägt, ein wenig außerhalb der der Metropole ROM.
Er hatte solche Mitstreiter, die Briefe sicher überbrachten.
Nach seinem Traum von dem Winkenden: Komm doch herüber, war er unterwegs in Europa, in Athen, in Korinth und anderswo. Zuletzt in ROM. Er gründete die ersten Gemeinden in Europa und schrieb Briefe, wie ein Freund, wenn er sich freut, wenn er traurig ist über manche Entwicklungen. So persönlich und ehrlich.
Eine lebendige Gemeinde ist etwas sehr schönes, wenn man sie gefunden hat für sich. Aber wie der Name schon sagt, gibt es uerwartete Möglichkeiten zum Guten und zum Schlechten.
Lebendige Gemeinden haben Probleme. Tote Gemeinden(Bernanos) nicht. Aber der Apostel war nicht alleine. Er hatte Freunde, die ihm halfen und Christus, der ihn sehend gemacht hat vor Damaskus. Christus, der Witwen Mann, wie Paul Gerhard schreibt in einem seiner großartigen Lieder. Christus, das Haupt der Gemeinde, der Hirarchie. Nicht Paulus, der Apostel. Er ist nur das Werkzeug. Bei aller Eifersüchtelei gerade in frommen Kreisen ist ihm dieses Lebenelixier unentbehrlich. Dieses Wissen gegen alle Eitelkeit und Besserwisserei.
KYRIOS, der HERR. Singen wir in unseren Liturgien.
Weil Paulus sich führen läßt, nach Korinth, nach Athen. In die Höhle des Löwen, nach Rom, kann er auch andere führen. Und Gott gibt ihm die Sprache, damit er verstanden wird. Die Freiheit, womit er überzeugt.
Die Fähigkeit zu leiden.
In der Nachfolge Christi.Die schönste Predigt, die ich von ihm kenne, ist die Predigt auf dem Markt von Athen. Die Predigt vom unbekanntren Gott, vom Menschen, die durch Jesus berufen sind Gottes Ebenbild zu sein, ja göttlich zu sein, wie die Griechen es ausdrücken.
Allerdings wollen sie nichts von der Auferstehung wissen. „Davon ein andermal mehr“, sagen sie und gehen (Epistel, Apostelgeschichte, des Sonntag JUBILATE).
Paulus in der Spannung zwischen Kreuz und Auferstehung wird selber geströstet und kann deshalb trösten.
***Reise über Thessaloniki auf den ATHOS **Brandenburger Tor***Entdeckt Schloss Altenburg in Thüringen.
Integriert in die Gebetsliturgie des Gottesdienstes in der Stadtkirche Köpnick/Berlin:Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unseren Zeiten, es ist ja doch kein anderer nicht, der für uns könnte streiten, als DU unser Gott alleine. (EG 421) Martin Luther
Neue Übersetzung des gesamten 4.Kapitels im 2. Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde zu Korinth (Neue Genfer Übersetzung)
Licht durch das Evangelium 1 So sieht also der Dienst aus, den Gott uns in seinem Erbarmen übertragen hat, und deshalb lassen wir uns nicht entmutigen[1]. 2 Wir haben uns bewusst entschieden, nicht mit unwürdigen Methoden zu arbeiten, bei denen wir das Licht des Tages scheuen müssten[2]. Wir greifen nicht zu betrügerischen Mitteln und verfälschen Gottes Botschaft nicht. Im Gegenteil: Weil wir uns Gott gegenüber verantwortlich wissen, machen wir[3] die Wahrheit bekannt, und gerade dadurch empfehlen wir uns dem Gewissen jedes einzelnen Menschen. 3 Wenn das Evangelium, das wir verkünden,[4] trotzdem wie mit einer Decke verhüllt ist, dann ist das bei denen der Fall, die verloren gehen, 4 weil sie der Wahrheit keinen Glauben schenken. Der Gott dieser Welt[5] hat sie mit Blindheit geschlagen, sodass ihr Verständnis verfinstert ist und sie den strahlenden Glanz des Evangeliums nicht sehen[6], den Glanz der Botschaft von der Herrlichkeit dessen, der Gottes Ebenbild ist – Christus. 5 Bei unserer Verkündigung geht es schließlich nicht um uns, sondern um Jesus Christus, den Herrn; wir sind nur Diener – eure Diener, weil Jesus uns damit beauftragt hat[7]. 6 Denn derselbe Gott, der gesagt hat: »Aus der Finsternis soll Licht hervorstrahlen!«[8], der hat es auch in unseren Herzen hell werden lassen[9], sodass wir[10] in der Person[11] von Jesus Christus den vollen Glanz von Gottes Herrlichkeit erkennen.
Wertvolles Gut in unscheinbaren Gefäßen 7 Wir allerdings sind für diesen kostbaren Schatz, der uns anvertraut ist, nur wie zerbrechliche Gefäße[12], denn es soll deutlich werden, dass die alles überragende Kraft, die in unserem Leben wirksam ist, Gottes Kraft ist und nicht aus uns selbst kommt. 8 Von allen Seiten dringen Schwierigkeiten auf uns ein, und doch werden wir nicht erdrückt. Oft wissen wir nicht mehr weiter, und doch verzweifeln wir nicht. 9 Wir werden verfolgt und sind doch nicht verlassen; wir werden zu Boden geworfen und kommen doch nicht um. 10 Auf Schritt und Tritt erfahren wir am eigenen Leib, was es heißt, am Sterben Jesu teilzuhaben. Aber gerade auf diese Weise soll auch sichtbar werden, dass wir schon jetzt, in unserem irdischen Dasein, am Leben des auferstandenen Jesus teilhaben.[13] 11 Ja, mitten im Leben sind wir um Jesu willen ständig dem Tod ausgeliefert, und eben dadurch soll sich in unserem sterblichen Dasein zeigen, dass wir auch am Leben von Jesus Anteil haben[14]. 12 Unser Dienst bringt es also mit sich, dass an uns der Tod zur Auswirkung kommt; aber er führt auch dazu, dass an euch das Leben wirksam ist. 13 In der Schrift heißt es: »Ich habe mein Vertrauen auf Gott gesetzt[15]; darum habe ich geredet.«[16] Der Glaube, der aus diesen Worten spricht, erfüllt auch uns[17]: Auch wir vertrauen auf Gott, und deshalb lassen wir uns nicht davon abhalten, zu reden und das Evangelium zu verkünden.[18] 14 Denn wir wissen: Der, der Jesus, den Herrn, von den Toten auferweckt hat, wird auch uns auferwecken – wir sind ja mit Jesus verbunden[19] – und wird uns dann zusammen mit euch vor sich[20] treten lassen. 15 Ja, unser ganzer Dienst geschieht für euch.[21] Denn Gottes Gnade soll immer mehr Menschen erreichen, damit dann auch eine ständig wachsende Zahl Gott dankt und ihm die Ehre gibt[22].
Glauben, nicht Schauen 16 Das sind also die Gründe, weshalb wir uns nicht entmutigen lassen[23].[24] Mögen auch die Kräfte unseres äußeren Menschen aufgerieben werden – unser innerer Mensch wird Tag für Tag erneuert. 17 Denn die Nöte, die wir jetzt durchmachen, sind nur eine kleine Last und gehen bald vorüber, und sie bringen uns etwas, was von unvergleichlich viel größerem Gewicht ist: eine unvorstellbare und alles überragende Herrlichkeit, die nie vergeht[25]. 18 Wir richten unseren Blick nämlich nicht auf das[26], was wir sehen, sondern auf das, was jetzt noch unsichtbar ist. Denn das Sichtbare ist vergänglich, aber das Unsichtbare ist ewig.
Um der Verständlichkeit willen wird der Text des Korintherbriefes, 4.Kapitel, die Verse 1 – 13 in der tatsächlich gehaltenen Predigt so geboten, wie die sogenannte Einheitsübersetzung es vorschlägt. Der eigentliche Predigttext, die folgenden Verse 14 – 18 dann in der Übersetzung nach Luther, wie in der Predigt – AGENDA vorgeschlagen (EKD).
Der Text, wo Auslegung und Übersetzung am meisten zusammenfallen bildet den zusammenfassenden Abschluß dieses Blogs. Die in Klammern gesetzten Zahlen können unberücksichtigt bleiben.Weiterarbeit möglich unter Eingabe des Textes und Neue Genfer Übersetzung.
Vielleicht war das hilfreich. Michael Wohlfarth
Bitte auch vergleichen mit AUF DEM WEGE, PREDIGEN AUF DEM MARKT, OFFENE KIRCHE, epubli Berlin in allen Portalen und im Buchhandel.
Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. 21 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! 23 Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
1.Sie sind immer noch beieinander. Sie hält viel zu viel zusammen: die Angst, die übergroße Angst, die erlebte Feigheit, das Erdbeben, welches die Welt erschütterte, der Vorhang der zerriss vor dem Allerheiligsten im Tempel Jerusalems, Zion.
Aber auch der Mut, gerade der Frauen und von Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu.
Der nie von seiner Seite wich. Dem die Maria, die Mutter Jesu zugeordnet wurde vom Gekreuzigten. Und umgekehrt.
Daher rührt die große Autorität der Maria. Ja ihre Mutterschaft gegenüber der ganzen jungen ängstlichen und unsicheren Gemeinde. Das Haus der Maria im der heutigen Türkei gibt davon Zeugnis.
Und die Worte, die sie sich gegenseitig in Erinnerung riefen, um zusammen zu bleiben in einer Welt der Gewalt und des Krieges, der Verfolgung und Zerrüttung von Freundschaften. Die Abschiedsworte Jesu vor Gethsemane, in Gethsemane.
Und sie warteten. Sie wussten, dass ihnen der Heilige Geist verheißen worden war, der sie lehren würde, das zu tun, was jetzt nötig ist.
Sie warteten nicht umsonst.
Der HERR kam und war plötzlich mitten unter ihnen. Er trat in ihre Mitte. Nicht an den Rand.
Und sagte nur ein Wort: Friede sei mit euch.
Erst nachdem er seine durchbohrten Hände und die aufgestoßene Seite zeigte wussten sie: Es ist der HERR.
Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden haben sie gerufen. Wie heute zu Ostern in der Orthodoxie wie vorigen Sonntag im Abendland.
„Da wurden die Jünger froh, dass sie den HERRN sahen.“ Lesen wir.
Aber es war nicht nur eine Erbauungs – Stunde mit einem religiösen Erlebnis.
Mit einem esoterischen Kick.
Und einem touch für die Mittelklasse.
Denn:„Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“
Er blies sie an, steht da.
„Nehmt hin den Heiligen Geist. Welchen ihr die Sünde erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihre sie behaltet, denen sind sie behalten.“ Da wird über- deutlich; hier ist nicht nur der Frieden gemeint, nach dem wir uns zur Zeit alle so sehr sehnen, sondern der Frieden zwischen Gott und den Menschen und damit zwischen Menschen und Menschen.
Im Krieg und im Frieden.
Mehr noch die wahre Ursache jeden Krieges und jeden Verbrechens von Mensch zu Mensch, die Sünde, wird benannt.
Der Leute Verderben, wie es in den Sprüchen des Alten Testamentes heißt.
2.Der Heiland der Welt ist gekommen, um zu heilen und wir sollen sein Heilandswerk fortsetzen. Nicht mehr und nicht weniger. Wir tun das auch in Verantwortung vor Gott und den Menschen.
Es ist soviel Unversöhntheit in unserem Land, lese ich gerade bei Christoph Hein, der als Schriftsteller einmal Leipzig 1989 Heldenstadt genannt hat.
Gerade deshalb ist diese Ostergeschichte in unserer Zeit so wichtig. Weil nur in der Vergebung der Sünden, wahrer Frieden möglich werden kann. Zwischen Gott und den Menschen und zwischen uns.
Versöhnung.
Kirche und Gemeinde sind dafür ein Übungsfeld. Dass wir es trainieren: Frieden zu stiften, wo wir auch sind. Auch und gerade in unserem Land in schwierigen Zeiten.
Ja, auch ein Militärpfarrer hat nach meiner Überzeugung vor allen Dingen dieses zu tun.
Denn:Frieden ist nicht Abwesenheit von Krieg, sondern Anwesenheit von Gott, wie es in unserem Gesangbuch steht, Eva von Thiele Winkler.
Deshalb bitten wir um seinen Heiligen Geist, damit wir als Christen unseren Auftrag wahrnehmen wollen und können.
Thomas aber, einer der Zwölf, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich’s nicht glauben. 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
3. Wie barmherzig der Auferstandene mit seinen Jüngern umgeht, die nicht glauben können oder wollen?- zeigt der Fortgang dieser Ostergeschichte.
Thomas, einer der Zwölfen, kam zu spät und hat die Erscheinung des HERRN verpasst. Er wollte es nicht glauben, als ihm seine Freunde erzählten, was passiert war – inzwischen während seiner Abwesenheit.
Er ist nicht verloren. Jesus kommt wieder, als alle Türen verschlossen waren und Thomas begegnet dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Der HERR zeigt ihm die Zeichen seines Todes und Thomas, der Zweifler, darf genau das tun, was er als Bedingung gefordert hat für seinen Glauben: Er legt seine Hände in die Wunden des Herrn. Und sie heilen ihn von seinem Unglauben, von seiner Unfähigkeit zu glauben.
„Selig sind die nicht sehen und doch glauben!“ Dieses Jesuswort gilt nicht nur Thomas, sondern uns allen, die wir den Glauben benötigen, sonst können wir nichts tun. Die wir aus der Hoffnung leben und um Frieden bitten, um Versöhnung zwischen den Völkern. Damit wir uns nicht selber zerstören. In der großen Politik, in der kleinen Politik in unserem Alltag und Sonntag.
Gebet: Himmlischer Vater, Jesus Christus, erneuere uns in dem Geist, den du uns versprochen hast und denen gibst, die dir nachfolgen, damit wir für den Frieden wirken können in unserer Welt. Im Großen und im Kleinen. AMEN.
Johannes 20 9 – 29
Im Hintergrund Klingendes Spiel vor vielen Jahren in Crimmitschau, eine alte Textilarbeiterstadt die stolz darauf ist, den 1. ordentlichen Streik in ihren Annalen zu haben.
Klingendes Spiel im Mai, wenn die Katholiken Marienandachten halten und ein junger protestantischer Pfarrer gebeten wird etwas über den Frieden zu sagen wegen dem 1. Mai.
In einer großen Halle eines wichtigen Werkes der Metallindustrie.
Ohne Talar. Als Bürger. Aber mit der Bibel in der Hand und keinen Millimeter weichend von dem Text: FRIEDE SEI MIT EUCH. Mit der sächsischen Kirchenpolitik war das nicht so gut zu vereinen. Aber mit der Thüringischen schon. Der junge Pfarrer war ich und hat dann die sächsische Schelte entgegen genommen. Mitten im Sozialismus.
Heute wird dieses klingende Spiel gepflegt in einem thüringischen Dorf unweit von C. entfernt. Sie spielen natürlich auch bei kirchlichen Anlässen und sind inzwischen berühmt geworden. Das Schalmeienorchester aus Vollmershain. Ein CDU-Dorf, sogar in DDR- Zeiten.
Allen eine gesegnete Osterzeit!
Michael Wohlfarth
Bildquelle: Schalmeien – Orchester Vollmershain in Ostthüringen. Aufruf Internet.
lassen sie mich Ihnen eine Geschichte erzählen, die mein Mentor für den Christenlehreunterricht in Thüringen den Kindern erzählte. Ich bedanke mich damit auch bei ihm und erinnere mich. Sein Name ist Hermann Gentsch und er war Hauptkatechet in Gera.
In Gera hieß die SED-Zeitung VOLKSWACHT und Hermann Gentsch sagte zu mir, diese Stadt ist „röter als Hamburg gewesen“. Er meinte die Zeit seiner Jugend, als die Arbeiterbewegung in Gera Gera genauso bekannt gemacht hat wie 100 Jahre später die AfD. Ein Faktum, dass mich sowieso immer wieder in Erstaunen versetzt -Sachsen ähnlich – und zum Nachdenken bringt. Eine Stadt in der in ein und demselben Gebäude der Opfer des Faschismus und der Opfer des Stalinismus gedacht wird. Wir haben dort vor über dreißig Jahren eine Bibelausstellung aufgebaut mit Bibeln der Opfer dieses Gebäudes. Der Erfinder dieser Ausstellung war Dompfarrer in Zwickau.
„In einem schönen Dorf zog ein Hirte von Haus zu Haus und sammelte das Vieh ein, dass auf die Weide über den Sommer gebracht werden sollte. Die Leute vertrauten ihm und hörten ihm gerne zu, wenn er auf seinem Horn blies. Es schallte das ganze Tal hinunter.
Als er seine Herde zusammen hatte und es sich lohnte auf die Weiden zu gehen, zog er mit seinem Stab und seinen zwei Hunden los und es war ein fröhlicher Auftrieb.
Es ging über Brücken, die gefährlich waren von wegen der Absturzgefahr. Es gab kein Geländer. Die Herde musste gut zusammen gehalten werden. Die Hunde hatten zu tun. Es waren gut trainierte Tiere. Der ganze Stolz des erfahrenen Hirten.
Es gab kleinere Wiesen und die Tiere wollten nicht weiter. Hier war es doch auch schön. Warum noch da hoch. Sie waren abgelenkt. Da kam es schon einmal zu einem kleinen Biss, damit sie merkten, hier wird nicht gezögert. Es gab ein Ziel.
Endlich kamen sie oben an. Die Seide groß und saftig grün und bunt vor Blumen.
Jeder suchte sich seinen Platz und fand ihn. Der Hirte verlor nie die Übersicht und die
Hütehunde liefen ihre Strecken ab und markierten die Grenzen. Denn Gefahr gab es auch hier. Da der Wasserfall und die Schlucht. Dort der Fluchtweg für phantasievolle Schafe, die einmal ganz anders und alleine auf die Reise gehen wollten. Die Begabtesten. Aber es ging alles gut. Tag für Tag, Nacht für Nacht. Die Vorräte waren gut angelegt.
Eines nachts allerdings wurden die Hunde unruhig und der Hirte wusste blitzschnell was geschehen war. Wilde Tiere hatten die Spur aufgenommen und wollten ein Blutbad anrichten. Die Hunde kämpften und bissen aber es half nichts. Der Hirte hatte die Spitzen der Wehrstöcke geschliffen und kämpfte gegen die feindliche Herde. Und verjagte die wilde Jagd.
Er erlag seinen Verwundungen.
Es war gegen Ende der Weidezeit und die Bauern schauten auf die Uhr des Kirchturms, wann werden sie kommen?
Sie kamen nicht, denn sie hatten niemanden, der sie den Berg hinunterführen konnte.
Da gingen sie hinauf und fanden den Guten Hirten und lobten ihn. Er hatte sein Leben gelassen für die Schafe.
Der Winter kam und der Frühling und der Frühsommer.
„Wer kann unsre Herde hinauf führen und hüten?“
„Wir müssen uns um einen neuen Hirten bemühen.“
Sagten sie.
Es kam auch jemand.
Er führte die Herde hinauf und nach einer gewissen Zeit schon hatte er keine Lust mehr. Die Hunde merkten es auch.
Als die Zeit des Abstiegs kam machten sich wieder die Wölfe bemerkbar.
Die Hund wurden unruhig und flohen nicht.
Aber der Hirte mit seinem Speer, der nichts taugte.
Als die Bauer kamen, weil sie umsonst warteten, machten sie sich schwere Vorwürfe.
Es hatte ein Blutbad gegeben.
Sie sahen was geschehen war.“
Gut, Wölfe soll man nicht schlecht machen. Aber die Literatur gerade in Russland ist voll davon, wie es der Katechet Jahr um Jahr seinen Kindern erzählt hat, damit sie begreifen was Karfreitag bedeutet.
Ich habe diese aber auch andere Geschichten erzählt. Z. B die von LEO TOLSTOI, wie der HERR seinen Knecht mit seinem Körper zudeckt, damit d e r nicht erfriert. Als sie im eisigen Winter stecken bleiben
Oder die Legende von dem russischen Fürsten, die an die Geschichte von Köpenick erinnert, an den Prozess eines Preußen-Königs gegen seinen Sohn. Nur, dass der nicht wie der Fürst in Russland die Strafe auf sich nimmt.
Gerechtigkeit. Gottes Gerechtigkeit. Vielleicht haben Sie auch solche Geschichten auf Lager und können sie weitergeben, damit unsere Kinder und Enkel es verstehen, was es mit dem HERRN JESUS auf sich hat.
Geschichten erzählen oder im Leben entdecken, die in der Lage sind uns Karfreitag näher zu bringen und uns erhellen, dass der Opfertod Jesu für uns Leben bedeutet, und uns mehr als jede kirchliche Dogmatik sagen kann: Christus ist mein Leben.
Die Theologen haben einen Begriff dafür :Christologie. Deswegen ist die Passionsgeschichte die am weitesten verbreitete Geschichte in unserem Glauben.
Weil wir merken, dass die Stationen dieser Passion auch immer unsere Stationen sind.
Zum Innehalten. Zum Hören und zum Danken, dass Gott uns trifft und uns gibt.
AMEN.
Weitere Erzählungen: von der Mutter, die ihr Kind aus den Flammen rettet. Oder der Vater. Aus der ständigen Karfreitags – Predigt meines Vaters Helmut Wohlfarth.
Die Missionare in den Germanischen Wäldern aus der JUDICA-Predigt.c
Liebe Ostergemeinde,
ich habe im Wort des Bischofs gelesen, dass es dieses Jahr bestimmt nicht so einfach sein wird, Ostern zu feiern.In Zeiten des Krieges, so nah, dass es scheint: vor unserer Haustür. Und dann noch der sogenannte Nahe Osten. Zwei Flugstunden.
Die Ukraine ist nah und Russland ist Europa, jedenfalls bis zum Ural.
Ja- und die Zeiten-Wende hat jedenfalls für mich sogar schon vor 1989 angefangen. Nicht erst mit dem 22. Februar 2022.
Ich fürchte nur, jenseits der ehemaligen Demarkationslinie habe das längst nicht alle begriffen. Das ist nicht ungefährlich in diesen Zeiten.
Aber nicht für unseren Osterglauben. Ich hoffe und bete, dass er verbindet. Auch übrigens mit der Orthodoxie, wo OSTERN noch einmal einen ganz besonderen Glanz hat.
Durch die Ökumene haben wir das gelernt.
S. Osternacht u.s.w.
Jedes Kreuz, am Straßenrand, auch auf den Soldaten – Gräbern der sich im Krieg befindenden orthodoxen Nationen, auf jeder Fahne, welcher Nation auch immer, auf unseren Friedhöfen, weist auf Ostern, sonst hätten wir keinen Grund zum Leben in unserem Glauben an Jesus Christus, der uns Täter und Opfer zugleich, Mörder und Ermordete zugleich durch seine Auferstehung neu, immer wieder neu, in s Leben ruft, wie den Lazarus im Johannesevangelium.
Die Geschichte heute können wir als ein Gleichnis für Ostern hören.
Es ist übrigens eine Frauengeschichte. Und handelt von einer Geburt.
Sie endet mit einem Lobgesang.
1 Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN, mein Horn[1] ist erhöht in dem HERRN. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils. 2 Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Gott ist. 3 Lasst euer großes Rühmen und Trotzen, freches Reden gehe nicht aus eurem Munde; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von ihm werden Taten gewogen. 4 Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke. 5 Die da satt waren, müssen um Brot dienen, und die Hunger litten, hungert nicht mehr. Die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die viele Kinder hatte, welkt dahin. 6 Der HERR tötet und macht lebendig, führt ins Totenreich und wieder herauf. 7 Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. 8 Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche, dass er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre erben lasse. Denn der Welt Grundfesten sind des HERRN, und er hat die Erde darauf gesetzt.
Ein Lied.
Ein Osterlied.
Ein Lied der Hoffnung und Erfüllung eines Wunsches.
Eigentlich.
Aber eben viel mehr.
Ja, eben ein Osterlied in messianischer Hoffnung.
In der abrahamitischen Religion kommt dieses Motiv oft vor: Eifersucht wegen nicht erfülltem Kinderwunsch. Am meisten beeindruckte uns zuletzt Hagar mit ihrem Kind Ismael, die in die Wüste geschickt wurde in solch einem Zwist. Und die von dem HERRN n i c h t verlassen wird.
Von dem Gott, der sie sieht.
Sein Name ist EL ROI: Du bist ein Gott, der mich sieht. Bezeugt sie.
Derselbe Gott verlässt Hannah auch nicht in ähnlicher Lage, sozial gesehen allerdings eine viel vorteilhaftere Lage als in dem Plott mit Hagar.
Gleichgestellt und nicht angestellt.
Und über alle Massen geliebt.
Sie ist die Frau von Elkana im Epharaim – Gebirge in der Stadt Rama. Von wo aus die Sippe jedes Jahr nach Silo zog, um in dem Heiligtum von SILO zu opfern.
Wenn Elkana dann die guten Stücke für das Ritual in seiner Familie für das Dankopfer verteilte, wurde ihm jedes mal bewusst, wie es Hanna ging. Es war ähnlich wie bei Abraham. Hanna bekam keine Kinder, anders die zweite Frau Peninna.
Er wollte sie trösten und sprach zu ihr: Hanna, warum weinst du und warum isst du nichts? Und warum ist deine Herz so traurig? Bin ich dir nicht mehr wert als zehn Söhne?
Diesmal geht sie weg von der Familie und begibt sich zum Tempel, wo der Priester vor der Tür wartet, das jemand käme.
Hanna betet das sogenannte Herzensgebet. Ihr Mund bewegt sich. Sie bittet Gott darum ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Das bedeutet für Sie SEIN ODER NICHT SEIN. Und geht über das weit hinaus, was wir Wunschkind nennen. Sie gelobt: Herr Gott wird du das Elend deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht vergessen und wirst du deiner Magd einen Sohn geben, so will ich ihn dem HERRN geben sein Leben lang und es soll kein Schermesser auf sein Haupt kommen.
ELI, der Priester aber beobachtete die Frau und glaubte sie wäre betrunken, wie das
zu Pfingsten die Jerusalemer Touristengemeinde von den Jüngern glaubte, als sie den Heiligen Geist empfangen haben.
Sie bewegte die Lippen im Gebet.
„Ich habe so lange geredet mit Gott im Gebet.“
Wie ein langes Telefongespräch.
Eli wurde nachdenklich und sprach zu ihr. Ich glaube dir:Geh hin mit Frieden, der Gott Israels wird dir die Bitte erfüllen, die du an ihn gerichtet hast.
Im nächsten Jahr in Silo kam HANNA nicht mit, sie entwöhnte ihren Knaben SAMUEL Nachdem sie mit dem Stillen aufgehört hatte, nahm sie ihn mit sich hinauf zum Heiligtum. Nach der Schlachtung und Opferung eines jungen Stieres und Übergabe anderer Gaben kam sie mit dem Knaben Samuel zu ELI und sprach: Ich bin die Frau,, die hier bei dir stand, um zum Herrn zu beten. Um diesen Knaben bat ich, Nun hat der HERR mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet hatte. Darum gebe ich ihn dem HERRN wieder sein Leben lang, weil er vom Herrn erbeten ist.
Und sie beteten dort den HERRN an.
Wie Maria singt, als sie sich mit Elisabeth trifft – auch so eine Frauengeschichte – so singt Hanna. Auch wie Miriam. Überschwenglich und ungebremst. Ja, das ist Osterfreude. Ihr Leib war verschlossen. Sie schämte sich. Sie konnte kein Leben weitergeben, dachte sie. Aber mit dem HERRN kam wieder Freude in ihr Leben, Sie aß wieder und ihr Gesicht strahlte wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht. Sie müssen einmal nach Jerusalem fliegen und das ultraorthodoxe Viertel besuchen zum Schabbat. Ich habe noch nie solche Freude erlebt. Freude darüber, dass der Messias kommt. Ebenso in den Kellern neben der Klagemauer, wenn ein Bibelkreis eine Textstelle gefunden hat, die Freude auslöst.Freude wie ein Vogelflug.
Ich kenne nichts Vergleichbares. Vielleicht Sie. Ich bin noch nicht überall gewesen.
Diese Freude ist es. Es fing mit dem Gebet an. Ein langes Gebet. Dem Preister wurde es schon unheimlich und die Beterin musste sich verteidigen, sei sei nicht zuchtlos und trinke nicht am frühen Morgen.
ELI hat ihr geglaubt und sie entlassen mit SHALOM, FRIEDE SEI MIT DIR, ein österlicher Gruß, wie wir wissen aus den Ostergeschichten. Sie war froh.
Ihr sollt froh sein, ist ein Gebot. Ich habe euch geboten, dass ihr froh seid, fröhlich.
Sie konnte ihr Leben wieder annehmen und weiterleben mit ihrem Mann trotz der Konkurrentin und deren Söhne im Rahmen des alttestamentlichen Patriarchats.
Der Triumpf war in dem Moment greifbar, als sie ihren Sohn in das Heiligtum brachte, dass er dort lernte ein Prophet zu sein, ein Richter und Herr, der Ratgeber seines Volkes, ein Baustein in der Geschichte Gottes mit uns. Heilsgeschichte. Deshalb lassen Sie sich nicht stören, weil das ja eine ganz alte Geschichte ist.
Da steckt viel mehr Moderne drin, als beim ersten Lesen und hören zu bemerken vielleicht. Beziehungen, Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit in leiblicher, geistiger oder geistlicher Hinsicht ist heute vielleicht noch viel mehr ein Thema als damals.
Die Leere viel gewaltiger, weil alle so voll erscheint und nichts ist, was uns wirklich befriedigt – inneren Frieden schenkt. Ja, natürlich geht es um SEIN ODER
NICHT SEIN, um sinnerfülltes Leben, um Sinn oder Unsinn.
Ja, es ist ein Wohlstandthema, damit wir lernen, das Frieden mehr ist als Abwesenheit von Krieg. Eben das, was wir lesen und hören: Gehe hin im Frieden. Im Frieden. SHALOM. Das wir Menschen sein wollen, die die Früchte des heiligen Geiste genießen. Dass wir schlicht Menschen bleiben und keine Nummern werden.
Nein, das ist nicht die heile Welt als System.
Sie können gerne die Geschichte weiter lesen im ersten Samuelbuch. Da kracht es wie heute. Wir haben ja nun auch nicht mehr das Gelbe vom Ei. Die Zeitenwende ist angekommen. Wird auch Zeit. Und gerade deshalb bitten wir Gott um den Frieden, den die Jünger empfingen in ihre Ängstlichkeit, als sie dem Auferstandenen begegneten und – glaubten. Endlich. FRIEDE SEI MIT EUCH IHR GLÄUBIGEN UND UNGLÄUBIGEN.
Im Lichte des Messias, des Auferstandenen, werden wir uns zurecht finden in aller Unabwägbarkeit, in der Angst um den Weltfrieden, in Konflikten, in persönlichen Krisen in Familien und anderen zwischenmenschlichen Beziehungen, in Freundschaften, die zerbrechen und heilen.
Lasst uns beten: Herr Gott himmlischer Vater, lehre uns beten und glauben, dass wir heil werden können. Durch Christus den Gekreuzigten und Auferstandenen und lass uns gehen im Zug der Mütter und Väter des Glaubens, das wir einen festen Schritt bekommen und nicht müde noch matt werden. Im Leben und im Sterben. In Zeit und Ewigkeit. AMEN.
Nachdem meine Frau Margard Wohlfarth, geb. Voigt die Predigt (ein Block zurück) gelesen -und übrigens auch gehört – hat, Philipperbrief 2 5-11: „Gut, die Leute werden auferbaut mit dem Rückblick auf ihre Konfirmation vor 66 Jahren am Sonntag Palmarum. Aber wo ist das Berliner Schloss, wo Frau Roth von den Grünen und die Schlossverwaltung, bestückt mit einem Mann aus einem alten preußischen Pfarrergeschlecht: Dorgerloh ?“
Sie ist Kultur- und Theaterwissenschaftlerin und hat als verbeamtete Staatssekretärin für Jugend und Familie in der letzten DDR-Regierung (gewählte) die DDR mit begraben. Und ich nehme sie immer noch ernst: „Du musst dazu etwas sagen!“ Ich habe in der Kirche etwas dazu gesagt: dass es sozusagen ein Berliner Text ist, den wir da vor uns haben und über den ich gehalten bin zu predigen. Zu lesen als Rundum-Schrift am Turm des neu aufgebauten alten Berliner Schlosses. Mehr nicht. Ich wollte nicht. Mir war der Text zu wichtig.
Aber heute am Montag möchte ich.
„Seid unter euch gesinnt…“
Keine Gesinnungsschnüffelei? Oder doch?
„…wie es auch der Gemeinschaft …entspricht…“
Gemeinschaftsland, Zusammenhaltsland, habe ich gerade im Berliner Tagesspiegel gelesen. Schöne Worte. Klingt richtig gut, wie Kirche. Wie Gemeinde. Aber ich bin doch lieber ein altgedienter und gebrauchter Lutheraner und bleibe bei der Übersetzung wie ich sie kenne. Merke ich: Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war.
Eine Zumutung hätte einer meiner Superintendenten geäußert.
Ich höre ihn richtig.
Aber keine Gesinnungsschnüffelei.
Ob ich in die Gruppe passe oder nicht.
Ob ich womöglich in die Gesellschaft passe oder nicht.
Ob ich eine Person des Zusammenhalt-Landes bin – für würdig befunden – oder nicht.
Ob ich ein Gemeinschaftland-Bürger bin, wert erachtet, oder nicht.
Mit meinem Namen versehen – oder nicht.
Bin ick Jesus, haben wir zitiert, als wir vor vielen Jahren studiert und zusammen gesessen haben an der Friedrichstraße gegenüber dem Berliner Ensemble? Natürlich nicht. Berliner kennen sich aus. Da war doch mal einer, der meinte, er wäre Jesus. War er natürlich nicht. Sondern vielleicht krank. Bestimmt aus dem Verkehr gezogen.
Inzwischen.
Schon längst.
Die Goldenen Zwanziger sind schon längst nicht mehr.
Es ist ein Ziel, welches die ältere Übersetzung zitiert. Sein wie Jesus Christus auch war. Wie Jesus aus Nazareth, der Jude, möchte ich als Deutscher hervorheben.
Christ werden. Wie Luther immer wieder meint, wenn er vom Werden redet, mehr als vom SEIN.
Die Passionsgeschichte, die viele große Maler immer wieder gemalt haben. Und wollten nichts anderes malen. Otto Pankok. S. meine Predigtbücher der letzten Jahre. Sie haben die Passion des Menschen gemalt. Seine Leidensgeschichte. Nämlich die Geschichte von Jesus Christus. Ja, da gibt es Ungereimtheiten: Wahrer Mensch und wahrer Gott. Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war. Viel logischer und theologisch sauberer in Richtung Gemeinschaft, Zusammenhalt : Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.
Es ist ein Gemeindespruch. Ein Kirchenspruch kaum, denn dann benötigen wir Anlaufstellen für Denunziationen, damit wir entsprechen. Ich würde das alles nicht so schreiben, wenn ich nicht hin und wieder den Eindruck gewönne, dass viele irreale Vorstellungen in Staat und Gesellschaft, Partei und auch manchmal Kirche damit zusammenhängen, dass wir damit nicht klar kommen, dass wir nicht mehr in der Lage sind Spannungen auszuhalten, die solche Texte hervorrufen.
Da unser HERR und da wir.
Wir können sie aber aushalten wenn wir im Gespräch mit dem HERRN bleiben, dem HERRN der Kirche, im Gebet. Nur da ist die Freiheit u n d die Disziplin ohne Metternich vor 200 Jahren, ohne Tempelpolizei in Jerusalem vor 2000 Jahren. Das hat Jesus uns vorgelebt, ja bis zum Tod am Kreuz. Und wir, die wir in seinen Tod getauft sind, können unser Leben in seiner Nachfolge gestalten. Es ist wie mit Exupery: Wer ein Schiff bauen will, sollte zuerst von der Schönheit und Weite des Meeres erzählen und dann mit denen, die begeistert sind, zum Holzschlagen gehen. Wir müssen nicht die Soziologie zu Hilfe holen, weil uns der Hymnus zu großartig vorkommt.Wir haben ein Bild, ja eine Ikone.
Wir haben einen Glauben, der diese Lieder braucht und wir können sie singen, damit andere sie hören.
Ich bin froh, wenn Könige auch in dieses Lied eingestimmt haben. Trotz ihrer Fehlbarkeit. Und unserer.
Soviel zum Schloss in Berlin und zum Philipper-Brief im Neuen Testament. Habe ich zu meiner Frau gesagt. Ich hoffe, sie findet es richtig so.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Michael Wohlfarth, Berlin – Müggelheim Montag d.25.März 2024
Das Titelbild beinhaltet eine Predigtsammlung in der Zeit der Pandemie 20 - 22