Vater des Glaubens

Nach diesen Geschichten begab sich’s, dass zu Abram das Wort des HERRN kam in einer Offenbarung: Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Abram sprach aber: HERR, mein Gott, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder und mein Knecht Elieser von Damaskus wird mein Haus besitzen. Und Abram sprach weiter: Mir hast du keine Nachkommen gegeben; und siehe, einer von meinen Knechten wird meine Erbe sein. Und siehe, der HERR sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein, sondern der von deinem Leibe kommen wird, der soll dein Erbe sein. Und er hieß ihn hinaus gehen und sprach: Sieh gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein! Abram glaubte dem HERRN und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.

Liebe Gemeinde, die schönsten Nächte sind die sternenklaren Nächte. Nicht zu kalt. Das hätte zwar auch seine Reize. Aber im August:Warm. Gestern hat es Gott sei Dank geregnet. Heute den ganzen Tag über Blauer Himmel für die Urlauber. Strahlende Sonne an diesem Wochenende. Vielleicht am Meer. Oder im Gartengrundstück. Oder im Hochgebirge.

So intensiv nun in der Nacht. So gegen drei.

DER HIMMEL ÜBER MIR.

Der Blick zum Himmel.

Der große Wagen, der Kleine Wagen, die Schlange, all die Sternen-Kreise.

Und Imanuel Kant aus Königsberg :

Das Gewissen in mir und der Sternenhimmel über mir.

Der Beweis, dass es einen Gott gibt.-

Nicht der Beweis, dass es keinen gibt, wie uns nach dem ersten Weltraumflug von Juri GAGARIN weisgemacht werden sollte von einem primitiven Atheismus sozialistischer DDR-Prägung.

Vor diesem Hintergrund habe ich die evangelisch-baptistischen Schwestern und Brüder in Tscherkassy/Sowjetische Ukraine im Spätsommer 1989 verstanden, die uns voll Begeisterung von einem Zahnarzt aus Wittenberg erzählten, der genau diesen Kant-Satz vor Jahren zum Inhalt seiner Gastpredigt im riesigen Baptistensaal der ukrainischen Großstadt Tscherkassy gemacht hat.

Das war für die Sowjetbürger mehr als nur Bildungsprotestantismus.

Wir durften dann – nach der Weiterreise von Tscherkassy auf die Krim nach einem Gottesdienst dem Taufzug vorangehen, als es dort die erste Massentaufe/Großtaufe (Beginn der Perestroika) im Schwarzen Meer gab.

Zum Schluss kam eine Delphin geschwommen.

Und der Blick auf die Erde?

Gott hat einen anderen Blick als wir: Warum noch schuften. Womöglich führen die Kinder unsere Arbeit nicht weiter. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Also vergeuden. Reisen. Genießen so wie es nur geht.

Es ist zum Verzweifeln.

Abram kannte das auch und trug das seinem HERRN vor.

Was soll’s?

Wir sind alt und haben keine Kinder.

Unser Knecht aus Damaskus bekommt alles.

Es ist nicht gerecht. – Es ist unser Schicksal.

Abram war reich.

Abram war gesegnet.

Er hatte keine Nachkommen.

Und es war klar, dass alles vorbei war.

Kein Sohn.

Keine Tochter.

Kein Erbe.

Erbe meint ja wohl mehr als Geld erben: sondern dass es weitergeht. Ein Stück Abbild der Ewigkeit Gottes im Himmel auf dieser unserer Erde.

„Du wirst ein Volk werden, so zahlreich wie die Sterne, die du siehst. So viel wie Sand am Meer.

Schau nach oben. Siehst du das Sternenzelt, dass ich über dich gespannt habe. Wie es leuchtet, dass dir die Hoffnung nie ausgeht?“-

…nach all diesen Geschichten… sie gehen weiter… und sie sind weitergegangen… die hellen Seiten …. und die dunklen. Bis in unsere Tage. Durch Christus sind es auch unsere Geschichten. Und können hell werden.

Nichts wird in den folgenden Bibelversen verschwiegen.

Wir können unsere Schicksale hinzufügen. Unsere Bilder, die uns belasten. Unsere schweren Schicksale. Unsere Offenbarungen und Begegnungen mit Gott in Christus JESUS.

Wir wollen so beten: „ HERR gib, dass wir lernen, die Zukunft deiner Leuchtspuren nicht aus den Augen zu verlieren. Lass uns die Zeichen der Zeit erkennen und die Zukunft in deine barmherzigen Hände legen.

So wie das A b r a h a m, der Vater des Glaubens, getan hat trotz allem Wissen mit allem Wissen um Vergangenheit und Gegenwärtiges. Und Angst vor der Zukunft.

Schenke uns deinen Frieden und die Nachhaltigkeit des Glaubens, der uns trägt in unserer Welt.

Herr schenke uns Glauben, damit wir mir dir rechnen können.“ AMEN.

Unsere Lebensgeschichte und wie sie die Bibel sieht, trotz aller Verlust und nicht-Erfüllung von Träumen und Plänen.

Die Bibelstelle: GENESIS 15. Kapitel, die Verse 1 – 6 (Lutherübersetzung).

Predigt, gehalten in Martin-Luther-Kapelle, Berlin-Köpenick, Eitelsdorferstraße

am 15. Sonntag nach Trinitatis um 10.30 Uhr mit Heiligem Abendmahl.

Predigtwerkstatt zu Lukas 7 Verse 36 – 50

11. Sonntag nach Trinitatis 2023

gehalten in der Werner – Sylthen – Kapelle und in der Stadtkirche St. Laurentius

Berlin Köpenick um 9.00 Uhr und um 10.30 Uhr mit Heiligem Abendmahl am 20. August.

DAS GASTMAHL

Der Autor der Predigt war von 1964 bis 1966 Mitglied der Leipziger Spielgemeinde, vor seinem Aufbruch nach Berlin zum Studium der evangelischen Theologie an der HU. Die Leipziger Spielgemeinde ist das Pendant zu den Vaganten in Westberlin, die heute noch existieren mit Zuschüssen vom Senat und die vor Kurzem ein Jubiläumsjahr gefeiert haben.

In der DDR konnte so etwas nur die Sächsische Evangelisch – Lutherische Landeskirche tragen.

Unser offizieller Name im Eintrag des SVK- Versicherungsausweises war VOLKSMISSIONARISCHER MITARBEITER.

Der Lohn war ein Hungerlohn.

Das fromme Erzgebirge war der Hauptabnehmer.

„Weihnachten auf dem Marktplatz“, Stellvertreter“-(Lesung mit verteilten Rollen), „Johannes der Täufer“, „Vibia Perpetua“, „Mathilda Wrede“ waren „Renner“. Vor 1964 wurde auch DDR-weit Sartre aufgeführt. Dann kam die Einschränkung: Nur noch auf dem Gebiet der sächsischen Landeskirche!

Unter anderem bei Friedrich Luft in der Berliner Morgenpost. Falls das noch jemandem etwas sagt.

Angestrichen

Stephan Behr, erfolgreicher Unternehmer und Christ. Der leidenschaftliche Manager kann mit seiner „pastoralen“ Art vermitteln und geschäftliche Auseinandersetzungen klären. Der Quarzglas-Hersteller „QSIL“ ist unter seiner Führung zum Weltmarktführer geworden.

(Hochgeladen über Online-Redaktion GLAUBE UND HEIMAT -Premium- von Michael Wohlfarth, Pfr.i.R. Berlin)

IT Spezialist: Wer im Internet nach Stephan Behr sucht, hat es schwer. Der Computer-Fachmann ist nahezu unsichtbar im weltweiten Web. Darauf ist er ein bisschen stolz. Willi Wild hat den Unternehmer „in echt“ getroffen und mit ihm über Bibel, Business und Bekenntnis gesprochen.

Sie kommen aus einem Pfarrhaus, aber Theologie zu studieren war nicht in Ihrem Fokus. Warum?
Stephan Behr: Meine Geschwister und ich sind damals in Zeulenroda gehänselt worden. Da hieß es: „Ihr glaubt an Gott? Juri Gagarin war im All und hat ihn nicht gesehen.“
Ich wollte eher in die Medizin gehen. Mit weißem Kittel und Stethoskop begegnen mir die Menschen mit Respekt, dachte ich. Dazu brauchte ich aber Abitur. In der Schulklasse waren wir zu zweit, die nicht bei den Pionieren waren und die nicht zur Jugendweihe gingen. Das waren schon einmal schlechte Voraussetzungen. Bei der Auswahl für die erweiterte Oberschule, also das Gymnasium der DDR, hieß es dann, dass ich das falsche Elternhaus habe. Der Kreisschulrat meinte: „Bei uns gehen Pfarrerskinder in den Schweinestall.“
Ich habe dann Berufsausbildung mit Abitur gewählt, das ging. Ich hatte eine Affinität zu Elektronik. In der 10. Klasse bin ich dann allerdings schwer erkrankt. Ich musste die 10. Klasse noch einmal machen, und dann bekam ich glücklicherweise durch die Hilfe meines Vaters einen Ausbildungsplatz in Hermsdorf.

„Bei uns gehen Pfarrerskinder in den Schweinestall“

Am ersten Tag in der Berufsschule kam gleich die Frage, was der Vater von Beruf sei. In der Klasse gab es mit mir drei Pfarrerssöhne. Wir waren von Anfang an stigmatisiert. Der Lehrer, ein ehemaliger Polizei-Offizier, meinte: „Das kann ja was werden.“ Und wieder kam ein neuer Lackmustest für die Treue zur DDR: Die Voraussetzung, um vorbildliches Kollektiv im sozialistischen Wettbewerb zu werden – immerhin gab es für die Auszeichnung 100 Mark –, war, dass alle in der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (DSF) sind. Ich war der Einzige, der nicht dabei wahr. „Wegen dir fehlen uns jetzt 100 Mark“, sagten meine Klassenkameraden. Da habe ich mich dann schließlich dazu überreden lassen, die zwanzig Pfennig monatlichen Mitgliedsbeitrag zu bezahlen. Alle paar Jahre fielen den Obristen neue Tests ein. Wie heute.

Haben Sie die Entscheidung bereut?
Na ja, ich will es mal so sagen: Es stört mich bis heute, wenn Menschen zu etwas verpflichtet werden, nur um dazuzugehören. Ich habe mein halbes Leben lang erfahren, dass ich immer wieder genötigt werden sollte, ein Treuebekenntnis abzulegen. Zum Teil erlebe ich das heute wieder in der Gesellschaft und auch in der Kirche, mit einem gewissen Absolutheitsanspruch, „wenn du nicht dafür bis, bist du gegen uns“.

Wie ging Ihr Lebensweg nach der Ausbildung zum Elektrotechniker weiter?
Für das Medizinstudium fehlte mir Biologie im Abitur, und so habe ich Ingenieurwesen studiert, biomedizinische und technische Kybernetik.

Kybernetik habe ich im Zusammenhang mit Kirchen- bzw. Gemeindeleitung schon mal gehört. Aber das war es sicher nicht?
Kybernos, das ist die Steuermannskunst. Kybernetik ist die Wissenschaft des Steuerns. Ein einfaches Beispiel: Was gehört dazu, dass ein Flugzeug in der Luft bleibt? Oder was braucht es, damit der Wasserdruck immer gleich hoch bleibt? Das hat alles mit Steuerung und Regelung zu tun.

Wie haben Sie die sogenannte Wende erlebt? Wie ging es für Sie weiter?
Ich habe im November 1989 einen Artikel über den Personenkult um den rumänischen Diktator Nicolae Ceausescu in der Zeitung „Das Volk“ geschrieben. Anschließend bekam ich eine Vorladung zur Kriminalpolizei. Die Polizei zeigte mir einen Brief: das Todesurteil der rumänischen Securitate gegen mich. Darin stand: „Wegen Beleidigung des hochgeehrten und geliebten Führers, des Genossen Nicolae Ceausescu, wird Herr Stephan Behr zum Tode verurteilt.“ Den Satz vergisst man nicht. Da bin ich gewaltig erschrocken. Dieses Schreiben führte dann letztendlich dazu, dass ich mich doch nicht so stark im Neuen Forum engagierte, wie ich das eigentlich wollte. Ich hatte schlichtweg Angst um mein Leben.
Als dann die DDR-Wirtschaft innerhalb von wenigen Monaten zusammenbrach, habe ich mich mit einem Kommilitonen auf das Wagnis eingelassen und mich selbstständig gemacht. Wir wussten zwar gar nicht, wie das geht, aber die Alternative, im Westen als Ingenieure zu arbeiten, war für uns mindestens genauso abenteuerlich.

In welcher Richtung haben Sie den Weg in die Selbstständigkeit eingeschlagen?
Wir kannten nur Computer und wollten im IT-Bereich tätig werden. Wir haben dann angefangen, unsere ersten Computer zu schrauben, Software zu entwickeln und versucht, das zu verkaufen. Wir wussten nichts von Mehrwertsteuer oder Sozialversicherungsbeiträgen. Da haben wir am Anfang tüchtig Lehrgeld bezahlt.

Das klingt heute wie die Geschichte eines Garagen-Start-ups aus dem Silicon Valley in den USA.
Genauso war das. Wir haben zu zweit die Firma am 28. Februar 1990 gegründet, und sie besteht bis heute. Die Firma Ibykus hat mittlerweile 300 Mitarbeiter und macht im Jahr 50 Millionen Euro Umsatz. Am Anfang hießen wir noch ICE, aber dann kam die Bahn und hat uns überrollt. Da habe ich Ibykus gewählt: „Zum Kampf der Wagen und Gesänge, / der auf Corinthus Landesenge / der Griechen Stämme froh vereint, / zog Ibycus, der Götterfreund.“ (F. Schiller, Ballade „Die Kraniche des Ibycus“, Anm. d. Red.). Das Management dieser Software-Firma habe ich im Jahr 2000 verlassen, bin jedoch bis heute einer der Hauptgesellschafter.

Hatten Sie da das „Heu“ drin? Konnten Sie sich, mit Anfang 40, schon zur Ruhe setzen?
Ich arbeite nicht wegen des Geldes, ich bin leidenschaftlicher Manager und Unternehmer. Müßiggang würde mich krank machen. Mich sprach dann jemand an, ob ich nicht in einer Auseinandersetzung zwischen Gesellschaftern in einem Unternehmen mit meiner „pastoralen“ Art vermitteln könnte. Und so kam ich in Kontakt mit einer Firma in Ilmenau, die Quarzglas herstellt. Das wird beispielsweise bei Halogen-Scheinwerfern eingesetzt.
Diese Firma ist ein Werkstoffspezialist und hat ein Alleinstellungsmerkmal. Das ist weltweit einmalig. Nachdem der Konflikt in fünf Jahren gelöst war, bin ich dort eingestiegen. Damals lag die Firma bei sechs Millionen Euro Umsatz. Heute sind es über 200 Millionen Euro. „QSIL“ gehört mittlerweile zu den Top 5 der unabhängigen Thüringer Unternehmen. Fünf Werke existieren in Thüringen mit 850 Mitarbeitern, 150 Arbeitsplätze in den Niederlanden, 200 Arbeitsplätze in Großbritannien.

Da ist ein gutes Händchen in Sachen Mitarbeiterführung gefragt.
Allerdings. Ich bin keiner der Unternehmer, die auf einem hohen Ross sitzen. Ich spreche viel mit Menschen und nehme Anteil an ihrer Arbeit und ihrem Leben. Wenn mir ein Mitarbeiter an der Drehmaschine von seinen Sorgen und Nöten erzählt, dann stelle ich häufig fest, welche Kluft zwischen der arbeitenden Bevölkerung, die die Werte schafft, und dem Mainstream-Denken vorhanden ist.

Wie sieht Ihr ethischer Kompass aus? Welche Werte sind Ihnen wichtig?
Mein Kompass ist der Bibel entlehnt und hat einen biografischen Hintergrund: „Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben.“ (Römer 1,16). Ich stelle heute nach 66 Jahren fest, dass mich diese Kraft in all der Zeit begleitet hat.

KI ist ein großes Thema. Da müssen auch ethisch-moralische Entscheidungen getroffen werden. Wie stehen Sie dazu?
Eins sollten wir dabei beachten: KI kann kein menschliches Gehirn und schon gar nicht die menschliche Seele ersetzen. Der Computer hat keine Seele. Es gibt Entscheidungen, die nicht mit richtig oder falsch entschieden werden können. KI ist eine Hilfestellung, weil hier sehr schnell sehr viele Informationen verarbeitet werden können. Wir haben das doch heute schon im Flugzeug-Cockpit. Die Piloten müssen sich darauf verlassen können, was der Autopilot vorgibt. Aber das schließt die menschliche Komponente nicht aus.

„Wenn sich die Kirche voll und ganz auf ihren ›Markenkern‹, das Evangelium, konzentriert, dann hat die Kirche Zukunft“

Sie haben die Entwicklung Ihrer Unternehmen geschildert. In der Kirche geht es gerade in die andere Richtung. Haben Sie als Manager eine Empfehlung?
Ich denke, das ist ganz einfach: Wenn sich die Kirche voll und ganz auf ihren „Markenkern“, das Evangelium, konzentriert, auf die Verkündigung des Wortes Gottes, und nicht einer „woken“ Kultur hinterherrennt, dann hat die Kirche Zukunft. Das Wort Gottes ist so kostbar und seit 3000 Jahren überliefert, da sollte man nicht daran rumbasteln, bis es einem passt.

Ist der Zeitgeist schuld am Mitgliederschwund?
Ja, das glaube ich. Ich vermisse oft die Authentizität. Auf der Kanzel sollte mit ganzem Herzen das Evangelium von Jesus Christus verkündigt werden und keine Ideologie. Wenn es aber heißt, Gott wäre „queer“, dann halte ich das für Häresie. Und das sollte man auch sagen dürfen. Wo bleibt da die Ehrfurcht und der Respekt vor dem heiligen Gott, der von uns Menschen eben in keine Schublade zu stecken ist?
Nicht, dass ich hier missverstanden werde: Ich bin nicht gegen Veränderungen und neue Gedanken. Als junger Mensch wollte ich auch die Welt aus den Angeln heben. Aber es sollte abgewogen werden, was zu bewahren ist, und was in der heutigen Zeit neu gedacht werden muss.

Sie sind seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Kirche engagiert. Warum?
Weil mir das wichtig ist. Ich habe viele Erfahrungen in und mit der Kirche gemacht und ich möchte auch ein Stück davon weitergeben und mich für die Kirche mit meinem Glauben einsetzen.

Sie waren Gemeindekirchenrat, spielen im Posaunenchor und engagieren sich im Beirat der Deutschen Bibelgesellschaft. Was können Sie dort mit Ihren Fähigkeiten bewirken?
Ich wurde gebeten, mich mit meiner unternehmerischen Expertise dort einzubringen. Dabei geht es darum, Medium und Inhalt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten so aufzustellen, dass viele Menschen erreicht werden können. Ich kann mitwirken bei der Verbreitung der besten Botschaft der Welt. Das ist doch eine schöne Aufgabe. – Ende des Interviews

Noch ein paar Bilder von unserer Rundreise Berlin, Bebra in Hessen, Heidelberg, Obertheisen nahe Salzburg.

Metanoia, Charis, Kairos d.i.:Umkehr, Gnadengabe/Freude,“Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“- die Übersetzung Michael Gorbatschows für den neutestamentlichen Begriff KAIROS.

Gefunden an der Außenwand einer Kirche im Berchtegadener Land – erschreckend aktuell in der Zeitenwende, jedenfalls für uns aus dem Osten Berlins unweit zu Polen. Meine Frau musste das fotografieren bei einer ihrer Spaziergänge durch das oberbayerische Oberetheisendorf. Vom Neuhauser Hof aus (an der Landstraße nach Salzburg).

Interview mit Stephan Beer ist Chefredakteur Willi Wild /Wochenzeitung der Mitteldeutschen Evangelischen Kirche „Glaube und Heimat“,
Weimar, Magdeburg/ SOMMER – INTERVIEW
Margard Wohlfarth: Fotografien 2023/7, Kerstin Hoppe: Altenburger Akademie, Grafik 1988/7

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Unternehmer Christ Eisenach Deutsche Bibelgesellschaft Stephan Behr

3 Kommentare

Alexander v.Medem aus Weimar

am 10.08.2023 um 19:03

Danke für die Vorstellung eines so großartigen Christen.  Mehr von solchen…

Berchtesgadener Land

Tagebuch – Sommer

Margard hat es gut organisiert: „Nachbarschaftstreffen“in Leipzig in der Industriestraße. Private Initiative einer Hausbesitzerin (Saarländerin) für Dienstag 11.07.23 ; durch Besuch der Buchhandlung Holbeinstrasse darauf aufmerksam gemacht worden.

„Ach, Dostojewski – in Häusern des Lebens und des Sterbens – für einen russischen Dichter“(Haag+Herchen 2022)

Ab Donnerstag 13.07, erst im Garten, dann im Saal.

Danach pastorale Vertretung für A. Schwedusch bis 20.07 in Müggelheim.

Deshalb erst Freitag 21.07.2023 Anreise Heidelberg nicht über Nürnberg, wie so oft, wenn es gen Westen geht nach Schwaben zum Beispiel. Sondern Hermsdorf, Eisenach die A4 entlang. Mit Sommergrippe trotz Tee vorher. Kuchen vergessen, wie immer. Pause in Waldhessen, Motorrad – Hotel. PLZ BEBRA.

Unweit der Rhön.

Saarländischer Wein und Leipziger Blumen

Erinnerung an Elisabeth, die Heilige, die sich sehr um ihre Kinder gesorgt hat, als es um das Erben ging. Um das Sterben. So ist Thüringen z.T.in Hessen aufgegangen.Das liebliche Thüringen und Hessen, ja, ja.Freitag Abend in Hessen.Vogelsberg. Wald.

Am nächsten Morgen Aufbruch Richtung Südwesten, an den Neckar , Heidelberg in die Ringstraße, wenn wir sie finden.

Angebot M. Schneider, Musiker in H.

Lesung s.o. – plus Gedichte:S. in diesem Block „Dramatisches Gedicht“.

„22. 7. 23 Freitag am Abend in Heidelberg, Nähe Wolfsbrunnen“.

Nähe Bergkirche, ev…

Danach Gespräch.

Wegen Josephs Geburtstag am 29.7. zehn Jahre alt, Rückfahrt über Teisen/ Leipzig geplant.

4 Nächte Ober – Teisendorf in Bayern bei Salzburg 😃bis Donnerstag 27.07. 2023. 1.(Anreise-)Tag

Ohne Rehbraten vom Jäger in H.Z. und ohne Brahmskonzert mit Bassist/Chello/Grosse Geige am Abend deswegen schon am Sonntag weg von West nach Ost in D – SÜD. Deutsche Erinnerungen bei der Querfahrt (Kaiserfahrt).

PC ANGEBOT bei Suche nach vertretbaren Preise mitten im Sommer, gelinkt. Lagorithmus 60.- euro pro Person, Übernachtung mit Frühstück. Und das mitten in der Ferienzeit.

Ankunft Sonntag 23.07.

  1. Tag Urlaub in Bayern

Gegen Abend .

Bei Michael Schneider wegen Fluchtgefahr der bis zu drei Hunden – Meute: TÜR ZU.

Wegen Strasse, Gasse am Hang. PKW s. Mordwerkzeuge.

Bei Joseph und Sissy umgekehrt: TÜR ZU.

Wegen schwarzer junger Katze.

Sie will ständig „rein“.

Bei “Hofwirt” Sauerbraten als Ersatz für Neckar – Reh.

Essen fast ein Problem eigentlich das Vergessen. Nämlich eigene Fresstasche bei Michael Schneider gelassen.

Ach – Bayern. Berchtesgadener Land.

BGL gleich Betriebsgewerkschaftsleitung in DDR-ABKÜRZEL.

Pilgerstätte nach dem 2. Weltkrieg.

Hoch oben auf dem Berg.

Jetzt Dokumentationszentrum.

2.Tag

(K)ein schöner Tag am Berg „Rauschenberg“.

Wandern am Fuss des Berges. Ausgetrocknet der Taubensee, der NAMENSGEBER DES HOTELS. Aufzug zum Gipfel kaputt.

Restaurant oben auf der Spitze des Berges und unten im Hotel geschlossen.

”Die Auflagen zu hoch”

Handy vergessen.

Deshalb nicht geklettert*, sondern nur über “Stock und Stein” allein rund um den See, der nicht abgefischt worden ist, sondern ausgetrocknet wegen fehlendem Regen und Schnee die Jahre hindurch im Sommer wie auch im Winter.

Wie man mir sagte auf Nachfrage. Ich kenne solche Ansichten aus den Mönchsteichen in Altenburg in Thüringen, wenn sie abgefischt werden.

*S.Lesung Ach, D. …vom Vorsprung… Felsen….Heli…

3.Tag Wandern. Ach. Bach

Von Ober – Teisendorf nach Teisendorf.

Hinwärts. Rückwärts TAXI.

Erkundungen wegen „leichter”Wege eingestellt. Du kannst einfach gehen auch ohne Berge von Feld zu Feld.

4.Tag Salzwege, Stationen.

Kriege wegen Salz?

Salzburg.

Oberteisen.

Pässe.

Wie hat mich der Sepp angesehen, der Mann von Sissi: der Türkenkoffer!

Ah…Ich muss mir einen Koffer kaufen.

Also Salzburg, zwanzig km entfernt von Oberteisendorf.

Mit der Burg.

Blick vom Inn.

Da wird es Geschäfte geben: „Wie es früher einmal war.“ Da kann ich mir einen Koffer kaufen zum Klettern und der Spazier – Stock ist nicht mehr der Steig- Bügelhalter meiner Lasten in der Zelefantüte mit Werbespruch von Aldi, sondern das 3. Bein des Pilgers.

ALSO

Rucksack, genäht, Schnallen, wenn auch nur zum Schein. Und Soldatengrün. Ranzen. “Heute wollen wir das Ränzlein schnüren.“ – Wir waren in Salzburg und haben Jedermann gesehen zu den Festspielen. Das ist lange her. Ja, ja die Städte am Fluss. Prag auch. Budapest. Und überhaupt Donau. Moldau. Elbe.

Leider allein gekauft für mehr als 80 Euro in der Dreifaltigkeitsgasse in Salzburg am Inn: den Rucksack in Anlehnung an die Wüstenwanderung vor 9 Jahren. Aus den Archiven von Martin Voigt, dem Vater meiner müden Frau, der es lieber war, als ich sie fragte, in der Kammer zu liegen um zu vergessen und zu schlafen.

Matthias Claudius:“Wo ihr des Tages Jammer vergessen und verschlafen sollt.“

Das war eine Fahrt. Du hast den Zugang nicht gefunden. So ist es, wenn du den Ehrgeiz hast ohne Navi auszukommen. Du versinkst ohne Orientierung.

Oh, GOTT.

OHNE GOTT UND SONNENSCHEIN BRINGEN WIR DIE ERNTE EIN.

Endlich Mut.

Endlich .

EINBAHNSTRASSE.

JETZT BURG.

KUPPELN.

DOM.

FLUSS.

Kaufen.Kein Essen.Keine Toilette. Aber den Sack auf den Rücken geschmissen. –

UND DER SEPP IST NICHT MEHR ENTSETZT. SISSI IST FROH

Du kannst nach Hause fahren über Berchtesgaden. Das ist aber dann das nächste Kapitel. Von Tag drei am Mittwoch dem 26.7… Vor unserer Rückreise am nächsten Tag.

Berchtesgadener Land nach einer Reise nach Baden – Baden vor Wochen, nach der Lesebühne in Heidelberg als Gast im Rainweg und am Hang gegenüber am Abend.

Der Rundweg über die Berge, entlang der Salzstraße immer nah dran an Austria. In Erinnerung an die Urlauberseelsorge in Östereich/ Kitzbühel und anderswo. Die Bergtour. Die Salzstraße. Der Abendspaziergang am letzten Tag im Berchtesgadener Land. Versprochen.

.

Tirol

Fortsetzung 4. Tag

Der Rückweg über die Berge.

Salzburg – Berchtesgaden – Ober – Teisendorf.

Du musst schon „um die Ecke“ fahren, wo du einen Gipfel siehst. So ähnlich war es in Salzburg mit der Burg. Nur – die Bauarbeiten haben mich aufgehalten, schnurstracks der Nase nach zu fahren, ohn Navi.

Zum Inn.

Ich habe es also aufgegeben per Landstraße zurück zu kommen. Die Straße: Salzburg in Österreich – Teisendorf in Bayern.Da gab es keine Schilder in der Stadt. Aber Berchtesgaden D.

Wie das wird, wusste ich nicht.

Der Tank war jedenfalls voll genug.

Der Magen leer.

Und keien Bedürnisanstalt in Sicht.

Also den Soldaten-Grauen- Auastria – Stil verlassen – „wie Preußen!“ – und zurück in `s bunte Bayern, wenn auch dort mit grundpreussischer Grundordnung. Das wissen die Östereicher am besten, wenn sie den Bayern ihre Spitznamen geben. Dass sie mich an Preussen selber erinnern aus ganz anderen Gründen? Keine Frage. Sie sind sich schon ähnlich. Odernicht? Waren ja Konkurrenten. Feinde.

Da, die Grenze. die keine mehr ist, nur ein paar Hinweise: Tempo u.s.w. in Stadt und Land.

Berchtesgaden ein schöner Ort mit unendlich vielen Umweltsündern, die aufgereiht auf einem riesigen Parkplatz stehen. So meine Erinnerung, als ich mit meiner Frau Margard vor vielen Jahren nach der Wende das erste Mal in der von Adolf Hitler gekennzeichneten Gegend umgeschaut habe, auch mit einem Fernglas – Blick nach oben auf das Adlernest.

Oder Königsee.

Oder…Oder. Wie hieß der See, an dem der DDR – Händler und Devisenbeschaffer Zuflucht gefunden hat.

Wie es heute ist? – ein ganz anerer Eindruck.

Prunkvoll.

Vielleicht von Berlin aus, dieser viel graueren Stadt, noch längst nicht am Meer. Wenn auch der Wind es ankündigt.

Ich lasse mich führen in Richtung Bad – Reichenhall, Traunstein und fahre jetzt nicht mehr Süd – West, sondern Nord – West.

Plötzlich die hohen Berge, die Salzstraße steigt hinauf zum Wirtshaus WACHTERL. Essen, Bedürfnisse regeln, hinunterschauen vom Balkon aus: besser Terasse. Die Balken aus Eiche.

„Darf ich draußen essen?“

„Ja, sicher!“

Dann kommt es: Essen und Trinken in Bayern, welches Seel un Leib zusammenhält. So katholisch ist das. Und hinunterschauen. Denkst du. Ja, aber der Lärm in den Bergen. Wir kennen das von einem Besuch am Gotthardt – Wendezeit – die Bürger der ehemaligen DDR wie Strafgefangene, die entlassen wurden und sich auf alle Wege der Welt machten.

Die Hochwege, die Tiefebene.

„Was ist hier los?“

„Manöver!“ – In der Schweiz war das noch schlimmer und noch grauer als in Österreich, der DDR und Berlin zusammen. Die sind ja auch noch Calvinisten, dachten wir – und an den Gemeindekirchenrat in Genf, Zürich, Basel. Damals und heute. Damals war in der DDR das ausgehende Mittelalter.

2023 meinen wir mit damals vor 30 Jahren.

Damals Leipzig 89.

Also Herrliche Berge zwischen Berchtesgaden und Bad Reichenhall. SALZSTRASSE. Alter Handelsweg. Hoffentlichkein Kriegsweg, denn die Völer haben Kreig geführt wegen Salz. Gut, wenn man im MOMENT nicht alles weiß.

„Ist der Krieg ausgebrochen?“, frage ich die freundliche Serviererin, als die Überschalljäger – unsichtbar – einen Höllenlärm produzieren.

„Na.“

„Gott sei dank!“

Nun aber Apfelstrudel, Hirschgulasch, Apfelsaft – wegen dem Fahren in den Bergen, wo du nicht immer hinunterschauen solltest, wenn du nicht ganz schwindelfrei bist und erst trainieren musst wie Goethe, als er den Kirchturm erstieg im heutigen Fankreich, gegenüber von Offenburg am Fuße des Schwarzwaldes. Du weist schon: „Strassburg auf der Schanz…“. MÜNSTER.

Die Ehrfurcht die GLEICHE.

DIE TIEFE.

DIE HÖHE.

DIE VERTIKALE.

Es gibt nichts Grosartigeres als den Menschen.

Nichts Verachtungswürdigeres. –

Lärm und Stille der Berge.

Krieg und Frieden.

Tolstoi und Dostojewski

Die Tolstoijewskis, sagen böse Nationalisten jetzt wegen dem Krieg. Was soll daraus werden. Deshalb habe ich am Abend in Heidelberg aus meinem Buch „Ach Dostojewski…“ vor 5 Tagen gelesen, begleitet von einem Bassisten und einem Klarinettisten: Ein jüdischer Komponist aus der Schweiz, der in die USA ausgewandert ist hat die Klagelieder und Gebete, den Lopreis und den Dank komponiert. Beziehungsweise: Die beiden haben für ihre Instrumente die Musik aus dem Orchesterwerk „hrausgesogen“.

Dann war plötzlich Stille. Kein Wort. Kein Ton mehr.

Ein guter Abend in Süd – WEST.

Mein VW ist nicht das Größte, wenn er mich auch hier hoch gebracht hat und auch wieder hinunter in den Badeort Reichenhall, auf die Straße, nördlich der Autobahn nach Ober – Teisendorf.

In meinen Bauernhof im Berchtesgadener Land. Neuhauser Hof, so heißt er, hat nichts mit dem Namen des Bauern und der Bäuerin zu tun oder mit ihren Söhnen und deren Frauen und den Enkeln.

Aber wir haben noch Stunden: in der Kammer zum Schlafen und Lesen. Mit dem eingemauerten Holzschrank von den Vorfahren, in denen die kostbaren Sachen schlummern.

Mit der Dämmerung. Noch mehr, wenn die Sonne nicht scheint.

Um Auszuruhen, um Wege zu machen, Besorgungen für den alltäglichen Gebrauch.

Abendspaziergang am 4.Tag, dem letzten, morgen gibt es vorerst keinen Abend mehr hier in diesem Abendfrieden mit dem Motorenlärm auf der Landstraße, eigentlich Tag und Nacht, von West nach Ost, Traunstein – Salzburg. Die wir gekommen sind.

Ich kenne den Weg: Richtung Traunstein, dann links über Felder, bis zur Kapelle.

Die Waldberge

Der Maibaum

Am Eingang zur Kirche

Wir in Europa

Kapelle für den Nachwuchs

Von Ferne… und zurück in den Hof und die Gute Stube mit der Fensterbank im Flur: DER GOLDENE HAHN. DER ROTE HAHN. AUS METALL.

A DIEU AM MORGEN DES NÄCHSTEN TAGES… in Richtung Regensburg und Leipzig – Berlin.

Alternativlos

Anmerkung zu den Bildern. Ausnahmslos selber aufgenommen. Die Berg – Bilder sind eine Erinnerung an die Jahre der Urlauberseelsorge 2009, 2010 und 2012 in Kitzbühel und Schwaatz.

Die ganze Reise ware eine Erinnerung daran.

Im Gebet für die Menschen, denen wir dort begegnet sind, die wir begleiten durften.

SALOMONISCHES URTEIL

Liebe Gemeinde, noch einmal die Texte für den Heutigen Sonntag in Erinnerung bringen und wenigstens anlesen, zu Hause dann weiter lesen, es lohnt sich.

Das erste Testament, Epistel, Evangelium: JEREMIA 1, 4-10; Philipper 3,7-14; Evangelium Mt 13, 44 – 46.

Der Prophet wird berufen.

Der Apostel stellt sich vor als jemand der um Christi willen alles, aber auch alle stehen und liegen läßt.

Und das Evangelium beschreibt den Kaufmann, der alles verkauft um des Reiches Christi willen, den Landwirt, der nur diesen Acker haben will, der er weiss, darin liegt der Schatz begraben, den er sucht – und gefunden hat.

Das sind sehr wuchtige Texte heute, die uns da angeboten werden in unserem Gottesdienst.

Radikale Texte.

Dabei haben wir noch nicht einmal alle gehört. Z.B. den Vorschlag zum Ersten Testament als 1. Lesung. Wir begnügen uns in der Regel mit zwei Lesungen oder sogar mit der einen: das Evangelium – und könnten vielleicht gar nicht alle zusammen – fassen.

Was da auf uns zu kommt.

Wie gut sind doch die Lieder, die schon unsere Vorfahren gesungen und gebetet haben, in denen all die Dinge ausgesprochen und gesungen werden, die unser Christsein ausmachen.

„Gott des Himmel und der Erden…“ rufen wir den HERRN an…“Vater Sohn und Heiliger Geist, der es Tag und Nacht lässt werden, Sonn` und Mond uns scheinen heißt.“ Da sind wir erst einmal eingebettet in Gottes Gute Schöpfung, die uns zugesagt ist in der Geschichte der großen Katastrophen, die in der Bibel erzählt werden: Es soll immer Tag und Nacht sein, Frost und Hitze…

Sie erinnern sich…

Wir haben das mit den Jugendlichen, die jetzt an den Schalthebeln von Macht und Entscheidung sitzen – von ihrer Generation her, gebetet und Gott an sein Versprechen erinnert in unserer Atomangst im sogenannten Kalten Krieg, als sich die Atomraketen in Deutschland Ost und Deutschland West gegenüberstanden. Und der Physiker von Weizsäcker sich einen Atombunker bauen ließ in seinem Garten.

Von diesem HERRN über Leben und Tod, Schmerz und Heil, der seiner Welt den Regenbogen gespannt hat, dass sie nicht vergisst den Bund des Lebens mit seiner Schöpfung lässt sich JEREMIA und all die anderen Propheten und Missionare berufen, damit sie das Wort Gottes verkündigen können, das Frieden stiftet zwischen Gott und den Menschen und den Menschen untereinander…

…wenn sie Seinen WEG gehen und nicht in die Irre und in die Orientierungslosigkeit. Nimm und lies das Buch der Bücher!

Lies sich NATHAN berufen, um DAVID, den Vater des weisen Königs SALOMO zu Vernunft, Verstand und Rechenschaft zu bringen.

Zum Eingeständnis seiner Schuld, damit er und JUDA leben können.

ISRAEL.

Und unser eigentlicher Vorschlag zur Predigt an diesem Sonntag?

„Und der HERR erschien Salomo im Traum des Nachts und Gott sprach: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du hast an meinem Vater David, deinem Knecht, große Barmherzigkeit getan, wie er denn vor dir gewnadelt ist in Wahrheit und Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen vor dir, und hast ihm auch große Barmehrzigekit erwiesen und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Thron sitzen sollte, wie es denn jetzt ist. Nun, Herr, mein Gott, du hast deinen Knecht zum König gemacht an meines Vaters David statt. Ich aber bin noch jung, weiß weder aus noch ein. Und dein Knecht steht mitten in deinem Volk, das du erwählt hast, einem Volk, so groß, dass des wegen seiner Menge niemand zählen noch berechnen kann. So wolltest du deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, damit er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist. Denn wer vermag dies dein mächtiges Volk zu richten? Das gefiel dem HERRN gut, dass salomo darum bat. Und Gott sprach zu ihm: Weil darum bittest und bittest weder um langes leben noch um Reichtum noch um deiner Feinde Tod, sondern um Verstand, zu hören und recht zu richten, siehe, so tue ich nach deinen Worten. Siehe, ich gebe dir ein weises und verständiges Herz, sodas

Gott erscheint selber im Traum, nicht wie dem Mose am Eingang des Zeltes.

Aber wie dem Jakob, der die Engel hinauf und herabsteigen sieht, als er auf der Flucht ist.

Der HERR fragt den Neuen König, was er sich für seine Regierungszeit wünscht.

Keinen Reichtum haben wir gehört.

Kein Langes Leben, haben wir gehört.

Sondern Weisheit.

Salomo wird jung beschrieben in den Königsbüchern zu Beginn seiner Herrschaft.

Aber er ist nicht zu jung, sich Weisheit zu wünschen.

Er ist kein jugendlicher Tor oder einfältiger Greis.

Er weiß, was Macht bedeutet.

Er will sie gebrauchen.

Nicht missbrauchen.

Er wird entscheiden müssen was gut und böse ist.

Er wir ja und nein sagen lernen.

Und nicht nur sowohl als auch, damit es schön bequem ist in der Ausstattung der Thronfolge.

Oder für die nächsten Wahlen.

Ja, er ist Schicksal.

Er wird Schicksal.

Über Leben und Tod.

Über Krieg und Frieden.

Die folgende Geschichte, die das belegt ist weltberühmt, so weltberühmt, dass sie der Dichter Bertold Brecht auf die Bühne des Berliner Ensembles brachte und auf alle Bühnen der Welt.

Wo am Abend widersprochen werden soll, was an Unrecht am Tage geschehen wird und schon geschehen ist.

Wenn es wirklich sinnerfülltes Theater ist.

Mit Sinn und Verstand.

Sie kennen diese Geschichte auch. Zwei Frauen, in unserem Text werden sie Huren genannt, bekommen ein Kind am Abend des Tages. Und an einem Morgen wachen beide Frauen auf ohne einen Mann auf den sie sich berufen könnten oder zu Hilfe rufen könnten. Und bei einer der beiden Frauen findet sich das Kind tot.

Kindstod?

Die Anklägerin benennt den Grund anders: Meine Nachbarin hat im Schlaf ihr eigenes Kind erdrückt und es heimlich ausgetauscht mit meinem lebendigen Kind. Ich soll jetzt ein totes Kind haben. Aber ich habe es mir angeschaut: es ist nicht das Kind, welches ich geboren habe.

Beide Frauen treten vor den König und er hört sich die Geschichte an.

Es geht um Tod und Leben.

Salomo sagt, holt mir ein Schwert.

Und als das Schwert vor den König gebracht wurde, sprach der König: Teilt das lebendige Kind in zwei Teile und gebt dieser die Hälfte und jener die Hälfte“.

Da sagte die Frau, deren Sohn lebte, zum König – denn ihr mütterliches Herz entbrannte in Liebe für ihren Sohn – und sprach: Ach mein Herr, gebt ihr das Kind lebendig und tötet es nicht.

Jene aber sprach: Es sei weder meines noch deines; lasst es teilen!

Da antwortete der König und sprach: „Gebt dieser das Kind lebendig und tötet es nicht; sie ist seine Mutter“.

Und ganz Israel hörte, von dem Urteil, das der König gefällt hatte, und sie fürchteten den König; denn sie sahen, dass die Weisheit Gottes in ihm war, Gericht zu halten.

Noch immer halten hoffentlich die Leute den Atem an, wenn diese Geschichte von der salomonischen Weisheit auf allen Weltbühnen aufgeführt wird.

In welchem Zusammenhang auch immer.

Wie sehr versteht man nach diesem Bibel – Report aus dem Gerichtsaal des Königs Salomo das Gebet des Richters, bevor der den Gerichtssaal betritt.

„Gib mir Weisheit, oh Gott.“

Im Umgang mit Männern und Frauen, im Umgang mit Jungen und Alten.

Dass ich Frieden stifte, wo man sich hasst, dass ich verbinde, wo man sich verletzt.

Dass ich versöhne, wo Krieg ist zwischen Nachbarn, zwischen Brüdern und Schwestern. Zwischen Nationen und Kulturen. Konfessionen und Religionen.

„Herr, mache mich zum Werkzeug Deines Friedens“.

Es wird nicht immer gelingen.

Siehe,das vierfache Ackerfeld, mit dem uns JESUS hilft, gelassen zu bleiben.

„Keine Gewalt!“

„Mache Du mich zum guten Land, dass Frucht bringt.Und Frieden stiftet, wo Hass ist.“

„Sei Du der Weg, die Liebe zum Leben, die Vergebung für mich. AMEN“.

.

Lesung in Leipzig

Auszug aus einem Brief:

„… ach, Dostojewski, jetzt machen sie dich auch noch schlecht: Gute Literatur ? – ja, aber deine Weisheiten?

Wie bei deinem Bruder Tolstoi.

Behalte sie doch lieber für dich.

Inzwischen gibt es Einiges, wo über dich so gesprochen wird. In angesehenen Tageszeitungen, Kultur – Kolumnen

aller Art.

Ich möchte keine Namen nennen.

Du weißt schon.

ACH DOSTOJEWSKI, komm heraus

aus deiner Hütte in Tirol.

Oder sitzt du schon auf dem Felsenvorsprung am Berg und wartest auf den Bergrettungsdienst.

Auf den Heli, wie die jungen Sportler sagen.

Die Eventisten.

Also, besser bleibe darinnen.

In deiner Hütte, Höhle oder wo immer.“

Begegnung

2.Begegnung – aber…

10.12.2007

„Weiter“ –

heißt ein „Fenster“ -in der weiten Welt des Nicht-Wirklichen.

Wir bleiben aber stehen beziehungsweise sitzen. Wie am Schluß des Wartens auf Gott. Wir gehen nicht, obwohl wir es ständig im Munde führen.

Vielleicht ist Pilgern die Lösung.

Du mußt es nur anklicken mit einer „Maus“ – oder mit dem sanften Druck Deiner Hände. Mit Deinem Fingerspitzengefühl, welches Du trainieren musst, indem Du jeden Morgen zu Deiner alten schönen Weihnachtsblockflöte greifst und darauf spielst: „Fröhlich soll mein Herze springen…“

„Klicken“ ist einfacher.

Laptop ist elegant.

Der Rechner ist mächtig gewaltig.

„Weiter“.-

Du weißt nie, was kommt und hast Angst, daß sonst etwas passiert, explodiert. Wenn Du die falsche Taste drückst, den „Pfeil“ auf das falsche Wort lenkst.

Dann stelle ich mir Bin Laden vor, wie er vor seinem Laptop sitzt und scheinbar zufällig auf „Weiter“ -drückt. Und das war das Entscheidende. In aller Stille die Vorbereitung und die Ausführung.

Der Horror kommt auf leisen Pfoten wie ein Tiger, der ein Kalb sucht.

Noch schlimmer, wenn es Bin Laden nicht selber macht, sondern seine Jünger, denen es um ihre Würde geht. Aber wenn sie Gottes Ebenbild sind und deswegen ihre Würde auch unantastbar bleibt, warum haben sie es dann nötig sich so zu wehren. Sie haben noch nichts vom Leiden gehört. Dostojewski. Nein, nein Dostojewski. Oder liege ich da falsch.

Also weiter! Dostojewski, auf unserem weiten „Dialog-Feld“ des Theodor Fontane nicht, sondern auf dem des reichsten Mannes der Welt weil er diese Maschine erfunden hat, mit der wir gerade so schön spazieren gehen in der Götzendämmerung des Friedrich Nietzsche .Mit einer Panflöte auf dem Grammophon.

Du weißt also, wie es uns geht. Die Werte verfallen. Nein, sie wandeln sich, wie immer in der Weltgeschichte, die unser Gericht ist, wenn ihr Ziel Gott ist. Ich weiß es. Nur Zitate. Aber immerhin wieder der Geschichtsschreiber Schiller und der andere große deutsche Geschichtsschreiber Ranke. Ja, ja ich möchte mich und dich gleichermaßen neugierig machen. Reg Dich nicht auf. Schick mir eine Mail und erzähle mir alles über eure Schulweißheiten, die du so verachtest. Das wäre doch eine schöne kantianische Pflichtübung

Sozusagen in eurer russischen Enklave. Du sollst dich nicht schon wieder aufregen. Es geht weiter. Keine Angst. Nichts geht unter. Nichts geht verloren. Alles kommt wieder. Wie der Prediger sagt und nicht Christa Wolff, die Frau, die den DDR-Bürgern so gut es ging Geschichten erzählt hat. Früher dachte ich, sie hätte es heimlich, ohne dass ihre Genossen es bemerkten, von Günther Grass abgeguckt, bi s ich begriff …Von wegen Grass, nein das Predigerbuch, 3. Kapitel. „Was gestern gewesen ist, wird morgen sein.“ Schade, ich habe meinen Schülern beigebracht das die intellektuelle Redlichkeit damit beginnt, dass ich Quellen angebe… Ich bin ja nur ein Ossi. Ein „Zoni“.

Und bei den Römern heißt es in abgewandelter Form: Nichts Neues unter der Sonne… Alles schon da gewesen.

Wir müssen nichts restaurieren, Es kommt sowieso.

In unserem evangelischen Glauben, lieber Bruder, singen wir „Ich bring alles wieder…“ Wir singen und beten das mit Paul Gerhard aus Luckenwalde und Berlin. Immer noch. Er meint den, der vor der Tür steht. Der alles wieder bringt.

Wer weiß, wer das ist, der da vor der Tür steht. Weiß Leo auch. Ist es gar unser Feind. Du erinnerst dich, er bringt dem verfeindeten Bruder den Bruder zurück und der ist Christus. Du erinnerst dich an die Erzählungen im Schneesturm. Im Gutshaus.- Das gilt auch für unsere Völker, für unsere Vaterländer. Gorbatschow kam doch aus einer gläubigen Familie, haben uns Evangeliums – Baptisten in der Ukraine erzählt, als sie noch zur großen siegreichen Sowjetunion zählte. Euer Landsmann Gorbatschow hatte es gerade aufgegeben, die Speerspitze der Revolution Lenins sein zu wollen. Jetzt herrscht Frieden. Nein, nein keine Ruhe, im Gegenteil. Eine heilsame Unruhe ist ausgebrochen. Sie ist furchtbar für diejenigen, die nicht wissen, das Frieden nicht die Abwesenheit von Kampf bedeutet, sondern dass Gott uns nahe ist. Advent. So hast du das doch auch gesehen. Oder obliegen wir da einer optischen Täuschung. Nein, nein bestimmt nicht.

Kennst du den LETZTEN ADVENT? Den jemand beschrieben hat für ein Opfer der Sowjetmacht, das unter Lebensgefahren die heilige Grenze der Sowjetunion von Westen überschritten hat, um zu sehen, wer in den unterirdischen Gängen der Angst und des Terrors übrig geblieben war von des GLAUBENS GENOSSEN. Da werden Gottesdienste gehalten in Angst und Not.

Und im Seufzen der Kreatur nach Freiheit…

Ja, Dostojewski, erzähle mir etwas über die Dämonen, die gefallenen Engel, die herabgestürzt sind wie Satan auf das Feld der Erde.

Du hast es gewußt.

Wir werden es Dir nicht vergessen.

Nein, die Demokratie ist nur furchtbar, wenn sie gottlos ist. Wenn das Teilen der Macht nur auf Kalkulation beruht. Wenn die Politik, die dabei herauskommt ohne Prinzip ist. Ohne Begründung. Amerika ist gar nicht schuld. Wie schön, wenn man Sündenböcke hat und das Gericht damit aufschiebt. Gottes Mühlen mahlen langsam, haben die ehrlichen deutschen Handwerkersfamilien, die Eure Zarin so mochte, gesagt. Ich würde solche Sprich -Worte

nicht sofort in den Vorgarten werfen zu den Idyllen der Gartenzwergfamlien.

Es hat ewig keine Zukunft, wenn die Demokratie, die Tugenden braucht, als Prügelknabe dient. Wie- haut den Lukas. Kennst du dieses Sprich- Wort. Unser Volk ist nicht so schlecht, wie es manche machen, aber es ist der Leute Verderben- die Sünde. Der Hochmut, dass das Geschöpf ohne den Schöpfer auszukommen glaubt. Sicher die Wiege der Demokratie ist nicht nur England und die Schweiz, sondern –vielleicht zuerst Griechenland, die Polis. Gerade deshalb – wie schwach war sie und ausgesetzt all denen, die den leichtesten Weg gehen wollen. Demokratie braucht Tugend und Anerkennung, Glaube, Liebe und Hoffnung.

Sie braucht Nächstenliebe, Solidarität. Wenn sie zum Religionsersatz wird, ist sie eine Ideologie, raffinierter als alles anderen Ideologien, tot und utopisch, virtuell und traumhaft, wie bei einem Mondsüchtigen, der angesprochen wird und vom Dach fällt. Sie braucht keine Leute, die den Fluß von der Quelle

und vom Meer trennen und den Kreislauf des Lebens zerlegen, um ihn zu beherrschen. Demokratie an sich gibt es gar nicht. Sie ist eine Staatsform, eine bessere, als die Schlechtere, wie uns ein Brite belehrte, als die Diktatur des Proletariats in Deutschland zu Ende ging.

Nein, die Demokratie ist nicht nur englisch. Oder gar amerikanisch und französisch. Ein Held Friedrich Schillers steht in allen Schulbüchern. „Der Tell“, nach dessen Rütlischwur mit seinen Eidgenossen auf einer Wiese bei Küßnacht in der Schweiz unsere Nationalhymne gesungen wird. Und nach nichts anderem. “Der Tell“, der die Freiheitsglocke läutet und die Sehnsucht nach Einigkeit, Geschwisterlichkeit als den Grundton aller Verschiedenheit als das eigentlich Menschliche auf seine Fahne schreiben läßt. Beziehungsweise Dein Schiller tut das, lieber Fjodor.

Da habt Ihr vielleicht doch als Rechtgläubige Nachholbedarf. Aber andererseits- Ihr kommt ja in Eurem Glauben aus Griechenland. Euer Christentum jedenfalls ist ein hellenistisches.

Wie redet Tolstoi von dem großen Barbar, dem Shakespeare, meinem Lieblingsdichter? –

Also wenn Ihr nicht das allerchristlichste Altengland nehmen könnt zum Studieren wie eine holländische Fregatte weiland Euer großer Zar, versucht es über die griechischen Buchstaben.

Uns fällt das auch schwer als ehemaliger Sowjetrepublik. Wir sind Euch doch so oder so ziemlich nahe gekommen, als Verlierer dem Sieger.

Natürlich ist Mütterchen Russland, Väterchen Zar – bei Frost hört es auf- viel gemütlicher als Demos und Kratos. Was ja so viel wie Volksherrschaft, auch Rat, Sowjet bedeuten sollte.

Und das wird nichts ohne Autorität. Ohne echte Autorität. Ohne europäische Werte. Ohne christliche Erfahrungen in unserer aller Geschichte, von Sieg bis Scheitern, von Hybris bis Demut. Und wehe, wenn das Wort Gnade untergeht und immanent missverstanden wird als zwischenmenschliche Angelegenheit ohne Gottesbezug!

Geht das Wort Gnade verloren? Was kommt dann? Dann ist es gnadenlos. Aber gerade Könige konnten dieses Wort verlieren, weil sie selber nicht mehr in der Gnade leben wollten. Was war dann mit dem Gottesgnadentum?

Die Monarchie ist nicht die Lösung. Höchstens, dass der Tyrannenmord einfacher ist, als ein demokratisches System nicht in Bürokratie verkommen zu lassen.

Der Sonnenkönig bei uns ist der Kunde. Er ist gnadenlos und der Verkäufer noch gnadenloser. Gnade uns Gott.

„Das muß doch Dein Anliegen sein: Gott ist König. Dann brauchen wir keine Könige, die uns gnädig sind. Aber die Ebenbildlichkeit des Menschen, die Rettung des Menschlichen durch Christus, der als Retter und Richter vor der Tür steht und anklopft – wir warten ja darauf.

Daß wir Geschöpfe sind, geboren und nicht bürokratisch oder elektronisch, oder technokratisch auf die Welt gekommen sind, sondern eine Mutter haben und einen Vater, wenn wir das vergessen bei allem „weiter“, sind wir die erbärmlichsten

Kreaturen, die es gibt, die alle Armut in den Schatten stellen und jenseits von Erniedrigung und Beleidigung, jenseits aller Würde nicht leben und nicht sterben können.

Das muß doch Dein Anliegen sein, euer Anliegen sein Ihr Russen in Eurem riesigen Land. Das ist doch das eigentliche Geheimnis des Frieden und der Freiheit. Die Demokratie ist doch nur ein Mittel und nicht ein Ziel.“

„Was sollen wir denn nun hierzu sagen?“

Wir fragen mit dem Apostel, mit den Juden und den Christen, Mit Euch. Mit Dir.

14.Januar 2008

5. Begegnung – Krieg und Schrecken

Die Leidenschaft Deiner Soldaten, Russland, haben uns Angst gemacht. Da helfen auch die riesigen Standbilder nicht, in Treptow nicht, an der Wolga nicht, geschmolzen aus Kirchenglocken und Standbildern der Besiegten.

Manche sollen sich bekreuzigt haben, als sie die Zivilisation gestürmt haben, wie die Indianer den Senf bei George Washington zu einem Festessen am späteren Abend, zu dem sie geladen waren als Abgeordnete ihres Stammes.

Manche sollen geplündert und gebrandtschatzt haben, obwohl alle sich schon längst ergeben hatten in ihr Schicksal. Oder in die letzten Züge gekommen sind nach Westen.

Oder auf die Schiffe, die dann untergegangen sind. Oder sind wirklich nur achtlos brennende Zigaretten in die Wohnungen, die dürr waren, geworfen worden in der großen Müdigkeit nach

den langen Märschen und Kolonnen….?

Ihr habt die meisten Opfer gebracht, um den nationalen deutschen Sozialismus zu besiegen.

Den Faschismus Italiens.

Die Rote Armee. Ihr hattet gute Offiziere? Noch erzogen in den Kadettenanstalten des Zaren Nicolaus? Zum Teil. Wie aus „Krieg und Frieden“…Gutes Kriegsmaterial aus Amerika?

Wir haben die Kriegsfilme gesehen, die Friedensfilme waren, weil der Schrecken des Krieges

nicht verheimlicht wurde.

Und die Politniks mit der Kalaschnikow hinter der Linie? Die haben wir nicht gesehen, in Filmen nicht, im Theater nicht. Ist das ein böses Märchen der faschistischen Propaganda.

Sogar eure Gefangenen wurden als Verräter umgebracht, wenn sie lebend nach Hause kamen. Nicht alle.

Stimmt das? Großes Russland, was machtest du uns bange in unserer kleinen deutschen Sowjetrepublik.

Lebt die Raubkatze noch.

Stalin.

Dschingistan.

Eure Filmemacher entdecken jetzt menschliche Züge an ihm.

Plus sibirische Kälte und Tundra, so weit die Füße tragen.

Elektrizität. Und Dunkelheit

Was ist Kommunismus.

Ja, ja.

Nein, nein.

Sei Euer Wort.

Und was darüber ist, ist von Übel.

Sonst will ich euch ausspucken, wie lauwarmes Wasser.

Spricht der Herr.

Letzter Advent.

Apokalypse.

Offenbarung des Menschen?

Nein, des Bösen.

Aber Tiere sind nicht böse, nur Menschen.

Aus Abend und Morgen ward der erste Tag.

Der Zweite.

Der Dritte.

Der Vierte.

Der Fünfte.

Der Sechste.

Der Siebte.

Und der ist heilig.

Die heilige schwarze Erde. Unverkäuflich. Unvermietbar. Wieviel Erde braucht der Mensch?

Ihr konntet Eure Leute nicht damit ernähren. Ihr habt euch die Erde nicht untertan gemacht, wie es die Schöpfungsgeschichte der Bibel als Zukunft für den Menschen ausweist. Deshalb mußtet Ihr in Amerika, eurem Erzfeind, Getreide kaufen und in Kanada. Schande, sage ich als Bauer. Eure Theorie war falsch.

So weit wie euer Land,

so groß wie eure Leidenschaften,

so schön wie eure Gesänge,

so traurig wie eure Lieder,

so wild, wie eure Tänze,

so klangvoll wie eure Vokabeln.

So schrecklich der Genitiv des Genitivs in dem

Parteichinesisch des Neuen Deutschland

und der Prawda?

So unendlich wie unsere Sehnsucht am Meer.

Was ist das für eine Energie.

Soll ich mich verirren im Advent in Eis und Schnee

in den Ruinen der gesprengten Kirchen,

zwischen den Gräbern der Priester,

Genickschuß,

das Grab zuvor selber gegraben;

zu Helden geworden die Feiglinge in Eurer Armee

durch diese Gegenüberstellung mit dem Kommissar Terror.

Stalin.

Stahl.

So hart.

Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben.

(Nicolai Ostrowski: „Wie der Stahl gehärtet wurde“.)

Was ist das für eine Geschichte. Die Geschichte mit dem Eis… In uns und zwischen uns.

Warum hat Kafka geschrieben, hat er es vorausgesehen auf deutscher Seite.

Unseren Gulag.

Die Vernichtung alles Sozialen und alles Menschlichen.

Letzen Endes

zwei Seiten einer Medaille.

Rasse und Klasse.

21.Januar 2008

6. Begegnung – aber die heißen Tränen der Freude und der Trauer schmelzen das Eis.

Die Liebe Deiner schwankenden Gestalten, der Frauen und Männer. Ihre Reue. Ihre Vergebung.

Die Heiligkeit Deiner armen Leute.

Der Spieler in seiner Verzweiflung.

Gott wird ihn zu sich nehmen.

28.Januar 2008

7. Begegnung – aber die Dämonen.

Sie sind nicht kalt, weil sie hassen. Soziale Kälte Fehlanzeige. Geldteufel. Nein.

Freiheitskämpfer. Idealisten. Und setzet Ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein(Schiller).

Kulturpubertät ist ausgestorben.

Gedichte werden geschrieben in dem fahlen Licht nach dem Verhör.

An Gott glauben wir nur noch, wenn wir die Orgel hören(Sartre).

Die Pfarrerstochter aus dem Schwarzwald hat davon etwas gewusst, als sie die Welt verändern wollte – mit Gewalt. Nicht umsonst hat das die alte Bundesrepublik erschüttert. Die dachte, doch alles richtig gemacht zu haben. Zu richtig? – Wir haben unterdessen in der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik angestanden vor der tschechoslowakischen Botschaft, um zu unterschreiben, das wir gegen den Einmarsch der Roten Armee sind in Prag, Dostojewski. Kannst du dir das vorstellen. Bomben haben wir nicht gebastelt.

Wir waren für den Frieden in unserem kleinen Restdeutschland, der soundsovielten Sowjetrepublik, in dem die Spuren nicht restlos beseitigt waren, die an den Krieg erinnert haben.

Aber inzwischen fallen uns wieder die Dämonen ein, von denen Du so viel wußtest, Dostojewski.

Und wir, die wir an der Ecke stehen, in den Büschen hocken. Auf den Wiesen liegen, wissen es: Sie sind immer schon dagewesen, ganz kurz vorher, das Teelicht brennt noch.

Und trotzdem flüstert es einer dem anderen ins Ohr: „Unsere Kinder sollen es einmal besser haben.“

Und wer schreit es von den Dächern?- Niemand. Denn, wie sie in der Nebenstraße lauern auf die goldene Zarenkutsche und von Hand zu Hand geht zärtlich die selbst gebastelte Bombe, die geworfen wird, sobald sich die Kutsche in Reichweite befindet mit der ganzen Familie.

Egal, ob Ihr dafür nach Sibirien kommt in die Verbannung oder an Ort und Stelle erschossen werdet. Das ist nicht der Punkt. Sondern, ob es einen Gott gibt. Der atheistische Terror. Nicht der religiöse! Wie heute bei denen, die ihre Heilige Schrift, den Koran, nur halb kennen . Wie bei allen, die etwas nur halb kennen, was ihnen angeblich heilig ist.

„Erst müssen wir klären, ob es einen Gott gibt, oder nicht!“

Der ganze Anschlag läuft Gefahr, zu scheitern.

Der Haß droht zu erlöschen. Weil jemand zur Unzeit die Gretchenfrage stellt.

In deutschen Dramen fragt das Mädchen in der Umarmung des Kusses. Oder nach dem Kuß.

Und da gehört sie auch hin, sagen wir klassischer Weise. Ihr seid so furchtbar modern. Ihr Russen. Müßt Ihr in solchen gesellschaftlichen Momenten, in solchen geschichtlichen Sekunden solche Fragen aufs Trapez bringen. Das hindert doch jedweden Fortgang der Handlung. Hat Gott mit dem Terror etwas gemein. Er hat doch mit dem Leben etwas gemein.

Mit dem Leben von Männern und Frauen. Mit dem Leben von hochfahrenden Gelehrten, denen der Teufel ein einfaches Mädchen in den Weg stellt. Das ist doch das Welttheater. Und der Tragödie tiefster Sinn.

Deine Fragen sind anders, Dostojewski. Sie sind anderer Natur. Russischer? Nein. Das glaube ich auch nicht.

Das ist unser Problem, was wir mit Dir und Schiller und vielen anderen haben.

„Kein Gott keine Werte.“ Gott – los. Sinn –los. Wert – los. Vielleicht ist das schlicht der Idealismus, vielleicht sogar der deutsche, der in Misskredit gekommen ist durch die

Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus, den die Sowjets und die Amerikaner besiegt oder in Folge kopiert haben in dem Großen Vaterländischen Krieg, zu dem die Popen ebenso aufgerufen haben, wie die Bolschewiki. Immerhin wurden seit dem Eure Ehen nicht mehr durch das Schreiben einer Postkarte in der großen ruhmreichen Sowjetunion geschieden.

Und bei uns sind viel zu viele Kinder ohne Väter aufgewachsen. Bei euch auch?

Die Väter sind im Krieg geblieben, die Söhne haben alles versucht. Und die Töchter.

Wie lange dauert es, ehe die Wunden verheilen.

Wie kann man ein Attentat aufhalten mit der Frage nach Gott.

Wie kann man ein Attentat begründen mit der Antwort, weil es Gott gibt. Nur den einen.

Tyrannenmord in der Ballade.

In Prag um die Ecke.

Freiheitskampf.

Terror.

Wer ist wer?

Wo ist wer?

Segne die Bombe, die ihn treffen soll.

Bonfoeffer.

Dostojewski.

Setze einen Namen ein.

Für N.N.

Für den weißen Flecken.

5.Februar 2008

8.Begegnung – die Frage nach Gott und niemand antwortet.

Ich darf Dir ein Beispiel erzählen: In einem wunderschönen Garten sitzen sie, die gerne diskutieren und etwas verändern wollen, die Philosophen und Aktionäre. Und fragen nach Gott. Wieder.

Weil alles zusammengefallen ist an Weltbildern, die man sich mühsam aufgebaut hatte, um die Teilung der Welt zu erklären in Gute und Schlechte. Aber die Erniedrigten und Beleidigten waren nicht einzuordnen. Und auf einmal fiel die Teilung der Welt auseinander in viele kleine Teilchen, bis man sah, dass es ja ein Ganzes war, trotz olschewiki, Menschewiki, Sozialrevolutionäre und Kapitalisten. Die Rechnung war nicht aufgegangen: Das Paradies auf der einen Seite und die böse Welt auf der anderen. Nein, die Mauer fiel, die alles trennen sollte und mit Wächtern besetzt war, die es auch nicht mehr wussten zum Schluß. Warum sie eigentlich da waren. Also erinnerte man sich an die alten Zeiten vor der großen Revolution und auch an Dich, der Du von Dämonen sprachst, während andere sie Befreier nannten. Sie hören auf einmal wieder, dass es den Menschen gab, der eine Seele hatte und ein Schicksal. „Und wenn Du dem Menschen seine Seele nimmst, ist er gefügig.“ In einem Märchenstück von Jewgeni Schwarz hörten wir das ungläubig auf der Bühne. Das Märchen heißt der DRACHE und wurde wie eine Fabel erzählt, in der die Schurken nicht beim Namen genannt werden dürfen.

Also sie saßen in diesem Garten, schön wie ein Paradies auf Erden. Aber die Flugzeuge kamen laufend geflogen und machten einen Lärm, dass man sein eigenes Wort nicht verstand.

Und da hörten sie auf zu fragen und meinten, sie müssten erst einmal eine Umweltgruppe bilden gegen den Lärm, eine Bürgerinitiative. Damit viele Unterschriften gesammelt werden könnten gegen den Lärm und dafür, dass die Flugzeuge eine andere Strecke fliegen. Nicht gerade über diesen schönen Gärten, die angelegt worden waren,, als es noch gar keine Flugzeuge am Himmel über den Gärten gab. Und auch keine gewaltigen Flugplätze in der Nähe mit den berühmten Schausonntagen, wenn am Himmel die Flieger ihre Kunststücke

zeigen. Sie konnten ja auch wirklich nicht ihr eigenes Wort verstehen und weder Fragen noch Antworten stellen oder geben. Also ist aus der Frage nach dem Allmächtigen diese Antwort entstanden: „Laßt uns zuerst eine Umweltgruppe bilden, damit wir dann in Ruhe weiter diskutieren können über Gott und die Welt.“

Übrigens: Sie hätten nur in ihre Wohnungen zu gehen brauchen und die Fenster verschließen –mit doppeltem Glas- und sie hätten keine Flugzeuge gehört. Nicht als Störung. Nur als hinnehmbares Geräusch. Ein Geräuschpegel.

Aber der Sommerabend war zu schön und der Nachmittag bei Kaffee und Kuchen.

Sie wollten nicht in die Häuser gehen bei solch schönem Wetter und die Fenster verschließen, damit man den Lärm nicht hört. Sie wollten die schöne freie Natur. Sie wollten den Wind um die Nase- nicht zu stark! – Das Zwitschern der Vögel. In machen Gegenden auch das Murren der Kreatur: Schweine grunzen, Füchse stehen auf und kommen immer näher, wenn sie betteln. Elstern kreischen, wenn sie etwas funkeln sehen.

Also schrien sie sich an – wenn die Flugzeuge zu tief anflogen- daß sie jetzt erst einmal einen Zirkel zum Schutz der Natur

gründen müßten. Das hätte ja schließlich auch etwas mit Gott zu tun, der die Welt geschaffen hat und Schöpfer des Himmels und der Erde ist.

Und sie gingen hinein in ihre Häuser und schlossen die Fenster an einem schönen Sonntag nachmittag, um über die Einzelheiten zu sprechen. Wie, wann, wo, wer. Und sie wählten einen Sprecher. Aus ihren Reihen.

Dabei ist es haargenau dieselbe Situation, die Du beschreibst. Es geht um Tod und Leben und nicht um Badehose und Niveacreme gegen die Einwirkungen der Sonne.

„Du vergißt den Wohlstand“, meldete sich fast das erste Mal D. zu Wort.

„Geht es um Wohlstand?“, fragte ich zurück.

„Nein!“ -schreit D. mich an, weil ein Flieger zu nahe gekommen war.

„Um was dann?“

„Um Freiheit!“

Dieses Wort wurde verschluckt von der Boeing am Himmel, die die Fluggäste zurückbringt aus der großen weiten Welt, die ihre Freiheit genießen wollen, jetzt nachdem der Wall gefallen ist und die Piloten in alle Richtungen steuern, wenn nur jemand das Flugbenzin bezahlt und die Askese nur von wenigen praktiziert wird: Nicht Fliegen. In der Hütte bleiben. Mit Holz heizen. Das Weite suchen, den Dressurbogen, wo die Stille früher gewesen ist.

„Also selber Grenzen ziehen, nachdem sie verschwunden sind.

Aber seine eigenen Grenzen erfahren, das wollen die Abenteurer doch auch. Gott erfahren. Freiheit.“

„Und die Beter!“, sagt D.

„Die Terroristen wollen es auch. Aber mit Gewalt.“, fügt er nach längerem Überlegen hinzu.

Und weiter:„Die einen müssen dazu Gott anrufen, die anderen ihn abschaffen in der Geschichte.“

Ich lasse es so stehen.

Dramatisches Gedicht

Lesungen am 11.Juli und am 22.Juli. Einmal in einem Haus der Generationen in Leipzig, von meiner Frau vermittelt.Das andere mal – zum 2. Mal – in der schönen Stadt Heidelberg. Vielleicht hat jemand Lust mich einzuladen im Sommer. Ich lese gern. Hier ein paar Vorschläge. Wer lieber selber liest im stillen Kämmerlien oder an einem See In Mecklenburg oder wo es stürmischer zugeht. Das meiste ist im Handel erhältlich.

Nächstr Gottesdienst Pfr.i.R. Michael Wohlfarth: Nicolaikapelle, Köpenick, Trift 9.00 Uhr erster Sonntag im August. Herzliche Einladung.

Johannes

Johannesevangelium, 1.2.3. Brief des Johannes. Johanneische Gemeinde.Das superdeutsche Wort HANS. Hans im Glück. Zuletzt hat er nichts mehr. Aber seine Freiheit. Ist das Gnade?-

Am ersten Sonntag nach dem Fest der Dreifaltigkeit wurde nach der Predigtordnung uns empfohlen, über den 1. Brief des Johannes zu predigen. Und zwar über das 4. Kapitel, die Verse 13 bis 21.

Weitere Lesungen für diesen Sonntag sind angegeben im prophetischen Buch des Jeremia und dann das Evangelium nach Lukas, Kapitel 16, 19 – 31.

Der Prophet warnt vor Leuten, die schöngeistige Literatur mit Heiliger Schrift verwechseln. Er verurteilt nicht Träumereien und Phantasie. Aber man soll sie nicht auf einen Sockel stellen, mit dem, was die Bibel sagt und warum sie es sagt.

Keinen Etikettenschwindel bitte!

„Das Wort Gottes ist scharf wie ein Schwert nach zwei Seiten hin.“

Dem entsprechend die Erzählung vom armen Lazarus in der zweiten Lesung als Evangelium. „Der vor des Reichen Türe liegt und die Hunde lecken seine Geschwüre“, wie eine neuere Übersetzung sich liest. Da ist ein himmelweiter Unterscheid – zuletzt, wenn der Reiche schmort in seiner Hölle und der Arme wird getröstet in Abrahams Schoss – und Spötter finden darin die Vertröstung auf ein Jenseits. Sie haben nichts, aber auch gar nichts verstanden. Natürlich fällt mir dabei ein, wie ich das in der DDR ausgelegt habe: den Klassenunterschied. Klassenkampf. Brüder zur Sonne zur Freiheit. Weltjugendtreffen in Berlin und wir stehen in der Nacht im geteilten Berlin unterhalb der Überführung der S – Bahn über die Friedrichstrasse. Streit: das Grundproblem ist das Klassenproblem. Sozialer Sprengstoff.

Und:Hören sie die Propheten nicht und Mose nicht, hören sie auch nicht, wenn ein Toter aufstünde und täte sie warnen – die Reichen, die nichts abgeben und den Armen vor ihrer Tür liegen lassen.

Und Armut ist für mich nicht nur pekuniär zu definieren.

Das Elend.

Wo ist das Mit-Leiden?

Als Jugendpfarrer wusste ich, wie sehr das junge Leute umtreibt. Damals, heute.

„Und setzt ihr nicht das Leben ein – nie wird euch das Leben gewonnen sein“ – Friedrich Schiller.

In meiner ersten Pfarrstelle haben wir das Gleichnis im Altarraum gespielt und haben auch dabei an den barmherzigen Samariter gedacht, der auch keine Zeit hatte und trotzdem geholfen hat, als er den sah, der unter die Räuber gefallen war.

Damit sind wir dann wirklich bei dem Brief an eine Gemeinde, die im Aufbau begriffen ist – welche Gemeinde ist nicht im Aufbau begriffen? D.h. in welcher Gemeinde müssen nicht Schwerpunkte gesetzt werden – oder sich erinnert werden, was der SCHWERPUNKT ist: Jesus Christus im Heiligen Geist in uns und mit uns, damit wir keine Angst haben, wenn es darauf ankommt und wir nicht fliehen, wo wir bleiben müssen.

Pfingstpredigt.

Jawohl.

Predigt in der Dynamik des DREI IN EINEM. Vater, Sohn und Heiliger Geist.

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