Zwei Bibelstellen in einer Reiseerzählung

1

Anne dachte nicht an den Unfall hinter der Biege,
sondern an Amerika.
Als sie umstieg in den Zug nach Hamburg, war es
bereits gegen Mittag und die Herbstsonne meinte es
gut mit dem Vergolden der Blätter. Und dem Lächeln
der Menschen war sie förderlich, als sie den Park nutzten
und die Wirte noch einmal draußen deckten.

Und im Zug nach Norden wieder dein blasses Gesicht
DOSTOJEWSKI.

Endlich taucht es auf, damit die
Versöhnung ihren Lauf nimmt und nicht nur das.

Nur wir sehen es, wenn wir es erzählen, diese deutschen
Geschichten aus der Gegenwart und Zukunft. Wiedergeben
diesen Film.

Hohe Stirn. Blass. Tiefliegende Augen. Hinter Glas gemalt.
Aquarell. Die Bäume fliegen vorüber. Die Dörfer.
Die Häuser. Bilderbuchlandschaft in Deutschland.

Warum will jemand nicht hier bleiben.
Warum nicht diese Heimat lieben. Warum fahren Züge
mit den Flüchtenden. Warum fliehen sie?

Anne weiß, warum sie nach Amerika geht. Sie hat ein
Angebot bekommen, dort zu studieren. Das möchte sie
wahrnehmen.
Sie haßt nicht ihr Land. Sie hält keine Plakate hoch, auf
denen zu lesen ist „Nie wieder Deutschland! “Sie möchte
ganz einfach ihre Chance suchen in dem großen Land der
unbegrenzten Möglichkeiten. Sie möchte dort reisen. Die
berühmten Routen.

Sie ist sehr gespannt und freut sich auf die lange Reise mit
dem Schiff, dass sie buchen konnte, weil ihre Großmutter
ihr geholfen hat, einen solchen Schiffsplatz bezahlen zu
können.
Sie wird kaum wieder so schnell Eisenbahn fahren, wie
jetzt vom Westerwald nach Hamburg, weil die
Pullmannwagen vielleicht nicht mehr die Bedeutung
haben wie in amerikanischen Kurzgeschichten.

Aber hier ist der Schatten der Vergangenheit präsent.

2
Fjodor setzt sich zu ihr und beginnt zu erzählen
die Geschichte von den Unglücklichen. Von den
Sündern und Heiligen.

Er stellt sich vor.

Wie aus heiterem Himmel fängt er an zu erzählen, was ihn bewegt.

Vielleicht weil Sonntag ist. WOSKRESSENIE.

Es ist eine biblische Geschichte.

Ein Gleichnis. Viele kennen es: Das Gleichnis von der Gerechtigkeit Gottes.

“Weißt du, da ist der Markt. Die buckligen Häuser ringsum. Die
Läden, die aufgeklappt werden, sobald die Sonne aufgeht.
Und da kommen sie, die Tagelöhner, die Tagediebe, die
Betrunkenen am frühen Morgen, die nie schlafen können,
weil sie ihr Gewissen plagt. Die Weinenden,
die ihre Familie nicht ernähren können, weil die Barmherzigkeit ausgestorben ist und die Gerechtigkeit Gottes auf sich warten lässt. Da ertönt ein Signal und alle wissen, er kommt persönlich. Der HERR. Das Warten hat sich gelohnt. Gestern kam niemand.
Heute soll er wirklich kommen? Sie drängen sich, die
Ausgemergelten, die Zerrütteten, die Greise, die Huren,
die zu alt geworden sind, um sich zu verkaufen. Alle rufen:
“Herr, wir sind hier! Hilf uns!“ – Aber der Herr verzieht.
Scheinbar reitet er um die Stadt herum, um sich ein Bild zu machen, was
die Wohlhabenden aus ihrer Stadt gemacht haben. Er gehört in gewisser Weise ja auch dazu. Jetzt kommt er wirklich ohne Signal. Reitet mitten auf
den Markt und ruft: “Wer möchte in meinem Weinberg
arbeiten?“ Alle sind erschrocken. Davon war nie die Rede.
Arbeiten? Sie meinten, sie bekommen die Ration. Deswegen sind sie da.
„Das muß eine Neuerung sein, “murmelten sie. Einige
melden sich doch, nicht viele. Drei. Er nimmt sie mit.
Er steigt ab von seinem Pferd und führt sie zur Stadt
hinaus durch das südliche Tor zu den Bergen.
Er hätte auch vorausreiten können, denn jeder wusste in
dem Gebiet, wo der Weinberg des Herrn lag. Aber er ließ
es sich nicht nehmen. Er hätte ja auch genauso gut einen
Fest – Angestellten, dem er einigermaßen vertraut, in die
staubige Stadt schicken können. Brauchte er wirklich
Arbeiter in seinem Weinberg?
Es waren ja wirklich immer Menschen auf dem Markt,
die dort herumlungerten wie nach einer durchzechten Nacht, um angeheuert zu werden.
Bettler auch, die auf Almosen hofften. Von den Dreien war einer ein
Bettler. Irgend etwas an diesem Morgen, als die Sonne im
Osten empor stieg, erinnerte ihn an ein Lied seiner
Kindheit, welches seine Mutter sang, wenn sie zur Arbeit
ging.“

3
Hier brach der Erzähler ab und schaute versonnen auf die
vorbei fliegende Landschaft. Er ließ die Zuhörerin allein im Abteil
und verschwand.

Wohin.

Ich weiß es nicht.

Ins MITROPAABTEIL? Toilette. Gang. Fenster runter und Wind, Fahrtenwind im Gesicht, weil es so schwül ist im Abteil.Fenster geht nicht herunter zu ziehen. Es ist ein INTERCITY. Viel zu schnell.

Das war damals, wenn wir von Ort zu Ort gefahren sind und unsere Freiheit dumpf war, in der wir lebten und voller Freude einem Ziel entgegenfuhren auf der Scheibe, die wir Erde nannten. Und unser Land, DDR. Zigaretten. Ach ja, Zigaretten. Verqualmt alles. Tief eingezogen die Luft, die einem entgegen blies. Fenster runter! Jetzt alles rauchfrei. Fjodor, du musst nicht zum Fenster stürzen. Meistens klemmte es übrigens. –

4

Wo ist Fjodor?
Nein, er ist nicht zum Fenster gegangen, um frische Luft zu schöpfen in einem verräucherten Abteil. Er ist ausgestiegen. Er war darauf angewiesen zu sehen und zu hören.

Es war Sonntag.
Er hatte Glück. Der Zug ist nicht durchgefahren und
machte Station zwischen dem Westerwald und Hamburg,
wo die großen Schiffe anlegen. Auch die von Übersee.
Er hatte Glück, dass der Bahnhof eine Bahnhofsmission
hatte und einen Saal in der Nähe, wo die Heilsarmee zu
Hause war und die Evangelien predigte. Der Gottesdienst
hatte bereits begonnen – der Prediger bereits die Bibel
aufgeschlagen und in die Kanzel getreten.

Es waren eigenartige Gestalten in dem Saal.

Ähnlich wie in der nicht zu Ende erzählten Geschichte, würde ein DDR-Pfarrer denken: Volksmission in Sachsen, in der alten Textilmetropole Crimmitschau. In DDR-Zeiten. Ich weiß nicht wie es heute dort aussieht. Der Glamour des Westens wird sie auch erreicht haben, diese Stadt, in der der erste moderne Textilarbeiterstreik organisiert wurde um die vorvorige Jahrhundertwende.

„Liebe Gemeinde,
wir haben uns heute hier versammelt zum Sonntag
Sechzig Tage vor Ostern, lateinisch Sexagesimä.
Dieser Sonntag – wie schon der vorherige – kündigt
einen Perspektivwechsel an, den wir alle dringend
benötigen.
Die Perspektive heißt Ostern. Ostern, das bewegliche Fest.
Das in seinem Zeitpunkt sich nach der Stellung des
Mondes zur Sonne richtet.
Liebe Brüder und Schwestern,
wir haben uns heute hier versammelt, weil Sonntag ist, auf
russisch Woskresenie. Zurückübersetzt ins Deutsche
AUFERSTEHUNG. JEDER SONNTAG HEISST AUFERSTEHUNG.
Sie haben das Gleichnis vom vierfachen Acker gehört und nur ein Viertel des Samens fällt in den Schoss der Erde und bringt Frucht.
Jeder von uns fragt sich, wer bin ich.
Bin ich der Weg? Sind wir die Dornen? Wer ist der Fels?
Und wer das gute Land. Wir wollen alle das gute Land sein,
dass Frucht bringt. Oder etwa nicht. Aber alle denken an
die Sorgen. Die Dornen des Lebens.
Die Großen und die Kleinen. Laßt uns Gott bitten, dass
die Sorgen nicht unseren Glauben ersticken, das unser Glauben auf den breiten Straßen dieser Welt nicht zertreten wird, die
Begeisterung für das Gute anhält und der Regen nicht
alles, was wir gehört haben wegspült. AMEN.“

5
Eine sehr kurze Heilsarmeepredigt. Dachte F. Aber okay.
Es wurde noch ein Lied gesungen und dann löste sich die
Versammlung auf.

Ah- die russischen Chöre. Wo sind sie.
Sonntag.

Auferstehung?

Der Westen ist so kurz angebunden.
Na, ja. Er nahm sich ein Hotelzimmer in der Nähe des Bahnhofs.

Aus: hereinspaziert – die sonderbaren welten des herrn panther epubli.de 2016 Berlin michael wohlfarth Kalendergeschichten und Anne im Zug. Das sind Reisegeschichten. Ja, doch auch, wenn Du zu HAUSE bleibst in diesem typisch deutschen Sommer. Warm, heiß, Dusche, Regen, Donner, Blitz. Die Pflanzen sind dankbar. Die Wiesen sind grün. Seid DANKBAR, dasse kein Dürresommer ist. Bittet für die, die unter Überschwemmungen leiden, oder unter einer Dürre, so wie sie in der Bibel beschrieben werden.

Die Geschichte von Anne im Zusammenhang könnt Ihr lesen in „Ach, Dostojewski“.

Zum heutigen Datum Sonntag d.4.August 2024, 10. Sonntag in der Trinitatiszeit: Und vergesst nicht: heute ist ISRAELSONNTAG und gestern? – gestern war Schabbat, die Juden warten auf den Messias und lassen die Türe nur angelehnt, dass er eintreten kann. Wenn sie feiern und eine Kerze anzünden. Seht Euch unbedingt den Ostseefilm an: Die Herrlichkeit des Lebens. Ich kenne keinen Besseren. Googelt!

KOMM HERR JESUS, SEI DU UNSER GAST UND SEGNE WAS DU UNS BESCHERET HAST. SAGEN WIR UND WARTEN DASS ER WIEDER KOMMT WIE DIE MÖNCHE AUF DEM ATHOS WENN SIE SCHWEIGEND AN IHREN TISCHEN SITZEN UND IHRE SUPPE LÖFFELN. UND NICHTS SAGEN. SIE WARTEN AUF DIE WIEDERKUNFT DES HERRN. Sagt Erhard Kästner in seinen ATHOS-ERINNERUNGEN.

DER UNTERSCHIED ZWISCHEN CHRISTEN UND JUDEN: BEI UNS KOMMT ER WIEDER.

Bibelstellen Fjodor das Gleichnis Von den Arbeitern im Weinberg nach zu erzählen(Matthäus 20 1 ff.). Der überraschende Schluss bei Matth.20, 8 – 16. Bibelstelle zur Predigt im Saal der Heilsarmee Matthäus 13 1 ff. oder Lukas 8, 4 ff.

Fortsetzung aus Heile Welt-Berliner Erzählungen Seereisende und Landreisende

Landreisende

Und das am Horizont verschwindende Land bleibt auch, was es ist. Nur, daß es nicht mehr zu sehen sein wird, je stärker der Wind zupackt. Es liegt dann im Osten. Auch Hamburg, von wo aus Anne in See gestochen ist.

Auch Berlin bleibt dort, wo es liegt.

Der große rot-schwarze Klecks mit seinen Unbegrenztheiten und seiner Uferlosigkeit.

Baumschulenweg, Späthsche Baumschulen. Kleingärten.

Ein grünes Bild mit Wasserstraßen.

Wo die Grenze war, als Rot und Rot noch keine Koalition eingegangen waren, als die zwei Welten noch markiert wurden durch Schützen, die rufen:

„Hände hoch!“

Und wer es nicht tat, wie der junge Mann, der noch zu jung war, um zu wissen, daß die Mauer fällt in acht Wochen und in den Kanal springt, die Grenzen überwindet und in den Kleingärten verblutet. Ein Opfer mehr des Kalten Krieges, nachdem der Weltkrieg längst vorbei war.

Da versteht man schon, daß die Leute alles hinter sich lassen und sich lieber dem Meer anvertrauen um neues Land zu sehen. Das gelobte Land. Und was singen dann die Chöre?

Jetzt sind die Soldaten nicht mehr zu sehen in den Gärten. Wie gut, daß jetzt die Gärten die Welten trennen und nicht der Stacheldraht die Gärten

Daß in den Gärten die Türken, die Ossis und Wessis sitzen und die Sonne suchen und die Stadt ist weit weg.

„Buden bauen!“ singt der Chor.

„Hütten errichten!“ singen die Zeitungsverleger.

„Versteck spielen“, sagen die Skeptiker und die Kinder aus jeweils sehr verschiedenen Gründen.

„Bis uns der graue Alltag wieder hat“, seufzen die Rentner.

Nein, Anne war nie in der geteilten Stadt.

Aber der Autor.

Und vielleicht ist D. vom Strand, wo das Schiff lag, gelaufen und gelaufen, schnurstracks gerade nach Osten, bis er in andere Städte kam und schließlich den Funkturm und zuallererst den Fernsehturm, gebaut von der Bevölkerung der Deutschen Demokratischen Republik, sieht – in der Ferne. So konnte er nach Hannover kommen, nach Münster vorher, bis die Preußen ihn hatten.

Spandau. Charlottenburg.

Wo ist er jetzt? Er hält Vorlesungen in der altehrwüdigen Humboldtuniversität zu Berlin und steht hinter den altmodischen Kathedern.

Über russische Geschichte.

Etwas verkleidet.

Keiner erkennt ihn und alle sind begeistert.

Aber als er sagt, daß es Gott gibt, der ihn führt.

Zu Fuß. Er lenkte seine Schritte bis Mitte.

Nein, dann ist es genug.

Sie werfen ihre Kaftane in die Vorgärten und finden, Rußland hat keine Aufklärung. Und die Mode ist auch – wieder einmal – vorbei. Einige meinten, vorab ein gewisser W. von der Berliner Zeitung, die Nummer sei nun gegessen. Auf zur nächsten! Dostojewski ist doch schon lange tot. Wie auch Tolstoi. Erstaunlich, was in Rußland jetzt wieder für Blütenträume reiften.

Nieder mit dem Zaren!

Es lebe die FRANKFURTER SCHULE.

Es lebe Paris und das kleine Paris in Mitteldeutschland. LEIPZIG.

„Leipzig nicht!“, riefen einige dazwischen.

„Warum nicht ?“

„Das verschweigen wir!“

„Gebt euch zu erkennen!“

„Wir freuen uns über jede Nebelschwade und das fahle Licht der Dämmerung.“

„Wir sind die Dunkelmänner!“

„Eine richtige Montagsdemo wird das jetzt!“

Und das am Horizont verschwindende Land bleibt auch, was es ist. Nur, daß es nicht mehr zu sehen sein wird, je stärker der Wind zupackt. Es liegt dann im Osten. Auch Hamburg, von wo aus Anne in See gestochen ist.

Auch Berlin bleibt dort, wo es liegt.

Der große rot-schwarze Klecks mit seinen Unbegrenztheiten und seiner Uferlosigkeit.

Baumschulenweg, Späthsche Baumschulen. Kleingärten.

Ein grünes Bild mit Wasserstraßen.

Wo die Grenze war, als Rot und Rot noch keine Koalition eingegangen waren, als die zwei Welten noch markiert wurden durch Schützen, die rufen:

„Hände hoch!“

„Wir sind das Volk!“

„Wir sind das Volk!“

Und so ging es noch lange.

Und i c h ?

Ich laufe nicht wie Seume im 18. Jahrhundert nach Rom. Etwa durch Sachsen. Etwa durch die Seenlandschaft Brandenburgs, benutze nicht Boote und Fähren und komme schließlich an, um eine Reisebeschreibung reicher. Nein, ich fahre nicht mit der russischen Eisenbahn quer durch Deutschland – der Protestantische Norden – um vor Preußens Gloria und in seinem Glanz zu landen. Nicht jenseits des Mains. Vor den hohen Bergen auch.

Der Autor – Ich – setzt sich in seinen Diesel, gibt Gas, hat einen Schlafsack, wenn alle Stricke reißen. Benutzt sein NOKIA, um Kontakt zu halten. Möchte zwar manchmal langsam fahren wie im Urlaub.

Und kommt an im SYSTEM.

Es sind Formeln ausgerechnet worden, wo alle Faktoren zur Geltung kommen und so der kleinste Nenner gefunden wird zur Erhaltung der ungebremsten Dynamik zum Schein.

Im System.

Hat er gehört.

So steht es auch in den Hochglanzkatalogen.

Und der Co-Autor, an sich Spezialist für

amerikanische Fragen?

Hat sich auch auf und davon gemacht von dort, wo die Moderatorin Platz genommen hat an ihrem gläsernen dreieckigen Tisch mit dem ständigen Mikro herunter gebogen am Mund, die Gräfin einmarschiert ist und der Gaul die Wellen teilte. Es war ihm zu viel. Segel. Nein.

Diese wirren Matrosen vom Dienst und der Kapitän in seiner Kapitänskajüte wie in einem Abenteuerroman aus dem 18. Jahrhundert. Und immer noch zu Darwins

Zeiten. Und vielleicht heute auch noch? Wer ist der Veranstalter?

Mit den Perücken und so. Die du mit dem Ausklopfer ausbürsten mußt jeden Tag. Vorsichtig. Alle lehnen sich über die Reling bei haushohen Wellen und kotzen das Meer voll. „Es geht unter. Es geht unter“, rufen alle durcheinander.

Die ganze bunte Truppe hat ihm nicht gepaßt. Er haßt Schiffsböden, die geschrubbt werden müßten. Von wem? Von dem Personal. Die Gäste womöglich mit.

Er paßt und geht wie Dostojewski zu Fuß. Aber nicht nach Osten. Sondern nach Südosten. Von der Nordsee aus gesehen. Er geht am Rhein entlang und schwenkt dann ein nach links, streng nach Osten und kommt in die häßlichste Stadt aller Städte. Nach Frankfurt am Main. Most. Most. Wo die amerikanischen Wolkenkratzer stehen, die das Geldgeschäft bestimmen und das Papier bedrucken, welches Auskunft gibt über den Untergang der Geschäfte mit dem Geld. Und dem Aufstieg.

„Börse, ja Börse“, rufen die Börsianer und kommen ihm schon entgegengelaufen, weil sie ihn gesehen haben von ferne. Von ihren hohen Türmen aus, die den Main bevölkern. Wo er doch sehr bald in den Rhein mündet. Und auch die FAZ macht ihm Komplimente, weil er als konservativ gilt bei einigen seiner Kollegen. Die Kolleginnen amüsieren sich und haben keine Meinung.

Da ist die Welt noch in Ordnung.

Was man von Berlin überhaupt nicht sagen kann.

Dort bekommt man zuerst einmal einen Schock und dann noch einen Elektroschock und dann ist man wie gelähmt, weil alles THEATER ist und KUNST. Da war wirklich die DDR besser dran und Ostberlin als Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik Da wäre ja sogar ganz Berlin besser dran gewesen, wenn es russisch geblieben wäre, so wie es vor den Amerikanern war. Warum mußten die auch Thüringen und Sachsen verlassen. Immer diese Symbolpolitik. Dann gäbe es keine geteilte Stadt. Und der Himmel der Philosophen wäre auch nicht geteilt und auch nicht der von der Landsbergerin Christa Wolf. Dann wären wir auch nicht so christlich. Viel zu viel: 30 Prozent in einer christlichen Kirche. Das gibt es doch gar nicht. 10 Prozent reichen. So wie Leipzig oder Dresden oder Erfurt. Na ja, nun ist es so wie in Thüringer Dörfern. Da sind es auch dreißig. Bißchen mehr manchmal, wo der Mond die Zeit bestimmt, die wir hatten und die ist und die kommt. Ja, was denn. Wir wissen gar nichts. Matthias Claudius hat Recht.

Also der Co-Autor. Er muß hier neu eingeführt werden: heruntergelaufen, gepilgert vom schönen Nordseestrand zwischen Hamburg und Bremen in einer Linie, die zum Rhein führt, bevor er in die Niederlande abbiegt.

Na, ja Ruhrgebiet, Rheinland, NORDRHEINWESTFALEN.

Rhein. Main. Dichtest besiedeltes Gebiet.

Rheinischer Katholizismus. CDA-FLÜGEL USW.

Rheinhessen. Mainhessen. Weinhessen.

Ackermann hat seine Späher. Abends trinken sie einen goldenen Becher leer.

Genau.

Die haben ihn ausgemacht und sind ihm entgegengekommen, als er noch auf dem Feldweg war

vor der Autobahntangente Nord-Süd.

„Tempel des Satans“, war sein erster Gedanke.

Die Rechtsgebäude.

Groß und hehr.

Die Sparkasse klein dagegen, wenn auch aus Glas.

Aber das Rathaus.

Der RÖMER.

Schulen.

„Wie Leipzig“, fällt dem Ossi da ein und sagt das einem Wanderkollegen ins Ohr.

Oberstes Gericht.

Bank und Kirche.

Sind das die drei, die ein Gemeinwesen ausmachen.

Ja, repräsentative Demokratie.

Eindrucksvoll.

Die Towers.

Ziele.

Die Paläste der Gerechtigkeit? – Kirchen?

Ja, die drei Größen in Leipzig.

JETZT AUCH. HERAUSGEPUTZT:

RECHT. GELD. TEMPEL.

Und in dem schönen Frankfurt am Main, wo einst Johann Wolfgang von Goethe geboren wurde. Und in dem schönen Leipzig in dem noch schöneren Sachsen, wo Johann Wolfgang Goethe einst studierte und viele andere auch.

Nun aber in Hessen links und FULDA SCHWARZ.

BONIFACIUS, der es ihnen gesagt hat.

Rhön.

ROTES MOOR UND SCHWARZES MOOR.

Thüringen. Bayern. Hessen.

Kein Fluglärm. Nur sanftes Gleiten. Wenn die Segler nicht auf dem Wasser sondern in der Luft ihr Ziel ansteuern.

Westerwald? War da nicht einmal etwas.

Ein Nachspiel zum Hauptstück.

In Berlin hast du beides.

ALPHA POINT und Steglitz.

„Nein, das meine ich nicht“, sagt der Autor zu seiner Frau, die ihn in- und auswendig kennt.

Der Co-Autor ist noch neu.

Das war die Geografie unserer Autoren, nachdem das Abenteuerschiff in See gekommen war unter großem Aufwand der Matrosen und aller Anwesenden.

Weil sie Angst haben, mit einem Segelschiff nach Amerika zu fahren.

Ob D. erkannt wird –

und damit wieder gefunden wird für die Geschichte –

weiß niemand.

Der Co-Autor

wird sich in eine Maschine in Frankfurt am Main setzen

und dann eher da sein als Anne.

Wenn überhaupt.

Vom Autor ganz zu schweigen.

Vielleicht klappen wir auch das Buch zu.

Wir werden sehen.

„Danke bis jetzt fürs Zuschauen. Ihre Autoren.“

Es kann sein, daß uns der Stoff ausgeht, obwohl er so in Fülle und Überfülle vorhanden ist.

Unbeschreiblich,

denken Sie nur an Nietzsche, wie er immer wieder nach Hause gekommen ist in diesen Pfarrwitwensitz mit den zwei unverheirateten Tanten, der Mutter und Schwester. Und natürlich einem Dienstmädchen.

Wenn wir dem nachgehen würden…, während unsere Anne sich auf dem Schiff herumtreibt wo es drunter und drüber zugeht und sie die Richtung verlieren, weil die Klimakatastrophe den Kompaß zum Stillstand bringt. Oder sie schon viel zu weit sich dem Magnetpool genähert haben. Daß die Nadel springt.

Der Käptn wie ein Fels in der Brandung.

Er wird das Schiff retten und die Matrosen anfeuern,

sich zu erinnern, was Disziplin bedeutet auf See.

Trotzdem.

Es muß sein.

Es hat sich noch nicht erübrigt. Noch lange nicht.

Dieses ganze 19. Jahrhundert hat den Urknall vorbereitet für die letzten Jahrzehnte, die wie Ewigkeiten auf uns lasten, während andere frei sind. Wenn da nur Keller wären und Fontane, Storm und Raabe. Die schönen Bücher in unserer Bibliothek, auf die wir so stolz sein können.

„Gelt, das ist ein Schatz.“

„Ja, ja.“

„Was sagst du Fjodor?

Schweigen?

Hast du nicht gehört?“

Jedenfalls Nietzsche zu Hause. Sein Vater längst tot und ein Bruder und immer die Kirche im Blick. Wenzel. Wir sind schon schockiert von seinen Ausfällen und wissen es nicht genau, ob es nicht besser gewesen wäre, die Brennnesseln nicht von seinem Grab in Röcken zu entfernen in einem studentischen Einsatz kurz vor 1989.

Präfaschistisch? – Nein, missbraucht!

In Sachen Wirkungsgeschichte war die Evangelische Kirche schon immer ein Waisenknabe und vielleicht das gesamte linksliberale Bürgertum mindestens ebenso.

Hitler hat begeistert Nietzsche gelesen. Goebbels. Sie haben nicht irgendjemanden gesucht, dem sie ihre Ziele in den Mund legen konnten.

So einfach ist das nicht.

Sie haben ihn mißverstanden?

Sie haben Wagner mißverstanden?

Ich möchte die Fragen im Raum stehen lassen und mich dem Schiff zuwenden, das allmählich seinen Kurs findet. Die Matrosen sollen ja lernen, ein Schiff zu führen. Die Passagiere sollen eine Therapie machen. Angst erfahren. Damit sie an Land nicht vor dem kleinsten Problem davonlaufen. Mal sehen, ob das gut geht. Es sind ja sehr bunte Figuren.

Natürlich war er sehr froh, endlich in die Freiheit zu kommen. Heraus aus der Pensionärsstadt. Der Beamtenstadt. Obwohl Schulpforta im Tal der mitteldeutschen Weinberge Heimat genug ist, um nicht vergessen werden zu können. Max Klinger wußte das auch mit seiner wilden Seejungfrau im Schaumbad des Meeres. Bonn. Theologie und Philologie. Das Meer erkunden mit Odysseus .

Hoffentlich wird das keine Irrfahrt mit Anne auf dem Meer. Und Zyklopen. Und ewige Heimfahrt.

Hexen und Götzen in der Dämmerung.

Du kannst dich ja so leicht….

Darüber müssen wir gar nicht reden.

Wer fängt dich auf? Wer hält dich fest?

So fest, daß du nicht fällst, wenn du stürzt.

Wer gebietet den Winden Einhalt.

Armer Bruder aus Röcken. Arme Schwester.

Die Sonne ist längst untergegangen und Nebel liegt über den Wassern und jeder hofft auf das erlösende Wort der Schöpfung. Sie steigt wieder auf am Morgen über dem Meer.

Odysseus findet heim nach dem großen Krieg.

Während sich die Autoren vor dem Meer grauten, weil die Materie nicht die ihre war. Sie hatten nicht genügend Ehrfurcht vor der Weite des Meeres und seiner Ungewißheit. Und als sie den Staub der Stadt und Straßen aufwirbelten vor lauter Angst, die Wassermassen könnten ihnen nachkommen, duckte sich Dostojewski hinter den Büschen Berlins, besonders im grünen Gürtel zwischen Berlin Süd- West und Berlin Süd-Ost. Er benutzte heimlich im Winter die Lauben und feilte so lange an den Schlüsseln aus Aluminium – aus Ostzeiten – bis die Schlösser sprangen und die Matratzengrüfte für den russischen Dichter das beste Versteck des Jahres bildeten. Denn um alles in der Welt wollte Dostojewski nicht entdeckt werden im wiedervereinigten Berlin. Nein, da hatte er eine eigentümliche Abneigung. Dabei wäre es so einfach gewesen in den Touristenströmen unterzutauchen in altrussischer Kleidung zur Berlinale.

Ich habe Lust, mich wieder mit ihm heimlich oder unheimlich zu treffen oder auch auf dem Boulevard von Wim Wenders mit Stern, Stern, Stern aus Messing und Gold. Also geh ich zu seiner Hütte Späthsche Baumschule, da wo die Flucht gelungen war, wenn auch nur mit schweren Verletzungen wie im heißen Krieg, und wecke ihn nicht, sondern schiebe einen Zettel unter die Tür. Und tatsächlich am Abend gehen wir um den Müggel und ich halte meine Monologe.

Was ist mit der Frankfurter Schule. Darf sie Leute entsenden mit und ohne Doktorhut, die Lieblosigkeiten empfangen haben wie Schläge in ihrer Kindheit und nun gegen alles wettern wie der Gegengott von Donar, was nur annähernd nach Haus und Hof, Familie, Volk und Vaterland gesetzt ist, weil sich doch alle sehnen nach einem Dach, Vermehrung und Fruchtbarkeit, kurz NATION von NATUS – geboren. SEIN und ZUSAMMENLEBEN. Dieser Typ wedelt sich Luft zu mit dem Gänsekiel des Pfaffenhasses.

Na, du weißt schon, wer es ist. FREIES WORT, BERLINER ZEITUNG. Die, die behaupten, Hegel sei der Vorläufer von Marx und wer nicht so denkt wie wir, bekommt Denkverbot:

Wir nennen das Freiheit für die Andersdenkenden. Wir fordern das. Aber wir werden einen Scheiß tun. Na, ja, Sarrazin. Ich liebe ihn auch nicht. Wer tut das schon. Ich hoffe seine Frau. Jetzt kommt die ganze Familie dran.

Wir sind eben nicht in Luxuswolle verpackt mit Guthaben aus über 60 Jahren.

Verstehst du das DOSTOJEWSKI ???

Verstehst du das, was Du nicht liest in der Deutungshoheit dieser Affen. Nein, nein Wim Wenders meine ich nicht. Er hat ja Recht, daß wir verloren sind, wenn wir nicht in den Morgen tanzen. Aber dass wir auch verloren sind, wenn wir keine Schuhe mehr haben, um über den glühenden Asphalt zu gehen, müßte er doch von den Romantikern wissen, die geschrieben haben von der Katze auf dem sonnenüberfluteten Blechdach und der Endstation Sehnsucht.

Oder er müßte es wissen wie der Dramatiker an der Oder. Wenn du dort über die Oder willst im harten russischen Winter.

Und die Schollen kommen.

Und die Amsel im Strauch.

Strauchdieb du. DOSTOJEWSKI.

Was treibst du.

Laß doch den Böll in seinem Tagebuch von der glücklichen Insel. Du bist jetzt auf dem Grenzstreifen und wir erkunden die Welt. Weil es sie nicht mehr gibt. Die Grenze. Aber die Welt. Und GRENZENLOS: Das ist eine große Gefahr. Komm an deine eigenen Grenzen. Suche Gott. Und finde ihn in dir selbst.

Übung.

Also D. kam an die Oder.

Er kam unter die Linden. Er trat zur Berlinale auf im historischen Kostüm wie der Verrückte in Weimar. Er hat den Zettel gelesen. Die Adresse hat gestimmt. Die Szene funktioniert kurz vor Kreuzberg und Neukölln.

Da ist mir die Sarah lieber, als dieser Mann von der Frankfurter Schule, den sie eingestellt haben um zu schreiben.

Die Araber können zwar ihre Schuhe ausziehen wie Moses und Gott Paroli bieten oder mit Gott den Tyrannen, dann kommen aber neue und vertreiben wiederum diese u. s. w. Bis die Langeweile der Demokratie funktioniert. W. original. Kein Doktorhut, um dieses aufzusammeln und zu entsorgen?

Fade.

Fjodor, welches Thema hast Du? Daß die Bayern Berlin aushalten zu einem Drittel. Und die anderen alle. Jedenfalls Württemberg? Beim Geld hört die Freundschaft auf. Aber den Hauptstadtbonus muß es doch geben. Die Höflinge und all diese? Die geballte Schreibkraft.

Tribut. Tribut hallt es von den Hängen am See zurück, wenn du es hineinrufen solltest.

Byzanz, Byzanz hat die Luft zerrissen, als in Leipzig das Volk rief wir sind das Volk.

„Berlin, Berlin, wie haste dir verändert. Keene Stadt mehr. Keene Idylle. Keen Pfuhl mehr und keene Sünde, die ham se abgeschafft. Gott ooch. Deswejen ist der Pfuhl och ken Puhl.

Ne. Das is er nich. Was is er eijentlich?“

Ruft es aus’m Wald !!!

„Keene Gasse, die ham se zerbombt. Keene Stadt. Soll so schön gewesen sein. Det alte Zelluloid.“

„Aber das hatten wir schon“, meldet sich jetzt mein russischer Freund zu Wort. „Die Bolschewiken haben ooch alle Fenster rausjerissen und Feuer gemacht, weil se jefroren haam.“

„Det kann man ihn ja ooch nich emal üwel nehmen!“ Kommt ein Spaziergänger daher.

Lassen wir an der Wolga die Riesen aus Stein und die leeren Sockel der Riesen, die vergraben wurden im Sand. „Alle Welt schart sich darum, weil sie ein Weltwunder sind. Oder? Na, ja die Veteranen“, meckert die Ziege auf den Oderwiesen und flüchtet über die Schollen ins polnische Nachbarland. Nach Norden, wo die Warthe auf die Oder stößt und die Sümpfe unübersehbar werden.

„Aber die Pfade…!!! Musst du gehen. Über sieben

Brücken, wenn du wissen willst, warum das Pflaster stöhnt in den Provinzen.“

Für heute nacht ist es vorbei. Morgen wieder kannst du dich verwandeln. Geh, schlaf dich aus in deiner Hütte. Setz dir den Gärtnerhut auf und zieh dir die finnischen Stiefel an – Import aus der ruhmreichen Sowjetunion – halte das Maul. Laß dich erst sehen, wenn die Sonne am Himmel steht. Denn es ist grundsätzlich verboten in einer Hütte im Garten Berlins zu übernachten. Sie können dich anzeigen. Kommt dann der VOPO? Oder das Ordnungsamt, das alle VOPOS aufgenommen hat, um sie vor der Arbeitslosigkeit zu retten?

Oder die CDU? Weil sie für Ordnung und Sicherheit geradeaus steht? Also jetzt ist es mittlerweile um 3 Uhr nachts. Wir haben die Wolken fliegen sehen über die Oder. Wir haben die Sichel des Mondes über dem See ziehen lassen und die Warzen bespuckt, damit sie vertrocknen, wenn du aufhörst mit Spucken. Wir sind ja schließlich keine Zebras. Jetzt schlüpf in die Hütte. Wirf dich tränenüberströmt auf die Kissen aus russischem Samt. Warte auf den Mittag, wenn die Rentner zu Muttern machen in die Kaserne. Dann kannst du aufstehen und dich sehen lassen. Es sieht dich keiner. Du wirst ja sehen, ob wieder ein Zettel unter die Türe geschoben wurde.

Geh zum Popen, der wird dir zu Essen geben.

Verhungere nicht. Bitte!

G i o v a n n i oder Hansestadt Greifswald, Autokennzeichen HGW

Oder, wenn du es klug anstellst, du könntest auch im Inntal sein und über die Kitzbüheler Alpen in die Hohen Tauern fahren oder anders herum über Gerolspaß hinab in das Salzachtal, wo dir entgegen geflogen kommen die Triolen Schuberts und Viertel Mozarts.

Die Luft schwingt. Du darfst nicht zu oft nach hinten sehen oder gar nach unten, sondern hinauf, hinauf.

Dreh dich nicht um, der Plumpsack geht um.

Der das Taschentuch fallen läßt.

Ja, ja geh nur noch weiter südlich und du wirst sehen die Dolomiten und irgendwann begreifst du den Unterschied zwischen Andreas Hofer und Guiseppe Verdi.

Gefangenenchor.

Vereinigung Italiens.

„Pfui Teufel!“

Den Fürsten, die andere ausrauben und die Maler verjagen, wenn sie auf der falschen Seite den Pinsel schwingen.

Taschentuch.

Othello.

Na, ja Sie wissen schon.

„Wie gespenstisch ist eigentlich der Homunkulus in Eis und Schnee?“

„Der Bergsteiger, der seinen Bruder alleine hinaufklettern läßt und irrsinnig über den Berg kommt zu den thailändischen Bauern auf der anderen Seite?“

Gipfelstürmer von links.

Die rechten hatten wir.

Wer will wem da etwas verzeihen. Ich nicht. Du nicht. Niemand.

Dostojewski nicht mehr in der Gartenlaube im Grüngürtel von Treptow und Baumschulenweg, wo die Grenzer schossen, wenn sich etwas bewegt.

Und das Wild verblutete.

Der Mensch, der es gewagt hat, unüberlegt die Fronten zu wechseln.

Sondern auf einen Zug gesprungen. Durch bis Innsbruck durch viel Tunnel und über viel Brücken. Nie knallte eine Ohrfeige, wenn es dunkel wurde. Kein Mädchen wurde rot, kein übermütiger kußfreudiger Bayer. Alles vorbei.

Strauß und die seinen, die Witze dazu. Sie ersterben uns auf den Lippen. Selbst über Lederhosen lacht niemand mehr.

Wo Kultur und Natur sich treffen, so die Werbung

im schönen unteren Inntal.

Der Chor singt es.

Wir stimmen ein.

Dostojewski nicht mehr in der Hütte im Gartenland Berlins, sondern in den Bergen.

Schlagzeile im Boulevard.

Dort kann er Verdi verstehen lernen, wenn er weiter geht. Immer weiter.

Und Dante lesen in Ruhe.

In Ruhe. Himmel und Hölle.

Liebe und Haß.

Unsterbliche Geliebte.

Dort kann er den Inn rauschen hören in der Nacht und an Eichendorf denken, wenn er nur wüßte, ob es ihn gab. Er kann lesen, was an den Bäumen angeheftet ist und in den Zeitungen veröffentlicht. Tod und Auferstehung. Jahrestage. Anteilnahme. Was sind da politische Nachrichten und andere. Namen liest du da. Namen von Familien. Wappen siehst du da an den Wänden. Hier wird noch Haftung geübt. Persönliche Haftung.

Eine Landschaft übersät mit Kapellen und Kreuzen. Schwindelnde Höhen. Glas. Silber. Gold im Berg und auf den Figuren. Aber doch solch ein preußisches Grau.

Feldjägergrau. Christliches Abendland, aber wo sind die Christen.

Deutschland, Dostojewski war hier. Die Amtssprache aus dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.

„Nix mit Europa. Nix wie in Amerika, wir sprechen

deutsch, die anderen anders. Wie soll das gehen?“ Sagt der müde Angestellte gegen Abend zu einem Gast mit Ehefrau, beide wollen Österreich erleben und Holzpuppen tanzen sehen.

Und Besenstiele als Zeichen auf die Wege legen, damit die Nachfolger bei Abzweigungen sich zurechtfinden. Immer in Angst, der große Nebel kommt und du siehst die Hand nicht vor den Augen. Du kennst die Abgründe nicht und den tiefen, tiefen See, den Grünen, den Herrlichen. Das Alphornauge. Da kannst du schon auf ganz närrische Gedanken kommen. Und die Besenstiele müssen fluoreszieren, musizieren, damit sie ja nicht übersehen werden. Sekunden zählen und Schritte. Auf dem Gipfel ist die Ewigkeit zum Greifen nahe. Wie am Meer.

Dem Himmel nahe, haben auch die Psychologen im Dienste der Werbung für den Wirtschaftsfaktor Tourismus herausgefunden.

„Herr Pfarrer, wir sind ihm so nahe, daß wir nicht in die Messe kommen“, sagt die Gastwirtin auf dem Berg. Die Bauern haben sich eine kleine Kapelle auf dem Berg hergerichtet. Und sie sind stolz darauf. Du solltest sie besuchen, Dostojewski. Vier Höfe, vier Herden. In R. wird gute Milch gemacht und der Käse. Und Honig dazu.

Geh nicht zu auffällig russisch angezogen in das Dorf hinab zur Käserei, zur Kirch und schau nach oben.

Ohne Titel

Aber plötzlich nach dem Nebel siehst du die Türme der Stadt im Tal und weißt, du bist auf der richtigen Seite gewesen, bist nicht den Verlockungen des Silber gefolgt im Berg. Des Goldes. Des Kristalls.

Er hatte den Popen nicht gefunden

Er hatte den Popen nicht gefunden in Berlin. Umgekehrt. Der Pope nicht ihn. Versteckt er sich auch so unter dem Tisch der Hütte, als der die Tür einen Spalt öffnet und seinen Kopf zeigt.

„Das war der Pope“, jetzt ist es zu spät. Er ist längst in den Büschen der Späthschen Baumschule verschwunden und kein Mensch der Welt würde ihn finden in dem Gewirr von Wasser, Heide und Brache.

Nach zwei vergeblichen Nächten des weiteren Wartens schleicht er sich im Kaftan durch Parks an das Gleis heran und springt auf. Der Zug fährt nach Süden. Eigentlich ist er mehr für den Osten und Norden. Das ist seine Welt. Gleichviel bei dem Risiko. Überhaupt erst einmal auf einem Zug ohne Geld und Billet.

Und wenn schon Berge. Höchste Berge. Schweiz.

Die Dämonen haben ihm das eingeflüstert. Lenin.

„Für den Frieden ist Mozart besser, Dostojewski.“

Mozarts Musik wird ihn begleiten die Wege hinauf und hinab in das Tal der tausend Wünsche.

Laß Lenin schauen auf die Weinberge auf der Halbinsel Krim, wenn er noch dasteht, aus weißem Marmor gehauen von einem Spezialisten, geehrt mit dem Orden des großen Vaterländischen Krieges in Gold am Band. 1989 im Spätsommer haben wir ihn dort gesehen und dann den Wein getrunken, den süßesten der Welt beim Mahl des HERRN in der Baptistischen Gemeinde Jalta. Es kann ja sein, daß sie ihn inzwischen ins Museum gebracht haben. So ähnlich wie im Kaliningrader Gebiet: Kopf an Kopf und Fahne an Fahne. Rumpelkammer.

Museum.

Geschichte. Geschichten.

Wie eine Rumpelkammer.

Requisiten. Interieur. Kulissen.

Wenn sie nicht längst auf dem Sperrmüll der Geschichte gelandet sind.

Und Tirol?

Berg Isel. Landesausstellung. Panorama der entscheidenden Schlacht vor über zweihundert Jahren. Gar nicht so unähnlich. Im Prinzip eine Addition, die die Geschichte zur glänzende österreichischen Rumpelkammer macht, zum geheimnisvollen Dachboden. Es gibt kaum ein Ergebnis. Weil die Faktoren nicht bekannt sind.

Im 3. Jahrtausend.

Nach den Zusammenbruch der pax sovietica. Und die pax america ist auch nicht mehr das, was sie einmal war, sagen manche.

Was ist schon das, was es einmal war?

China. Indien.

Die Welt ist rund und keine Scheibe mehr nach dem Fall der Mauer in Berlin und der Grenze in Europa aus Stacheldraht.

Und der Orient ist nah.

Die unbeschnittenen Juden

kommen aus der ehemaligen Sowjetunion.

Israel kämpft.

Die Angst vor den Türken wird geschürt.

Adenauer hat sie einst geholt zum Wiederaufbau Deutschlands trotz des Völkermordes an den Armeniern.

Hat er das eigentlich gewußt.

Professor Unrat sagt „Addition“ zu so etwas.

„Machen Sie es so wie die Bauern im Po-Tal!“

„Was nicht zu klären ist, wird einfach wegaddiert.“

„Abstrahiere und substrahiere!“

„Reduktion!“

Sonst schaffst du es nicht.

Der PC nimmt es dir nicht ab.

Du kannst mit den Größen nichts anfangen.

Die Schere geht nicht endlos auf.

Jede Generation hat ihren Bereich.

Grenzüberschreitung ist Selbstbetrug.

Der mathematische Beweis ist richtig,

wenn du die richtigen Schlüsse daraus ziehst.

Die mußt du ziehen. Nicht der PC.

Das sind mathematische Gesetzmäßigkeiten und ihre Logik ist die Logik der Mathematik. Wer unablässig addiert und nicht entsprechend reduziert verliert die Übersicht.

Er muß in ein anderes System umsteigen.

Gott ist ein mathematischer Punkt. – Novalis

Irgendwann mußt du reduzieren.

Wenn du zuviel Teller durch die Gegend trägst,

fallen sie dir eines Tages über den Haufen.

Das weiß jeder Kellner.

Lerne deine Grenzen kennen.

Und du wirst Gott erfahren.

Chance und Grenze gehören zusammen.

Oder willst du , daß die Welt explodiert.

Auch deine Welt.

Kind.

„Im Prinzip ja!“ tönt der Sender Jerewan.

Berg Isel. Panorama.

Die Bürger fürchten sich vor den Bauern mehr als vor den Franzosen, die die Bayern verpflichtet haben, diese Holzgesichter in die Schranken zu weisen.

Es wird vermutet, sagen die Sozialdemokraten, daß die Tiroler und die Bayern aber trotzdem gemeinsam Pausen abgesprochen haben. Das klingt sehr säkular.

Oder ökumenisch von heute.

Und dann ging es weiter mit der Geschichte

Isel ist geblieben.

Ein Ausflug! Ein Erlebnis.

Wer kann gedenken?

Alle fragen.

Wer antwortet?

Dostojewski kommt derweil den Berg herunter

und schaut den Himmel mit seinem Gesicht.

Den Abendhimmel. Die untergehende Sonne.

Im Westen über dem Berg hell.

In die Täler hinunter die Nacht…

Fliege mein Flieger. Durchbrich nicht die Schallgrenzen. Jage der Sonne nicht nach.

“DU bist der Tag ohne Abend.“

Alptraum, wenn der Glaube, Liebe, Hoffnung fehlen. CHRISTUS.

Wie gut ist die Nacht. Das Lied der Mutter fällt dir zu. „Hündchen hat den Mann gebissen.“

„Kindchen schlaf ein.“ Und auch die schöne junge Lilofee. Das Schlösseli. Der Herr vom Schlösseli reitet.

Wohin. Woher.

Dostojewski sucht ein Nachtquartier.

Hier gibt es keine Laubenpieper.

Hier wird nicht so gewirtschaftet.

Hütten auf den Almen. Ja, dorthin.

Hinauf. Oben geblieben.

Aber wehe, wenn der Bauer kommt.

Die Schiestlfigur

Am nächsten Tag steigt er herab. Die Schiestlfigur. Hinter den Bäumen, wenn er Gefahr läuft, entdeckt zu werden.

Er weiß ja nicht, wie die hier auf Verkleidungen reagieren und ob die Humor haben und wann der aufhört.

Alles schön und gut. Von wegen Berlin und Russen sind Mode und Kaftane. Nicht mal weiße Mützen von der Krim passen ins Stadtbild, solange Udo Jürgens sie nicht getragen hat und Hansi Hinterseer nicht ausdrücklich sein Votum dafür abgegeben hat. „Was bildet der sich ein?“, sagen sie auf tirolerisch in hartem hölzernen Klang, der denkt wohl, er ist Hansi Hinterseer oder aus Wien.

Dostojewski könnte sich umziehen. Er hat ein kleines Köfferchen mitgenommen. Darin liegen die Sachen von Piefke. Also er huscht von Gebüsch zu Gebüsch. Da sieht er, wie ein PKW sich den Berg hinaufquält und die junge Frau hinter der Scheibe sich graut, wenn sie hinunterschaut.

Endlich ist er im Inntal angekommen, durch ein Seitental dorthin gekommen, wo er jetzt sitzt, in einem Wartehäuschen für Citybusse, Schwaz, Hauptmannschaft in der Nähe. Der Weg dorthin lang, aber abwechslungsreich. Durch Maisfelder. Das Rauschen des Flusses im Ohr. Autobahnen. Intercity. Tunnelstrecke. Gegen Abend, die Zeit, wenn der Trompeter kommt vom Dorf auf halber Höhe. Zugelassen. Von niemandem zurückgehalten.

„Sie haben Angst vor dem Tod“, sagt der Priester. Es ist trostlos und gnadenlos. Die Orgelwerke aus Schlafes Bruder ändern daran gar nichts.

Wenn sie dröhnen.
Die Gasse hinunter.

Fjodor klingelt in der 7. Wir sagen zu ihm: „Nein. Du kannst hier nicht übernachten. Du mußt zurück auf deine Höhe. Geh ins Heu.“ So ist das. So unbarmherzig sind wir geworden. Dostojewski das Lackmuspapier für unsere Liebe zu den Menschen. Aber wir lesen seine Bücher wie „Arme Leute“. Auch wenn es nur ein Fiktion ist. Eine flüchtige Erscheinung.

Am nächsten Morgen.

Ist er wieder da. Und der Trompeter. Dazu gesellte sich dieser ältere Herr mit eingebundenem Kopf. Oder ist es Gips. Und noch andere Verbände an allen Gliedmaßen. Immer schaut er dir über die Schulter und liest mit. Beim Wiener Standard. Die Verbände müßten stündlich erneuert werden. Mindestens täglich.

„Aber wir machen das nicht, wir wollen Österreich erleben in Innsbruck im Theatercafe oder in der Silberstadt Schwaz., wo die Kumpel Protestanten waren vor hunderten von Jahren.“

„Wir werden doch hier nicht den barmherzigen Samariter spielen.“

„Da hätten wir auch im Ostteil der großen Stadt bleiben können im geteilten Land, vierzig Jahre lang.“

„Jetzt nicht! Bitte nicht.“

„Jeden Moment auskosten.“

D. läßt uns eben nicht in Ruhe.

Ob sie nun Trompeter heißen, oder die, die mit einem Verband herumlaufen. Vielleicht sogar nur so getan. Wir kennen das aus der Dreigroschenoper. Wir kennen die schmalen Grade zwischen Wahrheit und Lüge.

Jeder Moment kann der letzte sein. Jedermann hinter der Säule faßt seine Geliebte. JEDERMANN ruft der Trompeter und spielt die Tonleiter – diesmal fast sauber – hoch und

herunter. JEDE FRAU schallt es von Pfeiler zu Pfeiler im dreischiffigen gotischen Kirchengebäude. Einem bedeutenden und einmaligen in seiner Art mitten in den Alpen. Nördlich der Alpen ist der Begriff. Jetzt sind wir im Inntal wo Natur und Kultur sich küssen. Wo die Marien sich verbünden in ihrer Schönheit und Strenge.

Werbung.

Ich habe noch nie den JEDERMANN so gut verstanden.

Und seine Angst vor bösem schnellem Tod..

„Und die anderen Fijuren.“

JEDERMANN.

Jedermann klingelt heute nicht.

Der Trompeter klingelt heute nicht.

Der Verbundene.

Mal sehen.

Der könnte.

Jeden Moment.

Aber da, der Hastige am Abend des Sonntags, von Dorf zu Dorf eilt er. Schaut in die Vitrine, zum Schein.

Wie ein Interessierter. Wie ein Ehemaliger.

Überhaupt die Pensionäre. Sollen sie Cola trinken in der Gasse. Sonntag. Abend.

Du kannst nicht jedem aufmachen, der vor der Tür steht.

Stell dir vor es ist Ostern und es klingelt in diesem schrillen Ton. Schulklingel. Aus den vierziger Jahren. Da steht einer mit Kapuze. Das geht noch. Du fragst ihn, was er will. Er hat eine Tankstelle ausgeraubt und der Richter wendet das Gesetz für noch nicht ganz Strafmündige an. Er hat da Spielräume. Gesellschaftlich nützliche Arbeit. Soll er doch zum Pfarrer gehen und fragen, ob der einen Garten hat.

Umgraben und so. Der Pfarrer ruft das Gericht an und sagt: So etwas könne man in Bayern machen. Einer geordneten rechtsstaatlichen Landschaft. Aber doch nicht in einem postsozialistischen Jugendweiheland. Der Kapuzenmann geht wieder die Treppe hinunter. Einsperren ist schöner.

Oder es kommen die Zigeuner.

Und du darfst nicht singen: „Lustig ist das Zigeunerleben.“

Oder es kommen zwei Musikanten. Der eine ohne ständigen Wohnsitz /alte BRD der andere obdachlos/ DDR.

„Die DDRLER sind faul. Sie singen nicht, wenn es drauf ankommt“, sagt der BRDLER. Aber sie bleiben zusammen. Er meinte das nur grundsätzlich.

„Sie schlafen den ganzen Tag!“ schallt es von den Bergen Du kannst nicht jedem die Tür aufmachen.

Jeder schon gar nicht.

Jetzt bekomme ich einen Brief in die Hände über eine Deckadresse (postlagernd) aus dem hervorgeht, was zur Zeit in meiner Hauptwohnung am Süd- Ost -Rand von Berlin vorgeht. Da hat sich einer eingemietet zu meinen Gunsten, – es ist alles okay und abgesprochen -, ,,der die Wald-Schweine füttert über den Eisenzaun“. Was aber noch schlimmer ist, er hilft ihnen über den Zaun. Sie rühren ihn, weil sie so schön aufrecht stehen wie in der Farm der Tiere und betteln. D.h. sie wollen in das Haus. In meine Wohnung. Weil wir doch jetzt in Franz-Joseph sind. Nummer 7. Tirol.

Der Tierliebhaber hat sich aber nicht klar gemacht, daß sie ihn rausschmeißen, sobald erst einmal eine gewisse Anzahl Wildschweine Besitz ergriffen hat von der Parterrewohnung. Was die Nachbarn sagen, vermag niemand zu sagen. Wahrscheinlich sind die Genossen auf leisen Pfoten ohne Grunz und Schnauf über die Terrasse auf den Parkettfußboden gekommen. Sie wollen nur ganz einfach in der Wohnung sein. Mensch werden. 1984 oder Farm der Tiere.

Um Mitternacht bringen sie Teile von Doppelstockbetten herbei, weil sie gelesen haben, das entspricht am meisten dem, was man einen Schlafsaal nennt. Alle Türen auf. Überall Doppelstockbetten. Aber nur nachts. Am frühen Tag verlassen sie mit den Betten das Haus. Niemand scheint etwas zu bemerken. Sonst müßte es doch Klagen geben.

Wo haben sie die Möbel her.

Sie graben. In den Schutthalden Ostberlins.

Unter dem Waldboden des deutschen Reiches.

Ein Nachbar hat zugeschaut.

Er hat mir geschrieben.

Sollen wir Österreich abbrechen. Den Urlaub.

Nein, wir tun so, als ob nichts gewesen ist und hoffen, daß der Spuk vorbei ist, wenn der Ersatzmieter in unserer Wohnung die Koffer packt. Wie verabredet.

Wie kann einer so töricht sein. Hat er nicht alle Tassen im Schrank seiner Herkunft. Kann er nicht nein sagen. Hat ihn die Evolution erwischt am falschen Ende. Oder hat er noch nie eine Kuh gesehen.

Großstadt.

Im Gegenteil, wir bleiben noch etwas länger.

Und sinnieren, wie recht doch die Republikaner haben in dem freien Land Amerika, wo jeder eine Waffe tragen kann, um sich selber zu schützen vor Eindringlingen jedweder Art.

Denn nur die FDP verteilt Werbematerial, wo eine riesige Sau eine Berliner Straße entlang geht. Der Eber.

Die Quote ist zu niedrig.

Die Quote ist zu hoch.

Es gibt immer noch zu wenig Bäume in Berlin.

Wenn du keine Waffe tragen darfst, weil du kein ehrenamtlicher Jäger bist, dann mußt du eben immer Brot in der Tasche haben, um nicht tatenlos zuzusehen, wenn eine Herde auf dich zukommt. Etwas tun müssen wir. Also füttern. Die Leute haben Recht, die handeln und sich unwissenschaftlich benehmen.

Es ist unmenschlich nichts zu tun.

Also Anfreunden.

Füttern.

Und dann.

Ein Bauer gibt Antwort.

Also diesen Brief habe ich meiner Frau vorgelesen. Sie sagt nichts. Sie meint, ich habe ihn erfunden.

„Mach doch eine Geschichte daraus für Kinder!“

Pause. Jetzt bläst wieder der Trompeter.

Und die Russen in Schwaz sitzen in ihrem Kellergewölbe. Und heißen den flüchtigen Gesellen willkommen. Geben ihm gute Ratschläge.

„Meide die Tschechen“ und so weiter.

In der k und k.

„Dein Kindheitstrauma“, lacht sie.

Schwarzröcke hin und Schwarzröcke her.

Aus HEILE WELT – Berliner Erzählungen, Verlag auf der Warft 2014. Diese beiden Erzählungen sind ein Vorabdruck gewesen. Daraus ist geworden:“Ach, Dostojewski. In den Häusern des Lebens und des Sterbens. Nach einem russischen Dichter“. Haag und Herchen 2022

In der Neuauflage epubli Eigenverlag sind diese beiden Erzählungen nicht mit aufgenommen.


Heile Welt-Berliner Erzählungen

Michael Wohlfarths Werk spiegelt – manchmal wie ein Fiebertraum – das Seelenleben und Empfinden eines tief im christlichen Glauben verwurzelten Menschen wider, der im Spannungsfeld der Nachkriegszeit in der DDR seinen eigenen Weg finden musste, der die friedliche Revolution aktiv mit begleitet hat und nach der Wende bis heute seinen kritischen (Weit-) Blick nicht verloren hat.
Wohlfarth ist Pfarrer und gelernter Tischler, arbeitete mit Jugendlichen in der DDR und hinterfragt in seinen Texten stets die Realität, so wie es wohl auch die ihm anvertrauten jungen Menschen stets getan haben.
Leider gibt es auf viele komplizierte Fragen keine einfachen Antworten, wenn es überhaupt solche gibt… Dies gilt sowohl für die Zeit vor als auch nach 1989 und wohl besonders der Wende selbst.
Wohlfarths große Leistung besteht darin, in einer ihm eigenen sehr komplexen, ja gar kafkaesken Lyrik und Metaphorik dem Leser eben nicht einfache Antworten zu liefern, die der Komplexität seiner behandelten Thematik sowieso nicht gerecht werden könnten, sondern vielmehr ein zum Teil beklemmendes und oft vordergründig verwirrendes Gedankengemälde zu erzeugen, bei dessen Betrachtung der Leser zumindest eine Spur von Wohlfarths Gefühlsleben zu ergründen vermag.
Wenn die Leserin oder der Leser sich darauf einlassen, dann nimmt er uns auf steinigem abgründigem Weg mit auf eine Reise in seine Welt, die uns direkt und ungeschminkt eine Ahnung vom Erfahrenen vermittelt.
Und in den darin enthaltenen Gefühlen liegt dann vielleicht auch ein Hauch von Antwort und Verständnis auf all die unverstandenen Fragen, die Ost und West entzweien.
Michael Wohlfarths Text ist somit eine ungeschminkten Analyse eines genauen und authentischen Beobachters, eines gläubigen Menschen und selbst Betroffenen, der es geschafft hat, seine Selbstzeugnisse in einer ihm eigenen komplexen Sprache so zu verfassen, dass die Gefühlsebene des geneigten Lesers direkt erreicht wird:
In aller ungeheuren Absurdität und Banalität des erlebten Lebens, in aller Subjektivität, oft mit Zweifel aber stets mit soviel Stärke und Hoffnung auf das für einen Menschen Wichtige:
Seinen Glauben.

Das Buch Heile Welt-Berliner Erzählungen ist entstanden nach einem Besuch der Frankfurter Buchmesse 2013. Ein Jahr, nachdem wir uns anfingen zu bemühen, gärtnerisch aktiv zu werden bei Leipzig. Von unserer Hütte aus sind wir 2014 zur Leipziger Buchmesse gefahren und ich habe aus diesem Buch vorgelesen. Einige, die das jetzt lesen, waren unter Umständen dabei. Vielleicht auch bei der nächsten Lesung in Frankfurt am Main. Im Herbst dann. In einem alten Bürgerhaus in dem schon RAF-Spezialisten genächtigt haben. Sich versteckt haben unter dem Sofa. – Alle möglichen Leute waren da, die antroposophisch angehauchte Schwester eines AfD-Gründers, eine von mir geschätzte Autorin eines Familien-Epos. Wir alle suchten durch die Literatur den Zusammenhalt, der im Laufe der Ereignisse in Ost und West verloren gegangen war. Die Küchen- und Balkon-Lesung bei Nacht war offiziell angemeldet. Sogar als die Nr. 1 in der Aufzählung aller Lesungen. Weil schon am Vorabend.

Ich musste so und so viele Exemplare kaufen (hoffentlich wieder verkaufen), sonst wäre das Geschäft nicht zustande gekommen. Dr. habil Siewert vom Verlag Auf der Warft (Geheimsprachenverlag) war ebeno ein 68iger wie ich. Oder besser, ein schon Nach-Achtundsechziger. Er in WEST und ich in OST, allerdings bei der Kirche. Nur dort konnte man sich im Osten so etwas leisten. Wichtig für den links-liberalen TOUCH der Demonstrationen bis nach Weihnachten inLeipzig 1989.

Besser HAUCH (auf deutsch).

Es folgten Lesungen in Gemeinden, Buchhandlungen, Kulturhäusern, Parteiversammlungen. In einem Männerkreis glaubte ein Professor, das Buch schaffe es in Berlin wirklich von Heiler Welt zu sprechen. Aus den Erfahrungen des Glaubens. Er war erst einmal schwer enttäuscht. Aber mir war es erst einmal ein Anliegen kulturkritisch zu hinterfragen, was als Heile Welt in Konsum und Garerobe des Scheins verkauft, gelogen und fabriziert wird. Das wissen ja eigentlich Gemeinden und man muss es ihnen kaum sagen. Literarisch ausgezeichnet, war dann seine Meinung.

Fazit: Wo kann man es besser lesen?

Wenn man nicht nur den Verkaufsfaktor sehen möchte.

Sagen Sie es mir.

Der Amazonschreiber hat m.E. den übergreifenden Sinn der deutsch-deutschen Misere erkannt und hat die Diagnose richtig dargestellt gefunden.

Die Therapie?

Ich glaube, die Deutschen müssen ihre Sprachbarrieren überwinden indem sie zum Beispiel in Freizeiten (DDR gleich Rüstzeiten) an Hand der Bibel wieder das gemeinsame Wort finden: das Wort Gottes. Das ist übrigens von mir nicht nur so dahin gesagt, sondern die Erfahrung von mir und vielen anderen. Vielleicht kommen wir so wieder zu einem gemeinsamen Sprachraum. Trotz sehr unterschiedlicher Geschichte, unterschiedlicher 40-jähriger Besatzungsmächte. Sehr unterschiedlicher Spielräume, die wir uns erkämpft haben in 2-3 Generationen.

Wenn es gelingt ist es ein Wunder.

Bitte lesen Sie so die „Rezeption ohne Bestellung“. Und dann vielleicht auch das Buch

HEILE WELT – Berliner Erzählungen. Erstauflage Münster 2014 Verlag Auf der Warft.

Ich habe hier noch einige Exemplare zum Verkauf.

Wenn es ein genügend großes Echo gibt, verlege ich es noch einmal im Eigenverlag mit der Plattform epubli oder in einem Verlag, der keine kostspieligen Auflagen kennt.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Wohlfarth, Autor und Pfr.i.R./Erwachsenenbildner

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Auszug
MANUSKRIPT Heile Welt, Seereisende
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Auf Zehenspitzen öffnen sie die Tür ins Nebenzimmer und Sophie liegt gut versorgt in ihrem Stuben-Wagen. Wem sieht sie ähnlich? Keine Frage. Die Strapaze mit den Zügen und irren Hin- und Herfahrten im PKW wegen der Vermisstenanzeige ihres Vaters hat ihr nicht geschadet. Warum auch. Sie war immer ganz nah bei Anne, ihrer Mutter, die sie behütet hat wie Gott die Kinder Israels behütet in der größten Gefahr.

Das hat Oliver überzeugt. Sie ist in der Dunkelheit gekommen, hat eine Freundin gebeten, auf das Kind zu achten, um Oliver zu zeigen: Ich liebe dich. Du sollst zurückkommen nach den Stunden und Tagen. Sie ist in das billige Motel gekommen mit den Türen zur Straße in der Nacht.

Jetzt stehen sie wieder in dem Holzhaus und er nimmt sich vor, seine Arbeitsstelle zu kontaktieren, um zu fragen, ob er seine Auszeit abkürzen darf. Ob alles gut wird. Nicht, wenn er draußen bleibt. Es gibt zu viel Menschen, die draußen bleiben, weil sie die Welt bewegen wollten, aber in Wahrheit nicht mit ihr zu Recht kamen. Mit der Geschichte ihrer Welt. Vielleicht sollte er sich vielmehr von Henry helfen lassen. Er hatte sich angeboten unterwegs, als sie den Zug hinter sich ließen, den Grünen Zug, den Grünen Salon, den Club der Toten Dichter. Der sich in dem Moment in Luft auflöste, als die Kriegserklärung durch den Äther kam. Die Spezialoperation im fernen Europa/Ost.

Keiner hat geglaubt, dass es vorbei war mit der Sowjetunion. An den Zaren und sein Reich wollte niemand glauben. Dass es wieder kommt. Der Kommunismus war tot, es lebe die Nation. Die Weltrevolution bestand nur noch im Gegeneinander der Raketen mit Atomsprengköpfen. Wie hat Kennedy gesagt: unterirdisch geht alles weiter. Selbstfindung war gestern. Luxus auch. Luxus verteidigt man nicht. Das macht keinen Sinn, sondern nur Schuld. Weil nicht alle in Luxus leben können. Dann wäre es auch keiner mehr.

„Du hast deine Sachen nicht dabei?“

Anne schaut ihn mit großen Augen an.

„ Ist das nur einmal ein Besuch?“

Lange Pause

„Nein, ich habe den Motel-Schlüssel nicht abgegeben.“-

„Ich hatte nicht mit dir gerechnet.“-

„Du brauchst Zeit?“

„Ja.“

Fühlst du dich schuldig?“

„Ja.“

„Das musst du nicht.“

„Warum nicht?- Ich habe dir von Anfang an etwas verschwiegen. Meine Mutter ist im Gefängnis mit einer schweren Schuld, die sie aus Rache auf sich genommen hat. Sie hat die Liebe benutzt und meinen Vater einen Abhang hinunter gestoßen. Das ist immer noch die alte STASI-SCHEISSE. Und das weißt du. Wir müssen zurück in unsere Heimat.“

„Über den Ozean?“-

„Kein neues Leben hier in den Staaten?“

„Nein!“

„Keine Neue Welt?“

Schweigen.

6

Natürlich hat strukturell gesehen der FREIKIRCHLICHE WEG – american way of live – seine Wirkung auf Oliver nicht verfehlt. Warum hat er sich denn anwerben lassen, als er noch auf der Uni war und Betriebswirtschaft studierte. Seine Pflegeeltern, die er sehr liebte, fanden das am besten für ihn und sein Weiterkommen in dieser Zeit. Der FBI hatte nicht locker gelassen und den Judith-Plot nicht ruhen lassen. Ein Grenzübertritt mit tödlichen Folgen auf dem Boden der Deutschen Demokratischen Republik und die Rache danach von den Kindern des Opfers an dem Täter beziehungsweise dem Befehlshaber des Täters, der seinen Dienst an der Grenze versah. Das Dumme auch noch, dass der Offizier der Liebhaber ihrer Mutter war und seinen besten Freund mit ihr betrogen hatte. Er meinte, er hätte ein Recht darauf. Sie hatte ihn doch geliebt und nicht ihn. Die Kinder der Täter, Rächer müssen nun damit klar kommen.

Ein regelrechtes Angebot für Dienste, die nach Energien suchen, die unterirdisch graben und bohren.

Die neue Welt, die wir alle wollten. Die wir aber erst suchen mussten, als die alte zusammengebrochen war. Warum nicht gleich Amerika. Das ist doch wohl der Westen. Die stabilste Demokratie, wo die Freiheit so sicher ist, wie der Schuss aus dem Revolver im guten alten Western, den auch Leonid Iljitsch Breschnew so gerne gesehen hat.

Der kleine Mann neben Erich Honecker in der Karosse die Straße hinunter.

Vor dem Mauerfall.

Und – ach – der Kuss – an den Mauerresten.

Bunt.

Danach.

Und nun Krieg. Ausgerechnet jetzt, wo alle dachten es ist vorbei: Der kalte Krieg. Die Angst vor der Bombe. Wir konnten die Story nicht zu Ende erzählen. Der Plot ist uns im Halse stecken geblieben…

Aus DANACH Weiterführung von DER GRÜNE SALON (e-book) von Michael Wohlfarth/in Arbeit und auf Suche nach einem Verlag.Dann erst Veröffentlichung.

Antony Low /öl.eben da Titel

Gedicht

Flaches Land

Flaches Land

flaches Land

was bist du so abgebrannt?

Kennst die Weite

kennst die Wüste

kennst die langen Wege

irgendwo im Niemandsland!

Segen, den ich nie vergesse:

weites Land

weites Land

wenn wir stehen Hand in Hand.

Wenn gefangen Wand an Wand.-

Wie die Kräne es so wollten

und die Leute es so sollten.

Flaches Land

flaches land

warum bist du ausgebrannt?

Haben Kriege dich verwüstet?

Hat die Gier nach dir gelüstet?

Prüdes Land

sprödes Land.

Wand an Wand

Kalkwand

Kalkwald

Grünwald.

Hohlwangig und schön.

Nur die Liebe weckt dich auf

daß die Weite weit wird und

nicht öde

daß sie schön bleibt

und nicht schnöde.

Währungsland.

Altweiberland.

Such es zwischen Süd und Nord.

Dreißig Jahr im Krieg

im Kalten.

Dreißig Jahr

was in Wahheit vierzig war.

Lobet Gott!

Lobet Gott

Kyrieleis…

…wach auf du stumme Sängerin

und trommle für den Frieden hin

dein  Solo, auf das alle warten,

wenn sie in ihrem Garten

sitzen

säßen.

Und nichts tun als nur schwitzen.

Treiben den Schweiß.

Treiben den Schweiß.

Was für ein Scheiß.

Gott erhalts

Pfeffer und Schmalz

und das Lied

das uns führt

und läßt

im Himmel und auf Erden.

Aus ZEITLOS epubli und Goldene Rakete

Regen und Dürre

Der Sommer stürzt komplett abeine Erwiderung auf eine Kolumne von Viktoria Krummbeck im Münchner Merkur zum Sommer in diesem Jahr. Gefunden bei Edge heute am Montag d. 1. Juli 2024

Ich habe mich in Edge dazu geschaltet und habe mir die Meinungen zu dieser Kolumne auf dem Forum angeschaut und bin froh, weil alle Leute, die mitreden der Meinung sind, dass die gewollte Umweltkatastrophe eben in diesem Jahr so nicht stattfindet. Sie haben das natürlich viel aggressiver formuliert, als ich in meinem ostdeutsch gelernten Akademiker-Deutsch. Auch gut, denn Agressionen, solange sie gesagt bleiben und nicht 1 zu 1 in Faustkämpfe auf der Straße oder in Sälen führen, werden hoffentlich die berufsmäßigen Meinungsmacher zum Nachdenken bringen, es sei denn, sie wollen nur glänzen bei ein, zwei, drei Kollegen ihrer Zunft – und das genügt ihnen neben dem Honorar.

Aber geschichtslos ist gottlos: deshalb bitte liebe Kirche, sag doch etwas und höre auf die heutige Tageslosung: Schließe dich nicht einer Meinung an, weil sie von der Mehrheit geteilt wird. –

Sei es nun die Mehrheit in einer Verdienstgruppe, eines Berufsstandes, einer Partei, einer Generation. Habe Mut zur Minderheit zu gehören und verlass dich auf deinen Verstand, der dir von Gott gegeben ist.

Ja, von Gott geheiligt ist die Vernunft. Unsere Vernunft.Hier mein Beitrag:Auf Dürre-Jahre folgen Regenjahre. Wer die Bibel kennt, weiß das auch von dorther. Wer sie nicht kennt und Erfahrungen sammelt und etwas älter ist, erinnert sich an seine Kindheit.- In den wirklich heißen Jahren bin ich oft in kühle Kirchen gegangen und wusste wie gut wir es haben: keine Hungersnot, keine Bittgottesdienste wie bei Mendelssohn – Bartholdys  ELIA: Der globale Ausbeutungsmarkt regelt das schon.- Aber ich hätte mir als Pfarrer i.R. gewünscht: Dankgottesdienste, weil es nun endlich wieder einen verregneten Sommer gibt. Vielleicht mehrere- wie „früher“. Gut für die Pflanzen, für das Grundwasser, für uns. Ja, wir machen das Wetter nicht, auch nicht durch die Hintertür der Propaganda. Genau genommen, wissenschaftlich genau genommen sind wir immer noch Opfer nie Täter, was das Wetter angeht. Wenn man so will. Da können wir uns auf den Kopf stellen. Wir sollten damit umgehen lernen. – Sorry, dass ich jetzt nicht die Begriffe benutze, die für mich zu einer  Ideologie geführt haben, die mehr zerstört als erhält.- Schönen Sommer!

Hier mein Beitrag: Auf Dürre-Jahre folgen Regenjahre. Wer die Bibel kennt, weiß das auch von dorther. Wer sie nicht kennt und Erfahrungen sammelt und etwas älter ist, erinnert sich an seine Kindheit.- In den wirklich heißen Jahren bin ich oft in kühle Kirchen gegangen und wusste wie gut wir es haben: keine Hungersnot, keine Bittgottesdienste wie bei Mendelssohn – Bartholdys  ELIA: Der globale Ausbeutungsmarkt regelt das schon.- Aber ich hätte mir als Pfarrer i.R. gewünscht: Dankgottesdienste, weil es nun endlich wieder einen verregneten Sommer gibt. Vielleicht mehrere- wie „früher“. Gut für die Pflanzen, für das Grundwasser, für uns. Ja, wir machen das Wetter nicht, auch nicht durch die Hintertür der Propaganda. Genau genommen, wissenschaftlich genau genommen sind wir immer noch Opfer nie Täter, was das Wetter angeht. Wenn man so will. Da können wir uns auf den Kopf stellen. Wir sollten damit umgehen lernen. – Sorry, dass ich jetzt nicht die Begriffe benutze, die für mich zu einer  Ideologie geführt haben, die mehr zerstört als erhält.- Schönen Sommer!

Auf halber Höhe, Athosgebirge in der Mönchsrepublik (Foto Michael Wohlfarth)

DIGITAL CAMERA M.Wohlfarth,Urlauberseelsorge Tirol

Foto Michael wohlfarth

Wer ist wer und was ist was? – „Strategische Interessen“ als Begründung für die militärische Unterstützung der Ukraine auf der Schweizer Friedenskonferenz (Delegierte der USA)

Am Dienstag nach der Europawahl im Berliner Tagesspiegel:

Herr Grünewald, vor knapp zwei Monaten konstatierte eine Jugendtrendstudie, dass die jungen Menschen hinsichtlich ihrer Werteorientierung deutlich nach rechts gerückt seien. Jetzt hat die AfD tatsächlich bei den unter 25-Jährigen 16 Prozent geholt und sogar die Grünen (11 Prozent) überholt. Was ist Ihre Erklärung dafür?
Angesichts der multiplen Krisen beobachten wir in unseren Studien eine eher resignative Grundstimmung in der Gesellschaft. Die Menschen ziehen sich in ihr privates Schneckenhaus zurück. Die globalen Probleme werden ausgeblendet, weil junge Menschen das Gefühl haben, sie könnten sowieso nichts verändern. Das kommt fast schon einer fatalistischen Endzeitstimmung gleich, weil die großen Krisen, Corona oder Klima, so überwältigend sind. Darunter leiden natürlich die Zustimmungswerte der Grünen, die schon immer eher für Aufbruch standen und dafür, dass man die ökologischen Herausforderungen annimmt.Die Tagesspiegel-App Aktuelle Nachrichten, Hintergründe und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Dazu die digitale Zeitung. Hier gratis herunterladen.

2019 hat noch jeder dritte Jungwähler sein Kreuz bei den Grünen gemacht. Gilt das Motto „Fridays for Future“ heute weniger?
Die ökologischen Themen sind den jungen Menschen immer noch wichtig. Aber wenn man keine Geschichte vom Aufbruch mehr erzählen kann, sondern das Gefühl hat, wir können schon froh sein, wenn wir die Verhältnisse aus Kindheitstagen noch etwas aufrechterhalten können, sinkt die Bereitschaft, sich zu engagieren. Dafür braucht es eher Projekte wie die Energiesparmaßnahmen vor zwei Jahren, als man dachte, man kann einen sinnvollen Beitrag leisten. Wenn das Unterfangen allerdings zu abstrakt ist, verliert man schnell den Glauben an Selbstwirksamkeit und lässt es lieber ganz bleiben.

Der Experte

Stephan Grünewald ist Diplom-Psychologe und Mitbegründer des Rheingold-Instituts, das jedes Jahr mehr als 5000 Tiefeninterviews zu aktuellen Fragen aus Markt, Medien und Gesellschaft durchführt.

Welche Werte sind denn den jungen Menschen heute wichtiger? 17 Prozent für die CDU zeigen ebenfalls einen Trend in Richtung Konservativismus.
Den Jugendlichen ist Harmonie wichtig. Das zeigen unsere Studien immer wieder. Was Kindern heute Angst macht, ist weniger, wie bei den 68ern, dass sie wieder in autoritäre Verhältnisse hineingeraten, sondern dass Familien auseinanderbrechen könnten. Sie möchten nicht in Armut, mit einer alleinerziehenden Mutter oder in gespaltenen Patchwork-Konstellationen aufwachsen und tun alles für den Zusammenhalt. Der Zank in der Ampel kostet daher sehr viel Vertrauen, da dies eine Grundangst wiederbelebt, dass Bindungssysteme auseinanderbrechen könnten. Und dafür wurden ja neben den Grünen auch SPD und FDP abgestraft.Falscher Umgang im Job mit der Gen Z „Warum sollten Jüngere etwas besser können, was Ältere schon lange machen?“

Mit einem traditionellen Familienbild wirbt ja auch die AfD. Macht das die Partei bei den Jungen attraktiv?
Die Jugend sehnt sich jedenfalls nach Stabilität, das kann in der Familie begründet sein oder im Großen und Ganzen. Ein Versprechen der AfD ist ja die Rückkehr in die alten vertrauten Verhältnisse der Bundesrepublik. In die Zeit, als die Welt noch überschaubar war. Und in der beschriebenen Endzeitstimmung zieht ein solch rückwärtsgewandtes Versprechen natürlich. Die gute alte Zeit kann ja auch nur zehn Jahre zurückliegen. Und auf Tiktok punktet die AfD natürlich mit ihren sehr einfachen Botschaften.

Die Jugendlichen träumen vom Haus im Grünen und von festen Beziehungen.Stephan Grünewald, Mitbegründer des Rheingold-Instituts für Tiefeninterviews

Es gibt ja auch die These, dass das Erstarken der rechtsextremen AfD unter den Jungwählern eine Rebellion gegen das linksliberale Elternhaus ist. Ist da was dran?
Unsere Studien zeigen eher das Gegenteil: Heutzutage fällt sogar die gewöhnliche Pubertätsrevolte oft aus, weil Teenager sehr systemstabilisierend unterwegs sind. Man möchte schließlich nicht, dass die Familie aufgrund der eigenen Revolte hochgeht. Außerdem profitieren Jugendliche auch davon, wenn ihre Eltern sie auf Augenhöhe behandeln und ihnen größere Freiheiten einräumen. Natürlich schaut sich jede Jugendgeneration trotzdem an, was macht meine Elterngeneration falsch und wo muss ich gegensteuern. Insgesamt konnten wir in unseren Studien aber keine sonderlich rebellische Grundhaltung bei den jungen Menschen finden, so wie sie früher üblich war.

War denn der Spruch „Wer jung und nicht links ist, hat kein Herz, wer alt und immer noch links ist, keinen Verstand“ jemals richtig?
Wir haben sehr lange die Jugendbewegungen mit den 68ern gleichgesetzt, also mit jungen, rebellischen und langhaarigen Menschen, die durch die Institutionen marschieren. Seit den 1990ern hatten wir aber schon Jugendgenerationen, die wir als „Generation Kuschel“ oder „Biedermeier“ bezeichnet haben. Insgesamt sind Jugendliche wertekonservativer geworden. Seit zwei Jahrzehnten träumen sie in unseren Tiefeninterviews vom Haus im Grünen, von der heilen Familie. In festen Beziehungen ist ihnen Treue sehr wichtig. Selbst Beamtenverhältnisse und Lebensversicherungen gehören mittlerweile zum jugendlichen Wertekosmos.

Wer AfD wählt, ist tendenziell auch für Ausgrenzung. Wie kann man dem entgegensteuern?
Ich finde, wir brauchen dringend Projekte, die an die Selbstwirksamkeit appellieren. Ich bin selbst Verfechter des sozialen Pflichtjahrs. Hier können junge Menschen ihren Horizont erweitern, soziale Schranken überwinden, in Kontakt mit anderen Menschen treten und sehen, dass sie selbst etwas bewirken können.

Aus einem kirchlichen Schaukasten in Ost-Berlin, Grünau.

gefunden in…

Tagebuch eines Predigers, erste Auflage.(epubli)

Notat
Wieder Epheserbrief
Hell – Dunkel, Gut und Böse,
Rembrandt, Tizian, Ikonentradition,
das Bild Christi tatsächlich weitergeben.
Küssen.
Schrift.
Aufstehen von den Toten, s.a. Brecht.
Hymnus.
Vormals, jetzt.
Getauft – ungetauft.
S. a. Römer 5 (Taufe, Leben in der Auferstehung).

Sommer 2016
Fahrt nach Viareggio (Toscana)
Sonntag d. 26. Juni von Stepfershausen (Rhön) mit Übernachtung in
Feldaubrück bei Chur (CH), 27.6. Geburtstag Max, Via Mala, Italienische
Schweiz, Seen, Mailand, Autobahn, Apenninen, Ligurisches Meer
(Mittelmeer, Nähe Genua in R.FR.) Ankunft Viareggio/Malta Rosa.
Strand 20 km.
Lucka 1.7. mit Volto Santo, Dom.
Florenz 2.7. Uffizien, Skulpturensammlung s.a. Lit.
In diesem Zeitraum: Licht im August, W. Faulkner und Einstimmung
Florenz, Mailand Triviales.
Sonntag 3. Juli Bergkirchen,
waghalsige Autofahrt,
Kirchen offen, keine Messen, Pilgerkirche (?) ge-schlossen,
Abfahrt Tal, Gottesdienst – Offizium, Fahnen, groß-artiger HallelujaChor, Markt. Buden.
Priester rot. Schön wie Tizian. Neuer Typ.
Sonst Strand, Meer, springende Fische.

  1. Juli 2016
    Posaunen Müggelheim
    Jericho – eigentlich ist ja alles gelaufen.
    Zehnmal um die Stadt.
    Leipzig ist nicht gefallen. Aber Berlin.
    Jedenfalls die Mauer des Krieges, den sie den kalten nennen. Jetzt mußt
    du dich warm blasen.
    Egal auf welchem Instrument

Frieden und Freiheit

Liebe Gemeinde,

der letzte Sonntag hatte es in sich:Thema Klassenkampf. Der Arme und der Reiche. Sie erinnern sich vielleicht – wer die Lesungen verfolgt. Durch Gottesdienstbesuch oder die Lesungen in den Herrnhuter Losungen, die ja auch die Sonntagslesungen anzeigen.

Jedes Jahr um die ähnliche Zeit, je nachdem wie Ostern liegt, früher oder später, ist dieser aufwühlende Text an der Reihe.

Diesmal nicht der Arme Lazarus und der Abgrund zwischen ihm und dem Reichen Woken Mann. Wenn man so will und Jugendliche dieses Stichwort benötigen um neugierig zu werden.

Aber auch ARMUT, nicht Reichtum. Aber anders.

Da geht es nicht um den Einzelnen, sondern um ganze Gruppen, die kommen oder auch nicht, wenn sie eingeladen werden zum Großen Abendmahl. Der Mittelstand versagt, er kommt nicht. Er will Ochsen kaufen oder Autos. Freien oder gefreit werden. Verreisen oder zu einem Esoterikkurs. Was eben so in Mode ist. Nicht alles ist sinnlos.

Aber die Einladung Gottes auszuschlagen bedeutet ein Risiko an Leere und Sinnlosigkeit größen Stils. Bis dahin, dass es Leute gibt, die von reinigendem Gewitter sprechen – vormals wie heute – wenn es um Krieg und Kriegslüsternheit geht. Vielleicht, weil dann endlich wieder etwas los ist in ihrer Großen Langeweile (Pascal).

Ja, Gott lädt dann die anderen ein. Eben die Armen, wie den Lazarus, hinter den Zäunen der Stadt, auf den Landstraßen(Friedrich von Bodelschwingh). Die beiden Sonntage bergen Sprengstoff, auch sozialen.

Auch wenn wir heute sagen Prekariat statt Proletariat.

Und da hinein nun dieser Brief an die Epheser. In Ephesus gab es auch Arme und Reiche, die sogenannte Mitte, verschiedene Geistesströmungen. Ein Ort in Kleinasien, den Paulus durch seine Missionsreisen gut kannte, vielleicht dort sogar im Gefängnis gelandet war wegen seiner XRESTOS – CHRISTUS- Verkündigung. Eine Goldhändlerin sah ihren Devotionalienhandel in Gefahr und lief Sturm in Richtung Rathaus.

Die antike Welt war ein multikulturelle Welt mit verschiedenen Konkurenzen. Auch in geistlicher Hinsicht. Alles unter dem Friedensschirm der PAX ROMANA. Und dann erzählt dieser Paulus etwas vom Frieden Christi, den Nahen und den Fernen. Wie meint er das.

11 Darum denkt daran, dass ihr, die ihr einst nach dem Fleisch Heiden wart und »Unbeschnittenheit« genannt wurdet von denen, die genannt sind »Beschneidung«, die am Fleisch mit der Hand geschieht, 12 dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und den Bundesschlüssen der Verheißung fremd; daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. 13 Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe geworden durch das Blut Christi. 14 Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht hat und hat den Zaun abgebrochen, der dazwischen war, indem er durch sein Fleisch die Feindschaft wegnahm. 15 Er hat das Gesetz, das in Gebote gefasst war, abgetan, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache 16 und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst. 17 Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. 18 Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. 19 So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, 20 erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, 21 auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. 22 Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist. 

(Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017 )

Historisch gesehen ist das Thema des Heidenmissionars Paulus das Verhältnis zwischen Juden und den anderen Völkern.

Das ist sein Alleinstellungsmerkmal, dass er als bekehrter Christ keine Angst hast vor Berührungen mit den Anderen. Von seiner jüdischen Herkunft her wäre das anzunehmen. Seine Apostelkollegen waren da nicht immer so weltbürgerlich eingestellt.

Wenn man so will:Paulus war ein Ökumeniker. Noch mehr, er war in seiner Mission ein Beschenkter, der die Freiheit predigen konnte: Bestehet nun in der Freiheit, in die euch Christus gebracht hat.

Der Glaube an den einen HERRN ermöglicht Freiheit.

Das war unsere Theologie 1989.

Das klingt ja auch ganz gut. Aber ganz so einfach ist es in der Umsetzung dann doch nicht. Im Alltag der Gemeinde, die z.B.multikulturell zusammen gesetzt ist: Juden aus den Synagogen und so genannte Heiden aus der ganzen Welt, die in der pax romana, im römischen Weltreich, zusammen gefasst sind.

Auch und gerade in der berühmten Kulturmetropole und Genussregion EPHESUS.

Der Glaube an Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen stiftet nicht nur Freiheit, sondern auch Einheit in der Abendmahlsgemeinschaft.

Er erreicht die Fernen und die Nahen. Die, die schon immer im Gesetz Gottes gelebt haben und die, die erst durch Jesus Zugang zu diesem guten Gesetz des HERRN gefunden haben und jetzt in seiner Ordnung leben wollen.

Zuerst die Freiheit in Christus, dem anderen zu begegnen.

Das ist wahr.

Und dann?

Noch leben wir nicht im Himmel, sondern auf dieser von Gott geschaffenen Erde.

Wir sind Menschen mit unseren Eigenheiten und Gewohnheiten und Traditionen. Es sind die Gaben Gottes, die wir einbringen können in die Gemeinschaft zum Segen und zur Auferbauung seines Hauses. Aber wehe, wenn wir nicht um SEINEN Geist flehen, der uns leitet und führt, dann können sie umschlagen, die Begabungen und Traditionen und an und für sich guten Eigenschaften. Sie verkehren sich in ihr Gegenteil und füttern unseren Stolz, unsere Eitelkeiten.

Wir kommen zu der Selbsterkenntnis:Wir sind Sünder und bedürfen täglich der Vergebung.

Durch sein Blut sind wir erkauft zum Frieden, damit die verheißene Freiheit nicht in ihr Gegenteil umschlägt. So ist die Predigt, die der Apostel hält.

Christus ist unsere Freiheit.

ER ist aber auch und gerade jetzt unser Friede. Den wir brauchen zum Leben.In der Gemeinde, zu Hause, in der Welt. Wie sehr bekommen wir das gerade jetzt vorgeführt.

Dann wird das Haus des HERRN ein Haus des Friedens und nicht des Streites. Und wir bezichtigen uns nicht gegenseitig fremd zu sein. Sondern wir wissen, das wir durch Jesus Mitbürger werden in seiner Schöpfung.

Da muss niemand auf die Traditionalisten schimpfen oder umgekehrt auf die Progressiven. Niemand Feind sein dem anderen.

Die Feindschaft ist aufgehoben.

Gottes Hausgenosse zu sein ist schon etwas. Mitarbeiter in seinem Plan. Im Glauben an den Dreieinigen Gott. Ihm zur Ehre und zu seinem Lob.

Das ist dann auch Reichtum. Der nicht vergeht. Gott schenke es uns, dass wir das auch immer wieder erfahren dürfen und nicht kleinmütig werden, sondern mutig. Amen.

2024 2.Sonntag in der Trinitatiszeit in der Müggelheimer Dorfkirche um 10.00 Uhr, Linie 69

Liedvorschlag

Aus Tagebuch eines Predigers Erstausgabe epubli Berlin 2018

Lied zum Epheserbrief

Jesus will uns bau’n zu einem Tempel,
als Wohnung für den heil’gen Gott.

Dieses Haus des Herrn ist die Gemeinde,
die Säule und der Wahrheit Grund.

Wie Edelsteine schön geformt,
aus seiner Gnade durch das Wort.
Wenn wir uns lieben uns vertrauen,

(Halleluja!) dann wächst der Tempel mehr und mehr,
dann wächst der Tempel mehr und mehr!

Aus:Unser Glaube 1998

Lieder für die ganze Gemeinde256

Zur Ergänzung

Aus Tagebuch eines Predigers weiter

s.o.epubli 2018 Erstausgabe

Der geheimnisvolle Brief.
Der Epheserbrief ist ein geheimnisvoller Brief, in dem das Licht und das
Dunkel eine große Rolle spielen, das Geheimnis zwischen Mann und Frau
beschrieben wird als ein Mysterium, welches widerspiegelt das Verhältnis
zwischen Christus und seiner Gemeinde und wir ausgestattet werden
sollen in dem Kampf zwischen Gut und Böse mit dem Schutz der
Wahrheit und dem Panzer der Gerechtigkeit.
Ephesus, eine „antike Welt“ – Stadt in Kleinasien, der heutigen Türkei, in
der der Apostel Paulus Ärger bekam mit den Herstellern der Amulette,
die eine Göttin darstellten und Schutz und Glück bringen und alles Unheil
abwenden sollten. Die Händler beschwerten sich, weil die Käufer von
ihnen „abfielen“. Das ist verständlich. Sie zetteln einen Aufstand an.
Paulus wird verhört und seine Begleiter.
Aber wieder auf freien Fuß gesetzt mit der unmißverständlichen
Empfehlung, weiter zu ziehen.
Die Gemeinde wächst. Sie wird aus der Ferne betreut, unmißverständlich.
Das Briefgut des Testamentes Gottes in Christus Jesus gibt Zeugnis
davon.
Wichtigster Satz: CHRISTUS ist gekommen und hat verkündigt im Evangelium
den Frieden euch, die Ihr ferne waret und Frieden denen, die nahe waren.