Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. 21 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! 23 Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
1.Sie sind immer noch beieinander. Sie hält viel zu viel zusammen: die Angst, die übergroße Angst, die erlebte Feigheit, das Erdbeben, welches die Welt erschütterte, der Vorhang der zerriss vor dem Allerheiligsten im Tempel Jerusalems, Zion.
Aber auch der Mut, gerade der Frauen und von Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu.
Der nie von seiner Seite wich. Dem die Maria, die Mutter Jesu zugeordnet wurde vom Gekreuzigten. Und umgekehrt.
Daher rührt die große Autorität der Maria. Ja ihre Mutterschaft gegenüber der ganzen jungen ängstlichen und unsicheren Gemeinde. Das Haus der Maria im der heutigen Türkei gibt davon Zeugnis.
Und die Worte, die sie sich gegenseitig in Erinnerung riefen, um zusammen zu bleiben in einer Welt der Gewalt und des Krieges, der Verfolgung und Zerrüttung von Freundschaften. Die Abschiedsworte Jesu vor Gethsemane, in Gethsemane.
Und sie warteten. Sie wussten, dass ihnen der Heilige Geist verheißen worden war, der sie lehren würde, das zu tun, was jetzt nötig ist.
Sie warteten nicht umsonst.
Der HERR kam und war plötzlich mitten unter ihnen. Er trat in ihre Mitte. Nicht an den Rand.
Und sagte nur ein Wort: Friede sei mit euch.
Erst nachdem er seine durchbohrten Hände und die aufgestoßene Seite zeigte wussten sie: Es ist der HERR.
Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden haben sie gerufen. Wie heute zu Ostern in der Orthodoxie wie vorigen Sonntag im Abendland.
„Da wurden die Jünger froh, dass sie den HERRN sahen.“ Lesen wir.
Aber es war nicht nur eine Erbauungs – Stunde mit einem religiösen Erlebnis.
Mit einem esoterischen Kick.
Und einem touch für die Mittelklasse.
Denn:„Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“
Er blies sie an, steht da.
„Nehmt hin den Heiligen Geist. Welchen ihr die Sünde erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihre sie behaltet, denen sind sie behalten.“ Da wird über- deutlich; hier ist nicht nur der Frieden gemeint, nach dem wir uns zur Zeit alle so sehr sehnen, sondern der Frieden zwischen Gott und den Menschen und damit zwischen Menschen und Menschen.
Im Krieg und im Frieden.
Mehr noch die wahre Ursache jeden Krieges und jeden Verbrechens von Mensch zu Mensch, die Sünde, wird benannt.
Der Leute Verderben, wie es in den Sprüchen des Alten Testamentes heißt.
2.Der Heiland der Welt ist gekommen, um zu heilen und wir sollen sein Heilandswerk fortsetzen. Nicht mehr und nicht weniger. Wir tun das auch in Verantwortung vor Gott und den Menschen.
Es ist soviel Unversöhntheit in unserem Land, lese ich gerade bei Christoph Hein, der als Schriftsteller einmal Leipzig 1989 Heldenstadt genannt hat.
Gerade deshalb ist diese Ostergeschichte in unserer Zeit so wichtig. Weil nur in der Vergebung der Sünden, wahrer Frieden möglich werden kann. Zwischen Gott und den Menschen und zwischen uns.
Versöhnung.
Kirche und Gemeinde sind dafür ein Übungsfeld. Dass wir es trainieren: Frieden zu stiften, wo wir auch sind. Auch und gerade in unserem Land in schwierigen Zeiten.
Ja, auch ein Militärpfarrer hat nach meiner Überzeugung vor allen Dingen dieses zu tun.
Denn:Frieden ist nicht Abwesenheit von Krieg, sondern Anwesenheit von Gott, wie es in unserem Gesangbuch steht, Eva von Thiele Winkler.
Deshalb bitten wir um seinen Heiligen Geist, damit wir als Christen unseren Auftrag wahrnehmen wollen und können.
Thomas aber, einer der Zwölf, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich’s nicht glauben. 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
3. Wie barmherzig der Auferstandene mit seinen Jüngern umgeht, die nicht glauben können oder wollen?- zeigt der Fortgang dieser Ostergeschichte.
Thomas, einer der Zwölfen, kam zu spät und hat die Erscheinung des HERRN verpasst. Er wollte es nicht glauben, als ihm seine Freunde erzählten, was passiert war – inzwischen während seiner Abwesenheit.
Er ist nicht verloren. Jesus kommt wieder, als alle Türen verschlossen waren und Thomas begegnet dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Der HERR zeigt ihm die Zeichen seines Todes und Thomas, der Zweifler, darf genau das tun, was er als Bedingung gefordert hat für seinen Glauben: Er legt seine Hände in die Wunden des Herrn. Und sie heilen ihn von seinem Unglauben, von seiner Unfähigkeit zu glauben.
„Selig sind die nicht sehen und doch glauben!“ Dieses Jesuswort gilt nicht nur Thomas, sondern uns allen, die wir den Glauben benötigen, sonst können wir nichts tun. Die wir aus der Hoffnung leben und um Frieden bitten, um Versöhnung zwischen den Völkern. Damit wir uns nicht selber zerstören. In der großen Politik, in der kleinen Politik in unserem Alltag und Sonntag.
Gebet: Himmlischer Vater, Jesus Christus, erneuere uns in dem Geist, den du uns versprochen hast und denen gibst, die dir nachfolgen, damit wir für den Frieden wirken können in unserer Welt. Im Großen und im Kleinen. AMEN.
Johannes 20 9 – 29
Im Hintergrund Klingendes Spiel vor vielen Jahren in Crimmitschau, eine alte Textilarbeiterstadt die stolz darauf ist, den 1. ordentlichen Streik in ihren Annalen zu haben.
Klingendes Spiel im Mai, wenn die Katholiken Marienandachten halten und ein junger protestantischer Pfarrer gebeten wird etwas über den Frieden zu sagen wegen dem 1. Mai.
In einer großen Halle eines wichtigen Werkes der Metallindustrie.
Ohne Talar. Als Bürger. Aber mit der Bibel in der Hand und keinen Millimeter weichend von dem Text: FRIEDE SEI MIT EUCH. Mit der sächsischen Kirchenpolitik war das nicht so gut zu vereinen. Aber mit der Thüringischen schon. Der junge Pfarrer war ich und hat dann die sächsische Schelte entgegen genommen. Mitten im Sozialismus.
Heute wird dieses klingende Spiel gepflegt in einem thüringischen Dorf unweit von C. entfernt. Sie spielen natürlich auch bei kirchlichen Anlässen und sind inzwischen berühmt geworden. Das Schalmeienorchester aus Vollmershain. Ein CDU-Dorf, sogar in DDR- Zeiten.
Allen eine gesegnete Osterzeit!
Michael Wohlfarth
Bildquelle: Schalmeien – Orchester Vollmershain in Ostthüringen. Aufruf Internet.
lassen sie mich Ihnen eine Geschichte erzählen, die mein Mentor für den Christenlehreunterricht in Thüringen den Kindern erzählte. Ich bedanke mich damit auch bei ihm und erinnere mich. Sein Name ist Hermann Gentsch und er war Hauptkatechet in Gera.
In Gera hieß die SED-Zeitung VOLKSWACHT und Hermann Gentsch sagte zu mir, diese Stadt ist „röter als Hamburg gewesen“. Er meinte die Zeit seiner Jugend, als die Arbeiterbewegung in Gera Gera genauso bekannt gemacht hat wie 100 Jahre später die AfD. Ein Faktum, dass mich sowieso immer wieder in Erstaunen versetzt -Sachsen ähnlich – und zum Nachdenken bringt. Eine Stadt in der in ein und demselben Gebäude der Opfer des Faschismus und der Opfer des Stalinismus gedacht wird. Wir haben dort vor über dreißig Jahren eine Bibelausstellung aufgebaut mit Bibeln der Opfer dieses Gebäudes. Der Erfinder dieser Ausstellung war Dompfarrer in Zwickau.
„In einem schönen Dorf zog ein Hirte von Haus zu Haus und sammelte das Vieh ein, dass auf die Weide über den Sommer gebracht werden sollte. Die Leute vertrauten ihm und hörten ihm gerne zu, wenn er auf seinem Horn blies. Es schallte das ganze Tal hinunter.
Als er seine Herde zusammen hatte und es sich lohnte auf die Weiden zu gehen, zog er mit seinem Stab und seinen zwei Hunden los und es war ein fröhlicher Auftrieb.
Es ging über Brücken, die gefährlich waren von wegen der Absturzgefahr. Es gab kein Geländer. Die Herde musste gut zusammen gehalten werden. Die Hunde hatten zu tun. Es waren gut trainierte Tiere. Der ganze Stolz des erfahrenen Hirten.
Es gab kleinere Wiesen und die Tiere wollten nicht weiter. Hier war es doch auch schön. Warum noch da hoch. Sie waren abgelenkt. Da kam es schon einmal zu einem kleinen Biss, damit sie merkten, hier wird nicht gezögert. Es gab ein Ziel.
Endlich kamen sie oben an. Die Seide groß und saftig grün und bunt vor Blumen.
Jeder suchte sich seinen Platz und fand ihn. Der Hirte verlor nie die Übersicht und die
Hütehunde liefen ihre Strecken ab und markierten die Grenzen. Denn Gefahr gab es auch hier. Da der Wasserfall und die Schlucht. Dort der Fluchtweg für phantasievolle Schafe, die einmal ganz anders und alleine auf die Reise gehen wollten. Die Begabtesten. Aber es ging alles gut. Tag für Tag, Nacht für Nacht. Die Vorräte waren gut angelegt.
Eines nachts allerdings wurden die Hunde unruhig und der Hirte wusste blitzschnell was geschehen war. Wilde Tiere hatten die Spur aufgenommen und wollten ein Blutbad anrichten. Die Hunde kämpften und bissen aber es half nichts. Der Hirte hatte die Spitzen der Wehrstöcke geschliffen und kämpfte gegen die feindliche Herde. Und verjagte die wilde Jagd.
Er erlag seinen Verwundungen.
Es war gegen Ende der Weidezeit und die Bauern schauten auf die Uhr des Kirchturms, wann werden sie kommen?
Sie kamen nicht, denn sie hatten niemanden, der sie den Berg hinunterführen konnte.
Da gingen sie hinauf und fanden den Guten Hirten und lobten ihn. Er hatte sein Leben gelassen für die Schafe.
Der Winter kam und der Frühling und der Frühsommer.
„Wer kann unsre Herde hinauf führen und hüten?“
„Wir müssen uns um einen neuen Hirten bemühen.“
Sagten sie.
Es kam auch jemand.
Er führte die Herde hinauf und nach einer gewissen Zeit schon hatte er keine Lust mehr. Die Hunde merkten es auch.
Als die Zeit des Abstiegs kam machten sich wieder die Wölfe bemerkbar.
Die Hund wurden unruhig und flohen nicht.
Aber der Hirte mit seinem Speer, der nichts taugte.
Als die Bauer kamen, weil sie umsonst warteten, machten sie sich schwere Vorwürfe.
Es hatte ein Blutbad gegeben.
Sie sahen was geschehen war.“
Gut, Wölfe soll man nicht schlecht machen. Aber die Literatur gerade in Russland ist voll davon, wie es der Katechet Jahr um Jahr seinen Kindern erzählt hat, damit sie begreifen was Karfreitag bedeutet.
Ich habe diese aber auch andere Geschichten erzählt. Z. B die von LEO TOLSTOI, wie der HERR seinen Knecht mit seinem Körper zudeckt, damit d e r nicht erfriert. Als sie im eisigen Winter stecken bleiben
Oder die Legende von dem russischen Fürsten, die an die Geschichte von Köpenick erinnert, an den Prozess eines Preußen-Königs gegen seinen Sohn. Nur, dass der nicht wie der Fürst in Russland die Strafe auf sich nimmt.
Gerechtigkeit. Gottes Gerechtigkeit. Vielleicht haben Sie auch solche Geschichten auf Lager und können sie weitergeben, damit unsere Kinder und Enkel es verstehen, was es mit dem HERRN JESUS auf sich hat.
Geschichten erzählen oder im Leben entdecken, die in der Lage sind uns Karfreitag näher zu bringen und uns erhellen, dass der Opfertod Jesu für uns Leben bedeutet, und uns mehr als jede kirchliche Dogmatik sagen kann: Christus ist mein Leben.
Die Theologen haben einen Begriff dafür :Christologie. Deswegen ist die Passionsgeschichte die am weitesten verbreitete Geschichte in unserem Glauben.
Weil wir merken, dass die Stationen dieser Passion auch immer unsere Stationen sind.
Zum Innehalten. Zum Hören und zum Danken, dass Gott uns trifft und uns gibt.
AMEN.
Weitere Erzählungen: von der Mutter, die ihr Kind aus den Flammen rettet. Oder der Vater. Aus der ständigen Karfreitags – Predigt meines Vaters Helmut Wohlfarth.
Die Missionare in den Germanischen Wäldern aus der JUDICA-Predigt.c
Liebe Ostergemeinde,
ich habe im Wort des Bischofs gelesen, dass es dieses Jahr bestimmt nicht so einfach sein wird, Ostern zu feiern.In Zeiten des Krieges, so nah, dass es scheint: vor unserer Haustür. Und dann noch der sogenannte Nahe Osten. Zwei Flugstunden.
Die Ukraine ist nah und Russland ist Europa, jedenfalls bis zum Ural.
Ja- und die Zeiten-Wende hat jedenfalls für mich sogar schon vor 1989 angefangen. Nicht erst mit dem 22. Februar 2022.
Ich fürchte nur, jenseits der ehemaligen Demarkationslinie habe das längst nicht alle begriffen. Das ist nicht ungefährlich in diesen Zeiten.
Aber nicht für unseren Osterglauben. Ich hoffe und bete, dass er verbindet. Auch übrigens mit der Orthodoxie, wo OSTERN noch einmal einen ganz besonderen Glanz hat.
Durch die Ökumene haben wir das gelernt.
S. Osternacht u.s.w.
Jedes Kreuz, am Straßenrand, auch auf den Soldaten – Gräbern der sich im Krieg befindenden orthodoxen Nationen, auf jeder Fahne, welcher Nation auch immer, auf unseren Friedhöfen, weist auf Ostern, sonst hätten wir keinen Grund zum Leben in unserem Glauben an Jesus Christus, der uns Täter und Opfer zugleich, Mörder und Ermordete zugleich durch seine Auferstehung neu, immer wieder neu, in s Leben ruft, wie den Lazarus im Johannesevangelium.
Die Geschichte heute können wir als ein Gleichnis für Ostern hören.
Es ist übrigens eine Frauengeschichte. Und handelt von einer Geburt.
Sie endet mit einem Lobgesang.
1 Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN, mein Horn[1] ist erhöht in dem HERRN. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils. 2 Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Gott ist. 3 Lasst euer großes Rühmen und Trotzen, freches Reden gehe nicht aus eurem Munde; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von ihm werden Taten gewogen. 4 Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke. 5 Die da satt waren, müssen um Brot dienen, und die Hunger litten, hungert nicht mehr. Die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die viele Kinder hatte, welkt dahin. 6 Der HERR tötet und macht lebendig, führt ins Totenreich und wieder herauf. 7 Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. 8 Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche, dass er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre erben lasse. Denn der Welt Grundfesten sind des HERRN, und er hat die Erde darauf gesetzt.
Ein Lied.
Ein Osterlied.
Ein Lied der Hoffnung und Erfüllung eines Wunsches.
Eigentlich.
Aber eben viel mehr.
Ja, eben ein Osterlied in messianischer Hoffnung.
In der abrahamitischen Religion kommt dieses Motiv oft vor: Eifersucht wegen nicht erfülltem Kinderwunsch. Am meisten beeindruckte uns zuletzt Hagar mit ihrem Kind Ismael, die in die Wüste geschickt wurde in solch einem Zwist. Und die von dem HERRN n i c h t verlassen wird.
Von dem Gott, der sie sieht.
Sein Name ist EL ROI: Du bist ein Gott, der mich sieht. Bezeugt sie.
Derselbe Gott verlässt Hannah auch nicht in ähnlicher Lage, sozial gesehen allerdings eine viel vorteilhaftere Lage als in dem Plott mit Hagar.
Gleichgestellt und nicht angestellt.
Und über alle Massen geliebt.
Sie ist die Frau von Elkana im Epharaim – Gebirge in der Stadt Rama. Von wo aus die Sippe jedes Jahr nach Silo zog, um in dem Heiligtum von SILO zu opfern.
Wenn Elkana dann die guten Stücke für das Ritual in seiner Familie für das Dankopfer verteilte, wurde ihm jedes mal bewusst, wie es Hanna ging. Es war ähnlich wie bei Abraham. Hanna bekam keine Kinder, anders die zweite Frau Peninna.
Er wollte sie trösten und sprach zu ihr: Hanna, warum weinst du und warum isst du nichts? Und warum ist deine Herz so traurig? Bin ich dir nicht mehr wert als zehn Söhne?
Diesmal geht sie weg von der Familie und begibt sich zum Tempel, wo der Priester vor der Tür wartet, das jemand käme.
Hanna betet das sogenannte Herzensgebet. Ihr Mund bewegt sich. Sie bittet Gott darum ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Das bedeutet für Sie SEIN ODER NICHT SEIN. Und geht über das weit hinaus, was wir Wunschkind nennen. Sie gelobt: Herr Gott wird du das Elend deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht vergessen und wirst du deiner Magd einen Sohn geben, so will ich ihn dem HERRN geben sein Leben lang und es soll kein Schermesser auf sein Haupt kommen.
ELI, der Priester aber beobachtete die Frau und glaubte sie wäre betrunken, wie das
zu Pfingsten die Jerusalemer Touristengemeinde von den Jüngern glaubte, als sie den Heiligen Geist empfangen haben.
Sie bewegte die Lippen im Gebet.
„Ich habe so lange geredet mit Gott im Gebet.“
Wie ein langes Telefongespräch.
Eli wurde nachdenklich und sprach zu ihr. Ich glaube dir:Geh hin mit Frieden, der Gott Israels wird dir die Bitte erfüllen, die du an ihn gerichtet hast.
Im nächsten Jahr in Silo kam HANNA nicht mit, sie entwöhnte ihren Knaben SAMUEL Nachdem sie mit dem Stillen aufgehört hatte, nahm sie ihn mit sich hinauf zum Heiligtum. Nach der Schlachtung und Opferung eines jungen Stieres und Übergabe anderer Gaben kam sie mit dem Knaben Samuel zu ELI und sprach: Ich bin die Frau,, die hier bei dir stand, um zum Herrn zu beten. Um diesen Knaben bat ich, Nun hat der HERR mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet hatte. Darum gebe ich ihn dem HERRN wieder sein Leben lang, weil er vom Herrn erbeten ist.
Und sie beteten dort den HERRN an.
Wie Maria singt, als sie sich mit Elisabeth trifft – auch so eine Frauengeschichte – so singt Hanna. Auch wie Miriam. Überschwenglich und ungebremst. Ja, das ist Osterfreude. Ihr Leib war verschlossen. Sie schämte sich. Sie konnte kein Leben weitergeben, dachte sie. Aber mit dem HERRN kam wieder Freude in ihr Leben, Sie aß wieder und ihr Gesicht strahlte wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht. Sie müssen einmal nach Jerusalem fliegen und das ultraorthodoxe Viertel besuchen zum Schabbat. Ich habe noch nie solche Freude erlebt. Freude darüber, dass der Messias kommt. Ebenso in den Kellern neben der Klagemauer, wenn ein Bibelkreis eine Textstelle gefunden hat, die Freude auslöst.Freude wie ein Vogelflug.
Ich kenne nichts Vergleichbares. Vielleicht Sie. Ich bin noch nicht überall gewesen.
Diese Freude ist es. Es fing mit dem Gebet an. Ein langes Gebet. Dem Preister wurde es schon unheimlich und die Beterin musste sich verteidigen, sei sei nicht zuchtlos und trinke nicht am frühen Morgen.
ELI hat ihr geglaubt und sie entlassen mit SHALOM, FRIEDE SEI MIT DIR, ein österlicher Gruß, wie wir wissen aus den Ostergeschichten. Sie war froh.
Ihr sollt froh sein, ist ein Gebot. Ich habe euch geboten, dass ihr froh seid, fröhlich.
Sie konnte ihr Leben wieder annehmen und weiterleben mit ihrem Mann trotz der Konkurrentin und deren Söhne im Rahmen des alttestamentlichen Patriarchats.
Der Triumpf war in dem Moment greifbar, als sie ihren Sohn in das Heiligtum brachte, dass er dort lernte ein Prophet zu sein, ein Richter und Herr, der Ratgeber seines Volkes, ein Baustein in der Geschichte Gottes mit uns. Heilsgeschichte. Deshalb lassen Sie sich nicht stören, weil das ja eine ganz alte Geschichte ist.
Da steckt viel mehr Moderne drin, als beim ersten Lesen und hören zu bemerken vielleicht. Beziehungen, Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit in leiblicher, geistiger oder geistlicher Hinsicht ist heute vielleicht noch viel mehr ein Thema als damals.
Die Leere viel gewaltiger, weil alle so voll erscheint und nichts ist, was uns wirklich befriedigt – inneren Frieden schenkt. Ja, natürlich geht es um SEIN ODER
NICHT SEIN, um sinnerfülltes Leben, um Sinn oder Unsinn.
Ja, es ist ein Wohlstandthema, damit wir lernen, das Frieden mehr ist als Abwesenheit von Krieg. Eben das, was wir lesen und hören: Gehe hin im Frieden. Im Frieden. SHALOM. Das wir Menschen sein wollen, die die Früchte des heiligen Geiste genießen. Dass wir schlicht Menschen bleiben und keine Nummern werden.
Nein, das ist nicht die heile Welt als System.
Sie können gerne die Geschichte weiter lesen im ersten Samuelbuch. Da kracht es wie heute. Wir haben ja nun auch nicht mehr das Gelbe vom Ei. Die Zeitenwende ist angekommen. Wird auch Zeit. Und gerade deshalb bitten wir Gott um den Frieden, den die Jünger empfingen in ihre Ängstlichkeit, als sie dem Auferstandenen begegneten und – glaubten. Endlich. FRIEDE SEI MIT EUCH IHR GLÄUBIGEN UND UNGLÄUBIGEN.
Im Lichte des Messias, des Auferstandenen, werden wir uns zurecht finden in aller Unabwägbarkeit, in der Angst um den Weltfrieden, in Konflikten, in persönlichen Krisen in Familien und anderen zwischenmenschlichen Beziehungen, in Freundschaften, die zerbrechen und heilen.
Lasst uns beten: Herr Gott himmlischer Vater, lehre uns beten und glauben, dass wir heil werden können. Durch Christus den Gekreuzigten und Auferstandenen und lass uns gehen im Zug der Mütter und Väter des Glaubens, das wir einen festen Schritt bekommen und nicht müde noch matt werden. Im Leben und im Sterben. In Zeit und Ewigkeit. AMEN.
Nachdem meine Frau Margard Wohlfarth, geb. Voigt die Predigt (ein Block zurück) gelesen -und übrigens auch gehört – hat, Philipperbrief 2 5-11: „Gut, die Leute werden auferbaut mit dem Rückblick auf ihre Konfirmation vor 66 Jahren am Sonntag Palmarum. Aber wo ist das Berliner Schloss, wo Frau Roth von den Grünen und die Schlossverwaltung, bestückt mit einem Mann aus einem alten preußischen Pfarrergeschlecht: Dorgerloh ?“
Sie ist Kultur- und Theaterwissenschaftlerin und hat als verbeamtete Staatssekretärin für Jugend und Familie in der letzten DDR-Regierung (gewählte) die DDR mit begraben. Und ich nehme sie immer noch ernst: „Du musst dazu etwas sagen!“ Ich habe in der Kirche etwas dazu gesagt: dass es sozusagen ein Berliner Text ist, den wir da vor uns haben und über den ich gehalten bin zu predigen. Zu lesen als Rundum-Schrift am Turm des neu aufgebauten alten Berliner Schlosses. Mehr nicht. Ich wollte nicht. Mir war der Text zu wichtig.
Aber heute am Montag möchte ich.
„Seid unter euch gesinnt…“
Keine Gesinnungsschnüffelei? Oder doch?
„…wie es auch der Gemeinschaft …entspricht…“
Gemeinschaftsland, Zusammenhaltsland, habe ich gerade im Berliner Tagesspiegel gelesen. Schöne Worte. Klingt richtig gut, wie Kirche. Wie Gemeinde. Aber ich bin doch lieber ein altgedienter und gebrauchter Lutheraner und bleibe bei der Übersetzung wie ich sie kenne. Merke ich: Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war.
Eine Zumutung hätte einer meiner Superintendenten geäußert.
Ich höre ihn richtig.
Aber keine Gesinnungsschnüffelei.
Ob ich in die Gruppe passe oder nicht.
Ob ich womöglich in die Gesellschaft passe oder nicht.
Ob ich eine Person des Zusammenhalt-Landes bin – für würdig befunden – oder nicht.
Ob ich ein Gemeinschaftland-Bürger bin, wert erachtet, oder nicht.
Mit meinem Namen versehen – oder nicht.
Bin ick Jesus, haben wir zitiert, als wir vor vielen Jahren studiert und zusammen gesessen haben an der Friedrichstraße gegenüber dem Berliner Ensemble? Natürlich nicht. Berliner kennen sich aus. Da war doch mal einer, der meinte, er wäre Jesus. War er natürlich nicht. Sondern vielleicht krank. Bestimmt aus dem Verkehr gezogen.
Inzwischen.
Schon längst.
Die Goldenen Zwanziger sind schon längst nicht mehr.
Es ist ein Ziel, welches die ältere Übersetzung zitiert. Sein wie Jesus Christus auch war. Wie Jesus aus Nazareth, der Jude, möchte ich als Deutscher hervorheben.
Christ werden. Wie Luther immer wieder meint, wenn er vom Werden redet, mehr als vom SEIN.
Die Passionsgeschichte, die viele große Maler immer wieder gemalt haben. Und wollten nichts anderes malen. Otto Pankok. S. meine Predigtbücher der letzten Jahre. Sie haben die Passion des Menschen gemalt. Seine Leidensgeschichte. Nämlich die Geschichte von Jesus Christus. Ja, da gibt es Ungereimtheiten: Wahrer Mensch und wahrer Gott. Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war. Viel logischer und theologisch sauberer in Richtung Gemeinschaft, Zusammenhalt : Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.
Es ist ein Gemeindespruch. Ein Kirchenspruch kaum, denn dann benötigen wir Anlaufstellen für Denunziationen, damit wir entsprechen. Ich würde das alles nicht so schreiben, wenn ich nicht hin und wieder den Eindruck gewönne, dass viele irreale Vorstellungen in Staat und Gesellschaft, Partei und auch manchmal Kirche damit zusammenhängen, dass wir damit nicht klar kommen, dass wir nicht mehr in der Lage sind Spannungen auszuhalten, die solche Texte hervorrufen.
Da unser HERR und da wir.
Wir können sie aber aushalten wenn wir im Gespräch mit dem HERRN bleiben, dem HERRN der Kirche, im Gebet. Nur da ist die Freiheit u n d die Disziplin ohne Metternich vor 200 Jahren, ohne Tempelpolizei in Jerusalem vor 2000 Jahren. Das hat Jesus uns vorgelebt, ja bis zum Tod am Kreuz. Und wir, die wir in seinen Tod getauft sind, können unser Leben in seiner Nachfolge gestalten. Es ist wie mit Exupery: Wer ein Schiff bauen will, sollte zuerst von der Schönheit und Weite des Meeres erzählen und dann mit denen, die begeistert sind, zum Holzschlagen gehen. Wir müssen nicht die Soziologie zu Hilfe holen, weil uns der Hymnus zu großartig vorkommt.Wir haben ein Bild, ja eine Ikone.
Wir haben einen Glauben, der diese Lieder braucht und wir können sie singen, damit andere sie hören.
Ich bin froh, wenn Könige auch in dieses Lied eingestimmt haben. Trotz ihrer Fehlbarkeit. Und unserer.
Soviel zum Schloss in Berlin und zum Philipper-Brief im Neuen Testament. Habe ich zu meiner Frau gesagt. Ich hoffe, sie findet es richtig so.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Michael Wohlfarth, Berlin – Müggelheim Montag d.25.März 2024
Das Titelbild beinhaltet eine Predigtsammlung in der Zeit der Pandemie 20 - 22
Heute ist Palmsonntag, ich bin vom Kirchenjahr her gesehen vor 66 Jahren in Stützerbach von meinem Vater Helmut Wohlfarth in der Trinitatiskirche mit a l l e n meinen Mitschülern der 8. Klasse, die zu unserem Pfarrbezirk gehörten, eingesegnet worden.
Und habe die Goldene Konfirmation und die darauf folgende auch dort gefeiert mit denen, die noch nicht gestorben waren, nicht krank waren oder aus anderen Gründen verhindert, oder nicht kommen wollten!
Ich nehme an, einige unter uns könnten Ähnliches erzählen.
So vielfältig wie das Leben so spielt.
Als Pfarrer in Thüringen war ich traurig, dass wir uns gebeugt haben und
nicht das alte Konfirmations – Datum zurückgeholt haben nach 1989.
Mein Lieblingspfarrer der Pfarrergeneration, die das nicht mehr so erlebt hat wie ich, weil die Jugendweihe inzwischen das bestimmende Ritual geworden war in der DDR, hat sich nicht gebeugt und in seinem Kirchspiel Palmsonntag als Konfirmations-Sonntag benannt. Und die Gemeinde war dankbar. Sehr dankbar. Ich kenne die Diskussionen.
In unserer postsozialistischen Jugendweihegesellschaft und nach wie vor finanziellen Abhängigkeit von den Steuereinnahmen der EKD fand ich das bemerkenswert.
An all das habe ich mich erinnert, als ich den Predigttext aufgeschlagen hatte.
Es ist wie wenn ich ein Lied höre.
Der vorgeschlagene Predigttext in diesem Jahr zu Palmarum ist aus einem Brief an die Gemeinde zu Philippi, Phipperbrief 2, 5-11. Philippi, die erste europäische Gemeinde, die Paulus und sein Mitarbeiter Silas gründeten. Ein Argument für die Unesco, diese Stadt als Weltkulturerbe zu behandeln.
Gerade wenn ich alte Texte lese, tut das oft Wunder, wenn ich sie – auch zu Hause – laut lese.
Dann klingt er.
Philipperbrief 2 5 – 11
5 Seid so unter euch gesinnt, wie Jesus Christus auch war. 6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. 8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. 9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, 10 dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Ich erinnere mich weiter an meine Konfirmation:
Konfirmation ist die Bestätigung der Taufe.
Ich habe als aktiver Pfarrer mit den Konfirmanden und Konfirmandinnen gesungen: Jesus Christus herrscht als König und gehofft, dass wir das nicht vergessen, dass wir alle noch einen dritten Namen haben neben unserem Vor – und Zunamen: Chrestos – Christus, der Gesalbte, der König.
Und: wir sind durch die Taufe in seinen Tod zu neuem christlichen Leben bestimmt, um zu werden wie er.
In seiner Nachfolge.
Ja, wir werden zum Christus dem, der bedrängt ist, der verfolgt ist, der arm ist, diskriminiert, verachtet.
Wir sind: Christen und Christinnen durch die Taufe.
Wir werden Christen, um es mit Luther zu sagen.
Wir werden, was wir sein sollen in Christus Jesus.
Wir sind Brüder und Schwestern, Kinder Gottes durch Christus unseren Mitbruder und Herrn.
Das feiern wir zu Weihnachten in seiner Geburt, zum Karfreitag in seinem Tod und zu Ostern in seiner Auferstehung.
Mensch sein.
Leiden wie ein Mensch, schlimm leiden wie alle Menschen auf der Welt, die heute im Krieg sind, im Verbrechen Menschen gegen Menschen.
Die dem Tod nahe sind.
In Krankheit, Not und Verzweiflung.
Da ist uns Gott am nächsten in seinem Sohn Jesus Christus, der ist wie wir und wir wie er- durch ihn. Unser KYRIOS, unser HERR.
Luther übersetzt es so: Ein jeder sei gesinnt wie Jesus Christus auch war.
Wir sollen Christen werden.
Wo können wir das lernen? Dazu gibt Auskunft die neuere Übersetzung: Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesusentspricht.
In der Gemeinde können wir es lernen. Zu Pfingsten unter Führung des Geistes Gottes, Seines Heiligen Geistes. Wie Jesus es versprochen hat in seinen Abschiedsreden.
Ja, wir benötigen dieses Übungsfeld für die Liebe zu Gott und unserem Nächsten.
Deswegen gibt es Kirche und Gemeinde mit allen ihren Funktionen: Taufe, christliche Erziehung, Konfirmation. Verantwortliches Handeln.
Gemeinde als Leib Christi als OIKOS, Haus des HERRN. Gottesdienste als Friedensdienste und Lobpreisgottesdienste.
Dieser Christushymnus, das Glaubensbekenntnis des Paulus, das er nicht nur der Gemeinde in Philippi an s Herz legt, meint für uns jetzt und hier:
Wir sind Befestigte nach unserer Taufe in Bekenntnis und Auftrag für unserer Gemeinde und Kirche in unserer Welt.
Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können , ob wir jung sind oder alt, Mann oder Frau.
Palmarum,
der Name des Sonntags, diesmal nicht aus einem Psalm, handelt von dem Einzug Jesu in Jerusalem. Die Menschen breiten ihre Kleider aus und die Kinder brechen Zweige von den Palmen.
Aus Ehrfurcht und Begeisterung.
Wir haben manchmal diesen Sonntag gespielt im Mittelgang einer großen Kirche mit Kindern, die sich wiegen wie Bäume – Palmen im Wind und wollten daran erinnern, dass die Bäume, die Wurzeln haben, sich wiegen und die keine haben, brechen.
Con – firmare – befestigen indem wir auf den Herrn schauen und uns nicht abbringen lassen nach dem Motto: heute so und morgen so.
1.Die älteste Kirche der Welt steht in Jerusalem und heißt Grabeskirche
(Grave Church). Sie hat einen Fehler: Der Altar steht nicht im Osten, sondern im Westen. Tote wurden nach alter christlicher Ordnung so gebettet, dass sie nach Osten schauen, wie die Gläubigen nach Osten schauen, wenn sich sich in einer Kirche befinden und zum Altar blicken.
Das ist die Regel.
Die Regel wird bestätigt durch die Ausnahme.
Die Grabeskirche will den Ort der Kreuzigung Jesu bezeichnen und ich glaube am meisten – archeologisch gesehen – dieser griechischen Deutung.
Golgatha.
Wenn du die Kirche betrittst siehst du ein Bild: Abraham und Isaack 1.Buch Mose, Kapitel 22, die Verse 1 – 19 als Vorspann des Leidensweges Christi.
Mit einem guten Ende.
Hervozuheben Vers 8 als Antwort auf die Frage seines Kindes Isaack:“Wo ist das Schaf ?“
„Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer.“
Ich verstehe das Bild in der Grabeskirche so: als Hinführung zu Jesus Christus: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt.
2. Das Wichtigste an diesen Passionsgeschichten ist der Bundesgedanke.
Abram, später Abraham, steht in einem Bund.
Gott schließt ihn.
Er bietet Abraham und allen seinen Nachfahren – denken sie bitte ruhig auch an den Begriff der Abrahamitischen Religionen – einen Bund an. Für die Zukunft. Für jeden einzelnen, für ganze Völker, die dem Vater des Glaubens verheißen sind.
Und er will ihn immer wieder erneuern. Erst mit Abraham, dann mit dem Volk durch die Propheten Gottes.
Mit uns auch. Durch Christus.
Und er wird immer wieder gebrochen.
Und – erneuert s. Jesaja 61 8 – 11: Verheißung und Freude.
Besiegelt durch Christus, dürfen w i r sagen.
Das alles soll der Betrachter dieses Bildes in der Grabeskirche sich in Erinnerung rufen.
Abraham, Isaack, Rettung zum Leben als Sinnbild und Deutung für das Geschehen von Golgatha.
3. Aus den Abschiedsreden des Christus an seine JÜNGER wie es das Johannesevangelium berichtet: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. Euer Herz soll sich freuen und Eure Freude soll niemand von euch nehmen.
Jesus selber steht jetzt für dieses Bündnis zwischen Gott und den Menschen.
Dazu die Propheten,Altes Testament Jesaja 61, 8 – 9: Denn ich bin der Herr, der das Recht liebt und Raub und Unrecht hasst; ich will ihnen den Lohn in Treue geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen.
B u n d.
Bündnis mit Gott als Grundlage für Treue, Liebe und Hoffnung, die jetzt zwischen Menschen möglich scheint. Ein erneuerter Bund, den die Propheten des Alten Bundes da aufrufen.
Und man soll ihr Geschlecht kennen unter den Heiden und ihre Nachkommen unter den Völkern, dass, wer sie sehen wird, erkennen soll, dass sie ein Geschlecht sind, gesegnet vom Herrn.
Alleinstellungsmerkmal in der Geschichte Gottes mit seinem Volk.
In Christus weiterführend auch für uns.
Der Bundesgedanke durchzieht das ganze von der modernen Bibelwissenschaft sogenannte erste Testament.
Die Propheten sehen die Zukunft des Bundes.
Und wir dürfen das als einen Hinweis sehen, dass für die christliche Gemeinde und Kirche dieser Bund gilt. In Christus.
Angefangen bei den Vätern, angefangen nach dem Paradies und dem Sündenfall.
Angefangen mit Noah, mit allen Müttern und Vätern; besonders einprägsam für uns eben bei Abraham, der so auf die Probe gestellt wird in seinem Glauben, seiner Hoffnung und Liebe, dass wir es lernen das Vaterunser zu beten, wie es Jesus uns lehrt: Und führe uns nicht in Versuchung(6. Bitte).
Jesaja singt sein Lied weiter:Ich freue mich im Herrn und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott, denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.
So singen schließlich die Menschen, die in diesem Bund sicher und geborgen sind und wissen: Gott ist bei ihnen. Amen.
4 Da brachen sie auf von dem Berge Hor in Richtung auf das Schilfmeer, um das Land der Edomiter zu umgehen. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege 5 und redete wider Gott und wider Mose: Warum habt ihr uns aus Ägypten geführt, dass wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier, und uns ekelt vor dieser mageren Speise. 6 Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben. 7 Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider den HERRN und wider dich geredet haben. Bitte den HERRN, dass er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. 8 Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. 9 Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.
Liebe Gemeinde,
ich habe mir meine Kinderbibel hervorgeholt und die Bilder von Schnorr von Carolsfeld bestaunt.
Gerade das, wo die Menschen mit Schlangen kämpfen, die Feuer speien und einen tödlichen Biss haben. Eine Strafe, die Gott gesandt hat, weil die Kinder Israel murren, nicht nur gegen ihren Anführer Moses, sondern auch gegen Gott, wie es die Stuttgarter Auslegung benennt.
In vorigen Zeiten war es berechtigt zu jammern: kein Wasser kein Brot, aber jetzt. Damals hat Gott das Manna mit dem Tau geschickt am Morgen und den Mose befähigt Wasser aus dem Felsen zu schlagen. Keiner ist verhungert oder verdurstet.
Aber jetzt?
Ja, das ewige Manna, immer dasselbe und diese Dürre. Müssen wir diesen Weg entlang gehen. Ist das Gottes Wille? Wir hätten bei den Fleischtöpfen Ägyptens bleiben sollen. Da waren wir in Sicherheit und hatten unser Auskommen.
Dass sie Sklaven waren, haben sie scheinbar vergessen. Aber was nützt die Freiheit ohne ausreichend zu Essen und zu trinken.
Ihr dauerndes Lamento.
Bis dahin, dass sie Aaron beauftragten ein Goldenes Kalb – wie in Ägypten zu gießen, dass sie anbeten könnten, denn der unsichtbare Gott unterhält sich zwar auf Augenhöhe mir Mose, aber wir haben nichts davon.
Diesmal schickt ihnen der HERR nicht gebratene Tauben für den Vitaminhaushalt und auch keinen Mundschenk, damit sie eine Abwechslung haben.
Nein der HERR wird zornig.
„Ach Herr, wende doch deinen Grimm von uns.“
Er hat ihnen geholfen in der Not, in der Sklaverei, am Roten Meer. Und sie haben seine
Herrlichkeit gesehen und seine Macht: Sein starker Arm reicht weit über Ägypten hinaus bis an das Ende der Welt.
Und nun klagen sie ihn an. Sie haben sogar schon Schlachten geschlagen, als man sich ihnen in den Weg gestellt hat. Diesen Umweg wollen sie nun nicht mehr mitmachen und nicht noch länger in der Wüste wandern.
Sie lästern Gott und glauben ihm nicht mehr.
Das kommen sie: die Schlangen, nichts als Schlangen, die Schlangenbrut.
Der Tod geht umher wie die schwarze Pest. Die Kobras.
Das Volk Israel stößt an seine Grenzen in seiner Freiheit – auch Gott gegenüber, von dem sie diese Freiheit ja bekommen haben und Mose ständig versucht sie zu gestalten, ständig.
Nicht als Weg – Werf – Ware, sondern nachhaltig.
Sie vergessen woher sie kommen und wer sie geschaffen hat. Sie werden gottvergessen und landen in der Katastrophe. Sie rennen zu Mose: Bitte IHN er soll die feurigen Schlangen von uns nehmen.
Wir haben gesündigt.
Wir wissen es und fühlen uns schuldig.
Wir wissen es jetzt.
Die alte Geschichte.
Wie immer.
Ständig, nachhaltig.
Gott hört ihr Schreien wohl und befiehlt Mose, eine Schlange aus Kupfer zu formen und an einem Stab zu erhöhen.
Wer auf diese eherne Schlange schaut, wird errettet und soll nicht des Todes sterben.
Wer nicht auf sie blickt, sondern auf die Schlangen ringsum, die zischen und keinen Sand fressen, sondern ihr Gift versprühen werden in die Körper der Fliehenden und Schlafenden, in die Körper der um sich Schlagenden, wird sterben.
Die Schmiede hämmern aus dem Kupfer des Landes EDOM die Schlange und befestigen sie an dem hohen Holz und Mose fordert auf: Blickt auf d i e s e Schlange! Und ihre werdet leben!
So spricht der Herr.
Die Klugen tun es.
Gerettet.
Eine schöne uralte Geschichte aus dem Numeri-Buch der Bibel.
Johannes zitiert sie und ist sich sicher, dass schon damals das Kreuz Christi damit gemeint sein muss. Denn Christus ist von Beginn der Schöpfung an.
Ebenso Paulus, der Missionar, schöpft aus seinem Buch, die Bibel, in der diese Geschichten alle stehen, damit wir klug werden.
Die Äskulap-Schlange als Zeichen der Heilung. Das kennen wir. Am heutigen Sonntag REMINISZERE erleben wir dieses Zeichen des Volkes Gottes mit, zu dem wir als Gemeinde Jesu Christi gehören.
Wir ziehen ja mit durch Zeit und Ewigkeit vor seinen Thron und schauen nicht weg, wenn wir unterwegs sein Kreuz sehen, sondern gehen darauf zu und sagen DANKE VATER, dass du uns deinen Sohn gesendet hast, der alle wiederkehrende Schuld auf sich geladen hat, damit wir leben können und nicht zusammen brechen, sondern er – und aufersteht von den Toten mit uns, die wir an ihn glauben. Der Wüsten sind nicht weniger geworden auch der Umwege nicht, die unsere Geduld strapazieren. Und Nahrung zum Leben, Manna des Himmels brauchen wir auch. Oh, das wir nicht Steine bekommen, wenn wir Brot zum Leben benötigen, zum geistlichen Leben in Christus. Und dass wir uns dazu nicht an die falschen Brotgeber wenden und bitten: Herr wir haben Durst und Hunger für unsere Seelen.
Wir beten:
„Herr, gib uns Deinen Segen auf unserer Wanderschaft zum Ewigen Leben und lass uns dankbar das Gute aus deiner Hand empfangen. Sei Du uns selber Wegzeichen, damit wir nicht in die Irre gehen.“
Wenn wir das Wort orthodox benutzen, kann man an sehr Vieles denken.
Orthodoxe Kommunisten vor der Wende waren hartgesottene Leute, die absolut nicht infrage kamen für notwendige Reformen auch in der sozialistischen Gesellschaft.
In der evangelischen deutschen Kirchengeschichte ist orthodox das Jahrhundert nach Luther, vertreten durch Paul Gerhardt, Johann Sebastian Bach, um nur die bekanntesten zu nennen.
Wir können auch sagen strenges Luthertum, dass aber gerade auf musikalischem Gebiet Großes hervorgebracht hat z.B. für unser Gesangbuch.
Und dann eben orthodox, wo es eigentlich herkommt: Das Christentum, wie es aus dem Frühkatholizismus sich herausgebildet hat bis um das Jahr 1000 der Große Knall kam. DAS SCHISMA, dass die Christenheit gespalten hat. In den Osten und den Westen. Rom das Zentrum des Westens: Römisch-Katholisch. Konstantinopel, Hagia Sophia, das Zentrum der Ostkirche, der Orthodoxie.
Nun muss man sich das nicht so vorstellen, also ob nach irgend einem Konzept und Vertrag sich plötzlich zwei sehr verschieden Kirchen gegenüber gestanden haben. Nein, das waren Prozesse, die da abliefen. Die Verträge und so weiter kamen hinterher, leider immer erst dann, wenn es brenzlig wurde und man diplomatisch miteinander umgehen musste. Natürlich war dann auch schließlich immer Macht im Spiel. Einfluss u.s.w.
Am meisten ist mir das klar geworden bei meiner Wanderung auf dem ATHOSGEBIRGE. Ich komme erschöpft in einem Kloster an und bitte den zuständigen Mönch um eine Übernachtungsmöglichkeit, die er mir auch zugesteht. Gastfreundlich umsonst. Und mehr: Sie können gerne zwei Nächte hier bleiben. Ich mag Lutheraner. Ich hatte ihm erzählt, dass ich ein gebrauchter Thüringer Lutheraner sei und jetzt in Berlin lebe. Er hatte in München studiert an einer theologischen Fakultät, wo gleichermaßen lutherische, römisch-katholische und orthodoxe Theologie gelehrt wurde. Gottesgelahrtheit in drei Glaubenssprachen: Gerade weil es ein Glaubensbekenntnis gibt, das wir auch beten in jedem Gottesdienst.
Eine großartige Sache, was die Bayern da machen, dachte ich mir. Ich hatte davon noch nichts gehört.
Also ich blieb zwei Nächte und habe ein bisschen in der Küche geholfen und Bohnen geschnippelt aus eigenem Anbau. Nahe am Meer, an einem sonnigen Hang.
Vor meiner Verabschiedung fragte ich den gastfreundlichen Mönch: Was ist denn nun der Unterschied zwischen Rom und Konstantinopel, Kiew, Moskau, Bulgarien, Rumänien, Griechenland, der Mönchsrepublik, Belarus, dem christlichen Palästina?
Den Christen und Christinnen, die orthodox getauft sind und denen, die römisch getauft sind.
Da hat er mich groß angeschaut und erst einmal gar nichts gesagt.
Aber dann doch: Die einen sind eben lateinisch und die anderen griechisch.
Und das sind wir.
Damit musste ich mich zufrieden geben.
Ja, ja LATEIN, die Sprache der Klarheit, des Denkens, der Kirche, jedenfalls der katholischen und in Folge damit auch der unsrigen, hervorgegangen aus der Reformation. Dem 2. Schisma. Für uns wichtig. Und für die Katholiken. Aber kaum für die Orthodoxie. Für den Osten.
Die Protestanten im Norden haben kein Mittelmeer, hat einmal der Metropolit von Thessaloniki, der zweitgrößten griechischen Stadt, gesagt.
Ihr könnt das alles nicht verstehen.
Ein Journalist der Berliner Zeitung hatte ihn ausgefragt, warum die Leute so religiös seien.
Also: jetzt haben wir erst einmal einen Gegensatz, der uns hilft.
LATEINISCH – GRIECHISCH.
Der Thessalonicher-Brief kann lateinisch gelesen werden. Und er kann griechisch gelesen werden.
Die VULGATA ist lateinisch und KOINE ist sozusagen die Umgangssprache der PAX ROMANA, des römischen Friedensreiches. Weltreiches. Ein Umgangs-Griechisch. Sozusagen das, was heute die englische Sprache als Weltsprache bedeutet. Schließlich ist ja die Kultur der Griechen die Mutter unserer Kultur, damit natürlich auch der römischen. Oder umgekehrt. Jedes römische Haus, das etwas auf sich hielt, hatte griechische Lehrer, die die Kinder unterrichteten. Also Leute, Sklaven aus dem Vorgänger-Reich des Römischen Weltreiches.
Es hängt eben doch Vieles zusammen.
Obwohl es sich so unterschiedlich dargestellt hat bei meinem Gästemönch:
Die sind lateinisch.
Wir sind griechisch.
Er wollte sagen: Wir denken anders.
Pfarrer Jabs ehemals Mahlsdorf, jetzt Schöneweide, erzählt mir nach einem Mittagsgebet, daß er eine Trauung in Griechenland hatte und Kontakt auch zu dem Popen dort, wo er war.
„Wir verändern nichts. Dann wird es nur schlimmer. Ja, wir haben keine Gremien, die laufend darüber befinden, was sich ändern muss. Dann wir es nur noch schlimmer. Jedenfalls nie besser.“
Scheinbar eine Kirchenerfahrung.
Und wie ich meine, auch eine Lebenserfahrung.
Auch eine politische Erfahrung.
Wie wir wissen.
Meine Bauern in Thüringen hätten dazu gesagt: Gut so. Sie machen Ihr Zeug, Herr Pfarrer. Gelt?
Konservativ.
Aber orthodox ist doch noch etwas anderes.
Etwas ganz anderes.
Nicht das Schriftprinzip ist es, was das Volk bewegt. Sondern das Bild. Die IKONE.
Griechisch: EIKON.
JESUS darf berührt werden. JESUS zum Anfassen. Ja, er darf, muss geküsst werden.
Auweia die Hygiene!!!
Ich hatte es erst gar nicht so leicht mit diesen zum Teil unheimlichen Ikonen.
In der Stadt Mariens, der Athosrepublik vorgelagert, gab es herrliche Ikonenmalereien.
Golden. Hell.
Sie geben das BILD CHRISTI WEITER. BILD FÜR BILD. Die Maler. Nie geändert. Immer das EWIG GLEICHE. UND DOCH NEU. IMMER WIEDER NEU. Das ist für mich Protestanten das Eigentliche an der Orthodoxie. Die Tradition ist Malen. Priester sind Maler. Wir haben die Wende begonnen in Altenburg/Thüringen mit der Einladung des Erzpriesters von Leipzig, auch ein Ikonenmaler.
Ein großer Künstler.
Er sprach über Perestroika und Glasnost in der Sowjetunion.
Das hat uns viele Seiten OV – STASI eingebracht.
Wir haben den berühmten Sagorsker Priesterchor eingeladen über die Deutsch-Sowjetische Freundschaft…Wie praktisch die ROK arbeitet, kann sichtbar gemacht werden an der Praxis, wer Pope wird und wer mehr…
Das was die Römische Kirche ausmacht, ihre Jurisdiktion (sehr lateinisch, weltlich, römisch) ist nicht das erste. Sondern das Bild. Verträge sind vielleicht deshalb nicht so ihre Sache. Jedenfalls legen sie sie oft ganz anders aus als wir.
So, das war das Zentrum der Orthodoxie, der Athos Ausgangspunkt im Gegensatz zum Zentrum des Römisch-katholischen Glaubens: Vatikan.
Wir müssen aber noch etwas sagen zur RUS, Kiew, Das Heilige Russland. Das Christentum kam nach Russland über die Meere, die Ströme aufwärts. Es war ein orthodoxes Christentum. KIEW war die Hauptstadt, durch die Mongolenstürme flohen aber dann die Repräsentanten nach Moskau und blieben dort.
Das Russische Reich ist nicht denkbar ohne Christentum und umfasste als Heiliges Russland die Ukraine, Russland und Weißrussland. Wladimir Putins Argumentation nach dem Kommunismus. Nach Lenin und Stalin, Chruschtschov und Breshnew. Ziel Erreichung einer NATION (TAZ).
Die PAX SOVIETIKA ist zusamengebrochen, weil die Ideologie zusammen gebrochen ist. Und die Menschen klammerten sich an die Kirche als einzige übrig gebliebene Größe, die Glasnost und Perestroika nicht weggespült hat.
Im Gegenteil (Dr. Feige, Magdeburg).
„Haben die Popen nicht die Flugzeuge geflogen gegen die Wehrmacht, die Panzer gesteuert gegen den Fritzen, die Faschisten, wie die Polit-Kommissare sagten.
Vaterland und Kirche gehören doch zusammen.
Es war eine Erfahrung, die nicht vergessen wurde: Aus dem Sozialistischen System, dass kaum verteidigt werden konnte, ohne Emotion, ohne Bild wurde der Große Vaterländische Krieg, der das Volk zusammen geschweißt hat, wie jeder Krieg. Durch das große Leid!
Jede Gefahr.
Jede Not.
Wenn auch nach dem Sieg fast wieder vergessen, es blieb diese Erinnerung: Ehen wurden nicht mehr so schnell geschieden per Postkarte.
Im Gegenteil: Familie wird GROSS GESCHRIEBEN (Quelle Prof Döpmann, HU Berlin, Ökumenische Theologie, Spezialist für die Orthodoxie).
Kollegen unterwegs in der osteuropäischen Ökumene erzählen, wie das ist vor einem gemalten Christus in der Leitungsreihe mit den orthodoxen Amtsträgern zu sitzen, der auffährt wie ein Adler aus der Höhle des Todes.
Der Auferstandene im Hintergrund.
Als unglaubliche Ikone.
So will Kyrill die Wiederauferstehung der Russischen Nation feiern.
Als Sieg auch gegenüber dem Westen.
Dem verdorbenen protestantischen Westen, den sowieso niemand versteht.
Kyrill bekundet, das er viel besser mit dem ISLAM zurechtkommt – man höre und staune – als mit der doch immerhin artverwandten katholischen RELIGION als mentalem Block.
Das Christentum auf dem Athos kam mir immer sehr asiatisch vor.
Die Gesänge.
Die Musik.
Bei aller Geopolitik sollte man auch einmal einen Blick auch die konfessionelle Weltkarte werfen, um etwaigen Eurozentrismus zu überwinden.
Der sowieso fatal ist.
Oft jedenfalls.
Wegen seines Hochmuts.
Bild ist nicht gleich Liturgie. Erst recht nicht WORT. Wenn wir die orthodoxe Welt verstehen wollen in ihrem kulturellen Anspruch, kommen wir nicht umhin zu sagen, hier droht ein Kulturkampf. Gerade jetzt in dem europäischen Krieg Russland/Ukraine. Wir sollten zurück- kehren zur Diplomatie, zu einer Sprache, die mindestens den Frieden sucht und nicht den Krieg.
Alle Religionen verbindet das Gebet.
Das sollten wir uns leisten wie die Studierenden in München, wenn sie lutherisch, katholisch und orthodox zusammen gebetet haben: Das Gebet der Christenheit.
Danke für die Aufmerksamkeit.
Ergänzung zu Ostkirche – Orthodoxie nach dem 3. Vortrag in Berlin-Müggelheim
Um der intellektuellen Redlichkeit willen folgender Anhang zum Block Ostkirche-Orthodoxie im Frühjahr d. J. 24; anlässlich des ersten Vortrages mit Gespräch in den Gemeinderäumen der Martin – Luther-KAPELLE und dem 2.Vortrag mit Gespräch in St. Nicolai (Kapelle): Im Sinne des Völkerrechtes ist der Einmarsch der Armee der Russischen Förderation in die Ukraine rechtswidrig Gerade deswegen muss der Konflikt auch von seiner religiösen Seite her beleuchtet werden. Das haben wir getan in unserem BLOG.
Den religiösen Überlegungen muss aber ein politischer Block voran gestellt werden bezw. Aspekte dieser Art nachgetragen werden, die aus den politischen Konsequenzen folgen.
Vor und nach der europäischen Zeitrechnung WENDE/FRIEDLICHE REVOLUTION haben sich u.E. folgende Dinge zugetragen, die hier als Fragen erscheinen sollen.
1. Wer ist der Rechtsnachfolger der Sowjetunion?
2. Wer ist berechtigt die Nuklearwaffen nach dem Zusammenbruch der SU zu übernehmen und
unter welchen Bedingungen.
3. Gilt die Schenkung der KRIM an die Regierung der Ukrainischen Sowjetrepublik nicht nur innerhalb der bestehenden Sowjetunion? Und unter deren Bedingungen?
4. Hätten „die Russen“ nicht nach der Auflösung bezw. während der Auflösung der Sowjetunion ihr Geschenk zurück verlangen können anstatt einen Sonderstatus auszuhandeln mit der Erlaubnis der Weiterführung des Kriegshafens. – Wer ist die Rechtsnachfolgerin?
Als Preis für die Wiedervereinigung Deutschlands hat Genscher zugesagt:Kein Schritt über die Oder, was die NATO angeht. Die Schritte kamen dann aber doch sehr schnell und Gorbatschow wurde von Deutschlands Kanzler Kohl verlockt, darauf einzugehen, lieber die Milliarden in Empfang zu nehmen für die Unterbringung und Integrierung der Armeen auf deutschem Boden in der neuen Heimat RUSSLAND. Die NATO rückte vor, immer weiter bis nach Polen, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Albanien. Dort gefeiert und willkommen geheißen, am meisten im Baltikum und dort sicher mit einer Berechtigung, an der niemand einfach so vorbei konnte bei aller Friedensliebe und Vorsicht. Eingedenk der Geschichte des Zarenreiches in allen seinen Facetten. Gerade auch für Deutsche ein Punkt in der Geschichte des Ostens jenseits der Weichsel.
ABER DER ANDERE PUNKT ist eben genau der, dass wir eine Verpflichtung haben. Gorbatschow wurde versprochen, dass der Abzug der Sowjetarmee aus der DDR nicht bedeutet, dass die NATO, die dann nachrückt einfach weiter marschiert. Insofern haben wir ein Versprechen abgegeben, um die politische Einheit Deutschlands zu ermöglichen. Und dieses Versprechen ist gebrochen. Oder hat sich Gorbatschow kaufen lassen im Rahmen der Kohlschen Scheck-Diplomatie auf Druck von Bush senior. Jedenfalls hat er sich das Versprechen Genschers nicht „schriftlich“ geben lassen mit Unterschrift und Datum und Ort. Gorbatschow war unser Freund. Ich war in der Russischen Botschaft und habe kondoliert, nachdem das Kondolenzbuch dort ausgelegt und bekannt gegeben worden war. Er war mein Freund, weil mein Sohn auf dem Leipziger Ring war und meine Frau und ich auch – später – als es nicht mehr so brenzlig war. Wir haben gerufen GORBI, GORBI, GORBI – hilf uns. Dass nicht geschossen wird!!! Dachte er, der Westen ist nun auch sein Freund, gerade weil die eigenen Leute ihn vielleicht als zu gutmütig und ungeeignet angesehen haben, um ihre Interessen wirklich zu vertreten.
Lange passierte nichts. Die NATO marschierte. In der Ukraine gab es ein HALT!Sie wollten jetzt die NATO auch haben als Schutzmacht, jedenfalls die LEUTE VOM MEIDAN. Die anderen nicht.
Die Russen nicht. Der Osten. Der WESTEN SCHON. Der rechtmäßig gewählte ukrainische Präsident wurde zum Teufel gejagt. Zu Putin. Und da haben wir nun den Teufel.
Change. Das Zauberwort und die Frage dazu:haben die USA, wie schon oft ausprobiert, Change angewendet, auch in Osteuropa, gerade in der Ukraine.
Ist die Meidan-Revolution streng genommen ein Putsch und keine Revolution, weil der geflohene Präsident mehrheitlich gewählt wurde.
Revolution der Würde. Der Teufel steckt in Detaille. Das ist aber nicht meine Aufgabe, die Detailles zu ermitteln. Also bleibt völkerrechtswidriger Einmarsch 2022. Krieg bis heute. Der europäische Teil der Ukraine hat nun geputscht oder nicht. Es ist der Beginn des Krieges. Später des unerklärten Krieges seitens Russland. Gerechtfertigt mit der Geschichte in Ermangelung des Rechts in unserem Sinne.
Ein jüdischer Rabbi in der Ukraine erklärt das so: Russen und Verträge? Sie haben eine anderes Konzept: Geschichte, Religion, Orthodoxie. Moral. Sie haben zu lange gewartet und geschlafen als es darum ging, einen ordentlichen Vertrag vorzuschlagen. Sie haben das Bild. Nicht die Schrift. Sie glauben ein moralisch-religiöses Recht zu besitzen. Ihr Land das Heilige Russland.
Ein große Problem. Es muss gelöst werden nicht mit Parolen und Phrasen der Freiheit, sondern mit den politischen Mitteln einer Supermacht, die weiß, was sie tut.
Im Interesse Amerikas und der übrigen Welt.
2.Anhang
Als ehemaliger DDR-Bürger muss unbedingt von mir hinzugefügt werden, dass e s in Russland keine Kirchensteuer gibt. Durch Spenden(z.B.Kerzen) wird die Kirche finanziert. Es gibt kein ausgeklügeltes Kirchensteuersystem, aber dafür das Selbstverständnis, dass jeder Russe orthodox ist und getauft sein muss. Das alles entspricht durchaus „griechischer Denkweise und nicht der lateinischen“.
Ebenfalls hinzugefügt: Der DDR-Sozialismus in seiner Symbolik hat große didaktische Anleihen gemacht bei der ruhmreichen Sowjetunion, deren Hintergrund das Bild ist, die Ikone. Die ROK. Die zaristische Kirche.
Natürlich mehr als ein Paradigmenwechsel, ein Farbenwechsel in der liturgischen Gestaltung von WEISS zu GRÜN zu LILA zu WEISS.
Mehr als ein Farbenwechsel.
Ein Weg.
In dem Gleichnis an dem 2.Sonntag vor den Fasten, geht es um das Wort Gottes, dass seinen Weg finden wird, so wahr der Regen fällt und nicht wieder zurück in den Himmel kommt, von wo er gekommen ist.
Wie das WORT, dass bei GOTT ist.
Und GOTT WAR DAS WORT.
Es ist ein zweischneidiges Schwert steht in der Epistel (Hebräer 4,12-13)
12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 13 Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft geben müssen.***
Predigt zum Sonntag Sexuagesimae in der Stadtkirche Berlin-Köpenick
Musiker Janus Pelmani, Prediger und Liturg Michael Wohlfarth
Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,
am Donnerstag Maria Lichtmess.
Ende der Weihnachtszeit nach dem alten katholischen Festkalender.
Heute 2.Sonntag vor den Fasten. –
Weihnachten ist die eine Sache, Ostern die andere.
„Last uns hinaufziehen nach Jerusalem“, sagt Jesus zu seinen Jüngern.
„Lasset uns mit Jesus ziehen“, singen die Gemeinden in Generationen.
SEXUAGESIMAE , das ist 60 Tage vor Ostern.
Nach der Krippe das Kreuz. Aus demselben Holz geschnitzt. Denn Ostern ohne das Kreuz Jesu gibt es nicht. So billig ist es nicht zu haben. Die Gnade nicht. Gar nichts. Dann wäre es ja auch nicht viel wert.
Es wäre beliebig.
Auf dem Weg nach Jerusalem geschehen wunderbare Begegnungen mit Gott, unserem Herrn und Heiland.
Jesus, der Lehrer.
Jesus in seiner Menschlichkeit.
Das Reich Gottes.
Was ist es.
Wir haben in der Lesung des Evangeliums das Gleichnis Jesu VOM SÄMANN, wie es bei Lukas 8, 4-8 aufgeschrieben ist, gehört.
Markus erzählt auch, wie Jesus mit diesem Gleichnis vom Samen als dem Wort Gottes in seiner Heimat Galiäa am See Genezareth die Menschen zum Hören bewegen möchte.
Dann aber nimmt er den Sämann selber zum Gleichnis für das, was seine eigentliche Botschaft ist: Das Reich Gottes.
Markus 4
Und er sprach(Vers 26): Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft 27 und schläft und steht auf, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie. 28 Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre. 29 Wenn aber die Frucht reif ist, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.
Sicher kennen viele das Bild „Säemann“ von Vincens van Gogh, dem großen niederländischen Maler.
Von einer Intensität, wie sie nur wirkliche große Kunst vermitteln kann, wo das Menschliche und das Göttliche gleichermaßen aufeinandertreffen.
Oder die Erinnerung von Huldrych Zwingli: “Wenn ich als Kind am Rande des Ackers saß und meinen Vater sah, wie der den Samen warf, glaubte ich den lieben Gott zu sehen.“
Ja, Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die Jahreszeiten, die unser Leben schön machen, wenn wir zu sehen verstehen und zu lieben.
Sie haben es in sich:
Zuerst die Saat, dann das Wachsen und schließlich der Schnitter, die Ernte.
Warum wohl können wir so gut nachvollziehen, was die Bauern auf ihren Traktoren, die Händler und Transporteure der Ernte meinen, wenn sie in unsere Stadt ziehen bis zum Brandenburger Tor. Weil wir uns letztlich das bewahrt haben, was uns zu Menschen macht und in die Nähe Gottes bringt: Die Erkenntnis, dass wir zwar Freie sind aber auch gebunden. Gebunden an den Zyklus der Schöpfung, die uns Gott aufgetragen hat, zu bewahren. Und damit uns selber bewahren. Ich rede hier nicht von Diesel und Subventionen, sondern von einer schlichthinnigen Abhängigkeit wie das Daniel Schleiermacher ausgedrückt hat. Natürlich hat das auch politische Konsequenzen. Klein in Klein, engro.
Ja, und ich rede hier von Religion.
Ja, von dem Gleichnis Jesu, der das Wort VON SELBST /AUTOMATE hier benutzt. Das Gegenteil von unangebrachtem Aktivismus.
GNADE ist angesagt.
Diese SYMPATHIE mit den Leuten vom Lande, die die Erde im Winter ruhen lassen, um im Frühling zu säen und im Sommer zu ernten, die habe ich auf Anhieb auch.
Wenn ich die herrlichen Aussprüche großer Leute zu diesem Thema höre, Bilder großer Maler sehe:
Da ist etwas.
Das Geheimnis Gottes.
Dass Reich Gottes.
BASILEIA THEOU.
Das Reich Gottes ist mitten unter Euch, sagt Jesus. Ihr merkt es nicht?
Er hat noch mehr Bilder auf Lager dafür: Das Senfkorn, das winzig kleine Senfkorn, dass ein Baum wird, in dem die Vögel nisten und Schutz und Schatten suchen.
Das Tragende ist das WORT Gottes, das am Anfang war.
Das Wort des Schöpfers von Himmel und Erde, welches wir bekennen.
Das WORT, welches GOTT selber ist, CHRISTUS“.
Dieses Wort wird unter die Leute gebracht wie Samen auf das Land, erklärt Jesus, der Menschensohn.
Wenn es guten Boden findet ist es wie die selbstwachsende Saat.
Wir sind der Boden.
„Mach mich zum guten Lande“, singen wir.
Gebet
Herr mache uns zu gutem Land, dass wir Dein Wort aufnehme können und es Früchte bringt in unserem ganz privaten Leben, in unserer Gemeinde und Kirche, in unsrer Arbeitswelt, in unserem Amt und Ehrenamt. Lehre du uns selber im Glauben und im Gebet. Lass uns dein Reich spüren. AMEN.
Prophetie des alten Bundes
10 Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, 11 so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende. 12 Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden. Berge und Hügel sollen vor euch her frohlocken mit Jauchzen und alle Bäume auf dem Felde in die Hände klatschen. 13 Es sollen Zypressen statt Dornen wachsen und Myrten statt Nesseln. Und dem HERRN soll es zum Ruhm geschehen und zum ewigen Zeichen, das nicht vergehen wird.
Ausstellung der „Zeichenstunde“ in der Mittelpunkts-Bibliothek Berlin-Köpenick Januar 2023.
Predigt Lutherkapelle Uhlenhorst (Köpenick-Nord) Januar 24
Liebe Gemeinde,
Was sind das heute wieder für Epiphanias-Texte, die uns aufgegeben sind?
Epiphanie. Erscheinung des Herrn.
Da ist der ewig brennende Dornbusch, dem sich der Hirte MOSE nähert. Seine, unsere Gottesoffenbarung für alle Religionen in unserem Kulturkreis: Judentum, Christentum, Islam.
Feuer. Feuer. Feuer. Feuer auch des HEILIGEN GEISTES.
Dann die Gemeinde in Korinth, dieser Hafenstadt in allen Facetten des Hungers nach Leben, die PAULUS besucht hat, um dort zu predigen: „Kommt her, die ihr hungrig seid, ich will euch satt machen, die ihr durstig seid, spricht der HERR , sein HERR und GOTT. „Hier ist das Wasser des Lebens umsonst“.
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Und:JESUS, der Weg.
Ja, die quicklebendigen Korinther haben eine Gemeinde gegründet und bauen sie noch immer auf und bedürfen deshalb der Führung und Leitung durch ihren Missionar.
Von Ferne.
Noch besser, wenn er gegenwärtig ist, zum Anfassen.
PAULUS weiß das.
Aber er hat noch mehr christliche Gemeinden zu begleiten, ist auf den Straßen der pax romana unterwegs: hungrig und durstig , ein Narr in CHRISTUS, wie er den queren und woken Korinthern schreibt.
Er hungert um CHRISTI Willen, er leidet Durst um Gottes willen, er folgt seinem HERRN, ist den Griechen ein Grieche, den Juden ein Jude, den Heiden ein Heide und den Orthodoxen ein Orthodoxer.
Er trägt das Kreuz seiner undefinierbaren Krankheit, die wie ein Seil sich immer wieder um ihn legt.
Er bittet Gott, dass er ihn gesund macht.
Und freut sich wie alle Zeugen des Evangeliums über die, die in der Wahrheit wandeln und nicht in der Lüge und im Schein.
Das hellt auf.
„Daran genesen wir, an der Freude in GOTT“, habe ich gelesen bei einer berühmten modernen Nachfolgerin.
Es gab immer Menschen, die einen ähnlichen Weg gingen und gehen in der Christenheit. Frauen und Männer. Heilige und Sünder, bis der HERR sie fand.
Wie der Hirte in der Wüste, der das Verlorene sucht – und findet.
PAULUS war nicht mit auf dem Berg, von dem wir gehört haben im Evangelium.
Wo PETRUS und JOHANNES sagen:lasst uns bleiben und Hütten bauen.
Hier ist es schön.
Der Apostel hat andere Erlebnisse mit dem HERRN JESUS.
Als der ihn fragt, warum verfolgst du mich…
Er, der Feind der Christen, wird zum Werkzeug seines HERRN und geht für ihn in s Gefängnis, lässt sich schlagen, verspotten.
„Wir sind der Welt ein Schauspiel geworden.“
„Narren in Christus“.
Der Dornbusch, der brennt. Der Berg der Verklärung, auf dem Jesus sich offenbart und die Jünger stärkt, dass sie an den SOHN GOTTES glauben können!
Und wir? …
…Tragen das Licht der Erscheinung Gottes in Jesus Christus wie ein Weihnachtsgeschenk, wie einen Schatz mit uns in unseren dürftigen Gefäßen, wie der Apostel Paulus schreibt. Können es mitnehmen in dieses Neue Jahr 2024.
Ja, wir können sogar Licht sein für viele andere Menschen auf diese wunderbare Weise. Gerade in dieser Zeit, in der wir nicht wissen, was sie bringt. Frieden, Krieg, Wohlstand oder Absturz. Gesundheit oder Krankheit, Tod oder Leben.
„Wir haben aber diesen Schatz (wie) in irdenen Gefäßen… wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserem Leibe, damit auch das Leben Jesus an unserem Leibe offenbar werde“.
Der Apostel ist ein Zeuge für die Gemeinde Jesu in der Hafenstadt am Mittelmeer – und für uns, unsere Kirche und Gemeinde. Dass wir nicht den Mut verlieren! Weil wir als Gerufene und Getaufte das Licht Jesu wie einen Schutzschild um uns haben.
Gott segne uns alle.
AMEN.
Winter in Köpenick, Ausstellung des Zeichenzirkels „ZEICHENSTUNDE“ in Berlin – Köpenick 2023 im Januar
3. Sonntag nach Epiphanias
Predigt Müggelheim (Berlin) Januar 24
Liebe Gemeinde, ein Text aus der Bibel, die Jesus gelesen hat, die seine Bibel war. Die jüdische Bibel. Theologen reden heute gerne vom 1. Testament Gottes an sein Volk. Wir haben das 2. Testament also nicht das alte, sondern das neue, so unser Sprachgebrauch.
Altes und Neues Testament. Das eine in hebräisch, das andere in griechisch. Weswegen Leute, die die Heilige Schrift in der Ursprache kennen lernen wollen, warum auch immer, beide Sprachen lernen müssen. Sonst können sie nicht Theologie studieren. Jedenfalls nicht in diesem klassischen Sinne.
Heute ist es das Buch 2. Könige. Also ein Königsbuch. Nach dem Zusammenbruch des Davidischen
Großreiches mit dem abschließenden Glanz des König SALOMO, einem Sohn des Harfespielers und Liederdichters DAVID, zerfiel das Reich in Diversität und Patchwork. Es wirkte wie ein Flickenteppich und Juda und Israel verkamen zu Spielbällen der mächtigen Babylonier und anderer
ambitionierter Mächte um die Staaten der 12 Stämme Israels herum. Insofern ging es Israel/Juda/Samaria nicht anders als anderen Reichen in der Weltgeschichte bis auf den heutigen Tag. Die Theologen des alten Bundes deuten das natürlich auf ihre Art: Abfall von Gott, dem Herren, Vielgötterei. Die Moral bis hinein in den Klerus schwindet. Die Wahrheitsliebe. Die Lüge kriecht aus allen Fugen, wenn überhaupt noch etwas aus Fug und Recht besteht.
Aber Gott wendet sich nicht ab von Seinem Volk.
Und beruft Propheten und Ratgeber, um die Stimme der Weisheit zur Geltung zu bringen. Der Weisheit letztendlich des Schöpfers von Himmel und Erde, wie sie und wir es auch in unseren Glaubenszeugnissen singen, beten und bekennen.
Der eigentlich Sinn eines jeden Gottesdienste.
2.Könige 5 9-15, 19a
9 So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas. 10 Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden. 11 Da wurde Naaman zornig und zog weg und sprach: Ich meinte, er selbst sollte zu mir herauskommen und hertreten und den Namen des HERRN, seines Gottes, anrufen und seine Hand über der Stelle bewegen und mich so von dem Aussatz befreien. 12 Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Abana und Parpar, besser als alle Wasser in Israel, sodass ich mich in ihnen waschen und rein werden könnte? Und er wandte sich und zog weg im Zorn. 13 Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, würdest du es nicht tun? Wie viel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein! 14 Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein. 15 Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes samt seinem ganzen Gefolge. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe, nun weiß ich, dass kein Gott ist in allen Landen außer in Israel; so nimm nun eine Segensgabe von deinem Knecht.
19 Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden!
Ausgerechnet der König von Aram, der gerne auf Raubzügen in Israel unterwegs ist mit seiner Soldateska, schreibt für seinen kranken Hauptmann einen freundlichen Geleitbrief, weil der Hauptmann ihn bittet ausgerechnet nach Israel reisen zu dürfen, um dort Heilung zu finden. Allerdings nicht bei dem israelischen König, sondern bei dessen Propheten und Ratgeber ELISA, dem Nachfolger von Wundermann ELIA.
Das hat sein Dienst-Herr nicht so richtig kapiert – scheinbar – und ist lieber auf seiner Königs-Ebene geblieben, sehr zum Verdruss des Kollegen in Israel: “Bin ich Gott, dass ich töten und lebendig machen könnte, dass er zu mir schickt, ich solle den Mann von seinem Aussatz befreien? Merkt und seht, wie er Streit mit mir sucht?“ Es steht wieder Krieg in den Sternen und ein Nachfolger der großen Königs-Dynastien Israels zerreißt seine Kleider. Das bedeutet Zorn und Schande.
Ein guter Prophet kennt die Stimmung in dem Land und stopft seine Ohren nicht zu, wenn es um Krieg und Frieden geht: “Lass ihn zu mir kommen, den Hauptmann Naaman, den Oberbefehlshaber der Aramäer!“
Und er geht, der König hört auf, seine Kleider zu zerreißen und gibt einen Wink. Der Heide, ja der Feind Naaman setzt sich in Bewegung mit seinen Gastgeschenken in Richtung Samaria, wo der Prophet zu Hause ist. Der Mann Gottes – wenn es auch der falsche Gott ist – bleibt die Hoffnung.
ER hält an mit seinem ganzen Tross, mit seinem ganzen Pomp, mit all seiner Glorie und hofft auf den alten Glanz seiner Haut.
Aber der Prophet macht sich rar. Er erscheint nicht.
Sondern ein Bote richtet ihm aus, er soll das und das tun.
„Da wurde Naaman zornig und zog weg…unverrichteter Dinge.“
Warum diese Schande in Israel, Juda, Samaria. Die Ziele seiner Kriegszüge. Womit er punkten kann in seiner Hierarchie. Jeder Sieg, jedes junge Mädchen als Sklavin ein Pluspunkt in der Politik seiner Karriere. Wobei das eigentliche Wunder eben genau solch ein junges Mädchen aus dem Lande Israel war. Es wurde gut behandelt in der Küche der Familie. Sie war der Anlass der Hoffnung.
Und half den Sorgen auf der Familie: “Ach, dass mein Herr wäre bei dem Propheten in Samaria! Der könnte ihn von seinem Aussatz befreien.“ Da war kein Hass, aber Nächstenliebe, nicht Feindesliebe, würde ich behaupten. So weit sind wir noch nicht. Wir sind im alten Testament. Noch nicht in der Bergpredigt. Christus ist die Zukunft.
Aber Vernunft und guter Wille sind trotzdem, sind immer gefragt. Alle Dinge, die dem Frieden dienen und der Freiheit des Lebens und seinem Wohlstand: SHALOM nennt das der Israelit, die Israelitin. Das brachten sie mit in jede Gefangenschaft und haben das Wohl der Stadt, des Dorfes gesucht mit ihren Gebeten, ihrem Segen, der von Abraham auf sie gekommen ist.
Deswegen hat der Hauptmann die Schande auf sich genommen und ist nicht als kraftstrotzender Militär, sondern letzt endlich als Bettler in Samaria erschienen, vor der Tür des Propheten, der in nicht all zu ferner Zukunft die Aramäer in die Irre führen wird, wenn sie wieder habgierig werden. Aber nie in ihre Vernichtung. Der immer den Frieden, SHALOM, im Blick hat in der Lebensgeschichte seines Volkes, von Gott geliebt und damit in seiner eigenen. Der zum Wohle seines Landes wirkt.
Die Leute um Naaman beruhigen ihn und ermuntern, es doch zu versuchen: in den glitzekleinen Jordan zu steigen sich zu waschen, wie es der Bote Elisas ausgerichtet hat.
Der Versuch lohnt. Er wurde heil.
Aber nun will er doch wenigstens umkehren auf dem Weg, der nun ein Weg der Heilung und des Friedens, der Gnade geworden ist …Er möchte seine Geschenke loswerden.
Wenn auch der Prophet ablehnt.
Er ist nicht käuflich.
Er macht es nicht für Geld.
Er hat einen anderen Lohn.
Erst recht ist da keine Korruption und keine Bestechung.
Dass der Diener des Elisa die schöne Geschichte verdirbt und heimlich die Geschenke dem Naaman abluchst für sich, versteht sich, tut der Heilstat des ELISA keinen Abbruch und dem Wunder in der Küche der Frauen zu Hause beim Hauptmann des Königs von ARAM. Wo Güte und nicht Zorn die Oberhand gewinnen. Denn – wir bleiben in einer unerlösten Welt und warten mit den Juden auf den Messias. Dass er kommt – sie-, dass er wiederkommt-wir.
Gebet: „Herr schenke uns den Glauben, dass wir überleben können und Deine Herrlichkeit verkünden. Wie Naaman. Mit ihm“.